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Tag der Aufarbeitung.

Man könnte an einem Tag wie diesem vieles kritisieren: Dass das neue Dokumentationszentrum unter dem Siegesdenkmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit eingerichtet wurde; dass man mit der Eröffnung auf einen römischen Kulturminister warten musste, der offenbar trotzdem keine Worte des Bedauerns für die Rolle des Staates im Faschismus fand (vgl.); dass das Display am Siegesdenkmal — sorry — an einen Penisring erinnert; dass, wie Sigmund Kripp von den Grünen sagt, das Untergeschoss nach wie vor unkritisch als Krypta bezeichnet wird, als handle es sich um einen sakralen Raum; dass seit dem Ende des Faschismus bis zum heutigen Tage 70 Jahre vergehen mussten; dass es die Gemeinde Bozen mit der Aufarbeitung selbst nicht so genau nimmt; dass im Dokumentationszentrum angeblich wieder einmal auf die ladinische Sprache »vergessen« wurde; oder aber, dass die Aufarbeitung nicht am helllichten Tag, sondern untertage stattfindet.

All dies und vieles weitere darf und soll man natürlich benennen und kritisieren. Doch am heutigen Tag muss man vor allem anerkennen, dass sich — aus Südtiroler Sicht — Historisches zugetragen hat: Endlich wurde ein fundamental wichtiger Schritt in die richtige Richtung gesetzt. In Richtung Aufarbeitung, in Richtung gemeinsame Aufarbeitung. Und was fast genauso wichtig ist: Alle, auch die unmittelbaren Urheber dieser Etappe, sind sich wie es scheint bewusst, dass dies nicht das Ende, sondern erst ein Anfang ist. Neben der bereits angekündigten Historisierung des Mussolini-Reliefs wurde nun angeblich auch bereits ein Auftrag zur Umgestaltung des ‘Friedensplatzes’ erteilt. Am heutigen Tag kann man also optimistisch in die Zukunft blicken und hoffen, dass auch in Südtirol — speziell in Bozen — so etwas wie demokratische Normalität im Umgang mit dem 20. Jahrhundert Einzug halten wird, wozu gehört, dass Denkmäler aus faschistischer Zeit der Deutungshoheit von Extremisten entzogen werden.

(Ein Urteil über den Inhalt der Ausstellung werde ich mir freilich erst anmaßen, sobald ich sie mit eigenen Augen gesehen habe.)

Siehe auch:

Arch+Raum Bildung Cultura Faschismen Geschichte Kohäsion+Inklusion Politik | Faschistische Relikte Geschichtsaufarbeitung Good News | Sigmund Kripp | | Südtirol/o | Vërc | Deutsch

76 replies on “Tag der Aufarbeitung.”

ich denke auch, dass man das prozesshafte von geschichtsaufarbeitung berücksichtigen muss. freilich ist das jetzt keine „maximallösung“. war auch nicht zu erwarten. aber die richtung stimmt. und das wiederum stimmt zuversichtlich.

erschreckend ist die kindische trotzigkeit – ich möchte fast sagen – dummheit, mit der beispielsweise ein sven knoll auf das museum reagiert. zitat:

Dieses Museum werd ich mir sicher nicht ansehen, ich setze keinen Fuß dort hinein. Das interessiert mich gar nicht.

die intransparenz beim zustandekommen hab ich auch stets kritisiert. andererseits ist mir in der rückschau und beim durchscrollen der diversen foren klar geworden, dass eine miteinbeziehung den klassischen bozner weg bedeutet hätte. es wäre wahrscheinlich nichts passiert. traurig, aber wahr. jede information die durchgesickert bzw. durchgelassen worden wäre, wäre zerklaubt und zerpflückt worden bis nichts mehr übrig geblieben wäre (siehe reaktionen der italienischen rechten, des heimatbundes usw.). manchmal ist ein top-down vielleicht sogar notwendig.

Die Stellungnahme des Heimatbundes ist auch hier missverstanden worden. Der Heimatbund hat nichts gegen das Dokumentationszentrum gesagt, sondern er hat dem Zentrum zugestanden, dass es die Wahrheit zeigt. Der Heimatbund hat aber kritisiert, dass die Wahrheit in den Keller verbannt wird, während die Stein gewordene Lüge darüber mit viel Geld auf Hochglanz gebracht wurde. Da am Denkmal selbst nichts entschärft wurde, stellt das Dokumentationszentrum, so gut es auch sein mag, eine Aufwertung des faschistischen Denkmals dar. Zum Dokumentationszentrum selbst wird sich der Heimatbund erst äußern, wenn er es gründlich begutachtet hat, was viele Heimatbund-Mitglieder mit großer Aufmerksamkeit und unvoreingenommen tun werden (einige waren schon dort).

A Staffler l’anello vibrante non basta. Voleva che i fasci littori venissero sostituiti con dei vibratori rotanti?

@ hartmuth
und du hast meine bzw. die bbd-stellungnahme missverstanden. so viele missverständnisse.

