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Timperio: »Demokratische« Partei?

Die STF hat einen Facebook-Kommentar des PD-Gemeinderatskandidaten Marco Timperio veröffentlicht, der im Zusammenhang mit dem Unabhängigkeitswunsch vieler SüdtirolerInnen und der STF-Gemeinderatskandidatur in Bozen auf die wüstesten populistischen »Argumente« zurückgreift.

Marco Timperio: FB.

Quelle: STF

In ihrer Stellungnahme zu Timperios Wortwahl spricht die STF von »antideutscher« Haltung — vielmehr muss man aber von »undemokratisch« sprechen. Der Vorsitzende von Mix-Ling – Eltern per una cultura plurilingue lädt BürgerInnen und PolitikerInnen, die eine andere Meinung vertreten, als er selbst, wie in »guten alten Zeiten« dazu auf, das Land zu verlassen. Die Tickets (ohne Rückfahrt) würden »wir Italiener« bezahlen. Am Ende weist er noch darauf hin, dass »euch« vielleicht auch »die Österreicher« nicht wollen.

Immer wieder wird in Südtirol eine völlig demokratische und politisch legitime Position, wie jene, die Frage nach der staatlichen Zugehörigkeit einer Volksabstimmung zu unterwerfen, von angeblichen »Demokraten« mit wüsten Beschimpfungen und Anfeindungen quittiert.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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20 replies on “Timperio: »Demokratische« Partei?”

Dieser Herr sollte sich am besten selbst ein Zugticket kaufen. Bei seinen italienischen Landsleuten fühlt er sich bestimmt wohler.

hab ich mir auch gerade gedacht. das ist unfreiwillig komisch was “tiroler bua” und “sandro r.” hier abziehen. fällt für mich unter die kategorie “das traust di nie!”
in etwa so wie das hier.

Interessant ist auch, dass dieser Herr auch am Tisch zur Bildung und Schule bei den thematischen Workshops gesessen ist, hunter war auch dabei. Er sprach immer von einer mehrsprachigen Schule usw. Wie weltoffen und demokratisch diese Herren sind, erkennt man immer schnell, wenn sie sich in ihrer “Italianità ” angegriffen fühlen. Dann wird schnell mit Deportation gedroht.

Marco Timperio hat sich auch darüber beklagt, dass die Moderatoren – bis auf eine kurze Begrüßung – nur Deutsch gesprochen hätten.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1595459404103800&id=100009192671532

Diesbezüglich gilt es zu erwähnen, dass bei diesen Veranstaltungen das “Muttersprachenprinzip” angewendet wurde (die Moderatoren waren alle deutschsprachig), es aber einen Übersetzungsdienst gab. Ich sehe das als eine Grundsatzentscheidung.

Entweder man sagt alles auf Deutsch und alles auf Italienisch – was sehr lange dauert und worüber sich die Leute bei den Open Spaces auch aufgeregt haben, da ohnehin die meisten Teilnehmer beide Sprachen verstehen würden.
Oder man wechselt zwischen Deutsch und Italienisch ab (wiederholt allerdings nicht die jeweiligen Inhalte). Dann wiederum besteht die Gefahr, dass sich jene aufregen, die nur eine Sprache verstehen.
Also hat man sich für das Muttersprachenprinzip mit Übersetzung entschieden.

Dieser Herr sollte sich mal in die Lage eines Deutschen hineinversetzen und dann im Krankenhaus, bei der Post, bei der Polizei, bei der Militärpolizei, usw. versuchen, seine Muttersprache zu sprechen.

Viel bedenklicher als die Aussage an sich finde ich, dass italienischsprachige Politiker (fast) aller Parteien in Bozen glauben, mit solchen Aussagen unter ihen Mitbürgern Stimmen gewinnen zu können.
Denn um mehr ist es bei dem Statement meiner Ansicht nach wohl nicht gegangen.
Nicht ärgern, nur wundern…

Ich finde die Äußerung von Timperio weder rassistisch noch antidemokratisch sondern einfach blöd… Wie die von Kollman übrigens, der aus Bozen wieder eine “deutsche” Stadt machen will 😱

Questo dopo anni ed anni di leccaculismo reciproco SVP-PD.
Queste affermazioni a Bolzano (e solo a Bolzano) sono purtroppo ancora pane quotidiano. E sono il risultato evidente di una mancata integrazione da parte di ampie porzioni di popolazione cittadina.
Poi fare una bandiera dei Mix-Ling per delegittimare le posizioni che non rientrano nei propri modelli di integrazione (probabilmente viziati da un nazionalismo di fondo) non è una cosa affatto nuova. Ci han provato in fondo quasi tutti, dalla Artioli a Holzmann, che manca poco ci provi anche Casapound. Questo perchè il modello di integrazione bolzanino è sostanzialmente tutto all’ombra della bandiera italiana. Non esiste una via tirolese all’integrazione. Non in città .

Wie konnte Marco Timperio bei einer solchen Lebenseinstellung jemals für die deutschsprachige Firma Atzwanger AG arbeiten …

immer der Reihe nach:
1. Marco Timperio reagiert auf Deutschnationalismus mit Italofaschismus übelster Sorte

Ma se l´Italia non vi piace perche non ve ne andate in Austria.

