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E ora il Bauernbund.

Da tempo si era ormai giunti al colmo — ma la caccia dell’A. Adige alle associazioni ree di non far uso del prontuario fascista continua imperterrita. Se nel caso dell’AVS era legittima l’irritazione, non tanto perché ha agito come concessionario pubblico (lo dubito), ma perché ha marcato il territorio senza attenersi alle più fondamentali regole del rispetto (bilinguismo nelle descrizioni funzionali e binomismo nei toponimi di maggior rilievo), l’attuale accusa del quotidiano non sta più né in cielo né in terra: il Bauernbund, in un opuscolo dedicato all’ospitalità  contadina avrebbe rinunciato ad alcuni nomi inventati. Ora, è vero che il Bauernbund riceve soldi pubblici, ma resta pur sempre un’associazione privata. Nessuno pensa che gli Schützen o le associazioni dei rioni «italiani», solo perché percepiscono denaro pubblico, debbano attenersi all’obbligo del bilinguismo o magari alla proporzionale etnica — sarebbe francamente ridicolo!

Fa però specie che l’A. Adige vada ora a spulciare le pubblicazioni di un’associazione, mentre non commenta (e non ha mai commentato) le evidenti e sistematiche infrazioni di istituzioni e aziende pubbliche (che pubbliche lo sono a tutti gli effetti) che come poste, ferrovie, autostrade non rispettano né il bilinguismo né la toponomastica «tedesca» e «ladina». Così diventa palese l’intento (riuscito) di creare tensioni etniche, e non di denunciare i veri soprusi da entrambe le parti.

P.S.: È già  stato notato altrove, ma è un punto da tener presente: Il 2009, anno uno dei cartelli incriminati, in cui il tema è stato reso pubblico a livello nazionale (italiano), ed in cui le minacce di boicottaggio — dirette e indirette — da parte del turista italiano erano onnipresenti, è stato invece l’anno record degli italiani. Una notizia basata sulle rilevazioni dell’Astat e molto enfatizzata proprio dall’A. Adige (che non si è reso conto della palese contraddizione?). Ovviamente, questo dato statistico, per se, non giustifica nulla, ma si limita a smontare una delle tesi predilette dei tolomeisti.

Landwirtschaft Medien Nationalismus Ortsnamen Politik Tourismus | Italianizzazione Medienkritik | | AA | Südtirol/o | Astat Bauernbund | Italiano

15 replies on “E ora il Bauernbund.”

Ein Baustein im Feldzug der Kampfpostille Alto Adige. Untragbar was diese Zeitung regelmäßig publiziert.

Lieber pervasion,

ich denke, dass deinem Beitrag wenig hinzugefuegt werden kann, ausser, dass ich ihn voll und ganz teile (und dass der jetztige Fall nur ein weiterer Beleg fuer die hetzerische Tendenz dieser “Journaille” ist).

Medienmacht und Medienverantwortung in Suedtirol: Darueber sollte man mal schreiben, aber in welchem Publikationsorgan, “Corriere dell’Alto Adige”, “FF”?

Ich weiß es nicht. Beim Corriere schreiben schließlich auch Leute, die den Alto Adige auf eine Stufe mit den Dolomiten setzen.

Für diese Journaille (wie du sie nennst) allein könnte man ein eigenes Watchdog-Blog (à  la Bildblog.de) führen. Heute habe ich das Blatt nur schnell überflogen und bin schon auf zwei weitere Folgen der Hetze gestoßen: Erstens ein harmlos scheinender Beitrag über die Forchette Tricolori, eine Gruppe von Bozner Feinschmeckern, die viel lieber italienisch, als Knödel und Kaminwurzen essen, aber auf dem Lande leider kaum italienische Trattorie vorfinden. Und zweitens ein Interview mit dem Historiker Gerald Steinacher (der ja einen hervorragenden Beitrag zur Aufarbeitung leistet), im Laufe dessen der Interviewende unterstellt, dass die SS in Südtirol noch immer als Helden angesehen würden. Fragen zum Faschismus werden erst gar nicht gestellt, davon ist im Alto Adige auch nie die Rede. Ein Nebensatz im Untertitel reicht aus: »Però c’erano anche i fascisti.«

