Neben Verkehr, Umweltzerstörung, großteils unnötigen Infrastrukturen, Einschränkung von Grundfreiheiten und zusätzlicher Minorisierung haben uns die Nationalismusfestspiele 2026 auch noch mehrere Millionen Euro Schulden hinterlassen, die nun unter anderem mit Steuergeld aus Südtirol gedeckt werden müssen. Sie kommen hinzu zu den Kosten für ordentliche Wartung und Betrieb eines Eiskanals, der nicht einmal in Südtirol liegt und den (fast) niemand braucht. Und womöglich auch zu jenen für seine außerordentliche Instandsetzung, da die rund 120 Millionen Euro teure Bahn bekanntlich schon kurz nach den Spielen für geplante Wettkämpfe unbrauchbar war.
Einem Bericht von Rai Südtirol zufolge erwartet die Stiftung Milano-Cortina mittlerweile ein Minus von 310 Millionen Euro, wovon der Südtiroler Anteil auf fünf Millionen beziffert wird.
Derjenige, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass sich Südtirol — selbstverständlich ohne öffentliche Konsultation — überhaupt an dieser zweifelhaften Veranstaltung beteiligt hat, nämlich LH Arno Kompatscher (SVP), reagiert darauf laut Rai Südtirol mit einem klassischen Taschenspielertrick: Das Internationale Olympische Komitee (IOK) habe im Vorfeld der Spiele von Südtirol die Hinterlegung von zwanzig Millionen Euro als finanzielle Sicherheit verlangt. Wenn es jetzt also etwas zu bezahlen gebe, »können wir das mit diesem Geld stemmen«, so der Landeshauptmann.
Das klingt im ersten Moment beruhigend, ist aber in Wirklichkeit völlig irrelevant. Wäre es zu keiner finanziellen Schieflage gekommen, hätte das Land diese zwanzig Millionen einfach vollständig zurückbekommen. Ob die zusätzlichen fünf Millionen nun von dieser bereits hinterlegten Summe abgezwackt oder aus einem ganz anderen Topf entnommen werden, ist ein gedankliches Nullsummenspiel. Sie sind futsch. Kompatschers Argumentation trägt nur zur Verwirrung und Verschleierung bei.

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