Coronavirus-Verlauf in Südtirol.
mit Euregio Tirol, Lombardei und Bayern

Da ich keine zusammenfassende Grafik für den Verlauf der Coronavirus-Infektionen (SARS-CoV-2) in Südtirol finden konnte, habe ich nun selbst eine angelegt und werde sie — sofern ich gesund bleibe — während der kommenden Zeit aktualisieren:

Grafiken zum Vergrößern anklicken. Logarithmische Skala

Ich habe hierzu die täglich vom Zivilschutz, vom österreichischen Sozialministerium und vom Robert-Koch-Institut (RKI) kommunizierten, bestätigten Infektionen (kumulierter Wert) angeführt.

Es ist ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass vergleichende Betrachtungen aufgrund von Gebiet zu Gebiet (ja manchmal sogar von Krankenhaus zu Krankenhaus) unterschiedlicher Erhebungsmethoden, Protokolle und Zuordnungskriterien nur bedingte Aussagekraft haben.

Die Daten werden also so wiedergegeben, wie sie von den jeweiligen amtlichen Quellen veröffentlicht werden, und lediglich miteinander bzw. mit Einwohnerinnenzahlen in Relation gesetzt.

Insbesondere der extrapolierte Wert der Sterblichkeit (als Verhältnis zwischen Todesfällen und kumulierter Anzahl der bestätigten Infektionen zum selben Tag) ist umstritten. Er soll demnach unter großem Vorbehalt betrachtet werden.

Die Strichlinien zeigen eine Simulation bei gleichbleibendem Wachstum. Grundlage hierfür bildet die Zunahme zwischen dem letzten und dem vorletzten Tag. Es handelt sich demnach nicht um eine Prognose, sondern um ein Was-wäre-wenn.

  • Eintrag zum 30. März: Es sind nun insgesamt 1.325 Infektionen (+9,1% zum Vortag), die in Südtirol bestätigt wurden. – Nord-/Osttirol beschleunigt, Bayern verlangsamt. – Schon 62 Patientinnen (+6) liegen in der Intensivstation, insgesamt 74 sind verstorben (+10).
  • Eintrag zum 29. März: Die diagnostizierten, bestätigten Infektionen sind in Südtirol auf 1.214 (+9,5% zum Vortag) angestiegen. – Das ist eine höhere Wachstumsrate, als Nord-/Osttirol, Trentino und Lombardei. Nur Bayern wächst schneller. – In der Intensivstation sind 56 Patientinnen (+5), es sind keine neuen Todesfälle hinzugekommen.
  • Eintrag zum 28. März: Das Wachstum der Infektionszahlen bleibt hierzulande nahezu unverändert bei 10,6%. – Nach wie vor wachsen Nord-/Osttirol und Trentino langsamer, als Südtirol. – 51 Patientinnen (+6) befinden sich hierzulande in der Intensivstation, die Zahl der Toten ist auf 64 angestiegen (N/OT: 9 – TN: 120).
  • Eintrag zum 27. März: Das Tageswachstum ist in Südtirol wieder auf über 10% gestiegen und erreicht nunmehr 1.003 bestätigte Fälle. – In Nord-/Osttirol und Trentino sind die Zahlen zwischen gestern und heute weniger schnell gestiegen. – Intensivmedizinischer Behandlung bedürfen in Südtirol 45 Covid-19-Patientinnen, schon 60 sind daran gestorben (N/OT: 6 – TN: 102).
  • Eintrag zum 26. März: 906 bestätigte Fälle sind es nun in Südtirol, das Tageswachstum ist wieder (auf 5,6%) gesunken. – In Nord-/Osttirol und Bayern nahmen die Zahlen wieder schneller zu. – Bereits 43 Patientinnen bedürfen hierzulande einer Behandlung in der Intensivstation, 48 sind an Covid-19 gestorben.
  • Eintrag zum 25. März: Nun gibt es bereits 858 bestätigte Fälle in Südtirol, was wieder einem Tageswachstum von knapp 10% entspricht. Im Laufe der letzten drei Tage hat Nord-/Osttirol zuerst Südtirol und dann das Trentino überholt. – Pro 100.000 Einwohnerinnen gibt es jetzt in Südtirol 165, in Nord-/Osttirol 185,7 und im Trentino 226,3 bestätigte Infektionen. Zum Vergleich: In der Lombardei waren es am 17. März 162,2. – Südtirol verzeichnet insgesamt 43 Todesfälle, das Trentino 74 und Nord-/Osttirol 4.
  • Eintrag zum 24. März: Die Infektionen sind in Südtirol von 724 auf 781 gestiegen. Das entspricht einer Zunahme um 7,8%. – Die Kurve von Nord-/Osttirol geht durch die Decke.
  • Eintrag zum 23. März: Zum vierten Mal in Folge ist die Wachstumsgeschwindigkeit (diesmal auf 6,8% am Tag) gesunken. – Die Kurven von Bayern und Nord-/Osttirol gehen steil nach oben, Nord-/Osttirol meldet den ersten Todesfall.
  • Eintrag zum 22. März: Die Infektionen sind um 57 auf 678 angestiegen. Das ist nur noch ein Wachstum von 9,2%. – Insgesamt sind bislang 23 Menschen an Covid verstorben, 32 Menschen werden intensivmedizinisch betreut.
  • Eintrag zum 21. März: In Südtirol wurden nun insgesamt 621 Infektionen (+73) gezählt. Das entspricht einem Tageswachstum von 13,3%. – Es wurden drei weitere Todesfälle gemeldet, schon 30 Menschen werden intensivmedizinisch betreut.
  • Eintrag zum 20. März: Die bestätigten Infektionen sind in Südtirol auf 548 Fälle angestiegen. Das sind 112 mehr, als gestern. – Gleichzeitig sind die Todesfälle von 14 auf 17 angestiegen, 24 Patientinnen werden zurzeit intensivmedizinisch betreut.
  • Eintrag zum 19. März: Zwischen gestern und heute betrug das Wachstum der Infektionsfälle in Südtirol rund 16%. – Die Sterblichkeit liegt erstmals über 3%.
  • Eintrag zum 18. März: Die Geschwindigkeit der Ansteckungen steigt weiterhin und liegt nun bei knapp 30% pro Tag. In Südtirol gibt es heute — relativ zur Einwohnerinnenzahl — fast genau gleich viele Infizierte, wie in der Lombardei vor einer Woche.
  • Eintrag zum 17. März: Anstatt zu sinken, nimmt die Geschwindigkeit der Neuinfektionen in Südtirol wieder leicht zu.
  • Eintrag zum 16. März: Das Trentino hat keine neuen Daten veröffentlicht. – Die Zunahme der Infektionen in Südtirol bleibt bei rund 18%. Das ist aber noch immer ein schnelleres Wachstum, als in der Lombardei. – Ab sofort umfassen die Diagramme auch die Infektionsdaten des RKI für Bayern. – Neues Diagramm der intensivmedizinisch Betreuten
  • Eintrag zum 14. März: Die schlechte Nachricht ist, dass die bestätigten Infektionen in Südtirol zwischen 13. und 14. März wieder schneller angestiegen sind, als zwischen 12. und 13. März. Das augenblickliche Wachstum ist jetzt höher, als in der Lombardei und in den beiden anderen Landesteilen der Euregio. – Ab sofort gibt es auch Diagramme für die Infektionen und die Intensivbetten je 100.000 EW.
  • Eintrag zum 13. März: Und — was wäre nun, wenn sich die Lage weiterhin so schnell verschärfen würde, wie zwischen 12. und 13. März? Dass wir in Südtirol in rund einer Woche so viele Infektionsfälle je 100.000 Einwohnerinnen hätten, wie es derzeit in der Lombardei sind.

