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Medienvielfalt.
Quotation 22

Wir reden so viel über Italien und die angeblich [sic] von Silvio Berlusconi dominierte Medienwelt: Im Vergleich zu Südtirol ist Italien ein Medienparadies. Dort gibt es ein breites Spektrum an Printmedien und politischem TV-Angebot. Es gibt Alternativen zu den Berlusconi-Medien und Journalisten, die sich gegen politische Interventionen auflehnen. […] Südtirol ist medial ein Entwicklungsland. Sicher, wir sind ein kleines Land, aber die Tageszeitung mit der größten Verbreitung betreibt massiv Desinformation und Manipulation. Diese Zeitung hat die Macht, bestimmte Personen gesellschaftlich „zu begraben“.

Renate Holzeisen, Anwältin/Wirtschaftsprüferin, ff Nr. 30/2011

Auch wenn es in Südtirol gewisse Parallelen zur Machtposition Murdochs gibt, so muss man doch nüchtern festhalten: Unsere Medienlandschaft ist in einem passablen Zustand. Die Meinungsbildung ist nicht in Gefahr. Es gibt neben Athesia die Tageszeitung, es gibt die ff, die Rai und unabhängige Bezirksblätter wie die Pustertaler Zeitung und den Vinschger Wind.

Kurt W. Zimmermann, Herausgeber ff, ff Nr. 30/2011

[Wir leben] in einem Land, in dem es einen vielfältigen Journalismus gibt, eine Konkurrenz, die es dem Leser erlaubt, die Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Wenn Sie nach Verona schauen, werden Sie dort nur mehr eine Tageszeitung vorfinden, hier herrscht eine erstaunliche Medienvielfalt. Und diese Vielfalt garantiert Freiheit.

Alberto Faustini, Chefredakteur des A. Adige, ff Nr. 27/2011
Medien Politik Tag+Nacht Transparenz | Quote | Alberto Faustini Kurt W. Zimmermann Renate Holzeisen | AA Athesia ff Rai TAZ | Italy Südtirol/o | PDL&Co. | Deutsch

60 replies on “Medienvielfalt.
Quotation 22

Apparentemente Holzeisen non legge… se uno è satanco della Dolomiten, sull’Alto-Adige troverà  facilmente qualche frecciatina alla SVP…
Io comunque non capisco questa visione tutto bianco-tutto nero di alcuni… alcune cose possono essere migliorate, anche molto. Ma occorre anche obbiettività … non si può sempre sparare a zero su tutto.
Il Südtirol-bashing sembra uno sport in cui deve eccellere ogni progressista che si rispetti… ma non c’è nulla di nuovo in questo. Siamo a Techet: Tirol ohne Maske ver. 2011…

Meine bescheidene Meinung zu den drei oben genannten Stellungnahmen ist jene, dass keine der drei der Wahrheit entspricht. Die Anwältin sucht ihr „Heil“ immer bei Italien, obwohl der Rechtsstaat bei Österreich bzw. einem unabhängigen Staat Südtirol mit Sicherheit ein besserer wäre. Außerdem sollte man als unfreiwillig annektierte Minderheit nie vergessen, in welche Richtung man schauen muss, um einen geraden Weg im Leben zu gehen und um die Wahrheit in diesem wichtigen Pfad nicht zu verlassen. Die anderen zwei Stellungnahmen bewerten die Medienvielfalt in Südtirol allerdings viel zu gut, und zwar deshalb weil es zweifelsohne ein „System Südtirol“ (das Renate H. wiederum gut erklärt) gibt, das ohne diese Medienkonstellation gar nicht existieren würde. In der heutigen Ausgabe der TZ ist ein sehr interessanter Artikel, in dem beschrieben wird, warum ein bestimmtes Medienhaus die Sache mit den Treuhandgesellschaften zu verschweigen scheint. Wenn dieser Artikel den Tatsachen entspricht, kann man nur sagen dass hier die „ff“ und „Alto Adige“ – Chefs sehr untertreiben, denn in einem so einen kleinen Land wäre der Manipulationsgrad bei Kontrolle fast aller Medien enorm.

So sehr ich auch vieles was Frau Holzeisen kritisiert nachvollziehen und unterstützten kann, umso undifferenzierter finde ich ihre Aussagen in der FF, speziell zur Medienpolitik. Wo ist das breite Spektrum in der TV Landschaft in Italien, ausser gleichgeschalteten Medien und dümmste TV-Programme ist nicht viel zu finden. Zudem hinkt der Vergleich mit Italien, es ist unzulässig ein lokales Medienangebot mit einem nationalen zu vergleichen. Ich bin des öfteren in Nordtirol und Vorarlberg, schaut man sich dort das lokale Zeitungsangebot an, dann ist selbst die Dolomiten geradezu ein Qualitätsblatt. Ich wette, diesen Vergleich könnte man fast überall anstellen, im Vogtland, Friaul, Kärnten usw., aber bitte alle nationalen Zeitungen aussen vor lassen!
Leider verfällt Frau Holzmann in dieselben Klischees, wie es vielfach von vielen „intellektuellen“ Kreisen zu vernehmen ist: Alles ist besser, ausser gerade dort wo wir man sich befindet.
Ich bitte um nüchterne und faire Vergleiche!

@ Steffl: Ausnahmsweise mal mit dir einverstanden, jedenfalls was die Einschätzung betrifft, dass keine der Aussagen der Wahrheit entspricht. Während Holzeisen übertreibt, tendieren die beiden anderen eher dazu, die Situation zu verharmlosen.

In der heutigen Ausgabe der TZ ist ein sehr interessanter Artikel, in dem beschrieben wird, warum ein bestimmtes Medienhaus die Sache mit den Treuhandgesellschaften zu verschweigen scheint.

Wie wurde das denn in der Tageszeitung beschrieben? Ich glaube, ich hatte die Überschrift gesehen, dann aber keine Zeit mehr, den Artikel zu lesen.

@ fabivS+succus: Was speziell das Interview mit Frau Holzeisen betrifft, so muss man sagen, dass es absolut in’s »Schema« passt. In Südtirol sind die meisten entweder eng mit dem »System« verbandelt oder so grundsätzlich dagegen, dass man schon wieder von Realitätsverlust sprechen muss. Doch ohne eine sachliche, differenzierte Analyse wird man wohl schwerlich Schritte in Richtung Besserung tun können.