@Gadilu: a me non piace un cavolo; perchè proprio nellaa cripta, quando a Bolzano ci son fior di musei sicuramente più adatti? Tra il resto non si capisce perchè debba venir aperto un centro di documentazione, quando in realtà  a scuola, almeno ai miei, non troppo lontani tempi, non veniva insegnato granchè della storia locale tra il ’18 ed il ’45. La discussione pubblica che ha accompagnato i relitti fascisti è stata, a memoria, principalmente quella sulle modalità  dell’accordo Durnwalder-Bondi e cose del genere. Mai si è entrati nel merito di discuterne l’eredità . Dunque l’unico scopo di questo centro è probabilmente uno solo: scongiurare qualsiasi modifica al monumento sovrastante. E‘ in sostanza uno zuccherino che dovrebbe calmare gli hardcore delle Protestmärsche.
Io, come sai, terrò le Lederhosen sempre pronte in caldo: nel 2013 si poteva fare molto di più. Non è un mistero.

Io, come sai, terrò le Lederhosen sempre pronte in caldo

Pensavo si portassero a temperatura ambiente. Non si finisce mai d’imparare.

Dunque l’unico scopo di questo centro è probabilmente uno solo: scongiurare qualsiasi modifica al monumento sovrastante.

Esatto. In questa maniera hanno „congelato“ il monumento e cosà­ facendo hanno introdotto un ulteriore ostacolo per abbatterlo.

Solange das Monument weiter die Innschrift und Liktorenbündel trägt ist es für mich keine zufriedenstellende Lösung.
Evt. hätte man das Monument noch anderweitig architektonisch zerstören können. Zb. einen Stahlträger mitten durch siehe Nürnberg Reichsparteitagsgelände…

… wenn die Initiative des damaligen Bozner BM zur Umbenennung in Friedensplatz umgesetzt und beibehalten worden wäre, hätte man das viele Geld für Restaurierung und DokuKeller sparen können und gleichzeitig für Pompej beitragen können!
Die Realität ist freilich eine Andere … > Kompliment an die beteiligten „historisierenden Historiker“ und die dafür verantwortlichen Politiker!

Nach einem ersten Überfliegen der HP bin ich der Meinung, dass es sich um eine Arbeit handelt, welche in einem Rahmen von „aus Rom diktierten nicht verhandelbaren Bedingungen“ so gut wie möglich erledigt wurde.
Ohne Haarspalterei zu betreiben ein paar Anregungen:

  • Das Dokumentationszentrum wurde stets in Zusammenhang mit dem Wort „Mahnmal“ beworben, welches allerdings auf der HP keine Erwähnung findet. Es gilt weiterhin die dictio des „Denkmals“ und des „Siegesdenkmals“. Auch die von pérvasion erwähnte Domain ist ungeschickt gewählt.
  • Die Inschrift an der Vorderseite
    Die lateinischen Inschriften am Ostgiebel wollen demonstrativ die Unterschiede zwischen der römisch-zivilisierten Welt und dem “Barbarentum” hervorheben.“

    http://www.siegesdenkmal.com/de/inhalt/aussenbereich.html
    Solche Sätze umkommentiert hinzuschreiben ist einfach nur dreist.

  • Was ist eigentlich mit dem Zaun und der 24h Videoüberwachung? Ein sonderbares Mahnmal, welches eingezäunt ist.
  • Mein Fazit vom Laptop aus: Zusammen mit der Restaurierung ergibt alles ein schlüssiges Ganzes, in einer von Rom geduldeten Version: Das Böse kommt in den Keller, was oberirdisch (von den Barbaren durch einen Zaun geschützt) steht, ist ein Denkmal an die Kunst und Architektur.

.com (commercial) ernsthaft war da die stf oder schützen beteiligt?
Ausserdem zwei Diktaturen war Südtirol einmal offiziell ins Deutsche Reich eingegliedert?
Kein (!) deutscher würde sich getrauen ein nazistisches Bauwerk als Gesamtkunstwerk zu bezeichnen.
Symbol der Eroberung und unverrückbaren Grenzzeichen
Ja, in Bozen sollte die neue Grenze gezogen werden, vlt. Genau bei den Flüssen
Desweiteren bedarf die Seite noch einiges an Bugfixes speziell für mobile user

„Kein (!) deutscher würde sich getrauen ein nazistisches Bauwerk als Gesamtkunstwerk zu bezeichnen.“
Huch. Ich habe zehn Jahre in München gelebt, und ja, Führerbau, Königsplatz, Haus der Kunst – die Münchner haben das als architektonische Kunstwerke bezeichnet.
Dies nur um vor Augen zu führen, dass man mit „kein“ und „niemals“ vorsichtig umgehen sollte, und ohne Bezug zum Bozner Triumphbogen – dessen architektonisch-künstlerische Leistung von Piacentini ich subjektiv eher bescheiden sehe. Aber darum gehts mir hier eigentlich gar nicht.

„Nazistische Bauwerke, die als Gesamtkunstwerke betrachtet werden“, gibts recht häufig. Einfach mal durch Berlin spazieren: Das BMF-Gebäude zum Beispiel, oder die italienische Botschaft sind nach Meinung von Architekten ziemlich gut gelungen (und mir haben sie auch imponiert). Oder mal in Nürnberg die Zeppelintribüne besichtigen, auch nicht ganz unbeeindruckend für den, dem Architektur naheliegt.

Die Bezeichnung „Siegesdenkmal“ stört, sie fußt auf eine seltsame Besatzermentalität.
Ein besserer Namen wäre zum Beispiel „Doku-Zentrum“. Die Schriften sind meiner Ansicht unbedingt zu entfernen.
Vorzuziehen wäre es, wenn dieses Denkmal endlich abgetragen wird und ein anderes gebaut wird, mit dem sämtliche Abschnitte in ähnlicher Weise gewürdigt werden.
Für eine Historisierung ist dieses Denkmal einfach zu groß.

