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Schulpflicht zur nationalen Einheit.

Mit einer Mehrheit von fast 93% (208 dafür, 14 dagegen, 2 Enthaltungen) hat der italienische Senat diese Woche ein Gesetz genehmigt, mit dem an allen Schulen (jeder Schulstufe) das Erlernen der italienischen Nationalhymne zur Pflicht wird* — auch in Südtirol. Außerdem wird der 17. März zum (Schul-)Tag »der nationalen Einheit, der Hymne und der Flagge« erklärt, dessen Ziel es unter anderem ist, »die nationale Einheit zu konsolidieren«.

Einziges Zugeständnis: Autonome Regionen und Provinzen setzen das Gesetz in Übereinstimmung mit Artikel 6 der italienischen Verfassung um, der da lautet

Die Republik schützt mit besonderen Bestimmungen die sprachlichen Minderheiten.

Das kann alles bedeuten — oder nichts. In jedem Fall steht außer Zweifel, dass das Gesetz, Autonomie hin oder her, auch hierzulande umgesetzt werden muss, und dass etwaige Abweichungen vom »nationalen Soll« nur die deutsche und ladinische Schule betreffen.

Was in Südtirol los wäre, wenn an deutschen Schulen eine italienfeindliche Hymne unterrichtet würde, kann sich jeder ausmalen. Und was es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedeuten würde, wenn italienische (und zugewanderte) Schüler im Lande bald Mameli singen und Staatsflaggen hissen müssten, brauche ich wohl ebensowenig auszuführen.

Siehe auch:

*) Nationalismus kennt keine Parteigrenzen mehr, daran dürfen sich PD-Sympathisantinnen in Südtirol gerne erinnern, bevor sie dieser angeblichen Linkspartei das nächste Mal ihre Stimme geben.

Kohäsion+Inklusion Nationalismus Scola Symbolik Vorzeigeautonomie Zentralismus | SX di DX | | | Italy Südtirol/o | PD&Co. PDL&Co. | Deutsch

50 replies on “Schulpflicht zur nationalen Einheit.”

Wenn ich das lese und mir die Aussagen von Gerhard Mumelter im heutigen Morgentelefon zum Neofaschismus in Italien in Erinnerung rufe, wird mir schlecht. Meine Kinder jedenfalls brauchen die Hymne nicht zu lernen, darauf bestehe ich.

Eine schlechte Schulnote könnten sie locker vertragen. Mal sehen, welcher Lehrer sich traut eine zu geben!

Es ist schon traurig, dass wir in einem Land leben, in dem das auf dem Rücken von Schülern und Lehrern ausgetragen wird.

Warum haben wir eigentlich noch nichts von den Südtiroler Elternvereinigungen gehört, die zu jeder die Schule betreffenden Entscheidung der Landesregierung einen Kommentar haben?

Wo sind die lauten Proteste von denjenigen, die so grundsätzlich gegen nationale und staatliche Symbole sind?

Ha senso essere “contrari” ai simboli dello Stato? Penso di no, qualsiasi forma di “contrarietà ” non fa che alimentare la benzina con la quale si accende lo spirito nazionalista che s’identifica in quei simboli. Qual è dunque l’atteggiamento migliore da prendere? L’indifferenza. Ci sono buone probabilità  che quest’azione legislativa si perda in un vuoto richiamo, seguito fprse prima senza convinzione, poi sempre più stancamente e infine abbandonato per palese disinteresse generale? Mi auguro di sì e sono convinto di sì. Il nazionalismo si cura ignorandolo (questo è anche un suggerimento per BBD, piattaforma sulla quale mi piacerebbe leggere ogni tanto – diciamo almeno un articolo ogni trenta – qualcosa che ci parli finalmente del nascituro Sudtirolo post-etnico e non sempre, invece, le solite beghe paleonazionaliste).

Genau. Den eindeutigen Nationalismus, der im Aufzwängen solcher Symbole (insb. gegenüber ethnischen Minderheiten) liegt ignorieren wir. Und einen daher fantasierten und nicht existenten “Paleonationalismus” kritisieren wir dafür ordentlich. Ein logischer Größenschluss schaut anders aus.

