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Der gute und der schlechte Ton.

»Wie der Kurier in seiner morgigen Ausgabe berichtet …«, sagt Armin Wolf gelegentlich in der ZIB2. »Unter Berufung auf die EU-Kommission berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung«, schreibt stol.it in einem Bericht über Dieselpreise. »Die renommierte Süddeutsche Zeitung kritisiert den Ausschluss der Brixner Band Frei.Wild von der ECHO-Verleihung«, liest man auf tageszeitung.it.

Unlängst machte die Geschichte über eine ziemlich unkritische Darstellung des Siegesdenkmals zu Tourismuswerbezwecken durch die SMG publik. Gar einige Medien im Lande griffen in der Folge die Story auf.

A puntare il dito contro la scelta di marketing di SMG il sito brennerbasisdemokratie.ue (sic)

schreibt Salto. Unsertirol24.com leitet seinen Artikel über den SMG-Fauxpas ebenfalls mit einem Hinweis auf unseren Blog ein:

Wie die Plattform »Brennerbasisdemokratie« () gestern bekanntmachte, wirbt die SMG im Internet mit dem Siegesdenkmal in Bozen.

Dass Journalisten, wenn sie Geschichten aus einem anderen Medium “abstauben”, auf die Quelle verweisen, gehört zum guten Ton und ist Usance. Auch auf — wenngleich wir kein professionelles Medium sind — wird dieser Aspekt journalistischer Ethik rigoros befolgt.

Umgekehrt findet man in Athesia-Medien (und mitunter auch bei der Tageszeitung) so gut wie nie einen Verweis auf , auch wenn die Geschichten ganz offensichtlich von unserem Blog stammen. Rein zufällig einen Tag nachdem wir über das mehrere Wochen alte Siegesdenkmal-Bild berichteten, fiel auch stol.it auf einmal ein, dass sie zu dieser Werbeaktion ein Interview mit SMG-Mitarbeiter Florian Castlunger machen könnten.

Es war dies beileibe nicht das erste Mal, dass man sich am Weinbergweg von inspirieren ließ — ohne die Quelle der Inspiration preiszugeben. Als wir vor einiger Zeit über die eigentümlichen Willkommensgrüße in Innichen berichteten, übernahmen die Dolomiten die Geschichte und dazu sogar noch ungefragt das eigenhändig geschossene Foto, das zum Artikel im Blog unter »Creative Commons«-Lizenz für nicht-kommerzielle Zwecke veröffentlicht wurde. Im Artikel selbst wurde nicht erwähnt.

Allen Abstaubern sei diese lehrreiche Lektüre ans Herz gelegt:
Basiswissen Journalismus: Presserecht für Journalisten und Blogger.

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6 replies on “Der gute und der schlechte Ton.”

… ach, nehmt’s nicht tragisch.
Das unterstreicht nur die Irrelevanz und das Niveau der betreffenden Redaktionen. Die machen ja mit Werbung Geld und nicht mit Inhalt.

am einfachsten wäre wirklich, ein Medium wie besagtes – so wie ich -nicht mehr zu beziehen. Das ist die einfachste und effektivste Art u.U. ein Umdenken zu erzwingen, alles andere hilft nichts, oder?

Ich musste doch glatt einmal die Internetadresse “brennerbasisdemokratie.UE” ausprobieren.
Wieder mal ein unscheinbares, aber bedeutungsschweres Symbol, wie es um die Hegemonie der Lingua Franca in Süd-Tirol tatsächlich steht:
Da wird die Domain-Endung genauso ungeniert übersetzt, wie jeder Orts-, Flur- oder Personenname.
Und genau auf die selbe Weise geht die Funktion und Bedeutung des “historisch gewachsenen” Namens http://www.brennerbasisdemokratie.EU” verloren, denn man kommt nicht mehr an das suggerierte Ziel. Es ist ein toter Name.
Warum wundert es mich nicht, auf welcher Seite so gearbeitet wird?

Ist das jetzt nicht ein bisschen gewagt? Das kann genausogut (meiner Meinung nach: wahrscheinlicher) ein Tippfehler bzw. mangelnde Sorgfalt sein. Überraschter bin ich dann schon eher davon, dass auch bei Salto in italienischen Artikeln enthaltene deutsche Wörter oder Namen (z.B. Landeshauptmann, Kompatscher, Achammer…) sehr oft nicht fehlerfrei geschrieben sind.

Okay, lass mich mal einen Gang rausnehmen…
Dennoch: BBD wird von den Redakteuren gelesen, wie der Beitrag über die SMG zeigt. Folglich ist anzunehmen, dass auch dieser Beitrag gelesen wurde. Falls es sich bei “.UE” um einen Tippfehler handelt, würde ich ihn als Redakteur sofort ausbessern, auch für einen Kollegen, falls es nicht mein eigener Beitrag ist. Das sind nur wenige Klicks.
Wenn nicht: Siehe obigen Kommentar.

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