Mit reichlich Grünweißrot garniert hat Vize-LH Marco Galateo von den neofaschistischen Fratelli d’Italia in den sozialen Medien seine kommenden Termine veröffentlicht. Die entsprechende Grafik trägt dabei den stilisierten Tiroler Adler aus dem neuen Erscheinungsbild des Landes Südtirol.
Ankündigung von Marco Galateo (Querbalken von mir)
Das Land hatte erst kürzlich sein Corporate Design neu gestaltet. Das offizielle Landeslogo umfasst allerdings wesentlich mehr als das von Galateo verwendete Motiv:
Neues Logo des Landes Südtirol
Der Landeshauptmannstellvertreter übernimmt daraus lediglich das stilisierte Wappen und ersetzt die übrigen Bestandteile ausgerechnet durch eine senkrecht angeordnete italienische Trikolore und seinen Namen.
Das ist nicht »bloß« eine individuelle Interpretation des Landeslogos. Es ist dessen Gegenteil: Aus dem mehrsprachigen Erscheinungsbild des Landes wird eine italienisch-national eingefärbte Marke gemacht.
In seiner Position sollte Galateo eigentlich wissen, dass das Land für die Verwendung seiner Marke klare Regeln festgelegt hat. So heißt es in den offiziellen Richtlinien zum Corporate Design unter anderem, dass Änderungen am Text oder an den Proportionen nicht zulässig sind. Dagegen verstößt er hier ziemlich eindeutig.
Zulässige Verwendungszwecke der Marke (Quelle: Land Südtirol)
So wie Galateo jedoch bereits eigenmächtig und ohne erkennbare Konsequenzen die Landespressekonferenz italianisiert hat, schert er sich offenbar auch in diesem Fall nicht um Regeln, wenn es darum geht, ungebremst national(istisch)e Symbolik zu verankern.
Bemerkenswert ist zudem, dass er hier ausdrücklich weder als Parteifunktionär noch als Landesrat für italienische Schule und Kultur, sondern als Landeshauptmannstellvertreter agiert. Dies macht sowohl die Verfremdung des Logos als auch die italienische Einsprachigkeit der Ankündigung noch brisanter. Es ist ein Unterschied, ob ein Politiker von Fratelli d’Italia auf einem parteipolitischen Flyer die italienische Trikolore verwendet oder ob er als Vize-LH ein Element des offiziellen Erscheinungsbildes des Landes nimmt und es mit den Farben des italienischen Staates kombiniert.
Dass er zudem die deutsche Sprache kaum beherrscht, ist das eine. Dass er sie jedoch selbst im schriftlichen Gebrauch marginalisiert oder — wie hier — ganz weglässt, ist inakzeptabel.
Interessanterweise teilt Galateos Parteikollege Antonio Bova, Gemeinderat in Brixen, gerade gegen den Verband der Südtiroler Musikkapellen aus. Dass diese deutschsprachige, private Vereinigung eine Einladung zum Bezirksmusikfest nicht ins Italienische übersetzt hat, bezeichnet der Recke als »respektlos«. Ein offizieller Amtsträger, der kein Deutsch spricht und auch seine Termine nicht auf Deutsch ankündigt, ist aus Sicht der Fratelli aber offensichtlich kein Problem. Die Katze kann das Mausen einfach nicht lassen.




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