Bei den Olympischen Winterspielen von Mailand und Anpezo waren Fans in Bormio bei einem Rennen im Skibergsteigen von rabiaten Ordnern des Veranstalters katalanische Flaggen abgenommen worden. Anschließend gewann ausgerechnet der Katalane Oriol Cardona die Goldmedaille.
Während man sich andernorts vielleicht damit begnügt hätte, resignierend auf die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) zu verweisen, denen zufolge Symbole untersagt werden können, die nicht zu einem Teilnehmerstaat gehören, war die Empörung in Katalonien groß. Josep Rull (Junts), Präsident des katalanischen Parlaments, sprach in Bezug auf die Beschlagnahme der Flaggen von einem inakzeptablen Vorgehen und wandte sich an das IOK.
In seiner offiziellen Antwort verteidigte Christophe Dubi, Exekutivdirektor Olympische Spiele beim IOK, die bestehenden Regeln zwar grundsätzlich, da sie dazu beitrügen, offensiven politischen Aktionen vorzubeugen, die im Widerspruch zur Olympischen Charta stünden. Andererseits zeigte er sich jedoch mit den von Rull vorgebrachten Sorgen einverstanden und erklärte, die Kannbestimmung solle »flexibel und vernünftig« angewandt werden. Er versprach, dass man darauf bei künftigen Ausgaben der Olympischen Spiele achten werde.
Das ist zwar noch keine ganz zufriedenstellende Lösung, da damit weiterhin zwischen erlaubten staatlichen und lediglich geduldeten nichtstaatlichen Symbolen unterschieden wird, wäre jedoch bereits ein Fortschritt.
Rull hatte zuvor von einer unzulässigen Einschränkung der Meinungsfreiheit gesprochen. Seine Partei, Junts, will zudem die spanische und die katalanische Regierung dazu bewegen, gegenüber dem IOK tätig zu werden, damit sich solche Vorfälle in Zukunft nicht mehr ereignen.

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