Endlich wurde ein fundamental wichtiger Schritt in die richtige Richtung gesetzt. In Richtung Aufarbeitung, in Richtung gemeinsame Aufarbeitung.

In Richtung ständiger Verdrängung, nicht Aufarbeitung. Das ist sogar ein Schritt rückwärts. Diese „historisierung“ ist nur ein Deckmantel um den Abriss zu verhindern und sonst gar nichts. Man hat dieses ganze Doku-Zentrum Dings hergestellt, um das Denkmal zu SCHÜTZEN, und um den Abriss WEITERHIN ZU VERHINDERN. In Bozen gibt es eine massive Denkmal-Verlust-Angst. Denn diese Monumente (und Tolomeis Ortsnamen) sind und bleiben eine Berechtigung zu einer ständigen Ablehnung einer Aufarbeitung. Solche Denkmäler sind Teil der „italienischen Identität“ in der Hauptstadt. Nur ein Abriss dieser Monumente ist eine Vorausetzung um eine echte Aufarbeitung zu fördern, und der Grund dafür ist ganz einfach: die Italiener in Bozen müssten in solch einem Fall die Realität akzeptieren und mit sich selbst ins REINE kommen, bzw. dass sie bis heute diese faschistischen Symbole mit allen Mitteln verteidigt haben eben, weil diese sog. „italianità¡“ auf diesen Denkmäler fußt. Deswegen ist der Abriss die Hauptvorausetzung auch um eine erfolgreiche Integration im Lande zu fördern.

Rein psychologisch spielt man den Faschisten extrem in die Hände:

Kinder gehen mit der Schulklasse dorthin, das Monument ist groß, beeindruckend und voll von Symbolik. So etwas beeindruckt Kinder und auch unreife Erwachsene ungemein.

Im Keller wird den Besuchern dann erklärt, dass dieses Monument „böse“ ist, das Böse und Unerlaubte in Kombination mit monumentaler Optik übt eine große Faszination auf Kinder aus. Der ideale „Kontaktpunkt“ für rechtsextreme Organisationen, die italienischen Neofaschisten können italienischsprachige Kinder damit ansprechen, dass sie dem „großen Volk“ angehören, dass dies erbaut hat und jetzt „unterdrückt“ wird. Während die deutschen Neonazis, deutsche Südtiroler Kinder damit ansprechen können, dass sie eigentlich noch eine viel mächtigere, stärkere Symbolik haben.

Denkt doch bitte an die Kinder!! Beim Anblick des Siegesdenkmals werden die alle Faschisten!

Tja, man kann die Gefahr des Faschismus und die leichte Beeinflussbarkeit von jungen Menschen auch ins lächerliche ziehen.

Über viele Dinge haben die Menschen zuerst gelacht und dann ihr blaues Wunder erlebt. Solche Relikte haben eine gewissen Anziehung, diese Art der Ästhetik war schon immer ein Mittel zur Beeinflussung der Massen, solange man es stehen lässt ist es eine Erleichterung für alle Rechtsextremen – egal welcher Sprachgruppe.

es gibt immer wieder verwirrte geister. millionen menschen spielen ego-shooter. einer davon läuft amok. deiner logik zufolge müsste ich ego-shooter verbieten anstatt das tatsächliche problem anzugehen. das ist doch blödsinn. ich sehe die gefahr als äußerst gering an, dass kinder, die das kolosseum in rom besuchen in zukunft sklavenhandel betreiben werden oder in irgendeiner weise für sklavenhandel empfänglich werden.

Da treffen Sie Herr Fey genau den Punkt. Eine Historisierung dies Gebäudes ist gar nicht möglich. Es muss weg oder zumindest in großen Teilen abgebrochen werden, als sichtbares Zeichen, dass dieses Gebäude eben nicht mehr zeitgemäß ist.

Ist die historiesirung von einem übergroßen Hakenkreuz möglich?

Na ja, mit dem Hakenkreuz tut man sich sicher schwer. Aber einfach mal nach Bayern gehen, und die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege besuchen gehen. Dort lacht einem von der äußeren Fassade ein gigantischer Reichsadler entgegen. Und auch im Inneren gibts dasselbe zu bestaunen. Da zucken die Bayern halt mit den Schultern, wenn man als „Auswärtiger“ erst mal schluckt. Erstaunlich, nicht wahr?

Da zucken die Bayern halt mit den Schultern, wenn man als ”Auswärtiger” erst mal schluckt. Erstaunlich, nicht wahr?

Nein, hätten Sie etwas anderes von den Münchnern erwartet?

sondern nur die ”Unwissenden”.

Vielleicht ist Christoph Moar ein Nachfahre des Franz Moar?

am Reichsadler ist auch nichts auszusetzen, da er kein faschistisches/nazistisches Symbol war und ist, sondern ein Staatswappen

Huch, gleich Unwissend. War natürlich unvorsichtig von mir zu denken, dass aus dem Kontext der Frage („Ist die Historisierung von einem übergroßen Hakenkreuz möglich?“) und meiner Antwort („Na ja, mit dem Hakenkreuz tut man sich sicher schwer…“) nicht glasklar sei, dass ich natürlich den nationalisozialistisch vereinnahmten Reichsadler meinte: also der in der Fasson mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz.

