Die Olympischen Spiele sind eine Machtdemonstration staatlichen Nationalismus — ein Umstand, den vor wenigen Tagen auch die Eröffnungszeremonie einmal mehr bestätigt hat. Wenn schon nicht der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seiner Berichterstattung (vgl.), so hätte doch wenigstens das Land Südtirol auf weiteren banalen Nationalismus verzichten können. Doch auch das ist sich leider nicht ausgegangen, wie die Mobilitätskampagne von Südtirolmobil anlässlich der Spiele zeigt.
Unter den online veröffentlichten Sujets kommt — wie mich ein Leser aufmerksam gemacht hat — gerade jenes in ladinischer Sprache nicht ohne grünweißrote Flagge aus:
Wobei bei der Farbreihung offenbar etwas Verwirrung geherrscht hat.
Vor dem Hintergrund, dass einer der beiden Hauptstandorte dieser Spiele, Anpezo (aka Cortina), in Ladinien liegt und dass ladinische Interessensvertretungen explizit dazu aufgerufen haben, mit der eigenen Flagge auf die Marginalisierung der autochthonen Sprache und Kultur aufmerksam zu machen, wirkt diese Gestaltung mit der (ohnehin allgegenwärtigen) italienischen statt zum Beispiel der ladinischen Trikolore besonders unsensibel.
Damit reproduziert ausgerechnet eine vom Land verantwortete Kampagne jene symbolischen Mechanismen, gegen die die Ladinerinnen mit großem Aufwand und Engagement ankämpfen.
Zu allem Überfluss ist im Logo von Südtirolmobil der ladinische Schriftzug Südtirolmubiltà auch noch abgeschnitten.


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