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Mehrsprachige Schule und Nachhaltigkeit.
Themen des Südtirolkonvents

Im Rahmen und im Vorfeld des Südtirolkonvents ist erneut die Debatte um die mehrsprachige Schule entbrannt — und das ist gut. Alle Themen, die den SüdtirolerInnen am Herzen liegen, sollen jetzt aufs Tapet.

Auf wurde schon mehrmals darauf hingewiesen, weshalb wir im Rahmen eines Nationalstaats nicht oder nur unter ganz bestimmten Umständen für eine mehrsprachige Schule wären. Ich möchte die aktuelle Gelegenheit aber noch einmal wahrnehmen, um es mit einem Vergleich zu versuchen.

Meiner Ansicht nach fehlt es der paritätischen Gemeinschaftsschule, wie sie von einigen in Südtirol gefordert wird, schlichtweg an Nachhaltigkeit. Wir alle wissen, dass die immersive mehrsprachige Schule »funktioniert«, wenn man die kurzfristigen Erfolge an den Sprachfertigkeiten der SchülerInnen misst.

Man könnte es Egoismus nennen, doch es ist absolut legitim, wenn Eltern von SchülerInnen diesen »beschränkten« Maßstab anlegen; ihnen geht es vordergründig um das kurzfristige Wohlergehen ihrer Sprösslinge.

Aber wir wissen ja beispielsweise auch, dass Atomkraftwerke aus ökologischer Sicht »funktionieren«, wenn wir unmittelbar ihren CO2-Ausstoß erheben. Man verzeihe mir den unorthodoxen, dafür aber umso »bildlicheren« Vergleich: Würden wir uns nur um das Hier und Jetzt sorgen, wären Atomkraftwerke ein sehr effektiver Beitrag zur Erreichung wichtiger Umweltschutzziele. Energiekonzerne argumentieren mitunter so und lassen dabei mutwillig außer Acht, dass die Entsorgung von Atommüll ein wahrscheinlich unlösbares Problem darstellt.

Glücklicherweise gab es letzthin zumindest in einigen Ländern ein Umdenken: Wir sollten nämlich nicht nur darauf schauen, was uns kurzfristig nützt, sondern müssen auch berücksichtigen, was die Folgen unseres Handelns sind. Bezüglich unmittelbarer Risiken, aber vor allem auch in Hinblick auf künftige Generationen.

Und genauso wenig, wie heute jemand sagen würde, dass Atomkraftwerke nachhaltig sind, würde ich dieses Attribut auf die paritätische Schule in Südtirol anwenden — wenigstens in Anbetracht der Tatsache, dass wir ein kleines, mehrsprachiges Land in einem großen, weitgehend einsprachigen Nationalstaat sind. Wenn wir den assimilatorischen Druck des Zentralstaats unberücksichtigt lassen, wird die perfekte Zweisprachigkeit der Individuen wohl über kurz oder lang auf Kosten der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit gehen.

Sprich: Wenn alle der Sprache des — weitgehend einsprachigen — Staates gleichermaßen mächtig sind, hätten wir möglicherweise keinen Anspruch auf Gebrauch der Muttersprache mehr. Wollen wir das?

Schon heute gibt es in diesem Bereich eklatante Mängel, die bislang nicht einmal mit Nachdruck bekämpft werden.

Wenn man schon über eine mehrsprachige Schule nachdenkt, müsste man sich über asymmetrische Modelle (wo die Minderheitensprachen immer überproportional vertreten sind) und über adäquate, effiziente Begleitmaßnahmen Gedanken machen. So könnte man die Mehrsprachigkeit nicht nur kurzfristig fördern, sondern auch langfristig sichern. Das klingt natürlich nicht so sexy, wie der häufig zu vernehmende Ruf nach vollkommener Freiheit im Schulbereich, wird aber der komplexen Situation in unserem Lande wesentlich besser gerecht. Neoliberale Modelle klingen oft sehr schön und einfach, führen aber eher nicht ins erwartete Eldorado.