Diese Dreierkombination gilt tatsächlich als Nazistisches Symbol, und wenn du eben vor besagter Verwaltungsakademie stehst, und den gigantischen Vogel mit Eichenlaubkranz auf dich wirken lässt, dann schluckst du tatsächlich ob der Symbolik, die du aus so vielen Bildern kennst – obwohl du das weggemeißelte Hakenkreuz natürlich nur noch erahnen kannst. Völlig richtig im Übrigen, dass die Bayern dann mit den Schultern zucken, was anderes habe ich nie behauptet.

(Und nein, Karl-Heinz, von Münchern hätte ich sowieso, in jeder Beziehung, selbstverständlich nie eine andere Reaktion erwartet, das sei doch selbstredend).

Ob die hiesigen Einheimischen bei Liktorenbündel mit *****-Ring irgendwann auch mit den Schultern zucken werden, weiss ich natürlich nicht. So leicht wird es einem dabei nämlich nicht gemacht.

Deine Frage zur Verwandschaft zu Franz Moar, geschätzter Karl-Heinz, bewegt sich gefährlich nahe zu gleich mehreren Geboten der Netiquette. Aber wenn Du meinst, es sei der Qualität der Diskussion förderlich, bitte gerne. Du würdest dich wundern, was für Vorfahren ich alles hatte.

Im schlimmsten Fall baut man mit solchen Verdächtigungen und Unterstellungen eben neue Dämonen auf. Wohin das führen kann?

Ich versteh Dich leider wirklich nicht. Lies vielleicht nochmal die ursprüngliche Frage („Ist die historiesirung von einem übergroßen Hakenkreuz möglich?“) und meine ursprüngliche Antwort darauf. Ich baue weder Dämonen auf noch möchte ich kritisieren. Ich zeige doch nur auf, dass Historisierung (und gar Entnazifierung) möglich ist. Und es doch toll ist, dass man unter einem ehemaligen nationalsozialistischen Reichsadler stehen kann und das so normal und historisiert ist, dass man gutmütig mit den Schultern zucken darf. Wäre schön, wenn das überall gelingen würde.

Meine Antwort auf die ursprüngliche Frage („Ist die historiesirung von einem übergroßen Hakenkreuz möglich?“) hast Du damit vermutlich gründlich missverstanden, das kann schon man passieren, wir sitzen hier ja nicht gegenüber sondern tauschen uns über Geschriebenes aus, wo gut und gerne die Intention falsch rüberkommen kann.

Die Reaktion des @anonym zeigt, dass ihm nicht mal klar war, dass ich tatsächlich vom nationalsozialistischen Reichsadler sprach – er meinte doch glatt am Gebäude würde die legitime Version des Heiligen Römischen Reiches herunter lachen.

Deine Reaktion, lieber Karl-Heinz („Nein, hätten Sie etwas anderes von den Münchnern erwartet?“) war ausdrücklich charmant, wir kennen beide die Münchner und natürlich ist Schulterzucken die völlig richtige Reaktion darauf. Jo mei.

Die Frage zum Franz Moar, lieber Karl-Heinz, ist einfach daneben. Du hättest zum Beispiel nachfragen können, ob ich doch glatt den Reichsadler des Heiligen Römischen Reiches zitiere (dann würde die anonyme Anschuldigung des „Unwissenden“ treffend sein) und es hätte sich doch schnell aufgelöst, dass ich wirklich die Hakenkreuz-und-Eichenlaubversion meine.

Mich stört die Entnazifizierte Hakenkreuz-und-Eichenlaubversion kein bisschen, und neue Dämonen mache ich damit auch nicht auf. Ich zeige nur auf, dass Historisierung und Entnazifizierung möglich ist. Ob dies beim Triumphbogen auch gelungen ist, stelle ich nichtmal zur Diskussion, das muss ich erstmal besichtigen und setzen lassen.

Die Frage, ob theoretisch Entnazifizierung möglich ist bejahe ich damit. Weg mit dem Hakenkreuz, Beibehaltung des übergroßen Vogels mit Eichenlaubkranz und gut ist. Und ich glaube, bei diesem Seitenthread ging es eigentlich um diese Frage, und nicht um Dämonen oder Verdächtigungen. Seltsam, dass Du in meinen Beitrag eine Verdächtigung zu lesen meinst. Warst Du vielleicht voreingenommen? Liest meinen Beitrag oben nochmal, und auch ein drittes Mal. Sage mir, wen ich wo verdächtige, oder ob ich doch glatt nur auf die Frage „Ist die historiesirung von einem übergroßen Hakenkreuz möglich?“ geantwortet habe.

Und den Franz Moar lassen wir mal in Ruhe.

Nein Herr Moar, mir war absolut klar dass Sie von der Version sprachen die während der 3. Reiches gebräuchlich war.
Nur nochmals (da sie es scheinbar nicht verstehen wollen) ist auch diese Version des Reichsadlers ein Staatswappen und kein faschistischen/nazistisches Symbol und ist auch heute in der BRD nicht verboten!

Der Punkt ist, daß dieses Hoheitsabzeichen durch die Entfernung des Hakenkreuzes entnazifiziert wurde (der Eichenkranz ist übrigens auch kein Nazi-Symbol). Das finden Sie so in ganze Deutschland zigfach vor.

Und genau das ist der Unterschied zu Bozen und Italien. Während man in Deutschland/Österreich die Symbole netnazifiziert hat, hat sich bei uns nichts geändert. Hätte man z.B. beim Bozner Siegesdenkmal die Beile der Säulen weggemeisselt, dann wären das heute nur mehr Säulen zwar noch in Rutenbündel-Form, aber nicht mehr als die faschistischen Symbole erkennbar.