Es geht selbstverständlich nicht um eine Kritik der Symbole selbst, sondern um eine Kritik am Geist, der dem Akt des Aufzwingens zugrunde liegt. Dieser wird von einer Mehrheit der Volksvertreter bzw. des Volkes geteilt. Man kann und darf solche Tendenzen als ethnische Minderheit nicht ignorieren. Man sieht ja in den aktuellen Diskussionen wohin die “Strategie” des ständigen Zurücksteckens hinführt.

… da seh ich schwarz für EUROPA! – Gemeint ist das Europa von Nationen mit Nationalisten die eine derartige Hymne verstärkt unter die Schuljugend bringen will! – Einfach unglaublich!!

Es geht selbstverständlich nicht um eine Kritik der Symbole selbst, sondern um eine Kritik am Geist, der dem Akt des Aufzwingens zugrunde liegt.

Una differenza facilissima da determinare e praticare, come si è tante volte dimostrato.

diese diskussion spielt sich für mich auf zwei ebenen ab, welche wiederum zwei fragen aufwerfen:

1. Ist es heute in Europa angesichts der demographischen Entwicklungen generell zeitgemäß, nationale Einheit zu beschwören bzw. sogar zu verordnen? (Ich orte in diesem Gesetz nämlich kaum eine “historische Dimension”, im Rahmen derer man sich wissenschaftlich-kritisch mit Nationbuilding und nationalen Symbolen auseinandersetzt, sondern vielmehr eine reine “nationalistische Übung” fernab des so oft beschworenen europäischen Geistes.

2. Ist DIESE Hymne in einem europäischen Kontext überhaupt tragbar geschweige denn zeitgemäß? Während in Österreich die Hymne umgetextet wurde, weil nur von “großen Söhnen” die Rede war, ist die Absenz der “sorelle” bei Mamelis “Meisterwerk” noch das kleinste Problem. Wenn Italien ruft, sind die “fratelli” zum Tode bereit und freuen sich, dass der blutrünstigen Österreicher Herz verbrannt ist. Geht’s eigentlich noch lächerlicher? Noi fummo da secoli. Calpesti, derisi … das wird wohl noch ein paar Jahrhunderte so weitergehen, wenn alle zwingend solches Zeugs lernen bzw. singen müssen.

Schon einmal wurde uns vorgeworfen, diese Angelegenheit zu ernst zu nehmen; das Gesetz werde nämlich sicher nicht verabschiedet — und wenn doch werde man auf die Barrikaden gehen. Ich habe bislang weder physische noch mediale Barrikaden gesehen, stattdessen wird uns jetzt erzählt, das Gesetz werde wahrscheinlich sowieso nicht umgesetzt. Wer’s glaubt…

Sicher, Symbole kann man ignorieren, aber den Nationalismus? Wozu das führen kann, hat das 20. Jahrhundert gezeigt.

@ hunter

Due domande, due brevi risposte:

1) L’Europa post-nazionale è un progetto che si sta bloccando su due scogli: il primo è costituito dalla resistenza dei vecchi Stati nazione ad abdicare alle proprie prerogative (come dimostra questa storia dell’inno), il secondo è costituito dal pericolo che quegli stessi Stati s’irrigidiscano ancora di più sollecitati dal fiorire di movimenti d’indipendenza sub-nazionali (che anche se non rappresentano in linea di principio qualcosa di apertamente anti-europeo – almeno non tutti -, neppure rappresentano chiare manifestazioni di spirito pro-europeo).

2) L’inno di Mameli è figlio del suo tempo e quindi è carico di retorica ottocentesca oggi completamente obsoleta. Andrebbe per questo “riformato” o “emendato” come hanno fatto gli austriaci con il loro inno (o come fecero i germanici, subito dopo la disfatta della seconda guerra mondiale)? Non lo so. Personalmente non credo sia un’operazione molto sensata. In fin dei conti “restaurare” un inno significa attribuirgli più importanza di quello che ha (cioè: più importanza di quanta ne dovrebbe avere un inno).

@ pé

Sicher, Symbole kann man ignorieren, aber den Nationalismus?

Il nazionalismo si accende e cresce proprio discutendo dei simboli o enfatizzandone troppo il ruolo.

