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Relikte und Museen.
Quotation 137

[È] possibile che il ‘problema’ del fregio di Mussolini abbia davvero ancora uno spessore tale da spingere il presidente Kompatscher a porre la questione in una maniera così decisa?
Quanto c’entrano in tutti ciò i complessi equilibri interni alla Svp, ufficialmente e plebiscitariamente lanciata verso il futuro, ma in realtà  impegnata a fare i conti con gli aspetti più radicali della propria essenza, legati all’eterna ‘rivalsa per il torto subito’?

Dies schreibt Luca Sticcotti — übrigens in einem unzweifelhaft nicht als Kommentar gekennzeichneten redaktionellen Beitrag bei Salto — über die Entscheidung des Landeshauptmanns, die Eröffnung des Dokumentationszentrums unter dem Bozner Siegesdenkmal an einen neuen Umgang mit den faschistischen Relikten zu knüpfen. Ich halte diese Vorgangsweise von Arno Kompatscher für äußerst klug, umsichtig und konsequent. In einem unterirdischen Verlies eine Ausstellung zu eröffnen, die noch dazu unter Ausschluss der Öffentlichkeit gestaltet wurde, und an der Oberfläche, im Tageslicht, alles so zu belassen, als hätte man das Problem (wie Sticcotti durch die Anführungszeichen selbst nahelegt) nicht erfasst, kann man keinesfalls als zukunfstgewandt (»lanciato verso il futuro«) bezeichnen. Entweder das Dokumentationszentrum ist in eine klare Gesamtstrategie eingebettet, die auch einen gesellschaftlichen Rückhalt hat — was Kompatscher und Spagnolli wenigstens kommunizieren — oder das Dokumentationszentrum agiert völlig losgelöst von der es umgebenden Realität. Dann aber ist es ein Feigenblatt, das man sich gleich sparen kann. Wenn er Geschichtsaufarbeitung und Historisierung als Revanchismus und Gestrigkeit missversteht, hat zumindest Herr Sticcotti herzlich wenig davon verstanden.

Siehe auch:

Arch+Raum Faschismen Kohäsion+Inklusion Medien Politik | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung Quote | Arno Kompatscher Luigi Spagnolli | Salto | Südtirol/o | PD&Co. SVP | Deutsch Italiano

12 replies on “Relikte und Museen.
Quotation 137

Völlig richtig!
Im Übrigen ist die Handhabung von Bericht und Kommentar bei der zitierten Nachtichtenplattform trotz wiederholtem Einspruch von verschiedenen Seiten immer noch völlig unprofessionell.
Aber wohl mit Absicht…

Das Paradoxe ist doch: Der A. Adige unterstützt das Vorgehen von Kompatscher und Spagnolli*, während gerade Salto — das angetreten war, eine sprachgruppenübergreifende Alternative zu bilden — von »piccolissime opere relative [a] piccoli retaggi vetero identitari« spricht. Muss man jetzt schon froh sein, dass ihr (noch) nicht imstande wart, der Journaille die Deutungshoheit über die Befindlichkeit der »Italiener« zu nehmen?


*) heutiger Leitartikel von Faustini

Scusa Gabriele (se ti posso dare del tu),
ma tu come ti trovi su salto.bz come vero giornalista?

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