Aram Mattioli schreibt zu solchen für Italien typischen Positionen in seinem Buch (»Viva Mussolini!« — Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis), das ich gerade lese, übrigens:

Schon vor Jahren hielt der ehemalige Widerstandskämpfer Vittorio Foa fest, dass die Deutschen in hohem Masse dazu beitrugen, dass die Italiener ein ruhiges Gewissen haben. Der Zeithistoriker Enzo Collotti sah im Allianzwechsel von 1943 nicht nur ein grosses Alibi für italienische Kriegsverbrecher, sondern auch ein Schlüsselereignis der kollektiven Amnesie. Die während der Okkupation an der Zivilbevölkerung Nord- und Mittelitaliens verübten Kriegsverbrechen, die Massaker von Marzabotto, den Fosse Ardeatine und von Sant’Anna di Stazzema insbesondere, haben in der kollektiven Erinnerung die faschistische Schuld gleichsam getilgt. In der von der Resistenza-Erfahrung dominierten Erinnerungskultur war der Gegensatz zwischen dem »guten Italiener« (»bravo italiano«) und dem »bösen Deutschen« (»cattivo tedesco«), dem von aussen einfallenden Barbaren aus dem Norden, von zentraler Bedeutung. Kurzum: Der Resistenza-Mythos stützte über Jahrzehnte liebgewordene Selbstbilder auch zu einem Zeitpunkt noch, als die historische Forschung längst beunruhigende Sachverhalte zur faschistischen Vergangenheit des Landes belegt hatte, etwa die Tatsache, dass Mussolinis Legionäre in Libyen, Äthiopien und auf dem Balkan schwere Kriegs- und Besatzungsverbrechen verübt hatten.

Vorsicht, es gilt hier selbstverständlich nicht, die ebenfalls unzureichende Aufarbeitung auf deutscher Seite zu loben oder gar einzubremsen, sondern den selbstgefälligen, überheblichen Blick des Alto Adige zu entlarven, der (nach von Mattioli beschriebenem Muster) immer breit und gerne über die Verbrechen der Nazis berichtet, während er faschistisches »Gut« bereitwillig verteidigt, verschleiert oder zumindest bagatellisiert.

In einem Anflug von verständnisvoller Toleranz findet es der Alto Adige übrigens nachvollziehbar, dass im Buschenschankführer die Bezeichnungen der traditionellen Gerichte (Krapfen, Schlutzkrapfen usw.) nicht übersetzt wurden. Bei den Ortsnamen hört sich der Spaß dann aber auf. Ich frage mich, wie das eine mit dem anderen vereinbar ist. Warum sollen traditionelle Speisen nicht übersetzbar sein, Toponyme aber schon? Da hat sich der Autor einen »kleinen« Widerspruch geleistet.

Die “Dolomiten” schlägt bisweilen natürlich auch in dieselbe Ethno-Kerbe, z.B. kurz vor wichtigen politischen Ereignissen wie Wahlen, Referenden etc. Oder auch letzthin als bei der Androhung Fittos, notfalls die Armee für den Schilderaustausch einzuschalten, eine Photomontage mit Alpini-Soldaten auf Südtirols Bergen gedruckt wurde.
Dennoch will es mir so vorkommen, dass derartige Ausrutscher Episode bleiben und die Schriftleitung generell wenig Interesse daran hat im selben sensationsjournalistischen Stil “zurückzuschlagen” – es sei denn es stünden politische Interessen der Ebner-Brüder oder ferner der SVP auf dem Spiel.

