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Tolomeis Institut dichtmachen!

Wie der Landeshauptmann erklärt, will uns Finanzminister Tremonti zum Sparen zwingen, obwohl wir keine Schulden haben. Das Eingesparte wird auch nicht dem Staat zurücküberwiesen. Mit anderen Worten: Das Land verfügt dann über Geld, das es nicht ausgeben darf.

Durnwalder sollte dem Minister einen Gegenvorschlag unterbreiten, der dem Staat eine echte Einsparung bringen würde: Die Schließung des Istituto di Studi per l’Alto Adige in Florenz, welches — wie bereits beschrieben — auf Ettore Tolomei zurückgeht und nach wie vor besteht. Das Institut beruft sich bis heute u. a. auf ein Programm des Protofaschisten, welches völlig unkommentiert auf seinem Webauftritt präsentiert wird. Auch sonst sucht man Spuren einer Aufarbeitung (oder auch nur einer Distanzierung) vergeblich. Dass eine derartige Einrichtung weiterhin mit öffentlichen Mitteln finanziert wird und sogar an einer öffentlichen Universität angesiedelt ist, ist in hohem Maße skandalös.

Das Istituto di Studi per l’Alto Adige ist kein totes »Relikt«, sondern ein quicklebendiges Überbleibsel aus Italiens kolonialistischer Vergangenheit, welches sich jetzt über die Toponomastikkommission des Landtags zu allem Überfluss auch noch direkt in die Südtiroler Politik einmischt.

Kein Demokrat darf den Fortbestand einer derartigen Institution dulden!

Colonialismi Faschismen Ortsnamen Politik Ungehorsam+Widerstand Wirtschaft+Finanzen | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung | Ettore Tolomei Luis Durnwalder | | Italy Südtirol/o | | Deutsch

10 replies on “Tolomeis Institut dichtmachen!”

»Schade«, dass es in Berlin kein »Institut für den östlichen Lebensraum« gibt, welches sich z. B. auf den Generalplan Ost von Heinrich Himmler beruft — es hätte dem Landtag sicher ebenfalls hochinteressante Erkenntnisse liefern können.

Die Schließung dieses Institutes wäre ein sehr guter Vorschlag.
Gleichzeitig könnte man auch die Renovierung gewisser Monumente einstellen, bringt auch ein paar Millionen. Ein Staat der derart pleite ist und dennoch faschistische Relikte renoviert und kolonialistische Institute finanziert zeigt überdeutlich seine Absichten und Prioritäten.

Die Abtretung Südtirols würde auch enorme Einsparungen für den Staat mit sich bringen. Man denke nur an die ganzen Büros, Beamte, Heer und viele Weitere die damit beschäftigt sind Italien in Südtirol zu vertreten.

zitat ko: Man denke nur an die ganzen Büros, Beamte, Heer und viele Weitere die damit beschäftigt sind Italien in Südtirol zu vertreten.

…bzw mittels sehr aufwändiger und kostenintensiver diskreter Dienste dieses Land zu überwachen.

@ko: Siehe hier.

@martin: Es kann durchaus sein, dass sich der Staat hierzulande über den Standard einer normalen Region hinaus Dienste leistet, die eine flächendeckende Überwachung der vielen »Verfassungsfeinde« gewährleisten. Die hohe Polizeidichte legt dies nahe, ebenso die Tatsache, dass hier Dinge als »Beleidigung des Staates« geahndet werden, die andernorts nur ein müdes Achselzucken hervorrufen würden. Trotzdem denke ich nicht, dass dies einen großen Anteil am Statsetat ausmacht.

Ich habe übrigens erst jetzt meinen Leserbrief zu diesem Thema in den heutigen Dolomiten gesehen (obwohl ich bereits wusste, dass er erschienen war). Was mich besonders freut, ist dass erstmals die Blogadresse angegeben (und nicht wie üblich weggelassen) wurde:

Toponomastik

Der Bock als Gärtner

von Simon Constantini, Brixen, Brennerbasisdemokratie.eu

Dass der Landtag Herrn Carlo Alberto Mastrelli als “Toponomastikexperten” einlädt, ist ein kaum zu überbietender Skandal. Mastrelli ist Präsident des “Istituto di Studi per l’Alto Adige”, welches von keinem Geringeren als Ettore Tolomei gegründet wurde. Nicht nur, dass sich das Institut noch nie von dessen Schundwerk distanziert hat — es präsentiert sich auch noch mit einem unkommentierten Programm des Vorzeigefaschisten im Internet. Unsere Institutionen sollten demnach die sofortige Schließung dieser anachronistischen Einrichtung fordern, welche bis heute mit öffentlichen Geldern finanziert wird, anstatt sie als Beraterin zu legitimieren.

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