Ich finde jedoch, dass einige andere Passagen des Interviews zum Teil noch bedenklicher sind, als jene zur Medienvielfalt:

Können Sie etwas Gutes über Südtirols Politiker und Unternehmer sagen?

Es gibt einige gute Unternehmer, die man in der Öffentlichkeit kaum wahrnimmt. Im Gegensatz dazu gibt es andere, die sich beinahe täglich melden, um uns die Erfindung des warmen Wassers zu verkaufen. Und das alles in einer persönlichen PR-Offensive [usw. usf.]

Kurzum… sie kann nichts Positives sagen.

Ich würde von Politikern einen fachlichen Eignungstest verlangen, bevor sie in gesetzgebenden Gremien ihre Stimme für uns Bürger abgeben dürfen. […] Es bräuchte eine Grundausbildung in Wirtschaftszusammenhängen, im Lesen von Bilanzen und der Verfassung.

Das finde ich mitunter das Bedenklichste, was Frau Holzeisen von sich gibt.* Was kommt als nächstes? Dass Wähler einen Intelligenztest ablegen müssen?

Auf dem freien Arbeitsmarkt würden sehr viele Politiker mit ihren (fehlenden) Qualifikationen nie das Geld verdienen, das sie als Politiker verdienen.

Das stimmt wohl. Doch viele, die auf dem freien Arbeitsmarkt erfolgreich sind, wären wahrscheinlich keine guten Politiker. Ich finde das einen denkbar schlechten Vergleich. (Übrigens: Berlusconi ist ein erfolgreicher Unternehmer…)

Wir sollten uns nicht länger ablenken lassen von Themen wie Schilderstreit und faschistische Denkmäler. Dadurch hält man nur ethnische Auseinandersetzungen am Köcheln — und das ist unerträglich. Südtirol macht sich so selbst zum Ewiggestrigen.

Oder ist Südtirol ewiggestrig, weil es diese Probleme noch immer nicht gelöst hat und viele (angebliche und tatsächliche) »Progressive« in diesen Belangen Positionen vertreten, die ihrer nicht würdig sind?

Zum selben Thema:

Die Sammelpartei trägt hierfür eine große Verantwortung. Sie gräbt immer wieder — insbesondere in Wahlkämpfen — diese ethnischen Konflikte aus. Mit solch grundsätzlichen gesellschaftspolitischen Themen darf man aber nicht spielen. Die SVP übt sich seit allzu langer Zeit auch in diesem Thema in einer unsauberen Art der politischen Diskussionsführung. Das kann für die Gesellschaft nur zu einem Bumerang werden.

Der VP sind sicher Vorwürfe zu machen (sie wurden in diesem Blog mehrmals formuliert). Aber gebt auch Cäsar, was Cäsar gebührt: Dass gerade was die Ortsnamen anlangt, in letzter Zeit ganz andere unsauber gespielt und eine lückenlose »Retolomeisierung« gefordert haben, ist Frau Holzeisen kein Wort wert. Das macht sie leider unglaubwürdig.

—————-
*) Das widerspricht meines Erachtens auch ihrer eigenen Forderung, die sie kurz zuvor im selben Interview erhoben hatte:

Wir bräuchten mehr denn je politische Verantwortungsträger, die mitten aus dem Leben kommen, die bewiesen haben, dass sie einen positiven Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung beigetragen haben. Was wir nicht brauchen, sind Berufspolitiker […]

Mah, sarà  che io di bilanci non capisco nulla, ma io il politico ideale me lo son sempre rappresentato come politico; cioè uno che conosce a grandi linee il pensiero politico del passato… e soprattutto uno che sappia interpretare la realtà  contemporanea in maniera obbiettiva. Le ideologie politiche portano a risolvere i problemi in maniera diversa, ma quando finisce per ripercuotersi troppo anche nell’analisi, non permette di elaborare soluzioni efficaci.
Il test di competenza è un’aberrazione, anche se credo che molti politici abbiano una formazione scarsa ed una comprensione troppo superficiale della realtà … ecco, ad esempio l’attitudine di vedere tutto nero o tutto bianco è proprio una spia di questi difetti. Di solito è il caso tipico del partiti populisti di destra, che semplificano la realtà  in blocchi contrapposti: europei VS immigrati; gay VS famiglie etc… in questo caso abbiamo una variazione sulla la solita contrapposizione „verde“ tra Sudtirolo VS mondo civile. E‘ una cosa che mi manda in bestia: quando leggo ’ste cose son orgoglioso di essere negli Schützen! :-p

mag sein, dass andere probleme mehr die „lebenswirklichkeit“ der menschen beeinflussen als die toponomastik- und denkmälerfrage. eine diskussion über die selben a priori als „ewiggestrig“ abzutun ist aber lächerlich und dumm. erstens muss eine historische diskussion nicht notwendigerweise „ewiggestrig“ sein und zweitens ist der umgang mit den themen toponomastik und faschistische relikte nun einmal auch ein spiegelbild des aktuellen zustandes der gesellschaft in unserem land – und das ist eines der wichtigsten felder, das die politik zu beackern hat.

der widerspruch keine berufspolitiker zu wollen, aber dennoch von eine art „berufsausbildung“ zu fordern ist lustig.

Ich kann mich den anderen Stimmen nur anschließen: Während Frau Holzeisen zu sehr verurteilt (aus dem hierzulande so typischen „intellektuellen“ Reflex heraus?), zeichnen Zimmermann und Faustini ein zu rosiges Bild der Lage.

