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Zur Zweisprachigkeit von DB/ÖBB.

Sehr geehrte Frau Schönbohm,

das schlägt dem Fass nun wirklich den Boden aus: Nicht genug dass DB/ÖBB auch in Südtirol nur einsprachig italienische Flugzettel verteilen, auf denen selbst Reiseziele in Deutschland einen lächerlichen italienischen Namen erhalten (Stichwort: Monaco Est), nun werben Sie auch noch in deutschsprachigen Südtiroler Medien (wie Südtirol Online) auf Italienisch. Damit toppen Sie alles, was sich Trenitalia bisher bereits an Dreistigkeit und Respektlosigkeit geleistet hatte.

Ich hoffe auf einen raschen Kurswechsel, andernfalls können Sie mich als Reisegast vergessen — und vermutlich eine ganze Menge Südtiroler mit mir.

Mit freundlichen Grüßen aus Brixen

Simon Constantini
http://www.brennerbasisdemokratie.eu

Sehr geehrter Herr Constantin (sic),

vielen Dank für Ihren Hinweis. Natürlich sollte dies nicht passieren. Die Anzeigen werden von unserer Agentur aus Deutschland geschaltet. Leider ist es ein Versehen gewesen, eine italienische Anzeige in eine deutschsprachige Internetseite zu setzen – zumal wir diese für die Dolomitenzeitung auf deutsch vorbereitet haben.

Ich versichere Ihnen, dass alle kommenden Kampagnen zweisprachig sein werden. Wir machen in diesen Monaten erste Erfahrungen mit unseren neuen DB-ÖBB Kooperationszügen und da gehören leider ein paar “Fettnäpfchen” dazu. Ich bitte hier um Ihr Verständnis.

Ich stehe Ihnen gern für weitere Anregungen und Kritik zur Verfügung und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Kerstin Schönbohm
Direttrice (sic)
Marketing e Comunicazione (sic)
Cooperazione Brennero per i treni a lunga percorrenza in Italia
Fernverkehr Italien – Brennerkooperation (P.TVI 5)

Auf die Überwindung dieser Fettnäpfchen Kinderkrankheiten sind wir gespannt. Die deutschsprachige Kampagne in den Dolomiten ist jedenfalls per se kein Argument, denn das Tagblatt der Südtiroler veröffentlicht meines Wissens nur Anzeigen auf Deutsch oder Ladinisch. Wäre also gar nicht anders möglich gewesen.

Siehe auch: 1/

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9 replies on “Zur Zweisprachigkeit von DB/ÖBB.”

trotzdem schon mal eine für italienische verhältnisse galaktische reaktion: schreib mal an die fs oder ähnliche organisationen, da kommt nix bis du großvater wirst! selbst unsere omnipotenten vertreter in der landesregierung sprechen von einer gummiwand.
aber jetzt müssmer noch die erwerbbarkeit der tickets durchsetzen….

Ich bin jetzt schon einige Male mit den neuen Zügen über den Brenner gefahren und was in den Zügen so passiert ist doch sehr lobenswert: dreisprachige Dépliants mit den Fahrplänen und Anschlussmöglichkeiten, dreisprachige Schaffner und Kellner (im Bordbistro), stets freundlich, kooperativ und bereit, sofort auf die andere Sprache zu “switchen”. Vom Komfort, der Sauberkeit und der Beinfreiheit einmal abgesehen ;-)
Da ich ein Liedchen singen kann, wie es vorher bei Tränitalia zugegangen ist fallen mir persönlich solche “Startschwierigkeiten” gar nicht erst auf, aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail. Insofern finde ich es schon gut, dass du hier “Schweizer” Sitten einführen möchtest, lieber Pérvasion :)

Lieber pérvasion, eine sehr löbliche Initiative. Ich hoffe Frau Kerstin S., die Marketingdirektorin der Deutschen Bahn, schreibt das nächstemal mindestens den Namen Constantini richtig. Der Nachnamen dürfte doch selbst den oft unwissenden bundesdeutschen Bürgern ein wenig bekannt sein. Der leider schwache Fussballrivale Österreich hat nämlich einen bekannten Nordtiroler Trainer mit diesem Namen ;).

http://de.wikipedia.org/wiki/Dietmar_Constantini

Na ja, hoffentlich verbessert sich das Angebot sprachlich in Südtirol. Bundesdeutsche die hier das erste Mal tätig sind haben leider oft kein Vorwissen. Sonst ist es natürlich mehr als gut, dass DB und ÖBB Trenitalia ablösten. Das letzte Mal vor zwei Wochen nach München war ich begeistert vom Service und der Sauberkeit.

cavoli… fallo notare all’Alto-Adige: vedrai che articoli “vittoriosi” pubblicheranno se scoprono che anche le ferrovie austriache volantinano in italiano!!! :-D

Mehr als die hälfte der Weltbevölkerung gebraucht in ihrem Alltag mehr als eine Sprache. Mehrsprachigkeit wäre somit die Regel und Einsprachigkeit die Ausnahme. Mehrsprachige Regionen in Europa sind auch keine Seltenheit.

Es wird aber noch einige Zeit dauern bis endlich das monolinguistische nationalstaatliche Klischedenken in Europa fällt. Pérvasion hat somit einen kleinen Beitrag zur Europäisierung der EU geleistet.

Ich hoffe die ÖBB/DB schafft die Überwindung dieser Kinderkrankheiten. Früher zumindest sind noch Menschen an Masern oder Scharlach gestorben.

Solange die Grenze am Brenner existiert bleibt die Wirtschaftssprache in Südtirol italienisch!

Artikel Südtirol News.

Als ich zB vor ca. einem knappen Jahr mein neues Auto in Brixen gekauft habe, schrieb ich nachher auch ein Email an BMW um nachzufragen ob sie sich wirklich nicht bewußt sind daß es in Südtirol deutschsprachige Leute gibt und diese sogar die größte Sprachgruppe bilden. Antwort kam bis Heute keine und das Angebot beim Händler ist immer noch nur italienisch.

Solange die Grenze am Brenner existiert bleibt die Wirtschaftssprache in Südtirol italienisch!

Die Wirtschaftssprache heißt GELD.

(ma che bel pubblico sta fiorendo su BBD!)

Stimmt gadilu, der der zahlt bestimmt was gespielt wird! Und wo das nicht eingehalten wird sollte man ganz einfach nicht mehr hingehen.

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