Io permango dell’opinione che di questa legge sull’inno di Mameli da far studiare nelle scuole (cioè evidenziandone esplicitamente il lato coercitivo: deve essere fatto studiare ecc.) non ce n’era alcun bisogno (lo definirei un atto compiutamente inutile). Ma il risultato sarà  comunque una progressiva disaffezione degli studenti: una volta divenuto oggetto d’insegnamento obbligatorio, l’inno verrà  trattato alla stregua di una qualsiasi altra noiosa incombenza alla quale sottrarsi appena possibile. Quindi non c’è da preoccuparsi in nessun modo.

@ gadilu

zwischen post- und hypernationalismus liegt schon noch eine menge dazwischen sag ich mal.
natürlich sind die meisten nationalhymnen kinder ihrer zeit – des 19. jhd. klar misst man etwas wichtigkeit bei, indem man es überhaupt diskutiert. dennoch denke ich, dass man – wenn die symboliken offensichtlich noch notwendig sind (sind sie wohl, denn sonst würde man keinen eigenen feiertag dafür ausrufen), dann sollten sie doch wenigstens eine zeitgemäße botschaft tragen. nirgends steht geschrieben, dass die symbole auf ewig gleich bleiben müssen. bei der diskussion über die österreichische hymne halte ich es mit wissenschaftsminister töchterle. der meinte, man habe nicht das recht, ein poetisches werk zu verändern. man sollte lieber einen völlig neuen text schreiben anstatt ein gedicht zu verunstalten (was bezüglich versmaß und poesie im falle von “heimat großer töchter und söhne” tatsächlich passiert ist).

@Gadilu:
Il fatto che le dinamiche ormonali degli adolescenti portino a rifiutare tutto ciò che venga imposto e sappia di vecchio, non toglie che questa legge sull’imposizione dell’ inno nazionale sia in sè sbagliata. Anzi, lo vogliam proprio dire le cose come stanno: sarebbe molto meglio se la classe dirigente si procurasse di preparare ai giovani un futuro in cui non debbano maledire di essere nati italiani nel fare il confronto con gli altri giovani europei a livello di istruzione, riconoscimento sociale e situazione lavorativa.

Fabius, non mi sembra di aver affermato il contrario. Puoi immaginarti benissimo quanto tenga in considerazione una legge del genere. Però non riterrei opportuno occuparmene su un sito secessionista (proprio perché è un sito secessionista sui generis) à  la BBD. Su questa cosa dell’inno ne scriveranno a bizzeffe gli specialisti di Süd-Tiroler Freiheit e affini (gente che per il resto passa la vita cantando canzonacce patriottiche non migliori dell’inno di Mameli).

@ gadilu

wobei schon auch zu sagen ist, dass hier auf bbd immer festgestellt wurde (die diskussion läuft ja schon länger), dass es nicht darum geht, dass dieses gesetz für die südtiroler bzw. die südtiroler deutscher und ladinischer muttersprache problematisch sei, sondern dass wir der meinung sind, dass kein schulkind in ganz italien die hymne abseits einer historisch-wissenschaftlichen betrachtung zu studieren gezwungen werden sollte.

Gleich nochwas würde ich hinzufügen: Anders als den Rechten geht es mir um den gesellschaftlichen Zusammenhalt — weshalb ich gar nix der Süd-Tiroler Freiheit überlasse. Wenn etwas inakzeptabel ist, ist es wichtig, dazu Stellung zu nehmen und sich nicht von anderen beeinflussen zu lassen.

@succus

Meine Kinder jedenfalls brauchen die Hymne nicht zu lernen, darauf bestehe ich.

Darauf bestehe ich ebenfalls

Schon einmal wurde uns vorgeworfen, diese Angelegenheit zu ernst zu nehmen; das Gesetz werde nämlich sicher nicht verabschiedet — und wenn doch werde man auf die Barrikaden gehen. Ich habe bislang weder physische noch mediale Barrikaden gesehen, stattdessen wird uns jetzt erzählt, das Gesetz werde wahrscheinlich sowieso nicht umgesetzt. Wer’s glaubt…

Was ist denn das für eine Einstellung, diejenigen lächerlich zu machen, die gegen völlig unakzeptable Gesetze Widerstand leisten und mit dem Argument hantieren, das Gesetz würde eh nicht umgesetzt?

