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Knoll und Bessone machen Südtirol zur Putin’schen Propagandakulisse.

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Grundsätzlich muss natürlich jeder selber wissen, wie er sich zum Deppen machen möchte. Bei einem Landtagsabgeordneten wie Sven Knoll (STF), einem Gemeinde- und ehemaligen Landesrat wie Massimo Bessone (Futuro Nazionale, vormals Lega) oder dem einem vormaligen Bürgermeister wie Werner Dissertori (SVP) hat es aber auch eine öffentliche Dimension und Bedeutung, wenn sie sich — wie geschehen — in den Dienst des russischen Staatsfernsehens stellen.

Wer sich von der Emissärin eines autoritären Regimes interviewen lässt, das seit mehr als vier Jahren einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, muss sich unangenehme Fragen gefallen lassen.

Vor wenigen Tagen widmete der russische Propagandasender Rossija 1 der Südtirolautonomie einen rund siebenminütigen Beitrag. Was vordergründig wie ein Plädoyer für Autonomie, Minderheitenschutz und friedliches Zusammenleben daherkommt, ist in Wirklichkeit eine politische Inszenierung, die den russischen Gebietsanspruch und die eigene Kriegsführung legitimieren soll.

Man müsste schon sehr blauäugig — um nicht zu sagen: dumm — sein, um anzunehmen, das politische Drehbuch einer solchen »Reportage« stünde nicht von vornherein fest und man könne darin selbst etwas darstellen, anstatt dargestellt zu werden. Wer mitmacht, muss sich deshalb vorwerfen lassen, dass er sich bewusst mit der Desinformation aus dem Kreml gemein macht.

Allerspätestens seit dem 24. Februar 2022 hat Russland jegliche Glaubwürdigkeit verspielt, wenn es sich als Partner oder Schutzmacht einer russophonen »Minderheit« in einem anderen Land präsentiert. Auch der letzten Zweiflerin muss heute nämlich klar sein, dass die russischsprachigen Ukrainerinnen höchstens ein Vorwand für imperiale und koloniale Ansprüche waren. Ihr Wohlergehen wurde bereitwillig geopfert. Unterlassener Minderheitenschutz und verweigerte Autonomie, die Russland als Rechtfertigung für sein brutales Vorgehen ins Feld führt, könnten ohnehin niemals auch nur ansatzweise das unbeschreibliche Leid legitimieren, das das Moskauer Regime seit Jahren über ein souveränes Nachbarland bringt.

Wer wie Dissertori meint, über den Kanal eines Terrorregimes Ratschläge zum Minderheitenschutz und zur Autonomie im angegriffenen Land geben zu müssen, ist ohnehin nicht mehr zu retten.

In der Erzählung darf aber auch Luis Durnwalder (SVP) nicht fehlen: Der ehemalige Landeshauptmann reiste 2015 nach Donezk und nahm dort gemeinsam mit europäischen Rechtsextremistinnen an einer Tagung teil, die vom russischen Marionettenregime der abtrünnigen Region inszeniert worden war. Mehr als elf Jahre später dient die Reise erneut dazu, die russische Propaganda zu stützen.

Russische Einflussnahme funktioniert nicht ausschließlich über frei erfundene Geschichten. Häufig werden reale Konflikte, tatsächliche Missstände und authentische Aussagen so ausgewählt und zusammengesetzt, dass sie eine gewünschte politische Schlussfolgerung nahelegen. Wie in diesem Fall reicht es, entscheidende Zusammenhänge auszublenden und eine irreführende Analogie herzustellen.

Nicht jede Person, die in einem russischen Fernsehbeitrag auftritt, ist deshalb ein Agent Moskaus. Doch werden etwa rechtsradikale und rechtsextreme Parteien in Europa systematisch gekapert oder so eingehegt, dass sie den Interessen des Kremls dienen, zur Destabilisierung der Demokratie beitragen und die Wehrhaftigkeit gegenüber Russlands hybrider Kriegsführung von innen schwächen.

All das müssen sich Knoll, Bessone und Dissertori vorwerfen lassen. Mit ihrem verantwortungslosen Verhalten schaden sie dem Ansehen Südtirols und erweisen Europa und der Demokratie einen Bärendienst.

Wir alle warten jetzt sehnsüchtig darauf, dass das Moskauer Regime die nötigen Konsequenzen aus seiner eigenen Argumentation zieht und etwa der Krim wenigstens die Autonomie zurückgibt, die sie in der Ukraine bereits hatte — und die dortige tatarische und ukrainische Bevölkerung schützt.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 | 06 07 08



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