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Fußball: Italien raus, Politik rein.

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Lasst den Sport in Ruhe, vermischt ihn nicht mit der Politik! So oder ähnlich tönt es häufig, wenn es zum Beispiel um die Einrichtung eigenständiger Südtiroler Sportteams geht — oder wenn Kritik an übermäßigem Nationalismus geübt wird.

Nun ist die italienische Fußballnationalelf der Männer im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina zum dritten Mal in Folge an der Qualifikation für die Weltmeisterschaft gescheitert. Dass die blutrünstige Hymne abgesungen (und ein Vers daraus sogar auf die Mannschaftstrikots gedruckt) wurde, hat diesmal auch nicht mehr geholfen.

Im ach so unpolitischen Sport ist interessant, wie das politische Italien reagiert: Vierzig Senatorinnen aus allen politischen Lagern richteten eine parlamentarische Anfrage an die Regierung und verlangten den Rücktritt von Verbandschef Gabriele Gravina. Matteo Salvini, Minister und Lega-Chef, forderte dies schon wenige Minuten nach Spielende am Dienstag. Der ehemalige PD-Regierungschef Matteo Renzi (Italia Viva) übte scharfe Kritik an der Nationalmannschaft und bezeichnete es als groben Fehler, zu übersehen, dass Fußball nicht nur Spaß, sondern Teil der Identität und Kultur des Landes sei.

Solche Aussagen machen deutlich, wie unhaltbar die Erzählung vom unpolitischen Sport ist. Nationalteams sind keine neutralen Gebilde, sondern Ausdruck des Staates — mit Hymnen, Flaggen und symbolischer Aufladung.

Den Rücktritt von Gravina und eine »Neugründung des italienischen Fußballs« forderten auch FdI-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Galeazzo Bignami und — etwas verklausulierter — Senatspräsident Ignazio Benito La Russa (FdI), der das zweithöchste Amt im Staat innehat.

Und Sportminister Andrea Abodi, der angab, sich diesbezüglich mit Regierungschefin Giorgia Meloni (FdI) abgestimmt zu haben, bringt sogar ein Einschreiten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) ins Spiel, um den Verbandschef durch einen Kommissär zu ersetzen, falls er nicht von sich aus zurücktritt.

Fürwahr: Sport und Politik sind (nicht nur) in diesem Staat zwei strikt voneinander »getrennte« Sphären. Bleibt der sportliche Erfolg aus, wird der Fußball zur Staatsangelegenheit.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 08



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Comentârs

3 responses to “Fußball: Italien raus, Politik rein.”

  1. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Als Italien bei der Fußballweltmeisterschaft 1966 in England bereits in der Vorrunde von Nordkorea (!) aus dem Rennen geworfen wurde, war die Begeisterung in Südtirol riesengroß. Im damaligen Gasthof Goldener Adler in Brixen, wo viele Sportbegeisterte das Spiel verfolgten, wurde spontan Geld gesammelt, um den Nordkoreanern mit einem Geschenk (ein Karton Silvaner) für ihren tapferen Einsatz gegen die Italiener zu danken. Diesmal haben uns die Bosnier-Herzegowiner dankenswerter Weise vor den nationalistischen Autocorsi der “tifosi” bewahrt.

    1. Rodolfo Panetta avatar

      Ich erinnere mich noch gut an das Ausscheiden gegen Nordkorea 1966 durch das Tor von Pak Do Ik. Ich war damals 14 Jahre alt. Aber der Verband hat damals Konsequenzen gezogen, welche italienische Talente gefördert haben. Es war Schluß damit, ausländische Stars zusammenzukaufen, die italienische Talente verdrängten. Solch eine Sperre brauchen wir heute wieder, auch wenn die EU-Granden dann schäumen. Den Erfolg konnten wir bereits 1968 mit dem Gewinn der Europameisterschaft ernten, auch wenn im Halbfinale gegen die UdSSR Losglück dabei war. Es gab damals noch kein Elfmeterschießen.

  2. Stuff avatar
    Stuff

    Solche Politiker disqualifizieren sich selbst. Schuster bleib bei deinen Leisten!

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