Vergleiche unserer Provinz mit Städten derselben Bevölkerungszahl, mit Nationalstaaten (!) oder mit ähnlichen Landstrichen sind m. E. dann etwas unglücklich, wenn man sich an den Beispielen auch im Guten oder Schlechten messen möchte, ganz einfach weil hierzu die strukturellen Unterschiede zu groß sind. Erstens kann man von Südtirol nicht von einem „Stadtstaat“ oder einem durchgängig urbanisierten Gebiet sprechen, sondern viel mehr von einzelnen, unabhängigen Talkörperschaften. Es ist deshalb verständlich, dass es mehr Bezirkszeitungen oder Lokalblätter gibt, die auf die ökonomischen, topographischen und vielleicht auch kulturellen Bedürfnisse der jeweiligen Talbewohner eingehen, wohingegen dies in einer Stadt eher weniger verlangt wird. Zweitens ist der Umstand, dass in ähnlichen Landstrichen (Nordtirol, Kärnten, Vogtland…) das lokale Medienangebot qualitativ etwas abfällt wohl durch die Dominanz der nationalen Medien zu erklären — diese können sich auch gute Journalisten und aufwändigere Recherchen leisten, bzw. sind für erstere generell attraktiver. Dasselbe könnte man übrigens auch für Städte wie Verona gelten lassen. Schließlich ist unsere Provinz sui generis: Der Großteil der Südtiroler stellt andere, durch Autonomie gekennzeichnete Ansprüche an die Berichterstattung (Medien wie die „Dolomiten“ oder die „TAZ“ bieten ja den Service an, die Konsequenzen römischer Beschlüsse auf unsere Eigenständigkeit einzuordnen und zu erklären).

Andererseits die historischen Gründe für die Dominanz der „Dolomiten“: Lange Zeit war einfach nicht genügend Kapital vorhanden, um noch eine deutschsprachige Zeitung anzubieten — die „Dolomiten“ arbeitete selbst Ende der siebziger Jahre noch mit großteils freiwilligen Mitarbeitern aus den jeweiligen Bezirken. Außerdem bestand in den Kämpfen um das zweite Autonomiestatut kein Bedarf, sozusagen eine subversiv-kritische Stimme „aus den eigenen Reihen“ zu etablieren. Erst jetzt, nachdem sich die Wogen geglättet haben, zeigt sich eine zaghafte Normalisierung und eine Rückkehr zu der pluralistischeren Situation vor 1914 (als die Tyrolia-Medien nur einige unter vielen im Tiroler Blätterwald waren). Nicht vergessen darf man auch die erst wenige Dekaden alte, massive staatliche Förderung für Minderheitenzeitung, die so erst den Erfolg der „TAZ“ ermöglicht hatte.
Diese historischen Gründe erklären denke ich ganz gut, warum z.B. Luxembourg — uns an Größe und Einwohnerzahl wohl am ähnlichsten — „diversifizierter“ erscheint.

Wir sind m. E. auf dem richtigen Weg, es gibt aber noch einiges zu tun ;-).
Die digitale Alphabetisierung hat uns ja auch kritische Blogs, „südtirolnews“ (mit einer nicht zu verachtenden Kommentarfunktion) usw. gebracht, und soweit ich weiß, sind die Verkaufszahlen der „Dolomiten“ im Rückgang begriffen.

@ succus und beppi

unterschiede und gemeinsamkeiten in nord- und südtirol:

aufgrund dessen, dass die sprache, die österreichweit gesprochen wird, die selbe ist, wie jene, die in nordtirol gesprochen wird, ergibt sich freilich ein bild, welches kaum vergleiche zulässt.
der „qualitätszeitungsmarkt“ wird von österreichweiten blättern bedient. die lokalen- bzw. regionalen publikationen erfüllen daher ganz eine andere funktion. wobei ich jetzt nicht wirklich einen großen qualitätsunterschied zwischen tt und dolomiten bzw. dem medienangebot im allgemeinen in nord- bzw. südtirol sehe. echo und ff sind durchaus vergleichbar. und auch unter den zahlreichen kleinen blättern gibt es nicht nur schundheftln, wie in vorgängerpostings angedeutet wurde.
die dominanz eines medienhauses, nämlich der moser-holding (tt, bezirksblätter …) ist hingegen eine parallele.

@hunter
ok, dass in der zeitungsmarkt in nord- und südtirol sich kaum unterscheiden. aber damit kommen wir zum punkt. Nicht allein in südtirol gibt das lokale zeitungsangebot keine highlights her, sondern diese situation findet man in vielen regionen. Ich informiere mich primär mit hilfe von nationalen zeitungen, wie sz, spiegel und zeit. Die lokalen medien blättere ich in der regel nur durch, wahrscheinlich tun dies viele ebenso. Frau holzeisen wird dies auch in anderen regionen finden, auch in italien. Ich verstehe nur nicht, wieso italien so viel besser sein soll.

@ Beppi + andere
Da ich 32 Jahre als „Dolomiten“-Redakteur gearbeitet habe, erlaube ich mir auch einige Bemerkungen zu diesem Thema. Die historischen Gründe für die Dominanz der „Dolomiten“ sind nicht im Fehlen von genügend Kapital für eine andere Zeitung zu finden. Es hätte ausreichend Kapital dafür gegeben. Die Gründe liegen vielmehr in der Struktur der Südtiroler Gesellschaft. Die Athesia (damals Tyrolia) ist vor dem Ersten Weltkrieg als Verlagshaus der Christlichsozialen entstanden und mit den Geldern vieler geistlicher Herren bzw. religiöser Institutionen finanziert worden. Ihre Zeitungen (Brixener Chronik, Tiroler usw.) waren Kampfblätter gegen die Liberalen, die Sozialdemokraten und die Juden. Es gab damals noch eine beachtliche Medienvielfalt in Südtirol. Dank des starken kirchlichen Rückhaltes hat aber nur die Athesia den Faschismus, wenn auch mehr schlecht als recht, überstanden und sich danach zum Sprachrohr aller Südtiroler aufschwingen können, so wie sich die SVP zur Partei aller Südtiroler erklärt hat und es für einige Zeit wohl auch war. Es gibt also durchaus Parallelen zwischen der Bildung der SVP, die unter dem Zwang der Ereignisse als „Sammelpartei“ die früher bestehende Parteienvielfalt ersetzte, und dem Aufstieg der „Dolomiten“ als der einzigen Zeitung der Südtiroler anstelle der früheren Medienvielfalt.
Natürlich waren alle „Dolomiten“-Mitarbeiter auch in den Bezirken „freiwillig“ (wer hätte sie schon zur Mitarbeit zwingen können?), sie wurden aber für ihre freiwillige Mitarbeit korrekt entlohnt, jedenfalls besser und korrekter als bei den italienischen Zeitungen.
Auf Dauer hat die SVP ihren Alleinvertretungsanspruch nicht aufrechterhalten können, und ebenso ergeht es der Athesia. Die bisher bewährte Methode des Totschweigens unliebsamer Personen oder Ereignisse wird sich in Zukunft nicht mehr aufrechterhalten lassen, dafür sorgen vor allem die neuen elektronischen Medien, während die Printmedien alle noch den alten Logiken verbunden sind und nur eben manchmal etwas unterschiedliche bzw. je nach Interessenslage wechselnde Feindbilder haben. Die Frage ist da nur, ob man sich lieber von den „Dolomiten“ totschweigen oder von der „FF“ mit Methoden unter der Gürtellinie zur Sau machen lässt.

