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Das Ende von Geoblocking?

Wir hatten das Problem mehrmals thematisiert — zum Beispiel hier und hier. Die Rede ist vom digitalen Binnenmarkt bzw. dessen Abwesenheit, die von manchen Blog-Kommentatoren rundweg in Abrede gestellt wurde. Nun will sich EU-Kommissar Günther Oettinger, der für den Bereich »digitale Wirtschaft und Gesellschaft« verantwortlich zeichnet, des angeblich inexistenten Themas annehmen, wie er unter anderem Landeshauptmann Kompatscher erläuterte. Dem Geoblocking soll es dabei an den Kragen gehen. Ob er damit genauso erfolglos sein wird, wie Ex-Kommissarin Viviane Reding letztendlich bei den Roaminggebühren, wird sich freilich erst zeigen. Wie das Landespresseamt berichtet, regte Kompatscher bei Öttinger [sic] an, sich in jenen Bereichen, wo Geoblocking aufrecht bleiben wird, nicht an geografischen Grenzen (gemeint dürften wohl politische sein), sondern an »Sprachräumen« zu orientieren.

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24 replies on “Das Ende von Geoblocking?”

[…] die von manchen Blog-Kommentatoren rundweg in Abrede gestellt wurde.

… und zu recht immer noch in Abrede gestellt wird, möchte ich anmerken. Du verdrehst/verzerrst im übrigen die Aussagen der Kritiker, wenn du behauptest wir hätten gesagt das Thema sei “inexistent”.

Wenn du auch nur einen Moment daran verschwendest, über die Lösung dieses Problems nachzudenken, wirst du erkennen, dass diese nichts mit nationalen Grenzen zu tun hat.

Die Möglichkeiten diesen Missständen entgegenzuwirken würden bereits heute existieren. Die Probleme sind nämlich bei online-Inhalten die Urhebergesetzgebung und bei erhöten Versandspesen die mangelnde Infrastruktur und Preispolitik von Logistikunternehmen.

Lies dir doch mal den Artikel im Spiegel durch:
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/geoblocking-eu-kommission-will-gegen-laendersperren-vorgehen-a-1025559.html
Ich Zitiere:

Die EU will unter anderem prüfen, ob heutige Preise für grenzüberschreitende Pakete den Online-Handel ausbremsen, sie will die Urhebergesetzgebung modernisieren und vereinfachte Mehrwertsteuerregeln bei grenzüberschreitenden Einkäufen.

Du siehst also, dass sie prüfen werden ob Logistikunternehmen ihre Versandspesen bei Grenzüberschreitung zu unrecht erheben und sie planen eine Reform des Urheberrechts. Öttinger ist dafür nicht mal zuständig und allein schon deswegen der falsche Ansprechpartner. Allein schon, dass er vor hat Geoblocking an Sprachräume zu orientieren, zeigt, dass der Mann keine Ahnung hat, wie unsere Netzstruktur funktioniert.

N.B. : das sind genau jene Punkte auf die ich schon gefühlt 1000x hingewiesen habe.

Eigentlich sollte dir hier auffallen, dass Urheber und Logistikunternehmen fast ausschließlich private Akteure sind und die Einschränkungen, die du online wahrnimmst (erhöte Versandkosten, Geoblocking bei online Inhalten) von eben diesen Akteuren verursacht werden und NICHT vom Staat, oder einer nationalen Gesetzgebung. Einzig bei der Mehrwertsteuer werden nationale Grenzen direkt ersichtlich.

Sowohl das Urheberrecht und die Preispolitik beim Versand würden jetzt schon ausreichend Möglichkeiten bieten Inhalte Grenzüberschreitend und zu vernünftigen Versandkosten anzubieten. Die Abhängigkeit und deine Vorstellung einer sichtbaren Grenze ist allein schon deshalb unhaltbar.

Die jewiligen Staaten schreiben nicht vor, Urheberrechte an Grenzen auszurichten (das macht der Urheber) ebensowenig schreiben sie vor, wie hoch angemessene Versandkosten bei Grenzüberschreitung sein sollen (das macht das Logistikunternehmen).

Wenn du auch nur einen Moment daran verschwendest, über die Lösung dieses Problems nachzudenken, wirst du erkennen, dass diese nichts mit nationalen Grenzen zu tun hat.

Womit denn sonst bitte?
Aber schön, Ch. Moar erklärt uns wieder mal die nationalen Grenzen, die laut ihm nicht existieren. Wären nationale Grenzen zufällig anders, würden auch private Akteure ihre Zonen anders einteilen. Aber das hat natürlich alles überhaupt nichts mit nationalen Grenzen zu tun.

