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Standort Nordtirol.
Quotation 246

Dauer für eine Baugenehmigung: ein bis zwei Monate. Grundstückskosten: ein Drittel von Südtirol. Ein Flughafen und eine Universität in unmittelbarer Umgebung, eine tolle Autobahnanbindung, eine klare und nachvollziehbare Gesetzgebung, die eine schnelle Rechtsprechung ermöglicht, eine echte Mehrsprachigkeit…

In Südtirol sind wir noch sehr auf die Zweitsprache konzentriert. Doch da draußen in der Welt interessiert es niemanden, wie gut jemand Deutsch und Italienisch kann. Wichtig ist vor allem, richtig gut Englisch zu beherrschen, und da sind uns die Österreicher einen Schritt voraus.

Ja, selbst der Landeshauptmann von Tirol Günther Platter hat sich kürzlich dafür eingesetzt, dass wir für eine Seilbahn im Iran innerhalb kurzer Zeit eine Exportgenehmigung vom österreichischen Außenhandelsministerium erhalten haben. Jetzt müssen wir für eine Materialseilbahn im Iran der Leitner AG dieselbe Exportprozedur in Italien durchziehen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis wir vom italienischen Außenhandelsministerium eine Antwort bekommen.

Anton Seeber, Juniorchef der Leitner AG im Salto-Interview, über den Unternehmensstandort Nordtirol.

Siehe auch:

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8 replies on “Standort Nordtirol.
Quotation 246

Endlich! Der Blick über den eigenen Tellerrand. Danke Salto, danke Leitner Gmbh. .
Bzgl. Mehrsprachigkeit zahlt sich da auch ein Blick ins Trentino mit äusserst ambitionierten Schulprojekten aus.
Jetzt bloss nicht zu viel auf der Brennsuppe daherschwimmen.

In dieser Hinsicht haben die Regierenden in Südtirol den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt und meinen immer noch, “wir sind die Besten”. U. a. auch deshalb , weil wir uns stets mit Italien – da sind wir in der Tat der Einäugige unter den Blinden – anstatt mit den Besten messen.

Sicuramente son argomenti esposti a ragion veduta…
Non mi trovo invece d’accordo con la priorità  data all’inglese dall’imprenditore. Il mondo vuole che si parli inglese? Quindi dovremmo stracciarci le vesti e buttare a mare un buon italiano ed un buon tedesco per compiacere il trend?
I trend possono cambiare nel giro di pochi anni. La cultura secolare di un popolo è una cosa diversa. Non si possono mettere sullo stesso piano.
L’inglese per le nuove generazioni poi ha molti più canali di apprendimento di quanti crediamo, perché (purtroppo) è molto difficile isolarsi dal resto del mondo…

Tatsache ist, dass die Geschäftssprache N1 Englisch ist und für weiter Generationen auch bleiben wird. Selbst Asiaten verschiedener Länder unterhalten sich in Englisch. Wer jemals in diesem Raum etwas zu tun hatte weiss, dass die einzige Sprache die die Möglichkeit hätte zur Geschäftssprache zu avancieren nämlich Mandarin, wird von allen nicht Chinesischen Ländern boykottiert weil China für all diese Länder eine Bedrohung darstellt.
Im Rest der Welt ist die Situation eh klar.
Da wir ein Land sind das auch vom Export und immer mehr von Touristen ausserhalb deutschsprachiger bzw. italienischsprachiger Länder abhängig sind, ist Englisch ein MUSS. Über diese Erkenntnis dürfte nicht einmal eine Diskussion entstehen, so klar sollte dies sein. D.h. nicht das auch die zweite Landessprache erlernt werden muss, aber Englisch sollte zumindest den Stellenwert der zweiten Landessprache erhalten.

Dem Herrn Seeber sind die Einheimischen wohl ziemlich egal, wenn er nicht für nötig hält, Deutsch zu können.

Aber mit Touristen lässt sich halt mehr Gewinn erzielen.

erstens sagt seeber das nicht und zweitens argumentiert er in diesem interview als unternehmer von einem rein wirtschaftlichen standpunkt aus. und von diesem aus gesehen hat er wohl recht.

So ist es. Das ist ein wirtschaftlicher Standpunkt, den gibt es auch und als solcher ist er interessant. Es geht hier wohl nicht darum, Deutsch und Italienisch zu vernachlässigen. Aber: Vielleicht trägt Seebers Aussage ihr Körnchen dazu bei, dass wir uns bewusst werden, wie sehr wir quasi nur noch über den Deutsch- und Italienischunterricht sprechen und vielleicht andere Fächer vernachlässigen.

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