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Siegesdenkmal: Imperial bis heute.
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Die Anthropologin Ann Laura Stoler bezeichnet mit „imperial debris“ die sozialen, räumlichen und affektiven Nachleben imperialer Herrschaft. Ruinen – ob intakt oder verfallen – sind nicht neutral, sondern werden politisch erzeugt, restauriert oder vernachlässigt. So kann imperiale Macht bis in die Gegenwart wirken.

Faschistische Macht wird nicht nur durch Inschrift und Liktorenbündel reproduziert, sondern auch durch die heutige Inszenierung: Das Monument steht zentral auf einem hohen Sockel, ist eingezäunt, videoüberwacht und nachts beleuchtet. Die Hierarchie ist deutlich: Die Menschen bleiben unten, während das Denkmal geschützt und unzugänglich über ihnen steht. Die kritische Ausstellung liegt dagegen unter und hinter dem Bau; außen ist fast nur der LED-Ring sichtbar.

Nora Viehweider im Salto-Interview von Martin Hanni zu ihrer Abschlussarbeit in Liberal Arts and Sciences an der Universität Amsterdam, die sie über das Bozner Siegesdenkmal verfasst hat.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 | 08



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Comentârs

3 responses to “Siegesdenkmal: Imperial bis heute.
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  1. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Zur offensichtlichen Symbolik des faschistischen Siegesdenkmales kommt auch noch die versteckte Symbolik, die den Eingeweihten sehr wohl bekannt ist. Wer zum Siegesdenkmal hochsteigt, muss das eingeebnete Kaiserjäger-Gefallenendenkmal, das einige Meter vor dem Siegesdenkmal stand, mit Füßen treten. Bei der sogenannten “Historisierung” des faschistischen Siegesdenkmales hat man es nicht für notwendig gehalten, diesen Frevel offenzulegen oder gar abzuschaffen.

  2. Martin Piger avatar
    Martin Piger

    Die Historisierung kann man getrost als krachend gescheitert ansehen. Das Denkmal “mahnt” wie bei seiner Entstehung, dass hier Italien den Ton angibt. Die Idee vom Mahnmal gegen die Diktaturen will nicht so recht in die Gänge kommen. Schliesslich ist es auch ein nationalistisches Denkmal und erfüllt somit auch heute noch glänzend seine Aufgabe. Es konterkariert einfach durch seine brutale Existenz, mit der es einen der schönsten Orte Bozens besetzt hält, die gut gemeinte und gut verborgene (ist ja logisch: in der Krypta) Ausstellung, fast nach dem faschistischen Motto: “me ne frego!”
    Markante symbolische Präsenz : rationale (verborgene) Erklärung 1:0.
    Nebenbei Wölfin und Löwe nicht zu vergessen.

  3. Walter Kircher avatar
    Walter Kircher

    … gerade in der heutigen Welt zählt nur mehr “WAS man sehen will und WIE man es sieht” – oder überhaupt sieht!
    Bei meinen Bozen-Besuchen räche ich mich durch meine betrachtenden Blicke und Gedanken zu König Laurins Rosengarten, Schlern und unsere Kulturlandschaft im Allgemeinen …

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