Übrigens:

  • Die italienischen Schulen in Südtirol experimentieren nun schon seit geraumer Zeit mit immersiven Modellen, doch das Fazit aller bislang erhältlichen Erhebungen ist nach wie vor, dass die Zweitsprache an deutschen Schulen besser gelernt wird.
  • Schon heute wird in einem angeblich mehrheitlich deutschsprachigen Land wie Südtirol auch von der deutschen »Landesmehrheit« die Staatssprache für die wichtigste gehalten, um hier leben zu können. Bei allen, denen der Erhalt der heutigen Mehrsprachigkeit wirklich am Herzen liegt, sollten eigentlich die Alarmglocken schrillen.
  • Zumindest bislang hat das Land keine primäre Zuständigkeit im Schulbereich. Das ist eine denkbar schlechte Voraussetzung, um etwa im Zusammenhang mit mehrsprachigen Schulmodellen effizientes und sicheres Risikomanagement betreiben zu können.
  • Auch ausgewiesene Expertinnen wie Univ. Prof. Rita Franceschini und Annemarie Saxalber weisen — unter anderem — darauf hin, man müsse darauf achten, »dass die Alphabetisierung in der Primarschule, im Alter zwischen 6 und 12 Jahren, in der Sprache geschieht, die man zu erhalten wünscht — eine Minderheitensprache darf nicht unter Druck geraten.« Es handelt sich hier also nicht um Auslegungen der sogenannten Ewiggestrigen.

Siehe auch:

Bildung Ecologia Minderheitenschutz Mitbestimmung Plurilinguismo Politik Scola Zentralismus | CLIL/Immersion Südtirolkonvent | | | Südtirol/o | | Deutsch

36 replies on “Mehrsprachige Schule und Nachhaltigkeit.
Themen des Südtirolkonvents

Der deutsche Volkskörper ist in Gefahr. Tiroler wehrt Euch! / Ironie off

Vielleicht als dritte Möglichkeit könnte ein Englisch Immersionsunterricht mit gemischt deutsch-und italienischsprachigen Schülern stattfinden.
Der Immersionsunterricht der jeweils anderen Sprachgruppe könnte zusätzlich freiwillig in einem zu bestimmenden Ausmass besucht werden.
Wissenschaftlich nachgewiesen ist bisher, dass Immersionsunterricht nur in bestimmten Fächern Sinn macht, sowie dass dieser besser geeignet ist um eine andere Sprache zu erlernen als ein 2stündiger Sprachunterricht pro Woche.

Welche Fächer könnten immersiv unterrichtet werden?

Von der zweiten Klasse an könnten drei Fächer immersiv unterrichtet werden: Mathematik, ein Fach aus den Naturwissenschaften (Physik, Chemie oder Biologie) sowie ein Fach aus den Geistes- und Sozialwissenschaften (Geschichte oder Geographie).

Ich warte noch immer auf eine Antwort. Du meinst die zweite Klasse Grundschule oder? Kannst du mir dann erklären, weshalb du die Ausführungen von Prof. Franceschini ignorierst? Hast du andere Erkenntnisse? Warum gerade ab der zweiten und nicht ab der ersten oder dritten Klasse? Warum drei Fächer? Wieviele Fächer haben Zweitklässler denn insgesamt?

grundschüler haben meines wissens noch keine expliziten fächer physik, chemie, biologie, geschichte oder geografie

@pervasion
Nun auch Prof. Franceschini sagt, dass zwischen 6-12 Jahren noch eine andere Sprache Platz findet. Ich bin durchaus der Meinung, dass eine Assymetrie Sinn macht, da sich bestimmte Fächer besser als andere für Sprachunterricht eignen.
Die angesprochenen flankierende Massnahmen betreffen wohl vor allem eine gezielte Förderung auf sprachlich kultureller Ebene sowie Verwendung von Sprache im öffentlichen Raum.
Interessant ist auch die Aussage von Prof.
Saxalber: “…ein deutschsprachiger Südtiroler spürt hingegen immer noch die Grenze, die ihn vom deutschen Sprachraum trennt.”

Woher rührt diese Trennung vom deutschen Sprachraum ? Ist da der Nationalstaat Schuld oder ist es der “Südtiroler” bzw. die langjährige paternalistische Politik selber, die das verursacht?
Unabhängig von Grenzen ist es doch so:
Ein Italiener würde doch nie akzeptieren sich als Teil einer Minderheitensprache zu sehen, auch wenn die Staatsgrenze an der Salurner Klause verlaufen würde. Ein bisschen mehr unopportunistisches Selbstbewusstsein in der Verwendung von Sprache könnte nicht schaden und muss endlich vom “Nationalismus” unabhängig gesehen werden.

