Diesen Montag hat Maurizio Puglisi Ghizzi, Mitglied der offen faschistischen CasaPound sowie der damit verbundenen rassistischen Bewegung Remigrazione e Riconquista, die die Deportation von Mitbürgerinnen nach dem Prinzip der ethnischen Säuberung fordert, dieses Posting auf Facebook veröffentlicht:
Quelle: Facebook – Querbalken von mir
Puglisi Ghizzi ist als Lega-Vertreter im Bozner Stadtviertelrat von Don Bosco auch Teil der Mehrheit von Bürgermeister Claudio Corrarati — und somit Koalitionspartner der SVP. Die Angelegenheit hat also durchaus auch eine institutionelle Dimension.
Dem Posting angehängt ist das Bild einer Kundgebung vor dem faschistischen Siegesdenkmal in Bozen, auf dem auch Puglisi Ghizzi selbst zu erkennen ist. Der Leuchtring, der an einer Säule des Bauwerks zu dessen »Historisierung« angebracht wurde, ist rudimentär wegretuschiert. Neben italienischen Flaggen halten die Teilnehmerinnen ein Transparent der rassistischen Remigrazione e Riconquista hoch, mit dem Deportationen gefordert werden.
Im Text des Facebook-Eintrags wird das faschistische Denkmal als »ein Symbol unserer Nation« bezeichnet, »das eine Idee, jene des Sieges« darstelle, »die uns in dieser Zeit, in der Italien und unsere Städte von der Immigration angegriffen« würden, als Leitidee dienen müsse.
Dieser Marmor erinnert uns an unsere Geschichte und […] muss uns in die Zukunft führen. Die #Reconquista hat für uns gerade erst begonnen.
– aus dem Posting von Maurizio Puglisi Ghizzi
Übersetzung von mir
Die rassistische und menschenverachtende Botschaft wird also mit einer bejahenden, geradezu verherrlichenden Bezugnahme auf das angeblich »historisierte« Siegesdenkmal verknüpft. Dass der Ring wegretuschiert wurde, deutet darauf hin, dass er die bekennenden Faschistinnen tatsächlich stört. Allerdings ist er nicht genug, um das Bauwerk als Kulisse für ihre Propaganda untauglich zu machen.
Erst kürzlich war die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa (Grüne) massiv angegriffen worden, weil sie in den sozialen Medien die faschistische Architektur in Bozen und den Umgang mit ihr thematisiert hatte.


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