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Dank an Napolitano — not in my name.

Der italienische Staatspräsident, seines Zeichens Träger des Südtiroler Verdienstordens, ist zurückgetreten. Dass es wie schon einmal einen Rücktritt von der (geplanten) Pensionierung bzw. vom Übergang in den Status eines Senators auf Lebenszeit geben wird, steht nicht zu erwarten.

Landeshauptmann Arno Kompatscher hat sich — wie das Landespresseamt berichtet — in einem Brief an den scheidenden Staatspräsidenten gewandt, um ihm zu danken. Ausdrücklich hat er dies nicht nur als Landeshauptmann, sondern im Namen »der gesamten Südtiroler Bevölkerung« gemacht. Nach meiner Auffassung einer pluralistischen Gesellschaft darf sich aber nicht einmal ein Landeshauptmann ohne weiteres anmaßen, für die Gesamtheit der Bürgerinnen zu sprechen, insbesondere dann nicht, wenn er dabei nicht wenigstens die im Landtag vertretene Vielfalt berücksichtigt. Und dass der Dank an den Hüter der italienischen Verfassung (und somit auch der Einheit und Unteilbarkeit des Staates!) nicht im Sinne eines Selbstbestimmungs- und Unabhängigkeitsbefürworters sein kann, dürfte offensichtlich sein. Deshalb sage ich an dieser Stelle laut und deutlich: Nicht in meinem Namen.

Darüberhinaus darf unter anderem erinnert werden, dass Giorgio Napolitano die Südtirolerinnen anlässlich der italienischen 150-Jahr-Feiern zur Identifikation mit der »Nation« aufgerufen hatte; dass er erst kürzlich behauptet hat, Südtirol habe sich für den Verbleib bei Italien entschieden; oder dass er sämtliche Autonomieverletzungen der letzten Jahre nicht nur stillschweigend hingenommen, sondern durch seine Unterzeichnung der einschlägigen Maßnahmen aktiv mitgetragen hat. Napolitano mag also vielleicht für Italien ein guter Präsident in einer schwierigen Phase gewesen sein, einem Dank in meinem Namen und aus Sicht der gesamten Bevölkerung unseres Landes kann ich aber leider nicht zustimmen.

Nationalismus Politik Selbstbestimmung Zentralismus | | Arno Kompatscher Giorgio Napolitano | LPA | Italy Südtirol/o | SVP | Deutsch

10 replies on “Dank an Napolitano — not in my name.”

… auch nicht in meinem Namen.
Der Grund, dass Jemand abtritt, dessen Ausscheiden von der Politik und damit finanzielle Belastung eines jeden Bürgers darstellt, kann nicht Basis für (für meine Begriffe ungerechtfertigte )Lobeshymnen sein.
Dieser Posten scheint mir so überflüssig wie ein Kropf !

Ein integrer Politiker der trotz seines Alters seine Pflicht erfüllt hat, als der Staat ihn brauchte, einer der nach “Berlusconismus”wieder zu besserem Ansehen Italiens im Ausland beigetragen hat, einer der für politische Stabilität steht.
Chapeau!

Genau – auch wenn es nicht immer perfekt gepasst hat, Italien hat bei weitem schlechtere, unintegere und autonomiefeindlichere Politiker gesehen. Den Dank an den Einäugigen unter den Blinden – gerne auch in meinem Namen.

Die Südtiroler sind eben ein bescheidenes und genügsames Völkchen. Mag die Situation noch so dramatisch sein, einen Einäugigen unter den Blinden wird man stets finden, bei dem man sich bedanken (und dem man vielleicht noch einen Orden umhängen) kann. Wahrscheinlich war das im Faschismus auch nicht anders.

Trotzdem: Es reicht im Prinzip ein einziger Widerspenstiger, um die Aussage des Landeshauptmanns, er spreche im Namen der gesamten Südtiroler Bevölkerung, hinfällig zu machen.

(Die Aussage »alle Raben sind schwarz« ist falsch, sobald ich einen Raben gefunden habe, der nicht schwarz ist. Da nützt es auch nichts, wenn man dem eine Milliarde schwarzer Raben gegenüberstellt.)

Auch ich möchte hier meine Verwunderung über unseren LH kundtun.
Man mag zur Person Napolitano stehen wie man will, aber als LH eines Autonomen Gebietes, dass in den Jahren in denen Napolitano an der Spitze war, ständig (!) um seine verbrieften Rechte streiten musste, sehe ich es als falsches Zeichen den ital. Präsidenten zu loben.
Sicherlich hatte der Präsident nicht direkt Schuld an den täglichen Angriffen auf unsere Autonomie durch die staatl. Institutionen, aber in seiner Position hätte ein Wort gereicht um dem Einhalt zu gebieten. Immerhin ist diese unsere (Voll)Autonomie ja in seiner geliebten Verfassung festgeschrieben. …
Somit: NICHT IN MEINEM NAMEN!

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