Übrigens, Christian Tommasini wurde gestern in den Dolomiten dahingehend zitiert, dass die nationalen Bestimmungen auch in Südtirol umgesetzt werden. Dies scheint so langsam die unumstößliche Hierarchie beim PD zu sein. Zuerst die nationalen Interessen, dann lange nichts und irgendwann ein wenig Autonomiepolitik. Eine Autonomie mit solchen Freunden steht langfristig auf töneren Beinen.

…sondern dass wir der meinung sind, dass kein schulkind in ganz italien die hymne abseits einer historisch-wissenschaftlichen betrachtung zu studieren gezwungen werden sollte.

Interessante forma di eterodeterminismo (dal Sudtirolo si lanciano segnali pedagogici al resto – ? – del paese…). A parte gli scherzi, la cornice della legge è proprio quella lì, far conoscere la storia dell’inno.

Eine Meinung ist keine Heteronomie. Der Zwang aus Rom schon.

A parte gli scherzi, la cornice della legge è proprio quella lì, far conoscere la storia dell’inno.

Man muss nicht tief kratzen, bis dein Verständnis für dieses Gesetz zutage tritt. Braucht man, um die Geschichte der Hymne kennenzulernen, einen Feiertag?

Meine Kinder jedenfalls brauchen die Hymne nicht zu lernen, darauf bestehe ich…

Perché limitarsi all’inno? Secondo me ai vostri figli potreste anche impedire di apprendere tutto quel che riguarda l’Italia. Anche l’insegnamento della lingua italiana, riflettendoci meglio, è una materia da abolire. Perché se uno magari conosce la lingua italiana poi, magari per sbaglio, rischia di capire qualcosa dell’inno. Qui ci vogliono interventi radicali, è una misura precauzionale.

Klar, wer sich nicht diesem bescheuerten Zwang beugt, gegen den du ja angeblich auch sein willst, der soll seinen Kindern frisch kein Italienisch beibringen… als ob das eine etwas mit dem anderen zu tun hätte. Und wer etwas gegen die Schützen hat (deren Symbolik ignorierst du vielsagenderweise nicht), soll seinen Kindern kein Deutsch beibringen, da sie sonst ja womöglich die Sprüche auf ihren Bannern verstehen könnten!?

Ich glaube, die Diskussion hat sich wieder einmal erübrigt.

Diese Antwort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.
gadilu setzt den Zwang zum Erlernen (und Singen) der Hymne mit dem Erlernen der Sprache bzw. Auseinandersetzung mit der Kultur gleich. Die Schlussfolgerung: wenn jemand nicht die Hymne singen und lernen mag, dann will er auch nicht Italienisch lernen. Selten so eine geniale Schlussfolgerung gelesen

Und bitte jetzt nicht wieder mit der Ironie-Masche kommen, im Sinne, dass diese Antwort eh nur ironisch gemeint war.

No, secondo me non c’era bisogno né d’istituire una giornata di festa (ne esistono già  di simili, tipo quella del 2 giugno) né tanto meno di rendere “obbligatorio” l’insegnamento dell’inno (o di quello che lo riguarda). Mi sono espresso molto chiaramente al riguardo e anche svariate volte.

@ gadilu

glaubst du wirklich, dass das gesetz gedacht ist, sich kritisch mit den anachronistischen textzeilen (bereit zum tod, austria lässt federn usw.) zu befassen, wenn es eben gleichzeitig einen feiertag zu ehren eben dieser hymne geben soll?

ich äußere nur meine meinung. das heißt nicht dass südtirol italien etwas “vorschreibt”. im übrigen würde ich beispielsweise auch österreichische politiker für verrückt erklären, wenn sie das verpflichtende erlernen der bundeshymne (in der es nur um die schöne landschaft, die künste, das leid und die zukunftshoffnung geht) erführen wollten.

das was die da machen ist keine geschichtliche “auseinandersetzung”, das ist eine nationalistische übung. gib’s doch zu.

p.s.:

im übrigen würde ich beispielsweise auch österreichische politiker für verrückt erklären, wenn sie das verpflichtende erlernen der bundeshymne (in der es nur um die schöne landschaft, die künste, das leid und die zukunftshoffnung geht) erführen wollten.

