Schön langsam wird es zu einer — unangenehmen — Gewohnheit: Die italienische Bauernlobby platziert sich am Brenner, um mit klar gastronationalistischem Ton an der (angeblichen) »Grenze der Nation« gegen Waren aus dem Ausland zu protestieren. Auch jetzt wieder.
Gemeinsam mit italienischen Ordnungshütern werden dann unter Slogans wie »Stoppen wir das gefälschte italienische Essen – NofakeinItaly«1Übersetzung von mir – Original: »Fermiamo il falso cibo italiano – NofakeinItaly« und »Hände weg vom Made in Italy«2Übersetzung von mir – Original: »Giù le mani dal Made in Italy« öffentlich Lkws inspiziert, die den Brenner Richtung Süden überqueren, also im Grunde Selbst- und Schaujustiz betrieben, die eines Rechtsstaates unwürdig ist.
So »kontrollierte« Lkws sollen sogar mit einem speziellen Aufkleber der Aktion markiert werden.
Quelle: Rai
Dass Coldiretti für dieses sich wiederholende, unwürdige Spektakel ein Land wie Südtirol ausgewählt hat, wo die Staatsgrenze und der Grenzabbau eine ganz besondere Bedeutung haben, macht die Angelegenheit noch einmal kritikwürdiger.
Doch anstatt die Vereinnahmung zu verurteilen, beteiligt sich die Südtiroler Landesregierung auch noch direkt an dem Theater. So soll Medienberichten zufolge LH-Vize Marco Galateo von den neofaschistischen Fratelli d’Italia gemeinsam mit dem Trentiner LH Maurizio Fugatti (Lega) vor Ort gewesen sein, um den Landwirten seine Unterstützung zu beweisen.
- 1Übersetzung von mir – Original: »Fermiamo il falso cibo italiano – NofakeinItaly«
- 2Übersetzung von mir – Original: »Giù le mani dal Made in Italy«


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