Marco Timperio:
Welche Konsequenzen hat eine solche Aussage innerparteilich, oder mit dem Koalitionspartner SVP?

2. @ChristianKollmann: Warum beruft man sich letztens immer wieder auf eine deutschnationale anstatt einer österreichischen Tradition? Letztere wäre zumindest historisch richtig. Anstatt dem Kandidaten des PD Extremismus und Rassismus zuzuschreiben, greift man lieber in die politische Trickkiste und sichert sich den Applaus der eigenen Wähler, indem man aus einem “grün-liberal-bürgerlichen”- politischen Rivalen das Feindbild des “Pazifaschisten” kreiert. Das ist Populismus ohne Inhalt.

3. BBD greift das Feindbild wohlwollend auf: die Aussagen von Markus Lobis sind ungeschickt, trotzdem sollte das “wahre Übel” nämlich der Rassismus der Aussage Timperios in den Vordergrund gestellt werden, nicht dessen falsch- liberale Duldung, ansonsten droht ein “Böhmermann”- Effekt

Liebe MITTE bitte endlich aufwachen, bevor man den Geist nicht mehr in die Flasche bekommt.

Eine Differenzierung zwischen Abgrenzung und Rassismus ist wohl der Schlüssel einer sachlichen Annäherung an übersteigerten Nationalismus:
zum Thema Ausgrenzung gibt es ein interessantes Interview mit dem leider gesch…. Grünen Efgani Dönmez:

Sind bei archaischen Stammesgesellschaften, die einen Gottesstaat errichten wollen die Grenzen
des Liberalismus erreicht? Wann wird die Errungenschaft des Rechtsstaats in Frage gestellt?

Und noch ein weiterer Grüner nämlich Peter Pilz definiert die Grenzen von Gesetz und Ordnung klar:

“Frauen haben Angst vor fremden Männern, die sie am Praterstern, am Markt in Ottakring und an anderen Orten der Stadt angreifen. Banden ausländischer Jugendlicher kämpfen gegeneinander und gegen alle, die sich ihnen in den Weg stellen. Albanische und nigerianische Banden kontrollieren das Drogengeschäft. Andere treiben von kleinen Geschäftsleuten Schutzgelder ein.

Die Polizei ist längst an allen Grenzen der Belastbarkeit angekommen. Wenn eine Polizistin einer angegriffenen Frau rät, ihre Haare zum eigenen Schutz dunkel zu färben, ist das Ausdruck von Überforderung und Hilflosigkeit.

Ein Rechtsstaat darf nicht zusehen, wie Intoleranz, Frauenfeindlichkeit und rohe Gewalt eine Grenze nach der anderen verschieben. Es stimmt, viele der Täter haben selbst Schreckliches erlebt. Sie sind selbst verletzt und traumatisiert. Aber in dem Moment, in dem sie Wehrlose angreifen, sind sie Täter. Und sonst nichts.

Ihr Weg ist im Rechtsstaat im Fall des Schuldspruchs klar vorgezeichnet: Haft, Abschiebung. Wir werden unseren Rechtsstaat nicht schwächen, um scheinbar stärker zu werden. Aber wir werden klarmachen, dass es null Toleranz gibt: für Banden, die Menschen terrorisieren, für Asylwerber, die Frauen und Kinder angreifen und für organisierte Kriminelle, die Wohnungen und Häuser plündern und aus Kindern Suchtkranke machen.

Aber: Wir müssen alle schützen. Nicht nur die Frauen, die von Ausländern, sondern auch die, die von “unseren” Männern angegriffen werden. Alle Asylwerber als Vergewaltiger denunzieren und gleichzeitig Frauenhäuser und andere Schutzeinrichtungen bekämpfen, das ist ebenso doppelbödig wie niederträchtig.

Wir brauchen mehr Polizei. Und wir brauchen eine bessere Polizei. Die den Praterstern wieder sicher macht und die Bandenkriminalität erfolgreich bekämpft.

Und wir brauchen eine Flüchtlingspolitik, die Menschlichkeit und Vernunft verbindet. Wir wissen: Solange es nur illegale Wege nach Europa gibt, kommen die Stärksten. Wenn es legale Wege gibt, entscheiden wir, wer kommt. Wir werden uns nicht für die Stärksten auf der Flucht, sondern für die Besten in der Integration entscheiden. Viele von ihnen werden die Frauen mit ihren Kindern, die jetzt in Elendslagern festsitzen, sein. Und selbstverständlich haben wir Europäer Platz für die, die ohne unsere Hilfe nicht überleben können.

Wer Sicherheit, Rechtsstaat, Demokratie und Freiheit will, braucht Gesetz und Ordnung. Nicht nur in England nennt man das Law and Order. Zurecht.

p.s.: Es klingt paradox, wenn sich Wien trotzdem noch die “sicherste Großstadt der Welt” nennt. Aber es stimmt. Wir in Wien haben die Chance, den bedrohlichen Anfängen zu wehren. Andere haben diese Chance längst verpasst.”

(Peter Pilz)

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