Am Besten also Sie schlucken in Zukunft jedesmal wenn Sie nach Bozen kommen.

@pervasion
wegmeißeln

weg|mei|ßeln <sw. V.; hat: durch Meißeln entfernen: Das Hakenkreuz über dem Eingang hatten sie weggemeißelt (Kempowski, Uns 150).

Universal-Lexikon. 2012.

Interessant, dass sie im Universal-Lexikon gerade das Hakenkreuz als Beispiel für das wort »wegmeißeln« gewählt haben. Sagt doch einiges aus. :top:

Sonst, nun ja, die Bedeutung des Wortes war mir selbstverständlich bekannt (solltest du daran gezweifelt haben).

Nein Herr Moar, mir war absolut klar dass Sie von der Version sprachen die während der 3. Reiches gebräuchlich war.
Nur nochmals (da sie es scheinbar nicht verstehen wollen) ist auch diese Version des Reichsadlers ein Staatswappen und kein faschistischen/nazistisches Symbol und ist auch heute in der BRD nicht verboten!

Herrje, lieber Anonym. Die nationalsozialistische Version des Reichsadlers samt Eichenlaubkranz und Hakenkreu ist ein faschistisches/nazistisches Symbol, wie du gerne auch aus deinem Wikipedia-Artikel lesen kannst. Und genau dieses Symbol habe ich auf besagtes Gebäude gesehen und euch zeigen wollen, wie es tatsächlich möglich ist etwas zu entnazifizieren (indem das Hakenkreuz weggemeißelt wird). Wenn du das nicht verstehen kannst, gibt es irgendwo Leseschwächen oder den bewussten Wunsch, in mir ein Feinbild aufzubauen.

Das finden Sie so in ganze Deutschland zigfach vor.

Selbstverständlich, und darum gehts mir ja. „Wie kann man ein Hakenkreuz historisieren“. Nun ja, beim Hakenkreuz gehts schwer, aber bei einem nationalsozialistischen Symbol wie der Reichsadler mit Eichenlaubkranz gehts sehr wohl, und die Deutschen zeigen das. Schaut man das an, schluckt man zunächst, weil man die Bilder anders kennt. Am Ende aber löst sich alles mit einem Schulterzucken auf, erstaunlich, nicht wahr? Vielleicht ist das irgendwann beim Triumphbogen auch der Fall, aber ich weiss echt nicht ob der *****-Ring dafür reicht.

Aus meiner Sicht bist du einfach etwas vorschnell in deiner Urteilsbildung. Lies die ursprüngliche Frage, und lies meine Antwort. Und vielleicht checkst du, dass wir beide dasselbe meinen, dann löst sich alles in wohlgefallen auf.

Am Besten also Sie schlucken in Zukunft jedesmal wenn Sie nach Bozen kommen.

Siehste. Ich will zeigen dass man woanders nationalsozialistische Symbole entschärft hat, und mach ein Beispiel dafür. Ob das in Bozen gelungen ist oder nicht weiss ich keinesfalls, und habe es auch nicht vor, zum Ausdruck zu bringen.

Du hast, nach meiner bescheidenen Meinung von vornherein meine Aussage zu 180 Grad falschherum verstanden, da kann nur wiederholtes Lesen helfen.

@pérvasion

Sorry, nein, mir war tatsächlich nicht mehr klar ob du die Bedeutung verstanden hast – bzw. im Umkehrschluss, nachdem du die Bedeutung wohl kennst weiss ich mit dem Satz „Als Südtiroler muss ich sagen: »Wegmeißeln, was ist das?«“ nur nach zweifacher Indirektion was anzufangen. Ironie völlig ok, du (und vielleicht andere hier) merken vielleicht, wie leicht es ist, sich im Schriftlichen misszuverstehen.

Dieser ganze Thread ist wohl ein leuchtendes Beispiel dafür. Sollte es nicht klar sein, hilft auch ein Beitrag von mir weiter oben um zu verstehen, was ich von dem Bauwerk halte. Und auch, dass ich mir noch nicht anmaße zu urteilen, ob die Historisierung gelungen ist oder nicht, dazu muss ich erstmal hingehen.

Das einzige, was ich (mit einem in meinen Augen doch guten Beispiel) machen wollte: aufzeigen, dass Historisierung prinzipiell möglich ist. Dies nur für die, die glauben, die Antwort darauf wäre pauschal „nein“.

Over and out.

Mir ist klar, dass man Ironie (bzw. Andeutungen) im Netz leicht missverstehen kann. Deshalb hier nochmal im Klartext: Ich habe dir kein Urteil zur Historisierung des Siegesdenkmals unterstellt, sondern nur das Wort »wegmeißeln« zum Anlass genommen, indirekt darauf hinzuweisen, dass es dieses Wort in Südtirol nicht zu geben scheint: Wann wurde hier jemals zum Meißel gegriffen, um Symbole oder Monumente zu »entfaschisieren«? Das stand im hiesigen Mainstream nicht einmal zur Debatte.

Diese meine Aussage sollte allgemein sein und nicht an dich gewandt.

Nein Herr Moar, an Leseschwäche leide ich nicht. Aber Sie vielleicht an einder eindeutigen Ausdrucksweise.
Denn sonst wüsste ich nicht was man als „Auswärtiger“ zu schlucken hätte wenn man einen Reichsadler sieht?

