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»Landesprachen« nachgewiesen.
Kindergeldes

Italienisch- oder Deutschkenntnisse (in dieser Reihung, die subtil Hierarchien wiedergibt) müssen Nicht-EU-Bürgerinnen laut Presseamt nachweisen, um fortan das Familien- und Kindergeld des Landes beziehen zu können. Andernfalls müssen sie kostenlose Sprachkurse besuchen.

Zwölf Personen haben nun den entsprechenden Nachweis erstmals erbracht.

Die mündliche Prüfung in einer der Landessprachen wurde in bei der Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen abgenommen. Die mündliche Sprachprüfung wurde eigens in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle für Integration auf die Füße gestellt und gilt ausschließlich zum Nachweis der Sprachkenntnisse für die Zusatzleistungen des Landes.

— LPA

Der zuständige Landesrat Philipp Achammer (SVP) wird folgendermaßen zitiert:

Sich mündlich in einer der Landessprachen mitteilen zu können ist eine entscheidende Grundvoraussetzungen, dass sich neue Mitbürger und Mitbürgerinnen in die Gesellschaft des Aufnahmelandes gut integrieren können.

— LPA

Die Direktorin im Amt für Weiterbildung bestätigt:

Der Großteil der Teilnehmenden hat sogar mehr als nur die geforderten Grundkenntnisse in einer der Landesprachen bewiesen.

— LPA

Und:

Ab Herbst 2022 müssen laut dem Beschluss der Landesregierung vom 30. Dezember 2019, Nr. 1182, alle Menschen aus Nicht-EU-Ländern beweisen können, auf mindestens A2[-] Niveau des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen Italienisch oder Deutsch sprechen [zu] können, wenn sie um die Zusatzleistungen des Landes ansuchen.

— LPA

Bleibt nur zu hoffen, dass die Autorin der Pressemitteilung kein Familien- oder Kindergeld braucht.

Die Schlagwörter Zwölf Nicht-EU-Bürgerinnen und Kindergeldes lassen auf ausgeprägten Humor schließen

Interessant wäre noch, in welcher Sprache die zwölf Kandidatinnen ihre Prüfung abgelegt haben.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

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7 replies on “»Landesprachen« nachgewiesen.
Kindergeldes

Die Mitteilungen des LPA zeigen in welch erbärmlichen Zustand die öffentliche Verwaltung ist.
Wen wundert’s, wer rät seine eigenen Kindern heute noch seine berufliche Zukunft in der ÖVW zu suchen? Grottenschlechte Bezahlung, schlechte Arbeitsumstände und ein für die psychische Gesundheit gefährlicher Frustfaktor. Gut, es geht auch umgekehrt, außerordentlich gute Bezahlung, dann muss man aber vollkommen inkompetent sein und käuflich für die subjektiven Belange des eigenen Landesrates.
Beide Fälle sind langfristig unzufriedenstellend und dienen lediglich dem Machterhaltungstrieb der allseits bekannten Partei.

Das ist eine differenzierte Analyse der bestehenden Situation, die jederzeit belegbar ist.
Bezüglich überzogener Gehälter genügt ein Blick in die Tabelle der sog. Führungskräfte und Abteilungsdirektoren (https://www.provinz.bz.it/de/transparente-verwaltung/verzeichnisse-der-fuehrungskraefte-mit-angabe-des-jahreseinkommens.asp). Bezüglich Inkompetenz genügt ein Blick in den Lebenslauf der verschiedenen Empfänger, denn wenn jemand für Innovation zuständig sein soll, der sein ganzes Leben im Landesdienst verbracht hat, dann dürfte eigentlich schon alles gesagt sein. Ich bin gerne zu einer Fortführung der Diskussion bereit und liefere jederzeit Daten und Fakten.
In der unteren Ebene sollte die Gehaltsstruktur bestenfalls bekannt sein, die Lebenskosten in Südtirol auch. Und die Qualität hast Du aufgezeigt bzw. wird dem Bürger jeden Tag dargeboten. Der Frustfaktor ist freilich nicht belegt, aber es genügt ein wenig Sozialkompetenz und das klassische “Ratscherle” mit den Landsleuten um diese Informationen zu erhaschen. Ansonsten kann ich ein Gespräch mit in Südtirol tätigen Psychologen generell empfehlen, diese würden meine Darlegung bestätigen.
Bei allem Respekt, den ich vor Dir, @Simon, habe, die genannten skills gehören mit Sicherheit nicht zu Deinen Stärken. Dafür bist Du aber recht schnell beim “austeilen”, wenn Dir jemand widerspricht.

Bezüglich Inkompetenz genügt ein Blick in den Lebenslauf der verschiedenen Empfänger, denn wenn jemand für Innovation zuständig sein soll, der sein ganzes Leben im Landesdienst verbracht hat, dann dürfte eigentlich schon alles gesagt sein.