was bislang nicht einmal der fpö eingefallen ist …

Es ist schon bezeichnend für ein Land das am Rande des Abgrundes steht, dass die uralten Rezepte wieder herausgegraben werden. Gerade heute, angesichts der Krise in Europa und Italien sollte man nach vorne schauen, neue Lösungen suchen, innovativ werden, etwas wagen und nicht zuletzt alte Zöpfe abschneiden. Mit dieser Renationalisierungsstrategie gewinnt man keinen Blumentopf, im Gegenteil alles wird noch viel schlimmer. Ich bin gewöhnt, dass wir in diesem Land von einer Geriokratie regiert werden, aber dass ein derartiges Gesetz eine so große Mehrheit bekommt – auch von links – ist für mich erschütternd. Ja glauben die wirklich mit Phrasen aus dem 19. Jahrhundert rettet man dieses Land?

das was die da machen ist keine geschichtliche ”auseinandersetzung”, das ist eine nationalistische übung. gib’s doch zu.

No, è qualcosa di leggermente diverso. È un tentativo di sensibilizzare la popolazione studentesca riguardo a dei valori (nel linguaggio ufficiale vengono chiamati così) che sono giudicati come in forte ribasso. Il “nazionalismo” è un’intensificazione di un sentimento presente, qui siamo davanti a un fenomeno di restauro (supposto, auspicato) di qualcosa di assente (chiamala “nazionalizzazione” postuma o postrema, se proprio ci tieni: mi rendo conto che il confine è sottile, ma c’è). Ma la cosa sicura è che comunque non funzionerà . E non solo perché gli insegnanti coglieranno effettivamente l’occasione (quei pochi che ovviamente prenderanno sul serio l’eventuale legge) di sottoporre il testo a un esame assai “laico” e a un “vaglio critico” (o pensi veramente che staranno tutti lì a convincersi e a cercar di convincere che l’Italia è “schiava di Roma”?; non funzionerà  proprio perché la cosa naufragherà  nella totale “Teilnahmslosigkeit”.

@ gadilu
versteh nicht ganz was in diesem zusammenhang die anwendung mit der verabschiedung eines gesetzes zu tun hat. es macht den akt im parlament doch nicht besser, wenn er ignoriert wird (was wir nur hoffen können). aber dieses rechtsverständnis, das du da an den tag legst ist mir dann doch zu “südlich”.

Und wer etwas gegen die Schützen hat (deren Symbolik ignorierst du vielsagenderweise nicht), soll seinen Kindern kein Deutsch beibringen, da sie sonst ja womöglich die Sprüche auf ihren Bannern verstehen könnten!?

In effetti non sono pochi quelli che usano la “scusa” degli Schützen per distanziarsi dalla cultura (e dalla lingua, che di quella cultura è estensione) tedesca in blocco. Il mio personale confronto con gli Schützen (e al loro simbolismo) si è ridotto negli anni a qualcosa che assomiglia parecchio al nulla.

Ah, che palle, tutti che mi odiano gli Schützen, poverini, in realtà  siam così simpatici! :-)
Comunque, se questo è il livello generale, scusate, allora potremo anche far a meno di insegnare ai nostri figli cantare o al limite anche a ruttare, non si sa mai, che poi ruttino un qualche inno… ne inferisco la discussione sta lentamente arenandosi su argomenti assurdi e difese ad oltranza…

ach Du liebes vereintes Europa :-)
-ich erinnere mich an die “wilden” Zeiten des Umbruch’s, des Niedergangs, der Revolution von Menschenächtlern Ende der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts auf deutschem Boden- es gab damals selbst in sogenannten alten Ländern Meinungen, mann könne sich durchaus mit Texten wie “Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt…..” anfreunden, um dem nationalistischen Erbe Adee zu sagen. Und; was mußte sich “demokratisch” durchsetzen? Deutschland Deutschland über (Europa; nein pardon; das geht ja nun wirklich; also…..)
Künftige Generationen werden noch viel zu tun haben, wollen Sie es sich demokratisch friedlich einrichten.

