Schlampige Einzugsdienste.
Wo sind Velturns, Varn und Naz?

Die Südtiroler Einzugsdienste wurden 2013 auf Betreiben des Landes Südtirol und des Gemeindenverbandes als lokale öffentliche Gesellschaft zur Einhebung von Steuern und Gebühren aus der Taufe gehoben.

Schon im Fall des öffentlichen Ausschreibungsportals sowie der Webauftritte des Safety Parks oder für »Integration und Zweisprachigkeit« (!) hatten wir auf mangelnde Sorgfalt hingewiesen — ein Vorwurf, den man auch in Bezug auf die Homepage der Südtiroler Einzugsdienste nur wiederholen kann.

Ein Beispiel: Will man mit dem angebotenen ePayment-System eine Zahlung für eine Südtiroler Gemeinde tätigen, muss man sich durch eine Liste wühlen, die zwar fein säuberlich nach dem Anfangsbuchstaben des Gemeindenamens geordnet ist, aber nur, wenn man bemerkt, dass als Kriterium Tolomeis Übersetzungen benutzt wurden. So folgen auf B wie Bruneck plötzlich K wie Kaltern, T wie Tscherms oder G wie Graun, die gemeinsam haben, dass deren »italienische« Ortsbezeichnung mit C beginnt. Nicht nur politisch ein Unding, sondern bei 116 Kommunen auch alles andere als übersichtlich.

Als Krönung kommt noch hinzu, dass die angeblich »deutschen« Ortsbezeichnungen auch noch mehrmals falsch geschrieben wurden, was die Suche nicht gerade erleichtert. So finden wir Naz-Schabs (statt Natz-Schabs), Varn (Vahrn) und Velturns (Feldthurns).

Fazit: Einmal mehr muss leider von Hemdsärmeligkeit und wenig Rücksicht für die in Bezug auf ihre Sprachrechte ohnehin nicht verwöhnten Südtirolerinnen und Südtiroler gesprochen werden.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4]

7 Replies to “Schlampige Einzugsdienste.
Wo sind Velturns, Varn und Naz?

  1. Den »Dreijahresplan zur Vorbeugung der Korruption und Transparenzprogramm 2015-2017« (einschließlich »Update 2017«), das »Protokoll des Verwaltungsrats« zur Benennung des Transparenzbeauftragten, den »Tätigkeitsbericht des Beauftragten für die Korruptionsvorbeugung«, die Leitlinien für den Schutz von Whistleblowern, die »Vergabebekanntmachungen«, das »Dreijahresprogramm für die Transparenz und die Integrität«, das interne »Handbuch für die Dokumentenverwaltung« sowie die »Disziplinarordnung und [der] Verhaltenskodex« gibt es nur auf Italienisch. 😳

  2. … bei diesen genannten Missständen(!) …: – Wann will man die geschichtlichen, deutschen, bzw. Ladinischen Ortsnamen(Endonyme) in die Amtlichkeit führen …???
    – Und zwar ERST-gereiht, – wie es (meistens) – dem Bevölkerungsaufkommen (UN-Richtlinie) entspricht …???
    Die waltende Oberflächlichkeit von Seiten der verantwortlichen Landes-Politiker, -Verwalter ist eine einzige Schande …!!!

  3. Hauptsache ist doch, dass sie beim Kassieren der Steuern und Strafen pingelig genau sind. 😉
    Zahlung mit einem Tag Verspätung, irgendeine Zahl bzw. Nummer nicht korrekt … und schon ist die Zahlung “ungültig” und Strafen und Zinsen werden fällig.

    1. … und damit ist das Thema “Zivilisierte und kultivierte Ortsnamen-Regelung in Südtirol vom Tisch …! – Wie man auch den Wortmeldungen “entnehmen” kann …!
      Wir sind wirklich eine italienische Provinz …
      Trotzdem Frohe Ostern!

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