Behördliche Maßnahmen, um die weitere Ausbreitung der Krankheit hoffentlich zu verlangsamen, wurden ergriffen. Ihre Auswirkungen dürften sich jeweils rund zwei Wochen später zeigen.

Chronologie:

  • Sonntag, 23. Februar: LH Arno Kompatscher (SVP) unterzeichnet eine Notverordnung, mit der Kinderbetreuungseinrichtungen, Uni Bozen, Konservatorium und Claudiana bis einschließlich 1. März geschlossen werden. Schulen sind aufgrund der Ferien bereits geschlossen.
  • Dienstag, 25. Februar: Der erste Infektionsfall in Südtirol wird bestätigt.
  • Donnerstag, 5. März: Das Robert-Koch-Institut stuft Südtirol als Risikogebiet ein.
  • Freitag, 6. März: Das Auswärtige Amt der BRD gibt eine Reisewarnung für Südtirol heraus.
  • Montag, 9. März: Die Ausweitung der vormaligen »roten Zone« auf das gesamte italienische Staatsgebiet wird beschlossen.
  • Dienstag, 10. März: Österreich führt Grenzkontrollen am Brenner ein.
  • Mittwoch, 11. März: Die WHO stuft den Coronavirus-Ausbruch neu als Pandemie ein.
  • Donnerstag, 12. März: Der erste mit Covid-19 in Verbindung stehende Todesfall in Südtirol wird bestätigt.

Beitrag wird fortlaufend aktualisiert…

Info

Aktuelle Informationen des Landes Südtirol zum Coronavirus gibt es unter http://www.provinz.bz.it/coronavirus

Auskünfte erteilt außerdem von 8.00 bis 20.00 Uhr die gebührenfreie Nummer 800 751 751.

Siehe auch:

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