Der “Alto Adige” hingegen lebt geradezu davon, die Glut des ethnischen Zwistes nicht erlöschen zu lassen und erhofft sich wohl eine höhere Auflage bei seiner nazionalbolzaninischen Stammkundschaft, je stärker dieses Feuer geschürt wird. Oder kann man die Titelseiten dieser Tageszeitung anders erklären?
Der Prospekt des Bauernbundes kommt mir nämlich nicht gerade als Totalangriff auf die Heimatrechte der Italienischsprachigen vor…

P.S.: Übrigens, absolutes “Highlight” der Buschenschank-Polemik:

A pagina 72 però, proprio in fondo alla pubblicazione, per ovviare al monolinguismo è stato compilato un “Glossario delle pietanze contadine” dove si spiegano i significati dei nomi tedeschi dei vari piatti citati nel testo. Con teutonica pignoleria, non escludendo nemmeno l’internazionale e celeberrimo Krapfen. Della stessa pignoleria, al contrario, non si trova traccia nella citazione della toponomastica.

Der pejorative Subtext gegen die traditionellen Gerichte der Bergbauern und deren “teutonische” Usancen spricht m. E. Bände. Man versuche beispielsweise doch (was mir übrigens zutiefst zuwider ist) in ähnlich stereotypisierter Manier über italienische Lebensmittelskandale und die vorgeblich landestypische Nachlässigeit und Chaotik zu schreiben. Die Empörung wäre mit Sicherheit weit über den Brenner hörbar. Vergleiche auch: http://www.marche-romagna.com/blog/?p=95
“Was du willst was man dir nicht tu, das füg auch keinen andern zu”

Mir würde übrigens die Idee gut gefallen, einen derartigen Blog einzurichten. So etwas gab’s ja schon für die “Dolomiten” – das war zwar von der Grundidee her ganz passabel, die Ausführung dann, na ja…

So ein Blog müsste dann aber von mehreren Leuten getragen werden, und man sollte vielleicht möglichst “viele” Südtiroler Medien einbeziehen, nicht nur die beiden größten Blätter. Sollte ich je wieder nach Südtirol zurückkommen (im Ausland kann man schlecht von der AA-Website auf die komplette Druckausgabe schließen), wäre das sicherlich eine interessante Freizeitätigkeit.

P.P.S.:

sondern den selbstgefälligen, überheblichen Blick des Alto Adige zu entlarven, der (nach von Mattioli beschriebenem Muster) immer breit und gerne über die Verbrechen der Nazis berichtet, während er faschistisches »Gut« bereitwillig verteidigt, verschleiert oder zumindest bagatellisiert

Sehr interessant dein angeführtes Zitat und die Abgleichung mit unserer Südtiroler Realität. Das Buch steht schon auf meiner Leseliste.

Ohne mich jetzt zu sehr in die Nesseln zu setzen (und wir hatten die Diskussion schon einmal bei den “Stolpersteinen”): Wie hängt die Aufarbeitung des Faschismus in Südtirol – im Besonderen -, und der Umgang mit dieser Epoche auf nationaler Ebene – im Allgemeinen – zusammen?

@ Beppi: Zu 99% kann ich dir zustimmen, wie du den AA und die D bewertest, aber die Collage in den Dolomiten mit den Wanderschildern und Soldaten habe ich gesehen: Das muss man doch als Satire einstufen. Wenn Mrs. Biancofiore vom Militär schwafelt, bleibt einem ja nichts als Humor übrig.

Und heute geht’s schon — nahtlos — weiter. Auf der ersten Seite der Journaille:

I cartelli monolingui deludono i turisti: non torniamo

La protesta di dieci famiglie. Alberghi di lusso: polemiche per i prezzi stracciati dei quattro stelle

BOLZANO «Ci dispiace, ma non verremo più in vacanza in Alto Adige. Cartelli monolingui sui sentieri, guide ai masi con indicazioni geografiche solo in tedesco […]

Hätte die Dauerhetze nicht so traurige (um nicht zu sagen: gefährliche) Auswirkungen auf den ohnehin labilen gesellschaftlichen Zusammenhalt, man müsste sie ignorieren. Oder bestenfalls darüber lachen.