@ hunter:

Genau das meinte ich! Ich finde die tt jetzt auch nicht schlechter als die Dolomiten, wenngleich letztere manchmal bei der Auswahl der Gastkommentatoren oder ab und an auf der „Kulturseite“ glänzen kann.

Nur aus reiner Neugierde, hunter: Wie schaut es in Nordtirol bezüglich politisch-historischen Zeitschriften aus? Hier in Südtirol haben wir ja die „politika“, den „Schlern“, die „Arunda“, „Geschichte und Region“. Aus Nordtirol kenne ich nur die „Tiroler Heimat“, gibt’s da sonst noch was, das man kennen sollte?

@ Hartmuth Staffler: Ich habe meine Informationen aus Helmut K. Rammingers Monographie „Dolomiten und Alto Adige. Ein Vergleich von Gestaltung und Inhalt der beiden Tageszeitungen der deutsch- und italienischsprachigen Volskgruppe in Südtirol von 1945-1972“ (Innsbruck 1983). Darin steht, dass die „Dolomiten“ 1978 zwölf Journalisten in der Bozner Redaktion beschäftigte (S. 80ff). Nur dank der ortsansässigen Vereinsfunktionäre (Ramminger bezeichnet sie als „freiwillige Mitarbeiter“), die der Redaktion unentgeltlich Berichte über Ereignisse etc. zukommen hat lassen, konnte die Zeitung trotz der geringen Mitarbeiterzahl umfassend über die Geschehnisse im Land berichten. Wenn man den Ausführungen dieser Abhandlung weiter folgt, dann wirtschaftete die „Dolomiten“ ganz ordentlich, machte in den genannten Untersuchungszeitraum auch keine Verluste, doch seien genaue Zahlen schwer festzustellen, da Zeitungs- und Verlagsgeschäft zu sehr ineinander ineinandergreifen. Konkurrenzierung, so Ramminger, sei stets gescheitert.

Zugegeben, ich habe in der Zeit nicht gelebt, und bilde mir halt aus dem Gelesenen einen Reim. Daher meine Überlegungen: Die „Dolomiten“ hatte damals relativ wenige Mitarbeiter und auch keine so hohe Auflage wie heute (1976 ca. 24.000, an Wochentagen; Abnehmer: hauptsächlich städtische Bevölkerung, Geschäftswelt und politisch aktive Teile der Landbevölkerung), sie profitierte davon, in ein großes Verlagshaus eingebunden zu sein, das eventuelle Verluste ausgeglichen hätte. Ebenso waren die Anzeigen u. Inserate ziemlich klar auf „Dolomiten“ und AA aufgeteilt. Ein neues Konkurrenzblatt hätte es in dieser abgesteckten Medienlandschaft ökonomisch gesehen recht schwer gehabt, oder?
Kann man dann Ihrer Meinung nach nicht annehmen, dass erst durch die großzügigen staatlichen Förderungen der Minderheitenzeitungen die TAZ (deren Umsatz ja heute zur Hälfte von diesem Fördertopf gefüllt wird) überhaupt erst überlebensfähig geworden ist? Oder irre ich mich da?

@pérvasion

Wie wurde das denn in der Tageszeitung beschrieben?

Im Artikel wurde beschrieben, dass besagtes Medienhaus selbst über Treuhandgesellschaften als „Big Player“ in einigen der größten Südtiroler Unternehmen im Telekommunikationsbereich tätig sei, und deshalb nichts über den Fall mit den Treuhandgesellschaften berichtet hätte. So wären sie nicht nur in der einzigen namhaften Südtiroler Telefon- und Internetgesellschaft gut vertreten, sondern auch in der größten Radiosendergemeinschaft (RMI).
Meine Meinung dazu: Wenn dem wirklich so wäre, so hätte man es hier wirklich mit bedenklichen Möglichkeiten der Manipulation zu tun, da man ja auch in der „Partei“ und in der Südtiroler Wirtschaftslobby ein Krösus ist. Das heißt, ähnlich wie bei Berlusconis Imperium, wäre man in der Lage, täglich in vielen Bereichen Einfluss auf die Menschen zu nehmen. Und das ist für mich bedenklich, weil so eine ausgewogene Meinungsbildung in Südtirol gefährdet wäre und das „System Südtirol“ sich zumindest in einigen Bereichen undemokratischen Staatssystemen annähern würde (überspitzt formuliert: „Eine Partei, Ein Sender, Eine Zeitung“ usw.)
Hier ist ein Artikel zum Thema, aufgegriffen von den Freiheitlichen, allerdings haben in der Vergangenheit auch immer wieder die Grünen (eben Renate H.) auf diese Sachen hingewiesen:

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2011/07/27/athesia-treuhand-journalismus-statt-buergerinformation.html

Ich kann mich den anderen Stimmen nur anschließen: Während Frau Holzeisen zu sehr verurteilt (aus dem hierzulande so typischen ”intellektuellen” Reflex heraus?), zeichnen Zimmermann und Faustini ein zu rosiges Bild der Lage.

Volle Zustimmung. Herr Zimmermann und Herr Faustini sind ja beruflich Zeitungsleute – sie müssen die Situation wohl beschönigen, ansonsten würden sie ja auch ihre Blätter abwerten.

Was speziell das Interview mit Frau Holzeisen betrifft, so muss man sagen, dass es absolut in’s »Schema« passt. In Südtirol sind die meisten entweder eng mit dem »System« verbandelt oder so grundsätzlich dagegen, dass man schon wieder von Realitätsverlust sprechen muss.

