Eigentlich hatte ich vor, meinen Beitrag über die »strukturelle« (italienische) Einsprachigkeit am Krankenhaus Bozen vom März 2025 lediglich um ein paar zusätzliche Fotos zu ergänzen. Doch dann habe ich bemerkt, wie viel neues Bildmaterial sich innerhalb eines knappen Jahres bei nur wenigen weiteren Besuchen im Landeskrankenhaus angesammelt hat, sodass ich mich entschlossen habe, daraus einen gesonderten Eintrag zu machen.
Obwohl mir ein Bekannter mitgeteilt hat, er habe meinen letztjährigen Artikel kurz nach dessen Erscheinen an den Sabes weitergeleitet, ist mir bis heute übrigens nicht aufgefallen, dass auch nur einer der damals aufgezeigten Missstände behoben worden wäre.
Lediglich die für den Reinigungsdienst zuständige Privatfirma Markas hat nachgebessert, nachdem ich sie angeschrieben hatte.
Hier also die neuen Bilder:
Zum Vergrößern anklicken – Hervorhebungen (rot) von mir
Die Mehrzahl der hier dokumentierten — kleineren wie größeren — Missstände lässt sich kaum mit einem Mangel an zweisprachigem Personal erklären. Vielmehr deuten sie auf fehlende Sorgfalt, mangelnde Sensibilität und letztlich auf fehlenden Respekt gegenüber der rechtlich theoretisch gleichgestellten deutschen Sprache hin. Beschilderungen, Warnhinweise, Raumbezeichnungen oder Automatenaufschriften sind keine spontanen Äußerungen einzelner Mitarbeiterinnen, sondern Ausdruck institutioneller Praxis.
Gerade weil es immer weniger zweisprachiges Personal gibt, wäre eine konsequente Beachtung der sogenannten »strukturellen« Zweisprachigkeit umso wichtiger. Sie ist kein Ersatz für persönliche Sprachkompetenz, sondern eine notwendige Mindestvoraussetzung, um vor allem Patientinnen (aber auch Besuchenden und Mitarbeiterinnen) Orientierung, Sicherheit und Würde zu gewährleisten.
Dass selbst diese Mindestanforderung verfehlt wird, ist kein Randproblem, sondern Indiz für ein grundsätzliches Versagen.

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