Der Strompreis hängt von zahlreichen Faktoren ab, auf die Südtirol nur begrenzten Einfluss hat. Der gesamtstaatliche Regulierungsrahmen sieht mehrere Marktgebotszonen mit jeweils eigenen Großhandelspreisen vor. Daneben gibt es weiterhin den Referenzpreis »PUN Index GME«.
Wie der Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber (Freie Fraktion) in Erfahrung gebracht hat, sollen bereits 2027 die Tarifzonen neu geordnet werden: Die staatsweite Regulierungsbehörde ARERA, die auch für die Abfallentsorgung genaue Vorgaben zur Tarifgestaltung macht, habe entsprechende Änderungen angekündigt. Damit könnte sich eine Gelegenheit ergeben, Südtirol als eigene Tarifzone zu berücksichtigen.
Viel Strom, wenig Einfluss
Leiter Reber verweist darauf, dass Südtirol dank der Wasserkraft erheblich mehr Strom produziert, als es selbst verbraucht. Er sieht darin die Chance, von einer eigenen Tarifzone auch bei den Strompreisen zu profitieren.
Derzeit ist der Stromgroßhandel staatsweit in sieben Marktgebotszonen eingeteilt: Nord, Mitte-Nord, Mitte-Süd, Süd, Kalabrien, Sizilien und Sardinien. Während Kalabrien und die beiden autonomen Inselregionen jeweils eigene Zonen bilden, ist Südtirol Teil der großen Zone Nord.
In Anlehnung an frühere Beschlüsse des Südtiroler Landtages, in denen eine größtmögliche Energieautonomie gefordert wurde, hat Leiter Reber deshalb einen Beschlussantrag (Nr. 464/26) eingereicht, mit dem sich der Landtag für eine eigene Markt- und Tarifzone aussprechen soll. Die Landesregierung soll mit ARERA in Kontakt treten und sich zudem auf allen politischen Ebenen für dieses Ziel einsetzen. Auch die vom Landtag entsandten Mitglieder der Sechser- und Zwölferkommission sollen sich mit der Neuordnung befassen und auf eine eigene Zone hinwirken.
Die geplante Neuordnung könnte Südtirol mehr energiepolitischen Gestaltungsspielraum eröffnen. Unabhängig davon, ob eine eigene Tarifzone tatsächlich zu niedrigeren Strompreisen führen würde, sollte das Land die Gelegenheit nutzen, seine Interessen einzubringen.

Scrì na resposta