Etliche Meinungen (Südtirol Bashing) von Frau Holzeisen sind Ideologie, zählen aber zum klassischen Repertoire etlicher Vertreter der Südtiroler Grünen, andere Aussagen (Tests für Politiker, der ach so objektive freie Arbeitsmarkt usw.) sind demokratiepolitisch mehr als bedenklich. Komisch, dass die italienische Politik so schlecht funktioniert, wo doch so viele Parlamentarier Juristen sind, also Berufskollegen von Frau Holzeisen, die durchaus einige der von ihr verlangten Fähigkeiten mitbringen sollten.

Comunque una cosa abbastanza strana è che non esista a mia conoscenza (io in realtà  non sono granchè informato su ogni più piccolo fenomeno della sfera mediatica sudtirolese) un quotidiano effettivamente bi- o trilingue. O almeno concepito per essere letto da tutto pubblico sudtirolese.
L’informazione continua a viaggiare sui binari del passato… nulla vieta, certo, di comperare questo o quello, ma non esiste un punto di vista „neutro“… aprirne uno sarebbe probabilmente anche un’operazione di Meinungsbildung.

stimmt – bis auf das ehemalige deutsche blatt im alto adige und der ladinia in den dolomiten, auf der auch texte auf ladinisch zu finden sind, gibt es kein konsequent dreisprachiges medium, wo jeder in seiner muttersprache kommuniziert.

willst du eines gründen, fabivS?

@ Beppi
In den 70er-Jahren hat die Dolomiten-Redaktion sicher nicht geklotzt, einfach weil es mangels Konkurrenz nicht notwendig war. Ramminger irrt jedoch, wenn er von „freiwilligen““, unentgeltlich arbeitenden Mitarbeitern berichtet. Natürlich hat es auch, wie heute noch, die unaufgefordert eingsandten Berichte von Vereinsversammlungen gegeben, die echten Mitarbeiter in den Bezirken wurden aber alle bezahlt. Zwölf Redakteure nur in Bozen (hinzu kommen noch jene in den Außenredaktionen) war für damals gar nicht schlecht, die NSTZ ist heute jedenfalls noch weit entfernt davon. Das Grundproblem ist aber, dass die „Dolomiten“ immer die Fiktion aufrechterhalten konnten, das „Tagblatt aller Südtiroler“ zu sein. Ein Konkurrenzblatt hätte kaum auf gleicher Ebene konkurrieren können, es war also von vorneherein in eine Nische abgedrängt. Großzügige staatliche Förderungen für Konkurrenzzeitungen hat es in den 50er- und 60-er Jahren gegeben, aber Geld allein genügt nicht, eine Zeitung braucht auch Leser. Die NSTZ ist in einer Zeit auf den Markt gekommen, da in Südtirol aufgrund des gesellschaftlichen Waldes die Bereitschaft vorhanden war, eine andere Zeitung als die „Dolomiten“ zu lesen. Solange sie aber noch billiger (vom finanziellen Aufwand her) gemacht wird als die „Dolomiten“ in den 70er-Jahren, wird sie keine echte Konkurrenz werden können.

@ Fabio

Un quotidiano plurilingue non esiste perché venderebbe pochissimo e, per giunta, non potrebbe godere di quei generosi finanziamente statali che sono garantiti ad organi d’informazione delle „minoranze“. Proprio questo (la mancanza di finanziamenti a progetti „plurilingue“) è anche uno dei motivi della soppressione – sulle colonne dell’Alto Adige – della famosa pagina in lingua tedesca che qualche anno fa si poteva leggere.

P.S. Ricordo che a livello locale (Brixen) venne fatto un tentativo di organo d’informazione bilingue in base a uno studio di fattibilità  che non ne condannava a priori il successo (si riteneva, insomma, che potesse occupare uno spazio tra i già  consolidati Brixner e Isarco News). In realtà  il vero terreno della concorrenza si misura in base alla capacità  di accaparrarsi quote pubblicitarie. E in questo caso smuovere certi „blocchi“ d’interesse è difficilissimo. Il Sudtirolo è una terra conservatrice fin nel midollo.

willst du eines gründen, fabivS?

Ma, in teoria non sarebbe una cattiva idea: un giornale di attualità  politica di orientamento socialdemocratico ed indipendentista che si rivolga virtualmente a tutto il Sudtirolo indipendentemente dalla lingua parlata e dagli articoli (ogni riferimento a BBD è puramente intenzionale).
Solo che bisogna ammettere i propri limiti alcuni punti giocano decisamente a mio sfavore 1- non sono un giornalista 2- non ho soldi 3- non so come reperirli 4- sono un maledetto bastiancontrario e saprei farmi amorevolmente odiare da tutti. Un progetto così potrebbe forse reggersi solo come foglio di „corrente“ in quota di qualche partito… (in genere il solito spreco di denaro pubblico)

Il Sudtirolo è una terra conservatrice fin nel midollo.

Ma dai, non mi dire? facci qualche esempio… Ora vado dal Landeskommandant e gli propongo di aprire una pagina in italiano ed una in ladino sulla Schützenzeitung… :P L’idea sarebbe carina… ma temo che manchi l’interesse (non solo tra i sudtirolesi, ma anche tra i diretti interessati)

Un quotidiano plurilingue non esiste perché venderebbe pochissimo e, per giunta, non potrebbe godere di quei generosi finanziamente statali che sono garantiti ad organi d’informazione delle ”minoranze”.

Perché scrivi minoranze tra virgolette?

Proprio questo (la mancanza di finanziamenti a progetti ”plurilingue”) è anche uno dei motivi della soppressione – sulle colonne dell’Alto Adige – della famosa pagina in lingua tedesca che qualche anno fa si poteva leggere.

Bisogna sottolineare che l’Alto Adige non può ricevere «quei generosi finanziamenti statali» né con né senza pagina in tedesco. Ma è vero che forse in presenza dei finanziamenti quella pagina non si sarebbe persa.

Ad ogni modo devo ammettere che non ho mai sentito la necessità  di un quotidiano bi- o trilingue, forse perché non ne capisco il senso, al di là  di un significato simbolico.

