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Diskussion: Sezession/Europa?

Am kommenden Samstag, den 17. Mai, lädt die Initiative für mehr Demokratie von 9.30 bis 12.30 Uhr zu einer wichtigen politischen Diskussion ins Bozner Batzenhäusl.

Europa.

Das Thema des Vormittags lautet »Sezession oder Europa?«, Gäste sind: Thomas Benedikter, Matthias Cologna, Simon Constantini (für ), Martin Fischer, Bernd Karner, Paul Köllensperger, Sepp Kusstatscher, Markus Lobis, Michele Lonardi, Ivo Passler, Andreas Pöder, Karl Trojer, Otto von Aufschnaiter und Bernhard Zimmerhofer. Die Initiative bedauert, dass keine der geladenen Frauen zugesagt hat.

Die Unzufriedenheit der Menschen innerhalb der Nationalstaaten Europas wächst. Sie wächst auch gegenüber dem Europa der Lobbys und der Banken. Alleingänge kleinerer, überschaubarer und kulturell einheitlicherer Einheiten versprechen geringere Krisenanfälligkeit und einfachere Krisenbewältigung. Die Frage ist dann aber: Allein wohin? Doch sicher nicht wieder in die Kleinstaaterei. Wenn schon kleinere lokale Identitäten zum Tragen kommen sollen, wo die Bürgerinnen und Bürger wissen und auch tun können, was sie wollen, dann sollte das in einem Verbund der Vielgestaltigkeit stattfinden, der diese Diversität garantiert. Das ist eine Verfassung der Menschen- und Bürgerrechte, der politischen und persönlichen Freiheiten, der sozialen Rechte und Pflichten, der Selbstverantwortung und Selbstorganisation, eine Verfassung, die Demokratie als die Möglichkeit der Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger in allen für sie wichtigen Fragen, für alle verpflichtend vorgibt. Diese Garantie bietet ein politisches System der Gleichberechtigung in einer Konföderation europäischer Regionen. Diese ideelle Ordung wäre ein Europa jenseits der Nationalstaaten, wie es in seinem Ursprung gedacht war.

Ab 11.30 sind die EU-Wahl-KandidatInnen eingeladen, zu den Ergebnissen der Debatte Stellung zu nehmen.

Ich freue mich außerordentlich über (und auf) diese Veranstaltung, deren einleitende Prämisse von stammen könnte und von mir zu 100% geteilt wird. Dass die Initiative für mehr Demokratie dieses Thema derart klar umreißt und einer öffentlichen Debatte stellen möchte, stimmt zuversichtlich. Lediglich den Titel, »Sezession oder Europa?« könnte man umgestalten in »Sezession und Europa!« — da meiner Ansicht nach gerade der Zerfall klassischer Nationalstaaten durch Abspaltung von Regionen, einschließlich der zwangsläufigen Befassung der EU mit diesen Prozessen, zu einer Dynamik in die gewünschte Richtung führen wird.

In jedem Fall können Bürgerrechte wie direkte Demokratie, individuelle und kollektive Selbstbestimmung nur Hand in Hand gehen.

Grundrechte Mitbestimmung Politik Termin | afk Zitać | Andreas Pöder Paul Köllensperger Sepp Kusstatscher Stephan Lausch Thomas Benedikter | | Europa Südtirol/o | BBD Dirdem-Initiative EU | Deutsch

6 replies on “Diskussion: Sezession/Europa?”

Da wird nun also glatt versucht, der Initiative wegen der fehlenden Frauen einen Strick zu drehen. Ich halte das ehrlich gesagt für geschmacklos… und ich glaube sehr wohl an die Chanchengleichheit (aber nicht an den Gleichheitszwang). Wenn die Initiative den Frauen dieselben Chancen gegeben hat, wie den Männern — und ich zweifle diesbezüglich keine Sekunde an Stephan Lausch oder an Sybille Tezzele Kramer — diese aber nicht zugesagt haben, kann man dies nicht als Diskriminierung verkaufen.

Ganz ehrlich? Ich glaube, die Initiative hat einfach das »falsche« Thema für die Veranstaltung ausgesucht. Ginge es um »mehr Demokratie« oder um’s Freihandelsabkommen, statt um die Selbstbestimmung, würde kein Hahn (und keine Henne) nach mehr Frauen krähen. Ähnliches gilt ja auch für die sehr hohen Ansprüche, die plötzlich an selbstverwaltete Referenda angelegt werden…

So eng sollte man das alles nicht sehen. Wie Gabriele de Luca erwähnt ist ja ein Mann mit Bart dabei, welcher aus aktuellem Anlass vielleicht auch als Frau durchgeht. Und wer sagt denn, dass sich der ein oder andere Mann nicht als Frau fühlt? Sex und Gender sind ja dem Zeitgeist entsprechend nicht so eng zu sehen. Und wer von den allen schwul oder bi ist wissen wir auch nicht. Und was ist wenn eine Frau dabei wäre, die sich aber als Mann fühlt der im vorigen Leben Transgender war? Und was ist mit den veganen Lesben mit Migrationshintergrund? Never ending story…

danke. ich habe laut lachen müssen.
zitat conchita wurst über ihren sieg und die folgen:

Das ist Teil einer Welt, in der man über Dinge wie sexuelle Orientierung und Geschlecht gar nicht mehr reden muss.

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