Ich weiß, dass nicht alle in Italien so denken, trotzdem gibt es eine Tendenz unsere Autonomie abschaffen zu wollen bzw. gegen sie zu schüren. Dass die historisch-kulturelle Komponente Südtirols in weiten Teilen Italiens völlig unbekannt ist, ist natürlich auch kein Vorteil. Aber solche Briefe wie in dem Link weiter unten und auch teilweise die Kommentare der User klingen wie aus dem 20 Jahrhundert des Faschismus und Nationalismus.

http://www.gazzettino.it/letterealdirettore/inno_italiano_in_alto_adige_se_non_lo_canteranno_riprendiamoci_i_loro_privilegi/notizie/231464.shtml

P.S.: Was mich an solchen Diskussionen besonders stört ist die Tatsache, dass fast kein Mensch (teils nicht mal die Südtiroler selbst) mehr erwähnt, um was es eigentlich geht. Immer geht es nur um Privilegien und um Geld, das haben wir auch zum Teil unserer Politik der letzten Jahre zu verdanken. Als erstes müsste bei solchen Diskussionen aber erwähnt werden, dass “Alto Adige” eigentlich der Ursprung von Tirol ist, denn soweit ich weiß befindet sich Schloss Tirol (die Wiege und der Namensgeber von Tirol) noch immer oberhalb von Meran in Südtirol. Das geht bei solchen Diskussionen komplett unter und ist sehr sehr bedauerlich. Man ist nur mehr auf das Materielle fixiert und die historische Wahrheit wird (wahrscheinlich von Italien so eingefädelt) komplett ausgeblendet. Ein beträchtlich großer Teiil der Italiener denkt im Jahr 2012 scheinbar, dass hier alle nur Minderheit (Tiroler) “spielen”, um noch mehr von Rom zu bekommen. Aber irgendwo müssen sie das ja auch her haben, ob hier nicht auch die Politik Fehler gemacht hat…

Aus dem heutigen Leitartikel von Arnold Tribus in der Tageszeitung:

Landesrat Tommasini wird das Gesetz umsetzen, sagte er, und auch die ItalienischlehrerInnen an den deutschen Schulen werden Mameli auswendig lernen lassen, was ja nicht schaden kann, warum soll man die Hymne des Staates, in dem wir leben, nicht kennen?

Im Grunde nur eine Variation seiner Aussage vom 13. März:

Die armen ItalienischlehrerInnen werden dem Gesetz Genüge tun wollen und den Schülern die Hymne beibringen, was ja nicht schaden würde, schließlich haben wir ja so viele Sportler, die hymnentauglich werden sollten. Zudem gehören auch Hymen zur Kultur eines Volkes.

Ist ja klar, Schüler und Sportler sollen die Nationalhymne singen… und das sagt ein überzeutger Autonomist und ehemaliger Grüner.

Ich frage mich schon langsam, was an unserer Südtiroler Intelligenzija noch links ist…

Würde ein ähnlicher Zwang vom Land Südtirol kommen, wären Leute wie Tribus und Co die ersten, die sich vehement dagegen aussprechen würden. Dasselbe bei Gewerkschaftlern und Landesschulgremien. Lauter Aufschrei gegen die Fünftageswoche, aber keine Reaktion, wenn vom Zentralstaat die Hymne zwangsverordnet wird. Bei völlig unakzeptablen Maßnahmen des Zentralstaates wird ignoriert, relativiert, verharmlost und bagatellisiert.

Als August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1841 auf der damals englischen Insel Helgoland das “Lied der Deutschen” schrieb, hatte er keinerlei Nationalismus im Sinn. Vielmehr ging es ihm bei dem auf Texten von Walther von der Vogelweide beruhenden Trinklied um die Überwindung der Kleinstaaterei in Deutschland. Der sozialistische Reichspräsident Friedrich Ebert hatte daher keine Schwierigkeiten, das “Lied der Deutschen” 1922 zur Nationalhymne der Weimarer Republik zu erklären. Wesentlich mehr Probleme mit dem Deutschlandlied hatte Adolf Hitler. Er verbot die zweite und die dritte Strophe und auch die erste Strophe durfte nur gesungen werden, wenn gleich anschließend das “Horst-Wessel-Lied” folgte, das textlich Ähnlichkeiten mit der italienischen Nationalhymne hat (…die Reihen fest geschlossen; …stringiamoci a coorte). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde beschlossen, nur die dritte Strophe (Einigkeit und Recht und Freiheit…) des Deutschlandliedes zu singen, da die erste Strophe (Deutschland, Deutschland über alles ….) als Überheblichkeits- oder gar Eroberungsanspruch Deutschlands interpretiert werden könnte, auch wenn Hoffmann dies damals, als es noch gar keinen Staat Deutschland gab und er sich auf die im Deutschen Bund zusammengeschlossenen Länder (einschließlich Tirol) bezog, sicher nicht im Sinn hatte. Die zweite Strophe mit ihrem Wein-, Weib- Gesang-Text ist als Hymne nicht besonders geeignet, die dritte (Einigkeit und Recht und Freiheit…) hingegen sehr.