Zur Leseschwäche, ich hab einen eindeutigen Link zum NS Version des Reichsadlers gepostet, während Sie schreiben:

Die Reaktion des @anonym zeigt, dass ihm nicht mal klar war, dass ich tatsächlich vom nationalsozialistischen Reichsadler sprach – er meinte doch glatt am Gebäude würde die legitime Version des Heiligen Römischen Reiches herunter lachen.

Soviel zur Leseschwäche!

@Christoph

Hallo, sorry wegen der „Kanaille“, ziehe ich mit Bedauern zurück.
Ich komme aus dem Umland von Frankfurt am Main, für die Münchner kann ich somit nicht sprechen. Mit der „Dämonisierung“ meine ich die bei Ihnen in ST doch wohl weit verbreitete Aversion gegen uns „Daitsche“ (das Geld der Touristen steckt man aber gern ein; recht opportunistisch).
Warum dort und nicht in Anpezo oder im Trentino. Und nein, die Trentiner und Ladiner verstellen sich nicht, es gibt ständige Emails, besucht haben diese Freunde uns auch schon
Ist es eine Einstellung, wie ich sie von Landsleuten kenne, die „schlechte Deutsche „. brauchen um dann als umso bessere dazustehen? Das hielt ich schon immer für problematisch, nehmen Sie nur Personen wie Grass.
Sie in ST sind in der Mehrheit nun auch Deutschsprachige, vielleicht wollen auch Sie sich von den Bösen distanzieren. Ist mir so schon aus Österreich bekannt:-)

Wissen Sie, es ist halt sehr einfach, jeden Dreck im eigenen Land mit dem Hinweis auf das Reich der tausend Jahre zu bagatellisieren. Und alles was in D ) nicht richtig ist als einen Hinweis aufs Vierte Reich zu sehen. Mein jüngerer Sohn ist zB vor anderthalb Wochen in einem Corso mitgefahren, in einem Auto mit seinen Freunden (Khan, Khambod und Apostolos heißén sie – merken Sie was?).
Einer, der mit Hinweis auf di Canio oder Frau Brambilla alle Italiener anklagen wollte, wäre in meinen Augen einfach ein Lump. Gilt das auch für andere Länder?

Zu Hammer und Meißel: warum ist es in Bozen denn nicht möglich, wenigstens beleidigende Aufschriften und lächerliche Symbole vom Bogen zu entfernen? Wer braucht das bitte?

Eine Frage noch zum „Moar“ – es gibt in Anpezo eine Familie mit dem Beinamen „Moro“. Verwandte?

Gruß

K-H,

Herrje, lieber Anonym. Die nationalsozialistische Version des Reichsadlers samt Eichenlaubkranz und Hakenkreu ist ein faschistisches/nazistisches Symbol, wie du gerne auch aus deinem Wikipedia-Artikel lesen kannst.

Nicht korrekt, der Reichsadler per se (auch die Version des 3. Reiches) ist kein NS Symbol sondern nur das Hakenkreuz.
Deswegen reicht ja die Entfernung („wegmeisseln“) der Swastika für die Entnazifizierung.

Nein Herr Moar, an Leseschwäche leide ich nicht. Aber Sie vielleicht an einder eindeutigen Ausdrucksweise.

Selbstverständlich leide ich an einer nicht eindeutigen Ausdrucksweise. Die Leseschwäche kommt hingegen höchstens daher, dass Sie meine mehrfachen Hinweise darauf, dass Sie einem Missverständnis aufzusetzen scheinen gründlich überhören.

Darum schrieb ich ja gleich in der allerersten Replik, sobald mir die mögliche Ursache Ihres Missverständnis klar wurde:

War natürlich unvorsichtig von mir zu denken, dass aus dem Kontext der Frage (”Ist die Historisierung von einem übergroßen Hakenkreuz möglich?”) und meiner Antwort (”Na ja, mit dem Hakenkreuz tut man sich sicher schwer…”) nicht glasklar sei, dass ich natürlich den nationalisozialistisch vereinnahmten Reichsadler meinte: also der in der Fasson mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz.

Also, bereits in dieser Replik nach Ihrem freundlichen Beitrag über „Unwissende“ (in dem Sie mir weismachen wollten, ich schriebe über den legitimen Reichsadler der Weimarer Republik oder des Deutschen Reiches) habe ich versucht, des Pudels Kern zu lösen, und darauf hinzuweisen dass ich tatsächlich den nationalsozialistischen Vogel meine, also den mit Eichenlaub und Hakenkreuz.

Wäre sicher cool gewesen, und es hätte uns viel erspart, Sie hätten erkannt, dass Sie vielleicht an mir vorbeireden. Aber vielleicht haben Sie meinen diesbezüglichen Kommentar mit dieser Rückmeldung nicht gelesen, das wäre natürlich eine bedauerliche Möglichkeit?

Denn sonst wüsste ich nicht was man als ”Auswärtiger” zu schlucken hätte wenn man einen Reichsadler sieht?

Sie wüssten das nicht? Hier wird seid Jahren darüber gesprochen dass es eine Schande ist, einen faschistischen Triumphbogen zu sehen. Also, wer als „Auswärtiger“ vor dem Piacentini-Bau steht, wird vermutlich schlucken – zumindest kann ich Ihnen allein aus BBD einen Dutzend oder so nennen (Sie selbst vermutlich mit eingeschlossen), die davor Schlucken. Jetzt gibt es einige, die der Meinung sind, man könnte das Bauwerk Historisieren oder Entfaschistisieren. Andere wiederum meinen, dies sei prinzipiell nicht möglich.