An dieser Stelle möchte ich dezidiert nochmal auf Chancen eines gemeinsamen Englischunterrichts hinweisen, um schrittweise eine grobe Trennung des Schulbereichs aufzuheben.

Ich sehe mich nicht dazu befähigt genaue Angaben über Ausmass und Beginn eines mehrsprachigen Unterrichts zu machen, da ich kein Experte bin. Ich plädiere dafür dass ein derartiger Unterricht wissenschaftlich evaluiert wird, damit etwaige zu treffende Massnahmen unabhängig vom politischen Tagesgeschehen passieren können (=flankierende Massnahme).
Die vollständige Autonomie im Bereich Bildung und Schule ist aus diesen Gründen eines der Themen des Autonomiekonvents.

Nun auch Prof. Franceschini sagt, dass zwischen 6-12 Jahren noch eine andere Sprache Platz findet.

Ja, tut sie doch schon heute. Franceschini sagt ja auch, dass eine mehrsprachige Schule »effektiv ein heikles Thema« ist und von italienischer Seite anders aussieht, als von der deutschen. In der öffentlichen Debatte wird dies jedoch von denen, die eine mehrsprachige Schule fordern, nur selten zur Kenntnis genommen. Volkskörper-in-Gefahr-Ironie usw. bringt uns da auch nicht weiter.

Ich bin durchaus der Meinung, dass eine Assymetrie Sinn macht, da sich bestimmte Fächer besser als andere für Sprachunterricht eignen.

Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Es geht hier um eine Asymmetrie zugunsten der Minderheitensprachen und nicht um eine Fächerasymmetrie.

Die angesprochenen flankierende Massnahmen betreffen wohl vor allem eine gezielte Förderung auf sprachlich kultureller Ebene sowie Verwendung von Sprache im öffentlichen Raum.

Kann man so sagen.

Ein Italiener würde doch nie akzeptieren sich als Teil einer Minderheitensprache zu sehen, auch wenn die Staatsgrenze an der Salurner Klause verlaufen würde.

Wie kommst du darauf? Manche fühlen sich sogar jetzt schon — ohne Grenze — als Minderheit.

An dieser Stelle möchte ich dezidiert nochmal auf Chancen eines gemeinsamen Englischunterrichts hinweisen, um schrittweise eine grobe Trennung des Schulbereichs aufzuheben.

Ja, du weist zum wiederholten Mal darauf hin, ohne erklärt zu haben, wie du dir das vorstellst bzw. was genau das bedeuten soll. Warum »gemeinsamer Englischunterricht«? Wäre in einer mehrsprachigen Schule nicht Unterricht allgemein gemeinsam?

Ich sehe mich nicht dazu befähigt genaue Angaben über Ausmass und Beginn eines mehrsprachigen Unterrichts zu machen, da ich kein Experte bin.

Genau das war doch meine Frage: Warum sprichst du von drei Fächern ab der zweiten Klasse, wenn du offenbar nicht einmal weißt, welche Fächer und wieviele Fächer es in einer zweiten Klasse gibt?

Ich plädiere dafür dass ein derartiger Unterricht wissenschaftlich evaluiert wird, damit etwaige zu treffende Massnahmen unabhängig vom politischen Tagesgeschehen passieren können (=flankierende Massnahme).

Gut. Aber Schulpolitik ist eben Politik und muss auch eine politische Entscheidung sein. Dann gerne wissenschaftliche Begleitung.

Die vollständige Autonomie im Bereich Bildung und Schule ist aus diesen Gründen eines der Themen des Autonomiekonvents.

Der Autonomiekonvent ist erst heute gestartet. Potentiell ist alles und nichts Gegenstand des Autonomiekonvents. Aber ohne vollständige Autonomie (= primäre Zuständigkeit) wäre ich persönlich gegen weitreichende Experimente, insbesondere in der Pflichtschule — weil kein ausreichendes Risikomanagement sichergestellt und keine mittelfristige Planung möglich ist.

