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Katalog.
Quotation 118

[Es gibt] eine rechte deutschsprachige Opposition, die Freiheitlichen mit ihrem Hirngespinst vom Freistaat oder die Süd-Tiroler Freiheit mit ihrer Illusion einer durchsetzbaren Selbstbestimmung. Ich verstehe, dass Eva Klotz ihrem Vater treu bleiben muss, aber es ist doch ein Wahnsinn, deswegen ein ganzes Volk in eine politische Unwirklichkeit treiben zu wollen. Wollen wir uns wieder gegenseitig die Köpfe einschlagen? Die europäische Union, die Aufhebung der Brennergrenze, ist doch der Rettungsring, der uns zugeworfen wurde.

Beeindruckend, mit welch vorhersehbarer Präzision Schriftsteller Joseph Zoderer hier (ff 51/52 2013) den vollen Katalog an abstrusen Argumenten abspult, den sich die Südtiroler Intelligenz im Laufe der Jahrzehnte angeeignet hat, um das Thema Selbstbestimmung zu meiden. Es wird als rechtes Ideal bezeichnet, in ein Kokon von Vorurteilen eingehüllt und schließlich unhinterfragt abgestoßen.

  1. Auch wenn es hierzulande oft von den Rechten instrumentalisiert wird, ist die Selbstbestimmung ein urlinkes Thema.
  2. Warum soll die Durchsetzung der Selbstbestimmung eine Illusion sein, während sie in Schottland — und möglicherweise in Katalonien — demnächst ausgeübt wird?
  3. Seit wann sind Linke gegen eine Idee, nur weil sie angeblich unwirklich ist? (Die kürzlich aufgrund seines Todes im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehende Lektion von Madiba war jedenfalls eine andere.)
  4. Was hat die Selbstbestimmung, ein friedlicher, demokratischer Prozess mit »Köpfe einschlagen« zu tun?
  5. Wenn die Brennergrenze aufgehoben wäre (was leider nicht stimmt): Welches Problem würde eine weitere, derart unbedeutende Grenze darstellen?

Siehe auch:

Grenze Medien Selbstbestimmung | Quote STF-Befragung | Eva Klotz | ff | Catalunya Scotland-Alba | Freiheitliche STF | Deutsch

9 replies on “Katalog.
Quotation 118

… man muss es richtig tragisch sehen, dass quer durch alle Gesellschaftsschichten alle in den bequemen Tag hineinleben und offenbar niemand in eine Zukunft denken mag in der unsere nächsten Generationen zurecht kommen müssen ? !
Dass auch ein Herr Zoderer aus seinen literarischen Betrachtungen offenbar NICHTS Brauchbares für die Zukunft ableiten will und Visionen Anderer pauschal in die rechte Ecke stellt ist enttäuschend !
Herr Zoderer, – was halten SIE von Europa ? – Europa nur dann, wenn Südtirol national-Italienisch bevormundet ist ? !
– Südtirol nur als Teil Italiens ein Teil Europas ? !
– Herr Zoderer, – sind Sie Nationalist ? !

Glauben Menschen, die, z.B. für die Energiewende eintreten, Maßnahmen gegen den drohenden Klimawandel ergreifen, gegen den Hunger auf der Welt kämpfen, für die Rechte von Frauen eintreten, gegen die Diskriminierung von Homosexuellen kämpfen oder für die Emanzipation europäischer Regionen vor nationalstaatlicher Bevormundung eintreten, alle an Hirngespinste und provozieren, dass wir uns die Köpfe einschlagen?
Ist das die Botschaft, die Herr Zoderer mit seinen pseudointellektuellen Pilotexkursionen allen Menschen mitgeben will, die an die Verbesserung der Gesellschaft glauben? Darauf können wir verzichten.

Ähnliches ist mir bezüglich TAFTA/TTIP durch den Kopf gegangen: Wird die Südtiroler Intelligenzija, falls das Freihandelsabkommen mit den USA verabschiedet wird, auch dagegen nicht ankämpfen? Schließlich ist es dann ja rechtlicher Status Quo — und eine Abschaffung ziemlich aussichtslos.

Die Südtiroler Intellektuellen waren verglichen mit ihren Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern immer sehr bescheidene Geister. Und sie waren oft und oft auch peinliche Opportunisten.
Das mag sich beleidigend anhören und ich gebe auch zu, daß ich keine allzu hohe Meinung von unseren Intellektuellen habe, aber der Hauptgrund meines Kommentars ist der, daß ich mir ensthafte Sorgen mache. Denn wenn selbst Leute, die eine höhere Bildung haben, nichts anderes können, als immer die gleiche Platte aufzulegen und uralte Vorurteile zu bedienen, dann Gutenacht !

Auch wenn es hierzulande oft von den Rechten instrumentalisiert wird, ist die Selbstbestimmung ein urlinkes Thema.

Formulieren wir es mal etwas neutraler: Selbstbestimmung ist an und für sich weder rechts noch links.

Noch eine Überlegung hierzu: Die Südtiroler Intelligenz ist zwar vehement gegen die kollektive, aber beinahe ebenso stark für die individuelle Selbstbestimmung. In dem Fall ist es mir aber ein Rätsel, warum diese Persönlichkeiten völlig unkritisch Dinge nachplappern, von denen sie offenbar keine Ahnung haben, und zwar immer wieder mit einem erschreckend deckungsgleichen Argumentationsmuster. Was hat es mit individueller Selbstbestimmung, mit den illuministischen Errungenschaften zu tun, wenn man nicht den eigenen Verstand benutzt? Mir bleibt es ein Rätsel.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Meine Feststellungen beziehen sich nicht auf Zoderers Gegnerschaft zur Selbstbestimmung, sondern auf die Art, wie er (und nicht nur er) seine »Argumente« vorbringt. Das ähnelt eher einem Glauben, als einer eigenen, rational gereiften Überzeugung.

Comincio a credere che quella componente dell’intellighenzia nostrana, un po’ attempata e appartenente al milieu langeriano, abbia perso i contatti con il mondo (o forse non li abbia mai avuti, contrariamente al loro mentore) e il progressismo dimostrato relativamente alle questioni locali (“interetnicità “) non si traduca in altrettanto progressismo su scala globale. L’Europa è un po’ un alibi, ma non si conosce ciò che accade oltre i nostri ristretti confini. Io credo che se si parla loro dei referendum di Scozia e Catalogna, non abbiano la più pallida idea di cosa si stia parlando, perché non hanno più il polso della situazione internazionale. E temo che se sottoposti ad argomenti diversi (anche inerenti all’etica cattolica…) molti darebbero risposte alquanto conservatrici. Non è un mistero infatti che, a parte lodevoli eccezioni (per esempio Dello Sbarba), diversi cd. langeriani non credano molto nella democraticità , tutt’al più diretta (vedi Messner), e in una serie di altre colonne portanti del pensiero di sinistra. Per fortuna si tratta di una generazione che gradualmente sta andando in pensione, com’è giusto che sia.

Hai perfettamente ragione. Va detto però che altrove l’intellighenzia della stessa generazione è stata capace, ragionando, di afferrare le potenzialità  dell’unificazione europea e di proporre prospettive interessanti. Pensiamo a Robert Menasse, ma anche a Josef Hader.

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