Pröseler Worte (und die Realität).

Beim Regionalismusgipfel auf Schloss Prösels haben nach recht einhelliger Meinung nicht die Politiker, sondern die Intellektuellen Gehaltvolles von sich gegeben. Beeindruckend ist unter anderem, dass Robert Menasse in Anwesenheit des österreichischen Bundeskanzlers und der drei Landeshauptleute den Tod der Nationalstaaten nicht nur vorhergesagt, sondern de facto diagnostiziert hat, wiewohl dies wohl zu optimistisch ist. Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte ja — wie berichtet — im Vorfeld der von ihm selbst initiierten Veranstaltung öffentlich befunden, die Überwindung der Staaten durch die Regionen sei eine Illusion. Nichts weniger.

Trotzdem konnten auch die Politiker in ihren samstäglichen Sonntagsreden nicht anders, als sich mit schönen Worten zu übertreffen. Berücksichtigen wir, was da gesagt wurde, dürften der Regionalisierung Europas goldene Zeiten bevorstehen. Doch einem Faktencheck hält all dies leider nicht stand: Matteo Renzi peitscht gerade eine Verfassungsreform durchs Parlament, die dem zarten Pflänzchen der italienischen Regionalisierung den Garaus machen wird.

Madrider Rahmenabkommen.Das Madrider Rahmenabkommen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit hatte Italien noch ratifiziert. Seit 1980 herrscht allerdings absolute Funkstille. Die Ratifizierung der drei wichtigen Zusatzprotokolle von 1995, 1998 und 2009 steht noch immer aus, letzteres — das den Grundstein für »Verbünde euroregionaler Zusammenarbeit« (VEZ) legt — ist übrigens auch in Österreich noch nicht in Kraft getreten. Damit hinken beide Länder selbst dem zentralistischen Frankreich hinterher.

Lediglich der EVTZ steht unserer vorbildlichen Euregio zur Verfügung, weil dieser direkt von der EU eingeführt wurde und somit keiner Ratifizierung durch die Staaten bedarf.

Gleichsam ausständig ist von italienischer Seite die Ratifizierung der ebenfalls für die Aufwertung der Regionen bedeutsamen Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen — angeblich, weil sich der Staat weigert, die Sprachen der Roma und Sinti anzuerkennen.

Quelle der Grafik: mot – mission opérationelle transfrontalière, Paris.

Siehe auch:
Faktencheck Föderal+Regional Grenze Minderheitenschutz Politik Recherche Roma+Sinti Zentralismus | | Arno Kompatscher Robert Menasse | | | EU Euregio PD&Co. SVP |

14 replies on “Pröseler Worte (und die Realität).”

Pröseler klingt ja gleich fremd wie Bozener oder Brixener. Brixner. Bozner. Prösler. In meinen Ohren wenigstens. PS: tolle Karte. Ich hoffe, eines der Nachspiele von Prösels wird es sein, diese Karte anders einzufärben. Beidseitig des Brenners.

ich dachte immer, das -s sei nur ein anhängsel und daher bei flexion fallen zu lassen. leute aus mutters sind mutterer, menschen aus telfs und telfes sind telfer.
andererseits sind die bewohner von stams stamser und von schluderns schludernser. daher kann ich dir auch nicht weiterhelfen.

Für die Ableitungen von Ortsnamen gelten keine fixen Regeln, sondern gewissermaßen das Gewohnheitsrecht. Richtig ist das, was ortsüblich ist. So sind die Bewohner von Vals die Valler, die von Völs aber nicht die Völler, sondern die Völser. Die Bewohner des Kantons Uri sind die Urner, nicht die Uriner, usw.