Womit denn sonst bitte?
Aber schön, Ch. Moar erklärt uns wieder mal die nationalen Grenzen, die laut ihm nicht existieren.

Keine Ahnung wie du jetzt und hier auf mich kommst.
Wenn du meine Beiträge von 2013 hier http://www.brennerbasisdemokratie.eu/?p=15050 mit dieser Kurzfassung meinen solltest, dann hast du mit dieser deinen Kurzfassung exakt folgendes getan.

verdrehst/verzerrst im übrigen die Aussagen der Kritiker, wenn du behauptest wir hätten gesagt das Thema sei ”inexistent”.

Hab euch 2013 ein paar Details aus der Welt des ecommerce von physischen oder digitalen Gütern genannt. Nicht mehr, und nicht weniger. Halte mich aus den Emotionen raus, danke. Das “wieder mal” zeigt deine Grundeinstellung. Salü.

Wenn Versandkosten von z.B. Hamburg nach Rosenheim (870km) wesentlich günstiger sind als ebensolche von z.B. Rosenheim nach Bozen (230km)…
…dann hat das gar nichts mit nationalen Grenzen zu tun – oder?

…dann hat das gar nichts mit nationalen Grenzen zu tun – oder?

Wer bestimmt denn den Preis? Die Grenze, oder das Logistikunternehmen?

Das Problem ist nicht die Grenze. Amazon beispielsweise bietet den Versand in DACH kostenfrei an.

@ m.gruber

eine ganz simple frage: wenn die österreichische südgrenze bei barbian verliefe, würde ich dann – wenn ich gewisse dinge in der orf-mediathek ansehen möchte – auch die meldung erhalten “diese inhalte sind aus rechtlichen gründen in ihrem land nicht verfügbar”?

aber das ganze hat überhaupt nichts mit grenzen zu tun. das ist alles rein zufällig und orientiert sich daran, wie weit der ceo eines unternehmens brunzen kann. manchmal frag ich mich schon.

@hunter
Eine ganz simple Antwort: höchstwahrscheinlich nicht, weil das Urheberrecht dann auch für Barbian gelten würde.

Ganz simple Gegenfrage:
nehmen wir an, der ORF würde all seine Inhalte CC BY-NC-ND lizensieren, würde dann die Meldung erscheinen ”diese inhalte sind aus rechtlichen gründen in ihrem land nicht verfügbar”?

Aha. Die Europäische Kommission startet eine Initiative, um den digitalen Binnenmarkt zu verwirklichen — obwohl es den digitalen Binnenmarkt schon gibt.

Ich lese im Spiegel-Online-Beitrag:

Filme und TV-Serien, die nur in bestimmten Ländern im Internet zu sehen sind; online gespeicherte Musik, die beim Umzug ins Ausland nicht mehr funktioniert: Die EU will nun zumindest innerhalb Europas die nationalen Grenzen bei der Internet-Nutzung einreißen.

Hat aber mit Grenzen nix zu tun. :roll:

Will die EU, um einen digitalen Binnenmarkt zu ermöglichen das Urheberrecht reformieren und die Preispolitik von Logistikunternehmen prüfen, oder schraubt die EU an politischen Grenzen ‘rum?

Definiere doch mal bitte “Grenze”, ich glaube, dann können wir uns die Diskussion sparen.

Wenn du Grenze im Sinne von Barriere, oder Behinderung meinst versteh ich dich, dann sind wir einer Meinung, wenn du Grenze als politische Grenze einer Nation verstehst, muss ich widersprechen.

SPON und du haben auch das Recht Sachverhalte eindimensional darzustellen.

Logistikunternehmen und die Urhebergesetzgebung richten sich an nationale Grenzen. Würde es die nationalen Grenzen nicht geben würde es das Problem nicht geben. Würden Logistikunternehmen und die Urhebergesetzgebung sich nicht an nationale Grenzen orientieren, würde es das Problem auch nciht geben.

Die Situation in Südtirol ist im Moment nicht Zufriedenstellend. Und das ist die Grundaussage des Artikels. Warum also die ganze Polemik, die von m.gruber gestartet und aufrecht gehalten wird?

Kritikwürdig finde ich die kleinkarierte Lösung unseres Landeshauptmannes, der auch nicht den Zugang zu einem europäischen Geist findet und die einzige akzeptable Forderung diesbezüglich stellt.