@pervasion
Um jegliches Missverständnis auszuräumen.
Ich denke, dass Südtirol durch den historischen und immer noch bestehenden “Minderheitenrucksack” wie die Diskussion hier nochmals deutlich zeigt gesellschaftlich noch nicht bereit für eine gemeinsame Schule ist, schon eine Schule im gleichen Gebäude wäre ein Meilenstein.
Meine Vorschläge
– gemeinsamer Englsichunterricht
– assymetrische Immersion (Fächer, Beginn, Umfang von Experten zu bestimmen)
können grundsätzlich auch bei Beibehaltung der “deutschen” und “italienischen” Schule allein durch Austausch der Lehrpersonen stattfinden.
Der Englischunterricht ist eine Chance den strikten Proporz durch Integration von englischsprechenden Migranten und die sprachgruppentrennende Schule auf neutraler Ebene (Englischunterricht) aufzulösen. (win-win-win).

@schierhangl
du bist ein echter blitzgneißer. das muss man dir echt lassen.
freilich geht es auf bbd um das deutsche volk. und “tiroler” ist selbstverständlich synonym mit deutsch, deswegen sind auch teile der menüführung auf ladinisch und zahlreiche artikel auf italienisch. eine unserer hauptforderungen ist aber schon, italienisch abzuschaffen. da kann der italienische volkskörper dann kochen wie er will. die sollen doch froh sein, dass sie so eine zivilisierte sprache wie die deutsche lernen dürfen. was braucht es da noch italienisch. außer halt für die kleingeister, die völkisch denken. scheiß auf vielfalt.
ironie off

im ernst: es ist immer wieder beeindruckend, wie stark die nationale logik in den meisten menschen hier (aber auch anderswo) verwachsen ist. alles und jeder muss in südtirol immer entlang eines nationalen cleavages bewertet werden. ein großteil ist unfähig, maßnahmen außerhalb nationaler denkmuster zu verstehen bzw. man stellt automatisch einen solchen zusammenhang her. auch dort, wo es keinen gibt. lustig, wenn es nicht so traurig wäre.

@hunter
Vielen Dank für die Blumen.

Zurück zur Sache:
Mein Vorschlag eines gemeinsamen Englisch-Immersionsunterrichts versucht doch genau diese von Dir kolportierte nationale Logik zu unterlaufen. Jenseits von Ängsten um Gefahr für Qualität von Muttersprache und Neoliberlismus, steht Immersionsunterricht für Lösung der strikten Trennung der Volksgruppen.
BBD blitzkneisst darüberhinaus seit über 10 Jahren, indem jede Veränderung abhängig von einer Trennung vom Nationalstaat abhängig gemacht wird. Im Ernst: die Macht des Nationalstaats ist gerade durch den Neoliberalismus im Verschwinden begriffen (TTIP, TISA,..)

indem jede Veränderung abhängig von einer Trennung vom Nationalstaat abhängig gemacht wird.

Wo bitte ist dies der Fall? Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du den obigen Beitrag gelesen hast, wo unter anderem steht:

Wenn man schon über mehrsprachige Schulmodelle nachdenkt, müsste man sich über asymmetrische Modelle (wo die Minderheitensprachen immer überproportional vertreten sind) und über adäquate, effiziente Begleitmaßnahmen Gedanken machen, die die Mehrsprachigkeit nicht nur kurzfristig fördern, sondern auch langfristig sichern. Das klingt natürlich nicht so sexy, wie der häufig zu vernehmende Ruf nach vollkommener Freiheit im Schulbereich, wird aber der komplexen Situation in unserem Lande wesentlich besser gerecht.

gern geschehen.
ad englisch-Immersion (habe Anglistik studiert):
ich kann clil-projekten schon etwas abgewinnen – aber nur zu einem bestimmten ausmaß und eher umgekehrt. sprich: der Englischunterricht wird clil-mäßig gestaltet.

ad national:
gerade in jenen Feldern, die bezüglich Minderheitenschutz vom Autonomiestatut berührt werden, geht es vor allem um eine Reaktion auf das Nationale. TTIP und Co. bestimmen eher andere Felder und meist nicht zugunsten des kleinen (siehe sprache und konsumentenschutz).

Ausgezeichneter Artikel. Ich möchte an die TeilnehmerInnen an den open space Veranstaltungen zum Südtirol Konvent appellieren besonders diese Positionen so häufig wie möglich zu deponieren. Bestimmten Kreisen dürfte es im Zuge des Südtirol Konvents ja in erster Linie darum gehen, die mehrsprachige Schule zu etablieren – ohne freilich etwas an den nationalstaatlichen Rahmenbedingungen zu ändern – und den Proproz abzuschaffen.