Alles, was ich aufzeigen durfte ist, dass „prinzipiell“ eine Historisierung manchmal möglich ist. Die Bayern habens bei der Akademie vorgemacht: Der „Auswärtige“ kommt, sieht eine metergroße ikonographische Abbildung des nationalsozialistischen Reichsadlers, ein Symbol das in unser aller Bewusstsein mit einer nationalsozialistischen Kriegsmaschinerie verknüpft ist (https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsadler#mediaviewer/Datei:Reichsadler_der_Deutsches_Reich_(1933%E2%80%931945).svg), und schluckt.

Im Gespräch mit den Einheimischen erkennt der Auswärtige aber, dass man auch ganz locker die Schultern zucken kann, denn das Böse (das Hakenkreuz) ist weggemeißelt, auch wenn das in den ersten Sekunden, wo du vor dem großen Vogel stehst, dir nicht bewusst ist.

Und nochmal, pervasion hat mich schon richtig verstanden: ich habe und werde nicht in diesem Thread darüber aussagen, ob diese Entfaschistisierung oder Historisierung geglückt ist oder nicht, dazu muss ich mir das erstmal in Ruhe anschauen: ob also zum Beispiel der ****-Ring die gleiche Wirkung hat wie ein Meißelhammer.

@anonym

Ich schrieb „Die nationalsozialistische Version des Reichsadlers samt Eichenlaubkranz und Hakenkreuz ist ein faschistisches/nazistisches Symbol“

Sie schreiben:

Nicht korrekt, der Reichsadler per se (auch die Version des 3. Reiches) ist kein NS Symbol sondern nur das Hakenkreuz.
Deswegen reicht ja die Entfernung (”wegmeisseln”) der Swastika für die Entnazifizierung.

Die Korinthe ist ja bekanntlich die kleinste Rosinenart. Und ein bisschen frage ich mich, ob wir uns hier nicht in Korinthenkackerei verewigen wollen?

Also, der Adler ist kein nationalsozialistisches Symbol, aber Adler plus Eichenlaubkranz plus Hakenkreuz sind es. Und die Symbolkraft dieser Dreierkombination ist uns wohl allen bekannt: (http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsadler#mediaviewer/Datei:Reichsadler_der_Deutsches_Reich_(1933%E2%80%931945).svg).

Ich bitte zu akzeptieren, was ich in meinem allerersten Replik geschrieben habe: dass ich also wohl zu blauäugig war zu glauben, aus dem Kontext meines Beitrags wäre klar, dass ich diesen nationalsozialistisch vereinnahmten Reichsadler meinte (also mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz), und nicht den einzelnen Vogel für sich alleine.

Das habe ich nun gefühlt ein Dutzend Mal gesagt, ich hoffte es dürfte reichen um den Graben zu schließen. Wenn es nicht so sein sollte, kann ich nur den Kopf schütteln. Bleiben wir dann bei den Korinthen.

Die Nationalsozialisten übernahmen 1933 den Reichsadler der Weimarer Republik und modifizierten ihn, indem sie ihn mit ihrem Parteisymbol des Hakenkreuzes und einem Eichenkranz ergänzten.

(Wikipedia).

Ob der Vogel nach links oder rechts schaut ist mir dann auch eigentlich egal. Beide Versionen (Nationalsozialistischer Reichsadler oder Nazionalsozialistischer Parteiadler) unterscheiden sich nur durch die Blickrichtung des Vogels.

Servus.

@Karl-Heinz

kein Problem, solange sich alles auflöst sind wir einer Erfahrung reicher, wie leicht man falsch interpretiert wird. Wie Du siehst, will ich zeigen dass etwas woanders (in D) funktioniert, was bei uns nun Jahrzehntelang nicht funktioniert hat (die Historisierung/Entnazifizierung des Nationalsozialistischen Reichsadlers vs. die Historisierung/Entfaschistisierung des Bozner Triumphbogens). Insofern bin ich voll des Lobes für die Bayern und ich würde mich freuen, wenn wir in Bz auch irgendwann eine Lösung hätten, wo man mit Recht mit den Schultern zucken darf, auch wenn der Eine oder Andere erstmal schlucken muss, weil er sich damit auseinandersetzen muss.

Mit Cortina d’Ampezzo habe ich nichts zu tun. Der Name „Moar“ ist im Tirolerischen hauptsächlich ein Hof- und kein Schreibname (der „Maier-Hof“, der die Steuern einkassierte). Als Schreibname kenne ich hingegen nur eine einzige Ecke in Südtirol, wo der Name verbürgt ist.

Keine Sorge, eine Aversion gegen die „Daitschen“ habe ich bestimmt nicht, dafür war das zu lange meine Wahlheimat, und ich mag sowieso nicht Menschen wegen ihrer Nationalität über den Kamm zu schieben.

Zum Meißel – eben, das ist die Krux. Es gibt hier eine starke Ecke, die nur eine Schleifung bis auf die Grundmauern als ordentliche Satisfaktion empfinden würde. Und es gibt eine andere Ecke, die das „Kunstwerk“ nicht angreifen möchte. Und die Krux ist nun die, entweder das eine oder andere Extrem umzusetzen, oder – und das wird gerade versucht – eine Historisierung vorzunehmen, das heisst (wie Herr Obermaier es ausgedrückt hat), dem Monument seinen Giftzahn zu ziehen.

