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Nebeneinander vorbei.
Podcast Teil 2

Autor:a

ai


Aldo Mazza von der Sprachschule Alpha Beta spricht sich für die Schaffung eines Landesamtes für die Sprachplanung aus.

Vor einem halben Jahrhundert baute Aldo Mazza die Sprachschule Alpha Beta auf. Sie bietet Sprachkurse an, für Landes- und Staatsbeamte, für Interessierte, für Migrant:innen. Mazza setzt sich seitdem mit der Zweisprachigkeit auseinander. Seine Empfehlungen über eine gelebte Zweisprachigkeit griffen Grüne und Partito Democratico auf und drängten auf eine Reform. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich, Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) ließ bereits wissen, dass es keine Aufweichung beim Nachweis der Zweisprachigkeit geben wird. Schade, findet Aldo Mazza.

Seine Überlegungen im Podcast von Wolfgang Mayr:

Serie I II

Cëla enghe:


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Comentârs

2 responses to “Nebeneinander vorbei.
Podcast Teil 2”

  1. Pluralismus avatar
    Pluralismus

    Warum wird eine Frage nach der Gleichberechtigung der Amtssprachen so oft mit Fragen nach Begegnung, Freundschaften, Dialekt oder individuellen Sprachkenntnissen vermischt? Das sind alles interessante Themen. Aber sie betreffen unterschiedliche Fragen und können den Blick vom Ausgangsproblem verschieben.

  2. Pluralismus avatar
    Pluralismus

    2024 wurden rund 32.000 neue AIRE-Eintragungen wegen Auswanderung nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz registriert: 16.988 nach Deutschland, 12.448 in die Schweiz und 2.631 nach Österreich. Aus Südtirol kamen davon nur rund 1.750, also etwa 5,5 Prozent; rund 94,5 Prozent kamen aus dem übrigen Italien.

    Auch in der Medizin scheint Deutsch keine unüberwindbare Hürde zu sein. In Deutschland arbeiteten 2025 1.844 Ärzte mit italienischer Staatsangehörigkeit. In Österreich waren es Ende 2024 806 mit italienischer Staatsangehörigkeit bei der ersten Eintragung. In der Schweiz haben rund 1.700 Ärzte ihr Medizinstudium in Italien abgeschlossen.

    Das Problem scheint mir daher weniger darin zu liegen, dass Deutsch für italienischsprachige Ärzte eine unrealistische Anforderung wäre. Südtirol versucht vielmehr, im Wettbewerb um Ärzte attraktiv zu bleiben, indem es diese Anforderung beim Einstieg faktisch zurückstellt: Eine befristete Tätigkeit ist ausdrücklich auch ohne Zweisprachigkeitsnachweis möglich.

    Damit entsteht aber ein Teufelskreis. Wer ohne Deutsch anfangen kann und anschließend erlebt, dass der Arbeitsalltag trotzdem funktioniert, weil Patienten ins Italienische wechseln oder Kollegen sprachlich aushelfen, hat weniger Anlass, Deutsch tatsächlich als notwendige Berufssprache wahrzunehmen. Man kann Sprachkurse anbieten und Sprachaufenthalte finanzieren. Was fehlt, ist aber eine wichtigere Botschaft: Deutsch ist hier keine zusätzliche Qualifikation, sondern eine dem Italienischen gleichgestellte Amtssprache, die man braucht, um einen Teil der Bevölkerung gleichberechtigt versorgen zu können. Eine Versorgung mithilfe von Dolmetschern oder anderen Vermittlern ist keine institutionelle Gleichberechtigung. Genau diese scheint aber in der Debatte zu wenig Gewicht zu haben.

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