Nach der Anfechtung des Ortsnamensgesetzes durch die Zentralregierung haben die Grünen binnen weniger Stunden eine Pressemitteilung geschrieben — nicht, um diesen römischen Angriff auf einen ohnehin weichgespülten Kompromiss zu verurteilen, sondern um gegen das Land zu schießen. Auf eine Stellungnahme der Grünen gegen die lächerliche Hymnenpflicht warte ich noch immer. Ich weiß nicht, wie lange ich mir dieses jämmerliche Spektakel noch tatenlos ansehen kann.

Na ja für Südtirols Grüne scheint die Formel ja klar zu sein. Alles was vom Zentralstaat kommt ist gut. Südtirols Autonomie hat wahrlich tolle Freunde.

… das Verhalten der Grünen in unserem Lande ist wohl eher gelebter Masochismus, die blauen Wunder werden nicht ausbleiben!

Leider steht bei der LTW 2013 tatsächlich ein blauer Erdrutschsieg zu befürchten — und die Grünen unterstützen dies tatkräftig. Es ist zum Verzweifeln. Wann gibt es einen linken Widerstand?

Ich möchte mich als Schülerin aus Deutschland (Bundesland Hessen) hier nun doch einmal kurz zu Wort melden.
Ich finde es erschütternd, das es Schülern per Gesetz aufgezwungen werden soll, die Nationalhymne zu singen…
Derlei Symbole, nationale wie auch kirchliche (Kruzifixe in Klassenzimmern) haben zumindest in Hessen in öffentlichen Schulen nichts zu suchen und ich würde mir wünschen, wenn es einen solchen Gesetzesentwurf bei uns geben würde, dass alle Eltern-, Lehrer- und Schülervertretungen schnellstens laut aufschreien.

Bei uns gehört die Nationalhyme zwar zum sogenannten ”Bildungsstandard an hessischen Schulen”, aber es gibt keinen konkreten Lehrplan und die Schulen haben die Freiheit die Nationalhymne in einem Fach zu behandeln, welches sie für günstig halten.
Wir hatten sie z.B. im Musikunterricht behandelt, dabei etwas über die Entstehung, den Komponisten etc. erfahren, aber wurden ganz sicher nicht dazu angehalten den Text zu erlernen.
Wenn ich richtig informiert bin, sollte in der Regel die Hymne in Hessen an Gymnasien in der sechsten Klasse im Musikunterricht behandelt werden, an der Realschule kommt das Lied erst in der Jahrgangsstufe neun oder zehn im Geschichtsunterricht vor. Wie sich die Schulen dem Thema nähern, bleibt aber in deren Hand. Festlegungen müssen von Lehrern nur zu 60 Prozent erfüllt werden, die Hymne kann also durchaus hinten runterfallen.

Allerdings hat unser sogenannter ”hessischer Landesvater” Volker Bouffier auch schon Aussagen zum Thema Nationalhymne verlauten lassen, die mir Angst und Bange machen.
Siehe auch dazu hier.

Also liebe Leute, zumindest wer auch immer Kinder in eurem Land hat, stellt euch auf die Hinterfüße und weigert euch. Ich würde es mir hier in einem solchen Fall auch wünschen und tun.

@Hans:
Übrigens, mich (und da weiß ich zumindest auch meine Eltern hinter mir) würde eine schlechtere Schulnote nicht dazu bringen, die Nationalhymne zu singen. Widerstand oder in diesem Fall Verweigerung bedeutet eben manchmal auch, dass man eine “ungerechtfertigte Strafe” in Kauf nehmen muss.

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