Ich weiss es beileibe nicht, ob das geglückt ist, ob also zum Beispiel der ****-Ring ausreicht, um die Liktorenbündel zu karikieren. Man wird sehen. Ich selbst werde es auch besichtigen gehen, um mir dann ein Bild zu machen und eine Meinung zu bilden.

Ich möchte hier im Gewand des Moderators nur darauf hinweisen, dass die Sternchen eine Eigenzensur von Christoph Moar sind — das Wort »Penis« ist bei BBD gestattet.

:)
Ich hab zugegeben Mühe die Planung nicht ins Lächerliche zu ziehen. Lest mal das durch:

Muss man gelesen haben: http://www.siegesdenkmal.com/fileadmin/user_upload/pdfs/GGG_MaV_Konzept-DE.pdf

Für den Außenbereich sind aus finanziellen Gründen nur Hinweise auf die Existenz der neuen Dokumentations Ausstellung möglich.
Durch einen LED-Ring mit Laufschrift, der um eine der Liktorensäulen an der Vorderansicht des Siegesdenkmals gezogen wird, erhält das Monument eine künstlerische Inszenierung mit symbolischer Aussage: Der klare und zugleich subtile Eingriff bringt die Monumentalität zu Fall. Es ist ein Ring der Vermählung mit der Demokratie, der den Eindruck der Macht neutralisiert.

Eine Laufschrift an einer Säule. Siehe Bild im verlinkten Pdf – Dokument.

… und was die Kommission eigentlich wollte:

Schließlich ist die Kommission der Überzeugung, dass auf die Dauerausstellung und deren Inhalte auch im Außenbereich des denkmals in klar erkenntlicher und sinnfälliger Weise hingewiesen werden soll. Dadurch würde unmittelbar evident, dass das Denkmal einer vertiefenden Historisierung und Kontextualisierung unterworfen worden ist.

http://www.siegesdenkmal.com/fileadmin/user_upload/pdfs/Wissenschaftskonzept-DE.pdf

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Dass man in einer Stadt wie Bozen mit »finanziellen Gründen« kommt, noch dazu nachdem das Denkmal zuerst mit hohen Geldbeträgen renoviert wurde, ist mehr als nur lächerlich. Wir sind ja nicht irgendwo in Äthiopien — wo man sich vielleicht wirklich irgendwo auf die finanzielle Lage herausreden könnte (es aber wahrscheinlich zur Wahrung der eigenen Würde unterlassen würde). Zum (Fremd-)Schämen so ein Statement.

Es sieht so aus als hätten sich die Zuständigen da richtig gezankt, wieso sollte sonst in einem öffentlichen Dokument der Design-Agentur die Rede von mangelnden finanziellen Mitteln sein!?

Ich verstehe das als öffentlichen Protest der Agentur.

Was mir an dem »Konzept« ebenfalls schleierhaft ist: Die Sprachreihung Englisch – Italienisch – Deutsch, bei einem Dokumentationszentrum, das doch in erster Linie für die einheimische Bevölkerung gedacht sein sollte.

… man denkt wahrscheinlich an „Touristen“, – wie auch bei der Reihung an den Warntafeln an Südtirols Flussufern …

Facebookseite von CPI Bozen, Auszug:

„Oggettiva e curata è sicuramente l’esposizione all’interno della cripta, anche se si dovrebbero contestualizzare nello specifico determinate parti.“ dichiara Mirko Gasperi, responsabile bolzanino di CasaPound Italia, „è stata un’emozione rivedere le aquile di ponte Druso finalmente esposte al pubblico, ma ovviamente auspico che un domani vengano ricollocate nel loro luogo originario“ e continua; „vergognosi invece, sono i giochi di luce e colori proiettati con frasi faziose che ‚censurano‘ le iscrizioni latine di Cicerone e Orazio, offuscando tra il resto la bellezza e il significato degli affreschi. Senza contare la deturpazione estetica della facciata frontale per mezzo di un’insegna luminosa stile centro commerciale, posta su una delle colonne in cui scorre la scritta in tre lingue: ‚un monumento, una città , due dittature‘ per pubblicizzare l’apertura del centro di documentazione, che vogliamo venga rimossa oggi stesso.“

Ja natürlich loben sie es. Was dies alles gebracht hat ist eine Verdoppelung der verherrlichender Wirkung des Denkmals und natürlich auch, daß jetzt der Schutz des Denkmals weiterhin noch strenger gewährleistet wird. Das ist für die Faschisten ein Geschenk.

wenn neofaschisten und südtirols „alternative“ (wir wissen dass in keinem anderen landstrich grüne und linksgerichtete menschen denken wie unsere staatlich manipulierten) das sog. dokuzentrum gut finden, schrillen bei mir die alarmglocken. dies ist ein deutliches indiz dafür, dass etwas nicht stimmt. wie pervasion ganz kürzlich schrieb, gibt es kaum zufälle.

wenn neofaschisten und südtirols ”alternative” (…) das sog. dokuzentrum gut finden, schrillen bei mir die alarmglocken.

Findest du das wirklich SO komisch ? Mussolini und Cesare Battisti waren ja selber Sozialisten. ;-) Der zweite war sogar Freimaurer.

… zur Polemik um die „Symbolik“ in München, bleibt nur noch zu vervollständigen indem ich daran erinnere, dass man eigentlich und konsequenterweise „Autobahn“ weder aussprechen noch befahren sollte … (weil doch vom Unaussprechlichen „gewollt und verwirklicht“) … ganz im Gegensatz zu offiziell Siegesdenkmal und Siegesplatz …

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