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Tod durch Folter.
Quotation 659

Die Folter, von der ich ja aus meiner eigenen Familiengeschichte weiß. Sven Knoll [STF] weiß es ja, dass mein Vater damals als junger Gemeindearzt hinzugerufen wurde, der die Folter und den Tod durch Folter feststellen konnte — er wurde natürlich gleich ausgetauscht durch einen anderen Gemeindearzt, der so wie gewünscht den natürlichen Tod dann festgestellt hat.

Transkription von mir

Aus dem Redebeitrag von Paul Köllensperger (TK) zum schlussendlich abgelehnten Begehrensantrag Nr. 1/18, mit dem der Landtag den Justizminister und den Staatspräsidenten zur Begnadigung der sogenannten Bumser hätte auffordern sollen.

Köllensperger wies in seiner Stellungnahme auch auf die Rolle von Rechtsextremen und Nazis auf Südtiroler Seite hin — sowie auf die Tatsache, dass einige der Aktivisten nicht mit den Rechtsextremen in einen Topf geworfen werden wollen.

Vor wenigen Tagen hatte Bundespräsident Alexander van der Bellen (Grüne) nach einem Besuch mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella darauf hingewiesen, dass die Begnadigung auf einem guten Weg sei.

Siehe auch: 1/ 2/ 3/

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5 replies on “Tod durch Folter.
Quotation 659

Das mit den Begnadigungen ist eine recht seltsame Angelegenheit, und die Wege, die dazu führen, sind recht verschlungen. Bereits vor 14 Jahren hat der damalige Staatspräsident Napolitano den Egon Kufner, der wegen des Vorfalles auf der Porzescharte mit vier Toten (“strage”) in Florenz verurteilt worden war, großzügig begnadigt. Kufner hatten von dem Prozess gegen ihn nichts gewusst, er hat auch von der Begnadigung nichts gewusst und schon gar nicht darum angesucht. Wahrscheinlich wird auch der Van der Bellen wieder eine Begnadigung für irgend einen inzwischen doch ziemlich alten österreichischen Staatsbürger erreichen, der überhaupt kein Interesse daran hat, während die Pusterer Buam nicht in ihre Heimt dürfen. Immerhin könnte der Wahltiroler Van der Bellen, der von RAI-Südtirol sogar zum “gebürtigen” Tiroler geadelt wurde, dann einen politischen Erfolg vorweisen. Man ist ja schnell zufrieden.

Naja, “Wahltiroler” ist auch eine etwas schräge Bezeichnung für jemanden, der als kleines Kind mit seinen Eltern ins Kaunertal gekommen ist.

Als “Wahltiroler” bezeichne ich Alexander Van der Bellen, weil er selbst sich als Tiroler bezeichnet, was ich durchaus als positiv empfinde. Ich hatte übrigens vor Jahren die Gelegenheit, ein längeres persönliches Gespräche mit Alexander Van der Bellen zu führen, und war beeindruckt. Wenn nur alle “gebürtigen” Tiroler so wären. RAI-Südtirol hat den Präsidenten als “gebürtigen” Tiroler bezeichnet, was objektiv falsch ist, auch wenn es vermutlich nicht mit irgendeiner Absicht, sondern nur aus reiner Unkenntnis geschehen ist.

Ok. “Gebürtiger Tiroler” ist nicht richtig, da er in Wien geboren wurde. Aber “Wahltiroler” ist eben auch komisch, weil er eben von klein auf in Tirol aufgewachsen ist (er hatte somit keine “Wahl”). Dass er sich dann als Tiroler bezeichnet ist nur logisch. Sollte er sagen, er sei Wiener? Wobei er jetzt ja schon lange in Wien lebt. Also ist er auch Wiener.

Mit der Bezeichnung “Wahltiroler” wollte ich eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass mir die bewusste Entscheidung Van der Bellens, sich deutlich zu seiner Heimat Tirol zu bekennen, imponiert. Der Zweck meines Beitrages war aber, auf die Begnadigung des Egon Kufner hinzuweisen. Es gibt ja bei uns so viele “Experten”, die behaupten, dass man nur begnadigt werden kann, wenn man “kein Blut an den Händen” hat, wenn man Reue zeigt und um Gnade ansucht. Kufner ist laut italienischer Gerichtsbarkeit für den Tod von vier Menschen verantwortlich, er hat nie Reue gezeigt (da er ja die Täterschaft ableugnet und daher nichts zu bereuen hat) und auch nie um Begnadigung angesucht, die ihm also ungefragt gewährt wurde. Ich habe bis heute noch von keinem unserer Zeitgeschichte-Experten eine Erklärung für diese doch sehr seltsamen Tatsachen erhalten. Auf diesbezügliche Anfragen erhält man keine Antwort. Das ist doch ziemlich seltsam.

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