Esistono a livello internazionale esempi di quotidiani plurilingui (non parlo di una o più pagine dedicate a una minoranza ma di un prodotto ‚misto‘)? È una pura curiosità , perché l’assenza di un tale giornale a livello internazionale ovviamente non giustificherebbe nulla… nulla ci vieterebbe di essere i primi.
In Catalogna ci sono almeno due giornali importanti che appaiono in doppia versione, catalana e castigliana. Si tratta del Periodico de Catalunya [web catalana] [web castigliana] e della Vanguardia.

Minoranze, senza virgolette. Il significato „simbolico“ di un quotidiano plurilingue sarebbe notevole (forse sarebbe addirittura l’unico aspetto rilevante della vicenda). Un altro motivo che „spiega“ perché finora nessuno abbia ritenuto importante impegnarsi molto e con ostinazione in progetti di questo tipo. Certamente i nuovi media (elettronici) potrebbero aprire qui dei varchi senza tutti i problemi legati alla logica (anche economica) dei vecchi organi d’informazione. Manca la spinta, semplicemente…

Im Artikel wurde beschrieben, dass besagtes Medienhaus selbst über Treuhandgesellschaften als ”Big Player” in einigen der größten Südtiroler Unternehmen im Telekommunikationsbereich tätig sei, und deshalb nichts über den Fall mit den Treuhandgesellschaften berichtet hätte.

Aber das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Treuhandgesellschaften sind nicht illegal, und Herrn Berger wird nicht vorgeworfen, in einer Treuhandgesellschaft zu sein, sondern, dass er über diese Gesellschaft Geschäfte gemacht haben soll, die mit seinem Amt inkompatibel sind.

Im Fall der Athesia ist die große Machtkonzentratrion bedenklich — nicht, dass sie mithilfe von Treuhandgesellschaften ausgeübt wird.

Ob Treuhandgesellschaften an und für sich etwas Gutes sind oder dem Missbrauch Tür und Tor öffnen, ist wieder eine andere Frage.

Ad ogni modo devo ammettere che non ho mai sentito la necessità  di un quotidiano bi- o trilingue, forse perché non ne capisco il senso, al di là  di un significato simbolico.

A me il significato simbolico non itneressa per nulla, invece. Per esperienza, quando si cerca a tutti i costi di ammantare qualcosa di „plurilinguismo“ si tratta per il 90% dei casi di uno specchietti per le allodole. Il fatto è che ogni giornale presuppone un orientamento di fondo; il punto non è in che lingua siano scritti gli articoli, potrebbero anche essere tutti redatti in greco antico, ma che ancora una volta ci troviamo davanti ad un’aporia del sistema: come ci son poche visioni politiche rivolti davvero a tutta la popolazione, così manca anche la loro voce mediatica. Cosa che di converso rende ancora più difficile diffondere tali proposte…

Aber das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.

Natürlich, denn laut Artikel ginge es im Falle Athesia genau um das selbe wie im Fall Berger. Dass Treuhandgesellschaften an und für sich nicht illegal sind ist denke ich jedem klar. Hier geht es wenn schon um den Verdacht auf Amtsmissbrauch, wie du richtig schreibst.

wie kann die athesia amtsmissbrauch begehen?

Wie bitte? Ich hab nur das wiedergegeben was im TZ-Artikel stand, vielleicht hat ihn noch wer gelesen und ich hab was falsch interpretiert…

Als ich damals den Titel in der TAZ gelesen habe, hatte ich ebenfalls den Eindruck, dass das Blatt eine Verbindung zwischen Berger (Amtsmissbrauch) und Athesia herstellen will… aber das ergibt doch keinen Sinn. Deshalb habe ich hier auch nachgefragt, worum es in dem Artikel wirklich ging…

Ich kann mir also gut vorstellen, dass du richtig wiedergibst, was in der TAZ stand. Nur, dass das eben ein unhaltbarer Vergleich ist.

wie kann die athesia amtsmissbrauch begehen?

Also hunter, entschuldige bitte, scheinbar bist du als Norditiroler nicht ausreichend informiert, aber der Chef von Athesia ist Direktor der Handelskammer und ein hohes SVP-Tier. Nebenbei kontrolliert man scheinbar die privaten Radiostationen Südtirols (eben laut TAZ-Artikel: RMI, den weitaus höchsten Marktanteil soweit mir bekannt ist) die größte Telekommunikationsgesellschaft usw. Dieser Zusammenhang ist wohl gemeint….

Also hunter, entschuldige bitte, scheinbar bist du als Norditiroler nicht ausreichend informiert

Also Steffl, wirklich…ich würde sagen, dass hunter besser informiert ist als die allermeisten Südtiroler, die ich so kenne. Und ich möchte weiters mal „meine“ Landsleute südlich des Brenners sehen, die sich andererseits in Nordtirol so gut auskennen wie hunter respektive für Südtirol!
:roll:

@ steffl
weiß ich schon.

Natürlich, denn laut Artikel ginge es im Falle Athesia genau um das selbe wie im Fall Berger […]. Hier geht es wenn schon um den Verdacht auf Amtsmissbrauch, wie du richtig schreibst.

ich bezweifle nur, dass eine gesellschaft „amtsmissbrauch“ begehen kann – und daher sind die fälle doch wohl etwas anders gelagert.

grundsätzlich habe ich mich allerdings mit der materie und mit treuhandgesellschaften im allgemeinen zu wenig beschäftigt und kenne auch die umstände zu wenig, als dass ich mir ein urteil anmaße.

@ beppi
danke, dass du mich so schön verteidigst :-), wo ich nicht einmal weiß welche „kulturmagazine“ es in nordtirol gibt.

Also Steffl, wirklich…ich würde sagen, dass hunter besser informiert ist als die allermeisten Südtiroler

@Beppi und hunter

Leute das war doch nicht bös gemeint :), hunter wird sich vermutlich auch ein großes Stück weit besser auskennen als ich was Südtirol anbelangt. Ich hatte nur einen Artikel der TAZ nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben, mit der Materie kenn ich mich selbst nicht aus. :pray:

Es gab vor Jahren in Brixen ein mehrsprachiges Jugendmagazin (ich glaube, es hieß „contact magazin“ oder „club magazin“, kanns jetzt aber nicht beschwören…), welches monatlich erschien und zweisprachig aufgezogen war. Also nicht die selben Artikel in deutsch und italienisch wiedergegeben, sondern abwechselnd ein Artikel in deutsch und der nächste italienisch.

