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Bundespräsident entschuldigt sich bei Kärntner Sloweninnen.

Genau heute jährt sich die Annexion Südtirols durch Italien zum hundertsten Mal. Daneben fanden in Kärnten/Koroška die Feierlichkeiten zu hundert Jahren Volksabstimmung statt, bei der sich die Bevölkerung demokratisch für den Verbleib bei Österreich entscheiden konnte und es auch tat. Erstmals nahm an einem solchen Jubiläum mit Borut Pahor auch ein slowenisches Staatsoberhaupt teil.

Im Rahmen der Feierlichkeiten entschuldigte sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Wappensaal des Klagenfurter Landhauses auf Deutsch und Slowenisch offiziell bei der slowenischen Minderheit

für das erlittene Unrecht und für die Versäumnisse bei der Umsetzung von verfassungsmäßig garantierten Rechten.

Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können die Zukunft ändern. Das Glück ist auf der Seite der Mutigen.

Kritik an der Geste kam von der FPÖ.

Nach der Volksabstimmung und dem Zerfall des Vielvölkerstaats fanden sich Kärntens Sloweninnen in einem nahezu einsprachig deutschen Staat wieder. Im Nationalsozialismus wurden sie aktiv verfolgt und teilweise umgesiedelt — doch auch in jüngeren Jahren mussten sie immer wieder um grundlegende Rechte kämpfen.

Quelle: Twitter.

Auf der symbolischen Ebene ist die Entschuldigung von Bundespräsident Van der Bellen eine großartige, geradezu historische Geste. Sie könnte aber auch konkrete Folgen entfalten, wenn das Bewusstsein für die slowenische Minderheit gestärkt wird.

Schon im Vorfeld der Feierlichkeiten hatte die schwarz-grüne Regierung die Volksgruppenförderung verdoppelt.

Südtirol, dem die Selbstbestimmung verwehrt wurde, wartet noch immer vergeblich auf eine offizielle Entschuldigung für die Annexion oder für das im Faschismus erlittene Unrecht.

Siehe auch:

Comparatio Faschismen Minderheitenschutz Politik | Geschichtsaufarbeitung Good News Zitać | Alexander Van der Bellen | | Koroška-Kärnten Österreich Slowenien Südtirol/o | Freiheitliche ÖVP Vërc | Deutsch

3 replies on “Bundespräsident entschuldigt sich bei Kärntner Sloweninnen.”

Bemerkenswert finde ich auch, dass Sloweniens Präsident Pahor erstmals anerkannt hat, dass auch Slowenien die Pflicht habe, seine deutschsprachige Minderheit zu schützen. Er ist dafür von slowenischen Regierungsmitgliedern scharf kritisiert worden. Die vollkommene Missachtung der Minderheitenrechte der deutschsprachigen Slowenen hat sicher dazu geführt, dass man in Österreich die slowenischsprachigen Kärntner und Steirer nicht respektiert hat. Das ist natürlich keine Entschuldigung, aber eine Erklärung. Jetzt scheint sich auf beiden Seiten der Grenze vieles zu ändern, was sehr erfreulich ist.

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