L’Europa delle regioni é un concetto giusto in linea di principio in quanto coincide con ció che molte regioni storiche europee sono in un senso piú autentico. Tuttavia non in tutti gli stati europei esiste una tendenza o una volontà¡ verso la costituzione di regioni indipendenti. Ad esempio la Francia é uno stato unitario da molti secoli in cui spinte secessioniste sono quasi totalmente assenti. Concetto sostanzialmente valido anche per la Spagna (eccezion fatta per la questione catalana). Perfino in Germania che é uno stato molto recente, non ci sono significative tendenze verso la costituzione di macroregioni indipendenti.
L’unico caso effettivo in cui tale tendenza é presente in modo consistente é l’Italia e questo per il fatto che il risorgimento italiano é stato un processo totalmente artificiale di costituzione di uno stato nazionale; l’Italia sarebbe l’unico luogo dove effettivamente la costituzione di regioni intese come entità¡ politiche indipendenti avrebbe senso.
Al contrario la Francia é TRADIZIONALMENTE uno stato unitario che esiste in quanto tale almeno dal IX secolo (se non dal V secolo).
Quindi ci sono forti differenze tra i vari stati europei in termini di „sentire“ e tradizione nazionale e tendenza alla regionalizzazione.

Da aggiungere che nella misura in cui la costituzione della nazione „Italia“ é stato un processo puramente artificiale, lo stesso si puó dire della UE, che é una entità¡ sovranazionale altrettanto artificiale.

Ad esempio la Francia é uno stato unitario da molti secoli in cui spinte secessioniste sono quasi totalmente assenti.

Kosika? Bretagne? Savoyen? Katalanen? Basken? Alle „quasi nicht existent“?

Infatti ho detto „quasi“, in confronto all’Italia dove la discrepanza tra regione e regione é enorme sia sul piano culturale che economico (Catalogna e Paesi Baschi riguardano la Spagna, non la Francia), mentre in Francia c’é una omogeneità¡ molto maggiore in questo senso, omogeneità¡ che ha forti radici storiche.

E in Germania ? Se in Francia c’é qualcosa, in Germania pare esserci ancora meno in questo senso.

@bzler. Appunto ma la nozione di fondo é che la differenza tra regione e nazione é una differenza di estensione territoriale. Il punto é ben quello di restaurare un senso di appartenenza che abbia radici storiche. Per i francesi in linea di massima questo senso di appartenenza storicamente fondato é la Francia, per i tirolesi é il Tirolo (storico), per i Veneti é il Veneto mentre per i Bavaresi potrebbe essere la Baviera.
Voglio dire che esiste certamente una differenza tra i vari stati europei in termini di autenticità¡ della coesione nazionale e da come viene sentita dalla popolazione. L’Italia é certamente lo „stato nazionale“ piú inautentico in questo senso, in quanto si é costituito in maniera totalmente artificiale (risorgimento). In Italia esiste un senso di coesione prettamente intra-regionale. Da questo punto di vista la distinzione tra macro-regione e nazione é una differenza di estensione, nulla di piú.
Quindi applicare il paradigma regionalistico é giusto in linea di massima (e corretto per il Tirolo storico, e per praticamente tutte le regioni italiane) ma non necessariamente applicabile a priori ovunque.

Heute zitiert die TAZ Senator Karl Zeller bezüglich Euregio-Tagung folgendermaßen:

Eine Sache sind die guten Beziehungen zwischen Rom und Südtirol, etwas anderes ist die konkrete Umsetzung von Maßnahmen, die schwierig ist, wenn dem Staat das Geld fehlt.

Die Unterzeichnung und Ratifizierung der Zusatzprotokolle zum Madrider Rahmenabkommen ist kostenlos. Andere Maßnahmen (wie die Übergabe weiterer Zuständigkeiten, aber auch die Anhebung der Untergrenze für Intrastat-Erklärungen…) dürften ebenfalls keinen Cent kosten.

Gestern hat der Landtag einen Begehrensantrag der STF verabschiedet, mit dem er

das römische Parlament und die Regierung in Rom auf[fordert],

das Zusatzprotokoll zum Rahmenabkommen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit (Madrider Abkommen) innerhalb 2016 zu ratifizieren.

Gratuliere! Ganz toll! Es gibt drei Zusatzprotokolle, Italien hat noch keines ratifiziert und der Südtiroler Landtag fordert im Singular und ohne zu spezifizieren, welches gemeint ist, das Zusatzprotokoll zu ratifizieren.

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