Dass auf der offiziellen Website olympics.com selbst in der deutschen Sprachversion nicht der historisch gewachsene Ortsname »Antholz«, sondern ausschließlich die vom faschistischen Regime aufgezwungene Namenserfindung »Anterselva« verwendet wurde, darauf hatten zuerst Werner Pramstrahler in einem Kommentar auf
und anschließend die Schützen (SSB) hingewiesen.
Inzwischen wurde das Problem mehr schlecht als recht behoben.
Wie die Schützen nun jedoch erneut feststellen, ist die Situation vor Ort, in der ehemaligen Südtirol-Arena, um keinen Deut besser, wie sie mit mehreren Fotos belegen:
Fotos: SSB – Hervorhebungen (rot) von mir
Auch auf der offiziellen Olympia-Beschilderung an Ort und Stelle — also direkt vor der Nase der örtlichen Verantwortlichen, einschließlich des Landes — dürfen sowohl die nunmehrige Antholz-Arena als auch der gleichnamige See nicht den historisch gewachsenen Ortsnamen tragen. Die faschistische Umbenennung wird somit nicht nur reproduziert, sondern als einzig gültige Bezeichnung normalisiert.
Dass die Winterspiele unter der Bezeichnung Milano-Cortina firmieren und dieser Name folglich auch in Antholz verwendet wird, überrascht mich im Gegensatz zu den Schützen nicht. Es ist zwar höchst bedauerlich, dass die Veranstaltung ohne den ladinischen Namen »Anpezo« stattfindet, doch war kaum zu erwarten, dass dieser ausgerechnet in Antholz berücksichtigt wird, solange dies nicht einmal am Austragungsort selbst der Fall ist.
Foto: SSB – Hervorhebungen (rot) von mir
Worauf die Schützen gar nicht hinweisen, obwohl es auf ihren Fotos gut zu sehen ist: Es wurde nicht »nur« der historisch gewachsene Ortsname getilgt, als befänden wir uns bei Olympischen Spielen 1926 und nicht 2026. Vielmehr sind auch zahlreiche Hinweise für Besucherinnen nur auf Italienisch (groß) und Englisch (klein) angebracht. Das gilt sogar für sicherheitsrelevante Informationen wie die Kennzeichnung der Position des Zuschauerarztes. Von einer gleichberechtigten Mehrsprachigkeit kann also (wieder einmal) keine Rede sein.
Versagen des Landeshauptmanns
Dabei hatte Arno Kompatscher (SVP) Zweiflerinnen bereits 2019 versichert, die Olympischen Spiele als Gelegenheit nutzen zu wollen, um »die Besonderheiten Südtirols aufzeigen« zu können — ausdrücklich nannte er dabei »das Mehrsprachige« und »unsere Kultur«. Die Teilnahme Südtirols an dieser Großveranstaltung im Schlepptau Italiens — bzw. von Mailand und Anpezo — ist politisch großteils auf seinem Mist gewachsen. Und anders als vielerorts üblich, wurde die Bevölkerung nicht befragt.
Gerade deshalb wäre es seine Verantwortung gewesen, dafür zu sorgen, dass daraus kein Murks wird, wie es nun jedoch eingetreten ist.
Cëla enghe: 01




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