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Schule: Hoffnungskompetenz ins Spiel gebracht.
Omikron

Inmitten einer heftigen Omikron-Welle beginnt in Südtirol am Montag wieder der reguläre Schulbetrieb. Während staatsweit registriert wird, dass die italienische Corona-Ampel nicht funktioniert, weil die meisten Länder und Regionen in der gelben Zone verharren, wird es für Schülerinnen keine verpflichtenden Tests geben.

Ausschnitt: Südtirol Online, gestern

In Ermangelung anderer Zuständigkeiten hatte der zuständige Landesrat Philipp Achammer (SVP) auf die Anwendung einer Südtiroler Kernkompetenz gesetzt: die Hoffnungskompetenz. In diesem Fall die Hoffnung, dass Rom eine Testpflicht einführt.

Am besten sei es freilich alle zu testen. „Ich hätte mir erhofft, dass die italienische Regierung zumindest nach den Ferien die Tests an den Schulen zur Pflicht erklärt“, so Achammer. Da dies aber nicht der Fall war, bleiben die Screenings freiwillig.

– Südtirol Online

Hätte das Land verpflichtende Testungen beschlossen, wäre von der Opposition natürlich der Sezessionsvorwurf zu erwarten gewesen.

Doch leider ist nun die erste Hoffnung des Landesrats nicht in Erfüllung gegangen. Rom muss übersehen haben, dass die Landesregierung bereit war, ausgiebig von ihrer Begrüßungskompetenz Gebrauch zu machen, wenn die Testpflicht gekommen wäre.

Trotzdem gibt der Landesrat nicht auf und lenkt die voll autonome Hoffnung umgehend darauf, dass sich so viele wie möglich an den freiwilligen Nasenflügeltests beteiligen.

(Ob Nasenflügeltests wirklich die beste Strategie sind, sei dahingestellt. Soweit ich das mitverfolgen konnte, ist Omikron ja vor allem im Rachen gut nachweisbar. Besser als gar keine Tests werden sie aber wohl sein.)

Siehe auch 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/ 7/ 8/

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2 replies on “Schule: Hoffnungskompetenz ins Spiel gebracht.
Omikron

Wenn wir eines gelernt haben in den letzten beiden Jahren, dann dass Geschwindigkeit entscheidend ist.
Speed trumps Perfektion – https://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=61580

Wiederum scheint mir, dass man in Südtirol den Entwicklungen hinterherhinkt und Dinge verschläft bzw. auf Rom rausredet (Stichwort Begrüßungs- und Hoffnungskompetenz).
Vieles deutet darauf hin, dass die kommenden zwei bis drei Wochen wohl jene mit den höchsten Infektionsraten der ganzen Pandemie bislang werden. Weiters gibt es Hinweise (Studien aus Südafrika, UK und Belgien), dass die Nasenflügeltests bei Omikron weniger präzise sind und dass Rachen- statt Nasenabstriche bei Omikron zielführender sein könnten. Zudem mehren sich die Hinweise, dass vermehrt auch Kinder (die Gruppe mit den geringsten Impfraten) von schwereren Verläufen oder evtl. Langzeitfolgen betroffen sind. Der deutsche Gesundheitsminister Lauterbach hat verlautbart, dass FFP2-Masken bei Omikron eine gute Wirkung zeigen.
Und Südtirol so:
– Zwar macht Achammer via Stol.it einen Aufruf, die Kinder am Sonntag Abend mittels Nasenflügel-Selbsttest zu Hause zu testen, aber auf den Newsseiten des Landes sucht man vergeblich nach konkreten Informationen und Tipps, wie man möglichst sicher in diese heiße (Schul)-Phase geht.
– Südtirol setzt nach wie vor auf die Nasenflügeltests bzw. vernehme ich keine ernsthafte Diskussion, ob angesichts von Omikron nicht auch andere Strategien sinnvoll wären – z. B. werden die Kinder in Ö PCR-getestet.
– Eine Empfehlung zu FFP2 in Schulen habe ich auch keine gefunden – während FFP2 in Ö Pflicht sind
– Auch die Kosten für Gratis-FFP2-Masken und Gratistests dürften niedriger ausfallen, als jene, wenn uns das Ding um die Ohren fliegt und viele Bereiche aufgrund von neuerlichen Fernunterrichtsphasen und quarantänebedingten Personalmangel außer Funktion sind.

Das Problem ist, dass es seit Beginn der Pandemie praktisch keine pandemiegerechten Entscheidungen gibt, sondern nur politische. Kleines Beispiel von gestern Abend:
1. Die 2G-Pflicht für den Schülertransport wird ganz schnell auf 10. Februar verschoben.
2. In Südtirol gelten ab heute einfach alle (!) Linienbusse auch als Schülerbusse. Problem gelöst …

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