Einer von vielen Vorteilen, eine Autonomie in einem dysfunktionalen Staat zu sein, besteht darin, für schlechte Dienste, auf die man so gut wie keinen Einfluss hat, doppelt und dreifach zahlen zu dürfen. Im Gegenzug missachten sie auch noch systematisch die Minderheitenschutzgesetze.
Jetzt hat die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) einmal mehr die Zustellzeiten der italienischen Post untersucht.
| Jahr | Zustelldauer (Ø) | Qualitätsziel | erreicht | Porto |
|---|---|---|---|---|
| 2026 | 6,57 Tage | Einwurf + 5 Tage | 49,5% | 1,30€ |
| 2019 | 6,1 Tage | Einwurf + 4 Tage | 54% | 1,10€ |
| 2014 | 2,7 Tage | Einwurf + 3 Tage | 91% | 0,70€ |
Das Ergebnis ist ernüchternd: Seit 2014 hat sich die Zustelldauer drastisch erhöht. Trotz ständig abnehmender Qualitätsziele (damals drei, heute sogar fünf Tage nach dem Einwurf) hat sich deren Einhaltung nahezu halbiert, während das Porto fast verdoppelt wurde. Selbst im Vergleich zum bislang schlechtesten Testergebnis der VZS von 2019 hat sich die Zustellzeit noch einmal — auf durchschnittlich über sechsandhalb Tage — verlängert.
Es handelt sich um den schlechtesten Wert der gesamten zwölfjährigen Erhebungsreihe.
Solche Laufzeiten und diese Unzuverlässigkeit wirken sich negativ auf öffentliche und private Dienstleistungen aus, auf die die Bürgerinnen angewiesen sind. Und sie sind im Vergleich mit dem Ausland auch ein klarer Wettbewerbsnachteil.
Dank der vielen Millionen Euro, die das Land der italienischen Post unter LH Arno Kompatscher (SVP) in den Allerwertesten steckt, ist sie hierzulande unter anderem zur täglichen Zustellung verpflichtet. Ein Brief, der schon vorgestern hätte beim Empfänger sein sollen, könnte also schon morgen statt erst übermorgen ankommen.
Ein handfester Vorteil. Und eine wahre Freude.

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