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Mussolini gegen Streichung der Ehrenbürgerschaft.

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Der Regionalrat von Trentino-Südtirol verabschiedet einen antifaschistischen Beschlussantrag, der unter anderem die Aberkennung von Ehrenbürgerschaften an Benito Mussolini fordert.

Was macht man da als »seriöse« italienische Tageszeitung? Genau: Man fragt — natürlich ohne jede Distanzierung und kritische Einordnung — bei der Enkelin des Duce nach, ob das sinnvoll ist. Sie muss es ja wissen.

Titelseite Corriere (Südtirolbeilage) vom 28. April 2026 – Ausschnitt

Gleich von der Titelseite des heutigen Corriere (Südtirolausgabe) weg darf sich also Edda Negri Mussolini, die den Nachnamen ihres Großvaters sogar erst 2012 im Erwachsenenalter — also bewusst — angenommen hat, darüber auslassen, wie überflüssig und was für eine Zeit- und Geldverschwendung das doch wäre.

Unwidersprochen schildert sie einer Südtiroler Leserinnenschaft auch noch Mitleid heischend die angeblichen Ungerechtigkeiten, die ihrer Familie widerfahren seien sowie die Anfeindungen und Diskriminierungen, die sie mit ihrem Nachnamen — dem Namen eines der größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts — zu ertragen habe. Über das ungleich größere Leid, das ihr Großvater über Europa und die Welt (und eben auch über Südtirol) gebracht hat, verliert sie hingegen kein einziges Wort. Im Gegenteil darf sie abschließend noch erklären, dass der Tag der Befreiung vom Faschismus am 25. April für sie »nichts anderes« sei als der Todestag ihrer Mutter im Jahr 1968.

Wie tief kann man als Medium eigentlich noch sinken?

Da der Beschlussantrag auch den Nationalsozialismus und andere Totalitarismen erwähnt, dürfen wir uns wohl bald auch auf Einschätzungen aus dem familiären Umfeld von Adolf Hitler, Josef Stalin oder Mao Zedong freuen. Ihnen jetzt ebenfalls das Wort zu erteilen, wäre so wichtig.

Übrigens: Angst macht Edda Negri Mussolini Italien (s. Titel des Zeitungsartikels) selbstverständlich nicht wegen des wiederauferstehenden Faschismus, sondern wegen der Gewalt in Filmen, Videospielen und sozialen Medien.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07



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Comentârs

2 responses to “Mussolini gegen Streichung der Ehrenbürgerschaft.”

  1. Walter Kircher avatar
    Walter Kircher

    … immer DANKE für gewissenhafte Veröffentlichung bbd-seits!
    Der Druckpresse von heutzutage, die unzähligen, unsäglichen Nachrichten und Krimis – auch im Öffentlich-rechtlichen Fernsehen und im Netz allgemein – sind wohl Zeugnis von Anstand, Benehmen, Denkweise und Verhalten vieler Heutiger. – Das Interesse an solchen Berichten schaukelt den Zustand wohl weiter in die Höhe!
    – WO BLEIBT DIE VERANTWORTUNG ?

  2. Hartmuth Staffler avatar
    Hartmuth Staffler

    Laut Medienberichten hat die Stadt Pergine beschlossen, Mussolini die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. Statt dessen soll Ida Dalser, die erste Ehefrau Mussolinis, die er in der damaligen psychiatrischen Anstalt in Pergine hat einsperren und dann ermorden lassen, um seine neue Ehefrau Rachele Guidi auch kirchlich ehelichen zu können, jetzt zur Ehrenbürgerin von Pergine werden. Eine späte Ehre für diese bedauernswerte Frau, und auch eine dauernde Mahnung für die katholische Kirche, die die “Scheidung auf Italienisch” (Ermordung der Ehefrau) immer toleriert hat.

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