Stichwort Medien und Athesia: endlich sind einmal in der Dolomiten-Zeitung heute auf Seite 22 die ganzen faschistischen Symbole, die in ganz Südtirol vom ital. Staat verbreitet worden sind und von diesem bankrotten Staat für Millionen renoviert(!) werden, aufgelistet. Ich hoffe doch dass dies aus Kalkül entstand und so die deutsche Bundeskanzlerin Merkel sich heute von den nationalistischen und faschistischen Umtrieben des italienischen Staates in Südtirol ein Bild machen kann.
Ich denke der italienische Staat unterschätzt die vielen Südtirolfreunde an den Finanzmärkten Europas und anderso. Man sollte als Staat Italien ein wenig Vorsicht walten lassen mit nationalistischen Maßnahmen aus der Vergangenheit und Südtirol endlich in Ruhe lassen, dann werden sich auch die Finanzmärkte vielleicht ein klein wenig beruhigen.
Schockierend war ein Bild in dem Dolomiten-Bericht: Scheinbar ist vor dem Gebäude des Regierungskommisärs in Bozen ein Liktorenbündel (sic!) angebracht, man will sich die Ideologie die dahintersteht nicht mal ausmalen. Stellt euch mal vor, bei einem Vertreter der deutschen Botschaft würden Hakenkreuze am Eingang hängen, so etwas wäre nie möglich und wäre zurecht ein Skandal in ganz Europa!!
Also, schön dass dies heute Angela Merkel in der „Dolomiten“ in Sulden lesen wird, die wird staunen mit was wir es hier in der „besten Autonomie der Welt“ zu tun haben. Jetzt weiß neben unserer Schutzmacht Österreich also auch die Bundesrepublik Deutschland bestens über die Absichten Italiens in Südtirol bescheid.

P.S.: Wenn man schon dabei ist, sollte man Angela Merkel (es ist fast sicher eh schon geschehen) davon berichten, was nächstes Jahr vom ital. Staat geplant ist. Dabei sollen in einem Minderheitengebiet Mitten in Europa (Südtirol) rund 400.000 italienische Soldaten (Alpini) aufmarschieren! N.B.: in Südtirol leben rund 350.000 deutschsprachige Leute!
Sind wir mittlerweile fast in China (macht China solche Aufmärsche in Lhasa eigentlich?) oder in Europa und ist so etwas laut europäischen Gesetzen überhaupt gestattet in einem Minderheitengebiet?

@steffl
ich habe vor kurzem eine mail mit den hinweis auf die faschistischen relikte und die verwendung von steuergeldern zur renovierung derselben und das mitten in der schlimmsten krise an verschiedene deutsche medien geschickt. echo bis jetzt gleich null. warum das so ist, keine ahnung. scheinbar ist es uninteressant oder man läßt den italienern bewusst viel zu viel durchgehen. aber man hat sich ja auch nicht aufgeregt als postfaschisten mit an der regierung waren, während man gegen österreich wegen der fpö ein riesen theater gemacht hat.
das alpini treffen ist nicht vom staat organisiert. schuld sind hier unsere eigenen politiker die dieses treffen wollen oder zumindest nicht verhindern. eine schande ist es trotzdem.

Ich hatte nur einen Artikel der TAZ nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben, mit der Materie kenn ich mich selbst nicht aus.

Es wäre aber nicht schlecht, etwas zu verstehen, bevor man es nicht nur widergibt, sondern als Argument in eine Diskussion einbringt.

Man sollte als Staat Italien ein wenig Vorsicht walten lassen mit nationalistischen Maßnahmen aus der Vergangenheit und Südtirol endlich in Ruhe lassen, dann werden sich auch die Finanzmärkte vielleicht ein klein wenig beruhigen.

Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass da eine Verbindung besteht…

Nein, natürlich nicht, aber es sind halt auch einige Südtirolfreunde an der Börse und den internationalen Finanzmärkten…man müsste doch in der Lage sein einmal einige Trümpfe auszuspielen, um endlich von diesem Staat loszukommen. Italien verhindert mit seiner ewiggestrigen nationalistischen Haltung doch nur das Zustandekommen der EU, wie es ursprünglich vorgesehen war…nämlich ein Europa der Regionen.

Italien verhindert mit seiner ewiggestrigen nationalistischen Haltung doch nur das Zustandekommen der EU, wie es ursprünglich vorgesehen war…nämlich ein Europa der Regionen.

:crazy:

Ach, und die »Südtirolfreunde« an den Finanzmärkten schießen Italien nicht wegen seiner enormen Staatsschuld, sondern wegen der faschistischen Relikte ab? Also den »Südtirolfreund« möchte ich erleben, der als Investor einen Verlust hinnimmt, um Italiens Politik zu beeinflussen. Das sind doch Wahnvorstellungen.

Ach, und die »Südtirolfreunde« an den Finanzmärkten schießen Italien nicht wegen seiner enormen Staatsschuld, sondern wegen der faschistischen Relikte ab? Also den »Südtirolfreund« möchte ich erleben, der als Investor einen Verlust hinnimmt, um Italiens Politik zu beeinflussen. Das sind doch Wahnvorstellungen.

