Bei der Landtagssitzung vom 25. November hat LAbg. Franz Ploner (Team K) im Rahmen der aktuellen Fragestunde das neu eingeführte klinische Informationssystem Digistat für die OP-Säle der Südtiroler Krankenhäuser thematisiert. Die Eingabemasken und alle hinterlegten Dokumente des insgesamt 3,3 Millionen Euro teuren Systems seien ausschließlich auf Italienisch vorhanden.
Der zuständige Landesrat Hubert Messner (SVP) ließ in seiner Antwort wissen, dass eine »Erweiterung« auf die deutsche Sprache erst für das Jahr 2026 »geplant« sei.
Freitexte aber, die von den Mitarbeitenden eingegeben würden, blieben — no na — schon jetzt in der jeweiligen Sprache. Aber da müsste ja erst einmal jemand auf die Idee kommen, in die einsprachig italienische Maske Texte in deutscher Sprache einzugeben, in einem Umfeld wie dem Sabes, wo die deutsche Sprache ohnehin ständig unter Druck ist. Es ist ja inzwischen schon selten genug der Fall, dass in deutschsprachige Masken ein deutscher Text eingegeben wird.
Auf Messners Ausführungen erwiderte Ploner, er frage sich, warum eine international tätige Firma wie Ascom, die Digistat geliefert hat, nicht in der Lage sei, das System von Anfang an auf Deutsch und Italienisch anzubieten. Außerdem seien zum Beispiel die Eingabemasken des Brixner OPs einsprachig italienisch, und zwar einschließlich aller hinterlegten Daten. Es gebe etwa eine verpflichtende Checkliste, die nur auf Italienisch vorhanden sei und auch in dieser Form ausgedruckt werde. Wenn jemand das Dokument auf Deutsch wolle, müsste es jeweils einzeln übersetzt werden. Dass dies bei einem Servicevertrag, der 100.000 Euro jährlich kostet, nicht von Anfang an vom System geleistet wird, sei unverständlich.
Der Team-K-Abgeordnete wies darauf hin, dass es früher — mit dem Südtiroler IKIS — möglich gewesen sei, die Vorlagen selbst zu schreiben und somit zweisprachig zu gestalten. Er erwarte, dass der Firma Ascom gesagt wird, dass das umzustellen ist.
Dieser Vorfall von struktureller Minorisierung und Diskriminierung zeigt erneut, wie schlampig, hemdsärmelig und stiefmütterlich der Gesundheitsbetrieb mit der Zweisprachigkeitspflicht bzw. insbesondere mit der deutschen Sprache umgeht. Wenn es schon beim Personal massive Sprachprobleme gibt, müsste umso mehr alles dafür getan werden, dass die deutsche Sprache nicht noch mehr unter die Räder gerät. Getan wird allerdings wie auch in diesem Fall das genaue Gegenteil. Das hat System: Italienisch muss »natürlich« von Anfang an sein, Deutsch kann wieder einmal Monate, wenn nicht Jahre warten — und in der Zwischenzeit werden hunderte einsprachige Dokumente generiert, archiviert und ausgehändigt.
Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 | 07 08 || 01

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