Extrapolation einer Jetzt- Situation auf ein immersionsmodell?
Zeigt diese Grafik nicht, dass Teile der deutschsprachigen Bevölkerung eine Immersion bereits umsetzen?

Extrapolation einer Jetzt- Situation auf ein immersionsmodell?

Was meinst du bitte?

Zeigt diese Grafik nicht, dass Teile der deutschsprachigen Bevölkerung eine Immersion bereits umsetzen?

Nein, das zeigt sie nicht. Das ist nur eine von mehreren möglichen Interpretationen.

@steffl
mindestens 2 Möglichkeiten der Interpretation dieser Grafik gibt es:
– deutschsprachige setzen Immersionsmodell bereits um
– Migranten besuchen italienische Schulen in Städten
Allerdings werden wahrscheinlich Zuflüsse zu italienischen Schulen durch entgegengesetzte Tendenzen (mit Unterschieden Stadt Land) nivelliert.
Zweitere Möglichkeit spielt bisher in Politik und Öffentlichkeit keine Rolle und zeigt, dass die strikte Sprachgruppentrennung und unveränderte Politik zu einem Wettbewerbsverlust (aus neoliberaler Sicht) sowie einer Verschleppung von Problemen führt.

Welche Massnahmen gibt es, dass Migranten Förderungen im Sprachunterricht erhalten?

Auch ausgewiesene Expertinnen wie Univ. Prof. Rita Franceschini und Annemarie Saxalber weisen — unter anderem — darauf hin, man müsse darauf achten, »dass die Alphabetisierung in der Primarschule, im Alter zwischen 6 und 12 Jahren, in der Sprache geschieht, die man zu erhalten wünscht — eine Minderheitensprache darf nicht unter Druck geraten.« Es handelt sich hier also nicht um Auslegungen der sogenannten Ewiggestrigen.

Warum wird dann in der Volksschule von Antholz der Geschichteunterricht auf Italienisch gemacht?

Fasse zusammen:

BBD steht der Immersion grundsätzlich positiv gegenüber. Aufgrund der besonderen Situation von Sprachgrenzen die sowohl in Nord-Süd wie auch West Ost Richtung bestehen und wissenschaftlicher Ergebnisse aus Untersuchungen des Immersionsunterrichts werden “flankierende MAssnahmen” im Unterricht gefordert, um die ladinische und deutsche Sprache, sowie in bestimmten Kontexten auch die italienische Sprache gezielt zu fördern, sodass eine hohe Qualität an Sprache(n) gefördert wird.

Was genau sind diese flankierenden Massnahmen?
Inwiefern unterscheidet sich diese Posizion von Grünen und SVP?
Was genau bedeutet: Das klingt natürlich nicht so sexy, wie der häufig zu vernehmende Ruf nach vollkommener Freiheit im Schulbereich? (nur eine Abgrenzung gegenüber der Regierungspartei)?
CLIL Englisch als Plattform für sprachgruppenübergreifenden Unterricht?

siehe auch: http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=8937

Was genau sind diese flankierenden Massnahmen?

Das sind z.B. all jene Maßnahmen, die eine tatsächliche Gleichstellung der Sprachen im Alltag sicherstellen.

Inwiefern unterscheidet sich diese Posizion von Grünen und SVP?

Gibt es eine offizielle Position von Grünen und SVP? Ich kenne sie nicht. Aber allein die Forderung nach »einheitlicher Asymmetrie« und flankierenden Maßnahmen unterscheidet uns meines Wissens von beiden.

Was genau bedeutet: Das klingt natürlich nicht so sexy, wie der häufig zu vernehmende Ruf nach vollkommener Freiheit im Schulbereich? (nur eine Abgrenzung gegenüber der Regierungspartei)?

Es bedeutet: Es gibt im öffentlichen Schulsystem keinen Anspruch darauf, dass jeder nach seiner Façon glücklich werden kann. Das öffentliche Schulsystem hat eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Soweit ich informiert bin ist es nicht die SVP, die solche Forderungen erhebt.

CLIL Englisch als Plattform für sprachgruppenübergreifenden Unterricht?

Verstehe nicht, was das bringen soll.

Schierhangl, ich muss dich schon zum zweiten Mal darauf hinweisen, dass der Missbrauch der Kommentarbewertungsfunktion (systematische Mehrfach-Eigenbewertungen etc.) zur Sperrung führen kann. Ich bitte dich, dich an die Regeln zu halten.

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