Man muss nicht gleich so persönlich werden auf meine zugegebenermaßen sehr provokant-utopische Aussage.
Südtirol und auch die nationalistischen Symbole haben direkt keinen Einfluss auf die Börse, du kannst beruhigt sein.
Es ist aber eine Gesamthaltung der Politik und der Führung des Staates Italien, der dem Europa der EU mehr als zuwiderläuft, und das schon lange.
Liebe Leute, wer heute glaubt, dass Italien auf einmal nur wegen seiner Staatsschuld so ins Kreuzfeuer der Märkte gerät, ist naiv. Die Staatsschuld gibt es schon länger und Italien hat diese Probleme nicht von heute auf morgen.
Ja glaubt jemand allen Ernstes, dass es Zufall ist, dass Italien in seinem 150. Jubiläumsjahr von der Finanzwelt so abgeschossen wird? Glaubt ihr niemand da draussen bekommt mit, dass da ein Land in Europa ist, das gespaltener nicht sein kann, u.a. Nord-Süd-Gefälle. Glaubt ihr das hat das Vertrauen der Märkte in Italien erhöht? Und dass mit dieser Einheit Südtirol am wenigsten zu tun hat, ist allgemein bekannt. Kann sich jemand an die Schlagzeilen erinnern und die heftigen und überzogenen Reaktionen der geamten ital. Öffentlichkeit auf die wahrheitsgetreue Aussage von LH Durnwalder? Wieso diese Reaktionen wenn Südtirol schon so unwichtig ist?
Das steht doch symbolisch für die absolute Orientierungslosigkeit und verkennen der Realität, das das heutige Italien prägt. Da ist Steuerhinterziehung immer noch ein Kavaliersdelikt, eben genauso wie Faschismus und seine Symbolik oder das Festhalten an der heiligen Kuh der Brennergrenze.
Dass immer kleine Mosaiksteine in eine Krise eines Staates führen, bevor man dann nur mehr von einem Schuldenberg spricht, sollte jedem bewusst sein. Genauso ein kleiner Mosaikstein ist auch Südtirol, das mit der Einheit Italiens nix zu tun hat und somit auch nicht zum Vertrauen der Märkte in den ital. Staat beigetragen hat.

Jetzt scheinen den Leuten langsam ein Lichtlein aufzugehen. Italien ist auf dem Weg in die Pleite und aufhalten lassen wird sich das – wenn überhaupt – nur mehr sehr schwer!
Da können sie Sparpakete beschliessen wie sie wollen, es wird die Lage nur verschlimmern.
Wer bisher behauptete, dass wirtschaftliche Gründe keine guten Gründe wären um die Selbstbestimmung zu fordern, wird umdenken müssen.
Ich bin gespannt was die SWZ diese Woche titeln wird.

Und die südtiroler Systemmedien können diese Fakten auch nicht mehr schönreden. Medieneinfalt statt -vielfalt hin oder her.

@pérvasion

Heute auf Seite 22 der „Dolomiten“als große Überschrift: „SVP kämpft gegen Ausverkauf der Heimat“.
Von wegen Wahnvorstellungen… :ohno: :rofl:

Ich habe die heutigen Dolomiten noch nicht gesehen, verstehe aber nicht ganz, was der Ausverkauf der Heimat mit den »Südtirolfreunden« an den Finanzmärkten zu tun haben soll. Die (bzw. deren Einschreiten) habe ich nämlich als Wahnvorstellung bezeichnet.

Nix, egal, wollt nur ein bissl Humor reinbringen. Da der Thread ursprünglich von der Medienvielfalt handelt, wollte ich die bemerkenswerte Überschrift, die ich heut früh morgens beim Kaffee gelesen hab, als Beispiel dafür hernehmen, dass ich nicht der einzige mit sog. „Wahnvorstellungen“ bin. :vogel:

@alle
Hat jemand heute in der TAZ das Interview mit dem Rentenexperten Renzler gelesen? Selbst der TAZ-Journalist scheint von den Antworten dieses Experten baff zu sein, wenn er fragt: was können Österreich und Deutschland von Italien noch alles lernen? Zur Info: der Interviewte stellte Italien ein relativ gutes Zeugnis aus, wo selbst die nationalistischen Italiener anfangen, in diesem Staat alles schwarz zu sehen. Für wie blöd will man uns eigentlich alle verkaufen? Es scheint so als wollten sich alle möglichen Leute aus dem Umfeld oder direkt von der Sammelpartei als Retter Italiens aufspielen…Hat Südtirol Italien annektiert oder was?

a) Non faccio parte degli indipendentisti che si compiacciono della situazione economica dell’Italia. Tanto più che può tirar giù con se tutta l’area Euro (e oltre). D’altro canto, non faccio nemmeno parte di coloro che banalizzano la situazione, e fra gli unionisti ce ne sono tanti.

b) Su Renzler (non Renzier): [1] [2] [3]. Immagino che la Slovenia, Malta e Andorra non abbiano sistemi pensionistici — alla pari di stati più grandi, ma con un’economia basata sul turismo. :whistle:

Non ho mai detto che tu sia uno di quelli (coda di paglia?). Non avevo comunque dubbi sulla tua risposta. Notoriamente tu ti occupi di previdenza e Renzler di architettura. Quindi lui sulle questioni relative alle pensioni non è attendibile.

Tu sei solito fare allusioni, quindi se posti un link io traggo le mie conclusioni. Per il resto giudica tu se io debba avere la coda di paglia.

Non è che io mi occupi di pensioni. Semplicemente ci sono decine di esempi reali che ci dimostrano che anche paesi piccoli e/o basati su economie poco diversificate abbiano sistemi pensionistici funzionanti. E poi non è che l’Italia possa essere considerata l’eden delle pensioni.

Non alludevo a te. Alludevo certamente ad alcuni frequentatori di questo forum (frequentatori svolazzanti, come avvoltoi).

Forse gli esempi dei quali parli non sono poi molti. Bisognerebbe intendersene. Io non me ne intendo. Quindi posso concedere un po‘ di credibilità  preventiva a questo sig. Renzler, almeno dal punto di vista polemico. Sarebbe uno spunto interessante da approfondire, dicevo, visto che almeno lui espone un dubbio molto concreto riguardo al possibile sviluppo autodeterministico di questo spicchietto di terra.

Es ist für mich ein großer Paukenschlag in der Medienwelt in Südtirol, dass Athesia nun auch „SüdtirolNews“ aufgekauft hat. Somit sind alle deutschsprachigen (weiß nicht ob man die „Alto Adige“ schon aufgekauft hat) Nachrichtenseiten im Web in Athesia-Hand. Das ist der Hammer, und wohl die schwerwiegenste Nachricht der letzten Zeit im Bereich Medienvielfalt in Südtirol…!

Hier noch aktuell die Story der Woche in der TAZ die es beschreibt:

http://www.tageszeitung.it/storyderwoche.htm

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