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Europäischen digitalen Passagier-Lokalisierungs-Formulars.

Nach anfänglichen Pannen im Pandemiemanagement wollte die EU ihre Glaubwürdigkeit wiederherstellen. Mit dem… ähm… Europäischen digitalen Passagier-Lokalisierungs-Formulars (EU dPLF) wird das eher weniger gelingen.

Ausfüllen müssen es Personen, die aus einem anderen Land in ein EU-Land einreisen. Wobei »ein EU-Land« durchaus wörtlich gemeint ist: das Formular braucht nur, wer nach Italien — und somit leider auch: nach Südtirol — einreisen möchte.

Andere Zielländer stehen denn im Formular — das einzig auf Englisch auszufüllen ist — gar nicht zur Verfügung. Wer würde auch einem offensichtlich völlig unausgereiften System wie dem EU dPLF beitreten?

Den wohl von Italien zur Verfügung gestellten Datenschutzhinweis gibt es nur auf Italienisch und Englisch, die Einreiseorte sind unvollständig und chaotisch:

  • Die Reihung ist teils umgekehrt alphabetisch, dann wieder dem Zufall überlassen.
  • Gibt man als Verkehrsmittel das Auto an, scheint für Südtirol nur die Einreisemöglichkeit Taufers im Münstertal auf, wobei die Reisenden auch Kenntnisse in tolomeischer Ortsnamenkunde haben sollten.
  • Wählt man hingegen die Eisenbahn, erscheinen der Brenner und Winnebach, diesmal mit deutschem Ortsnamen in Klammern.
  • Und mit dem Bus? Da scheinen Taufers, Brenner und Winnebach in der Liste auf.

Wer mit dem Auto über den Brenner einreisen möchte, muss DIVERS (sic) auswählen und den Ort manuell eintragen. Dann sind noch das Einreisedatum samt Uhrzeit einzutragen.

Die Wohnsitzadresse darf — weil Englisch (hä?) — weder Umlaute noch ß enthalten…

…und von Südtirol (bzw. Trentino-Südtirol) ist bei den Regionen keine Spur.

Das scharfe S, das bei der Wohnsitzadresse abgelehnt wurde, ist aber bei der Adresse der Unterkunft kein Problem — es wird automatisch in ein Doppel-S umgewandelt. Auch Umlaute sind plötzlich möglich.

Und überhaupt die Unterkunft: Da soll man zwar den Namen des Hotels und die Straße angeben — die Hausnummer, die Postleitzahl und der Ort sind aber optional. Sehr logisch.

Am Ende noch eine einsprachig englische Declaration according [to] the art. 50 of DPCM 02/03/21 to enter Italy und schon ist man durch.

Wenn diese Prozedur ein Omen für den Urlaub ist, bleibt man ohnehin lieber zuhause oder fährt woanders hin. Es soll aber auch Personen geben, die nicht nur zum Spaß herumfahren — die freuen sich ganz sicher über eine weitere Schikane.

Siehe auch 1/ 2/ 3/ 4/ 5/ 6/

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11 replies on “Europäischen digitalen Passagier-Lokalisierungs-Formulars.”

Man glaubt immer, es ginge nicht mehr schlimmer mit der Bürokratie. Aber man wird jeden Tag aufs Neue überrascht …

EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann (SVP) echauffiert sich unter anderem darüber, dass die Ortsnamen bzw. die Landesbezeichnung nur auf Italienisch aufscheinen. Das ist gut, aber nicht sehr konsequent. Schließlich gilt im SVP-regierten Lande die Maxime, dass im Englischen Tolomeis Ortsnamen zu verwenden sind. Zumindest solange das Formular auf Englisch auszufüllen ist, erntet die SVP mit den italienischen Ortsnamen also nur das, was sie sät. Kein Dings ohne Dings…

in der Tat, weiß Herr Dorfmann, dass das international geltende amtliche Ortsnamen-Verzeichnis eben immer noch nur die von Tolomei erfundenen italianisierten Namen führt ?????

… wann wohl vermelden die Medien etwa Folgendes:
“Anlässlich des Staatsfeiertags, gibt Staatspräsident …. den SüdtirolerInnen die deutschen und ladinischen, gewachsenen Ortsnamen zurück. – Als Zeichen des Respekts und zur Wiedergutmachung der faschistischen Willkür, nach 75(?) Jahren Demokratie!”

Dieses Formular nennt für Berlin alte Flughäfen, die geschlossen sind.
BER? Fehlanzeige
Kostet viel Zeit zum Ausfüllen.
Das spanische Einreiseformular ist viel besser.

Wenn es sich denn einreichen lassen würde. Bis zu den Notfallkontakten geht es ja . Nur dann ist Feierabend.

Ich frage mich wirklich, wie man ein solches Formular auf die Menschheit loslassen kann. Das ist ja schon fast eine Nötigung.

Eine Katastrophe, so wird dieses Brüssel-Autokraten Europa von immer mehr Bürger zu Recht abgelehnt. Als ich wegen meiner Doktorarbeit in die DDR und Anfang der 2000er Jahre geschäftlich nach Russland musstem, war das leichter als jetzt von Bayern nach Südtirol.
Ich war einmal ein begeisterter Anhänger vor und zu Beginn der EU, vor allem aber der EG und des Euro. Aber aufgrund der negativen Erfahrungen der letzten 20 Jahre wünsche mir jetzt wieder die einfachen Grenzkontrollen zu Zeiten der EG zurück und wieder geschlossene, sichere Grenzen nach außen.

Dieses fehlerhafte, schwer verständliche DPLF Formular der Brüsseler Bürokratie für Deutschsprachige: teils Erklärungen Deutsch, teils in Englisch, teilsin Italienisch. Nach 4 Stunden Arbeit und Ärger am PC noch unklar, ob funktionierte oder nicht.
Ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg der Ablehnung dieses Brüsseler “Apparatschik” Europas nach Vorbild UDSSR durch die betroffenen Bürger.

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