Von morgen Donnerstag bis Sonntag findet in Pietramurata, einer Fraktion der Gemeinde Dro im benachbarten Trentino, ein internationales Neonazitreffen statt. Es werden rund 400 Teilnehmende aus ganz Italien und aus dem europäischen Ausland erwartet. Organisiert wird Ritorno a Camelot (Rückkehr nach Camelot), wie die Veranstaltung heißt, vom rechtsextremen Veneto Fronte Skinheads im örtlichen Hotel Ciclamino.
Die Bürgermeisterin von Dro, Ginetta Santoni, hatte sich ebenso wie ihre Amtskollegen von Trient, Franco Ianeselli, und Riva del Garda, Alessio Zanoni (beide PD), dafür ausgesprochen, das Treffen zu untersagen. Sogar Landeshauptmann Maurizio Fugatti (Lega) distanzierte sich deutlich. Auf staatlicher Ebene war Innenminister Matteo Piantedosi dazu aufgerufen worden, gegen die Veranstaltung vorzugehen.
Das Komitee für öffentliche Ordnung und Sicherheit unter Vorsitz der Präfektin Isabella Fusiello entschied jedoch, den Aufmarsch zu genehmigen. Die Begründung: Es gebe derzeit in Italien keine ausreichende rechtliche Grundlage, um eine solche Veranstaltung — zumal auf Privatgrund — zu verhindern. Gleichzeitig wird sie unter massivem Polizeischutz stattfinden: Bis zu 140 Einsatzkräfte sollen dafür abgestellt werden.
Das ist erstaunlich: Ein internationales Neonazitreffen gilt rechtlich als private Angelegenheit, die man nicht verbieten kann, obwohl dafür deutlich über hundert Polizistinnen mobilisiert werden müssen.
Für Aufsehen sorgte zudem, dass Emilio Giuliana, der Trentiner Chef der Vannacci-Partei Futuro Nazionale, angekündigt hat, an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen. Er habe dafür sogar seinen Urlaub verschoben. Der Fascho-General selbst, dessen Partei in Südtirol von Ex-Landesrat Massimo Bessone angeführt wird, gab seinen Segen dazu und bezeichnete die Teilnahme als persönliche Entscheidung.
Nicht auszuschließen ist überdies, dass auch Bozner Verbündete der SVP bei der Neonazi-Veranstaltung anzutreffen sein werden. Schließlich sind zwei Bozner Stadtviertelräte der Lega — Maurizio Puglisi Ghizzi und Massimo Trigolo — Gründungsmitglieder von Remigrazione e Riconquista, einer rassistischen Bewegung, die unter anderem von CasaPound und Veneto Fronte Skinhead gemeinsam ins Leben gerufen wurde.

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