Gadilu hat seinen — einmal mehr sehr nützlichen — Beitrag zu dieser Diskussion geschickt, eine Anfeuerung, wenn man so will:

Interessante questa mutazione genetica. BBD, adesso, concentra il suo fuoco polemico sull’ALTO ADIGE. Mai fu scoperta acqua così calda. Comunque utilissimo lavoro, davvero. Continuate pure.

Da ist ja mal wer irritiert von einem längst für tot erklärten Blog. Jemand, der den Alto Adige als Spiegelbild der Dolomiten bezeichnet, als eine Zeitung, die nicht Hass verbreitet. Jemand, der Tschüssdolo zum verschwisterten Blog erklärt hat — einen Warmwasserspeicher, wenn man seinen eigenen Maßstab anlegt.

Schilderstreit: Richtlinien der Landesregierung stehen

Im Schilderstreit mit Rom hat die Landesregierung am heutigen Montag Richtlinien formuliert, um dem langen Streit ein Ende zu setzen.

Zugleich sind die Richtlinien die Antwort der Landesregierung auf einen Brief von Regionenminister Raffaele Fitto, der zu Beginn des Sommers eine flächendeckende, zweisprachige Beschilderung in Südtirol gefordert hatte.

Die Landesregierung unterscheidet grundsätzlich zwischen Schildern, die auf privatem Grund stehen, und solchen auf öffentlichem Grund.

“Auf privatem Grund kann jeder jene Schilder aufstellen, die er will”, so Durnwalder, hier habe das Land keinen Einfluss.

Anders bei Schildern auf öffentlichen Flächen.

Dafür sollten die Vereinigungen, die die Wegeschilder angebracht hatten, also AVS und CAI, sowie Tourismusvereine, aber auch Gemeinden, einige grundlegende Regelungen einhalten.

“Zuallererst müssen Gemeinden und Katastralgemeinden zwei- bzw. dreisprachig ausgeschildert werden, weil diese Namen bereits gesetzlich geregelt sind”, erklärte der Landeshauptmann.

Zudem sollten alle erklärenden und deshalb leicht übersetzbaren Begriffe – etwa “Hütte”, “See” oder “Wald” – in beiden Sprachen auf den Schildern geschrieben stehen.

“Namen sollen in der ortsüblichen Form verwendet werden. Die tolomeischen Übersetzungen sollen nicht verwendet werden, so als ob diese nicht vorhanden wären”, betonte Durnwalder.

Und schließlich solle man sich bei der Bezeichnung von Bergen, Wiesen, Almen, etc. an die historisch gewachsenen bzw. die ortsüblich gebräuchlichen Formen halten.

Der Einfachheit halber hat sich die Landesregierung heute auch dafür ausgesprochen, soweit möglich Piktogramme oder Zahlen auf den Schildern zu verwenden, um allen Problemen aus dem Weg zu gehen.

“Wir sind der Meinung, dass alle alten Schilder, die diese Richtlinien nicht erfüllen, ausgetauscht werden sollten, allerdings nicht innerhalb von 60 oder 90 Tagen, sondern in einem vernünftigen Zeitraum”, so Durnwalder.

Dieser “vernünftige Zeitraum” richte sich nach den logistischen und finanziellen Möglichkeiten der Vereinigungen, die die Schilder angebracht haben, allen voran der alpinen Vereine AVS und CAI.

“Geht es nach uns, sollten sich diese beiden Vereine auch zusammensetzen, um ein möglichst einheitliches Vorgehen zu vereinbaren”, so der Landeshauptmann im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung.

http://www.stol.it/Artikel/Politik-im-Ueberblick/Lokal/Schilderstreit-Richtlinien-der-Landesregierung-stehen

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