Erstens ist das ein Einzelfall und zweitens sagt auch der nichts über Kompetenz oder Inkompetenz aus.

Und die Qualität hast Du aufgezeigt bzw. wird dem Bürger jeden Tag dargeboten.

Auch dies lässt sich nicht so einfach verallgemeinern.

Ich finde du tust vielen engagierten, motivierten Mitarbeiterinnen in der öffentlichen Verwaltung — von denen ich einige kenne — Unrecht. Und zwar ohne für dein pauschales Urteil angemessene Belege zu liefern.

Klar, alles Einzelfälle.
Absolventen der Politikwissenschaften als Direktor des Vermögensamtes (Max Dusini) oder als persönlicher Referent des Landesrats für ladinische Bildung und Kultur, Infrastruktur und Mobilität (Ingo Dejaco). Vormals übrigens im deutschen Schulamt unter LR Achammer, zufällig, rein zufällig auch Gemeinderat (logischerweise SVP) und noch viel zufälliger Bruder des Direktors der STA. Übrigens kein Ladiner, sondern aus dem Eisacktal.
Juristen, die sind noch vielfältiger einsetzbar als Politikwissenschaftler. Einer ist Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz (Klaus Unterweger), die im Übrigen auch Lawinenwarnung, Logistik, Wildbachverbauung und Brandschutz umfasst. Ein anderer ist zeitgleich Direktor der NOI AG und des Ressorts “Europa, Sport, Innovation und Forschung” (Ulrich Stofner).
@Simon, das Lustige an der Sache ist, dass ich Fakten liefere, während du deine schützende Hand über Menschen legst, die dem Südtiroler Steuerzahler Unsummen an Geld kosten und über deren Qualifikation mehr als ein Fragezeichen steht. In punkto beruflicher Erfahrung haben alle etwas gemein: sie sind nahezu am Tag ihres akademischen Ritterschlags in die Landesverwaltung eingetreten.
Eines sollte jedem Menschen, der nur einmal in seinem Leben für sein warmes Essen gearbeitet hat, klar sein: in der Regel verdient man sich jeden Cent mit Schweiß und nicht mit Freunderlwirtschaft. Und noch etwas sollte auch klar gesagt sein, diese Günstlingswirtschaft besitzt mehr Gewicht als die mangelnde Übersetzung eines Straßenschildes.
Aber wenn du, @Simon, Vetternwirtschaft in Südtirol auch noch leugnen willst, dann fehlen mir echt die Worte.
Übrigens, alle zitierten Lebensläufe inkl. Qualifikationen und jeweiliger Berufserfahrung sind locker lässig im Internet abrufbar. Nicht übersetzte Straßenschilder selbstverständlich auch.

Ich wüsste nicht, wo ich Vetternwirtschaft in Südtirol leugne. Auch halte ich nicht meine schützende Hand über irgendwen, aber ich verlange etwas mehr als nur vage Indizien für pauschale und auch für individuelle Beschuldigungen. Nur weil jemand mit wem verwandt ist, heißt das gerade in einem kleinen Land noch lange nicht, dass auch tatsächlich Vetternwirtschaft im Spiel war. Genausowenig halte ich es für etwas Anrüchiges oder Skandalöses, von der Uni direkt in die Verwaltung zu wechseln, wo sich viele ihr Gehalt mindestens genauso redlich verdienen, wie in der Privatwirtschaft.

Ich habe eindeutige Fakten geschildert. Diese besitzen meiner Meinung nach einige Wichtigkeit, da wir hier von Menschen sprechen, die dem Steuerzahler auch 160.000 Euro pro Jahr kosten. Und es sind eben keine Einzelfälle, wie von Dir nicht korrekt angeführt.
Die Gewichtung dieser Missstände wird meines Erachtens unterschätzt, da kritische Menschen wie Du sich auf Bagatellen fixieren – dies wollte ich hiermit nochmals betonen.
Wie Du es bewertest, dass Menschen, die noch nie überlegen mussten, ob ihr Arbeitseinsatz ihre ökonomische Wertschöpfung erreicht, an Schalthebeln der Macht positioniert werden, steht Dir frei. Ich erlaube mir jedoch auf diese Charakteristik der willkürlichen Positionierung hinzuweisen.
Bitte um Beachtung, dass dies keine Neiddebatte ist, im Gegenteil. Qualität hat ihren Preis, hier wird jedoch die Qualität nach gewissen skills definiert, die mit Wirtschaftlichkeit nichts zu tun haben. Auch dies ist legitim, der wählende Bürger sollte lediglich sein Augenmerk darauf legen.

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