von Brigitte Foppa (Grüne)
Trient hat immer noch einen besonderen Ehrenbürger: Benito Mussolini.
Gruslig und fast unvorstellbar, was in unserer Nachbarstadt Trient passiert ist.
Der Gemeinderat hat die Aberkennung der Ehrenbürgerschaft an Benito Mussolini abgelehnt. Und das im Jahr 2026. Dass man also noch diskutieren muss, ob Mussolini ein Diktator, ein Massenmörder, ein Manipulator, ein Staatsmann, der Hunderttausende von Menschen auf dem Gewissen hat, war, ist nun unwiderlegbar.
Im Trentino! Dabei: Wie Mussolini mit Minderheiten umgegangen ist, wissen wir in unserer zum Thema leidgeprüften Region am allerbesten.
Es hat Proteste gegeben. LH Arno Kompatscher hat geschimpft, auch die Süd-Tiroler Freiheit. Beide Proteste sind nicht ohne Ironie. Denn Kompatscher hat ja genau die Leute, die für den Ehrenbürger (es ist zum Kotzen) Mussolini gestimmt haben, in seine Landes- und Regionalregierung geholt. Und die Süd-Tiroler Freiheit, namentlich Sven Knoll, proklamiert den Antifaschismus — dabei wiederholt er unermüdlich selber rassistische Thesen, genau gleich wie es die Faschisten getan haben.
Ich war vor Kurzem im Museo della Liberazione in Rom. Es hat mich sehr beeindruckt, wie die dort ausgestellten Medienberichte den heutigen gleichen. Judenhass von gestern und Migrantenhass von heute, es sind die gleichen Ausprägungen einer rassistischen Rechten. Antifaschismus predigen und Rassismus säen, das geht gar nicht zusammen.
Und so ist unsere Gegenwart von diesen absurden Gegensätzen geprägt. Ich habe die Kollegen des Trentino aufgefordert, auf die Straße zu gehen, um das zu klären. Wo wir stehen, wo wir hinwollen und was wir ganz bestimmt nicht wollen.
Es hat so gut getan, das in Bozen bei der Demo gegen Faschismus zu sehen. Es braucht jetzt Mut, und die Klarheit, Nein zu sagen. Wir sollten uns nie vorwerfen müssen, geschwiegen zu haben, wenns nötig war zu sagen: Nein zu Faschismus, Nein zu Totalitarismus, Nein zu Rassismus.
Sagen wir es.

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