Ich finde die m.gruber Fragestellung schon interessant: Logistikunternehmen haben wenig Interesse ihr Geschäftsmodell an den Grenzen zu stoppen. Mir wären auch keine staatlichen Verordnungen bekannt (die wären wohl EU-widrig). Vielmehr scheitert es wohl an einer Kosten/Nutzen-Rechnung. Wenn die gesetzlichen Unterschiede zu groß sind, oder die steuertechnisch zu schwierig, oder einfach nur zu aufwendig zu recherchieren sind, dann lohnt es sich nicht mehr. Es handelt sich also um Kolleteralschäden von fehlender Vereinheitlichung der Gesetzgebung und des Steuerrechts. In anderen Fällen wie im Mobilfunk handelt es sich um lukrative Geschäftsmodelle von Privatunternehmen und nicht etwa um staatliche Sonderabgaben. Bei den Autorenrechten handelt es sich vielleicht um fehlende Visionäre unter unserer geistigen Elite.

Logistikunternehmen und die Urhebergesetzgebung richten sich an nationale Grenzen.

Nein. Beispiel grenzüberschreitender LKW-Transport. Die werden i.d.R. nach Stunden/Lastkilometern. Ob da eine Grenze dazwischen ist hat keinen entscheidenden Einfluss (Maut usw. ausgenommen) auf den Preis.

Und was das Urheberrecht betrifft möchte ich dich fragen: inwiefern? Wenn ich nämlich in Italien der Urheber eines Musikstückes bin, dann erlöschen meine Rechte an dem Werk nicht an einer Grenze.

Hier geht es nicht um die Transportkosten sondern um das Angebot und die Preisgestaltung die sich an nationale Grenzen orientiert. Nimm einmal eine überregionales deutsches Printmedium in die Hand und du kannst sehen dass für unterschiedliche EU-Lander verschiedene Preise verlangt werden, unabhängig von den Transportko
Mit Transportkosten.
Dem Urheberrecht sind auch die Verwertungsgesellschten verknüpft, die national agieren. Das sind weitere Handelshemnisse.

@Steffl:

Ich versteh nicht warum du bei Punkto Urheberrechte bei deinem Standpunkt bleibst, wenn du doch genau weißt dass die Schweizer, Österreicher und Deutschen Zugang zu deutschsprachigen Angeboten im Netz haben, der uns Südtirolern verweigert wird.

Wieso versteht du nicht, dass gerade diese, deine Aussage impliziert, dass die Grenze _nicht_ das Problem ist und das Urheberrecht eben nicht nur nationale Gültigkeit hat?

Andernfalls würde es in AT und CH die selben Probleme geben. Deshalb bleibe ich bei meinem Standpunkt.

Frage: kann man Online-Inhalte von ARTE auch in der Schweiz sehen? Oder kann ich Inhalte für D-A-CH auch im Tessin empfangen? Und im Tessin auch Filme sehen, die für den deutschsprachigen Raum vorgesehen sind?

Wenn ja, dann ist die Schweiz sowohl Teil des deutschen Sprachraumes als auch des italienischen und französischen. Für Südtirol müsste dies dann auch gehen. Allerdings müssten wir dazu unsere verwendeten IP-Adressen von den nationalen abkoppeln, also nicht mehr Alice von Telecom abonnieren sondern alle zur Brennercom. Denn derzeit wird man als Alice-Kunde oft und gerne Padua oder gar Rom zugeordnet – leider geht eine feinkörnigere GeoLocation nicht.

M.Gruber und andere, es würde der Debatte gut tun wenn sich nur mehr Leute zu Wort melden die einen Plan haben von
A) Der Vergabe von IP-Adressen
B) Logistik

Teilweise sind die Statements rein technisch völliger Blödsinn, und Kompatschers Anregungen an Oettinger zeugt von völliger Inkompetenz das so ein Mann LH ist ist eine Schande für das ganze Land! Zu Oettinger auf diesem Posten sage ich besser gar nichts erst!

Und wenn ich jetzt sagen würde, es sollte sich nur zu Wort melden, wer den Unterschied zwischen »das« und »dass« kennt (bzw. eine Ahnung von Ortografie hat)? Nix für ungut, aber Kommentatoren sollten anderen Kommentatoren hier nicht das Wort verbieten.

Ich denke jeder hat die Zeit keine 5min etwas zu googlen…
Dann hat sich die Sache ja erledigt, Desweiteren habe ich niemanden etwas “verboten” geschlafen sondern für eine bessere Debatte sich auch zu informieren.

Ich denke jeder hat die Zeit keine 5min etwas zu googlen…
Dann hat sich die Sache ja erledigt, Desweiteren habe ich niemanden etwas ”verboten” geschlafen sondern für eine bessere Debatte sich auch zu informieren.

du hast offensichtlich keine 5 min. zeit, dir das durchzulesen, was du schreibst. wäre aber gut. dann könnte man es vielleicht auch verstehen.

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