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Die Blutsbrüder.
Die Süd-Tiroler FreiheitLichen

Der neue Obmann der Freiheitlichen, Andreas Leiter Reber, hat es sich bekanntlich zum Ziel gesetzt, die Partei in Richtung bürgerliche Mitte zu führen. Bei der alten Garde scheint sich dieses Vorhaben allerdings noch nicht rumgesprochen zu haben. Blut vor Boden und Ethnos vor Demos sind die Parolen, die Ulli Mair weiterhin ausgibt:

Nein zum Ius Soli – Weil ein Afrikaner, der in Südtirol zur Welt kommt, noch lange kein Südtiroler ist!

Diesen ihren Facebook-Post verteidigte Mair in einem Leserbrief an die ff mit großer Vehemenz und noch größerem Widerspruch:

Norbert Dall’Ò hat nicht im Ansatz verstanden, worum es beim “Ius soli” geht. Erfunden wurde es von klassischen Einwanderungsländern, die jedem “Dahergelaufenen” die Staatsbürgerschaft schenkten. […] Für reguläre Einwanderung gibt es Einwanderungsgesetze und nach bestimmten Fristen und einer Bringschuld auch die Staatsbürgerschaft.

Da hat wohl Ulli Mair etwas nicht verstanden. Ius soli betrifft nicht Einwanderer, sondern deren Nachkommen, die hier geboren werden. Welche “Bringschuld” man von einem Kleinkind einfordern möchte, das das Land seiner Eltern vielleicht nie gesehen hat und womöglich nicht einmal die dortige Sprache beherrscht, würde mich interessieren.

Heute gilt es (Anm. Ius soli) als unzeitgemäß […]

Sagt wer? Ius sanguinis ist ein Ausdruck von Nationalismus und eines ethnozentrierten Verständnisses von Staatsvolk à la 19. Jahrhundert. Also genau jene Philosophie, deren Widersinnigkeit wir in Südtirol tagtäglich aufgezeigt bekommen. Die Logik, dass zum Beispiel das Kind zweier Nordtiroler, das in Südtirol geboren ist, sein ganzes Leben lang nicht den Südtiroler Landtag wählen darf, sofern es nicht die italienische Staatsbürgerschaft annimmt, während das Kind zweier Südtiroler, die in Australien wohnen und das seit 20 Jahren keinen Südtiroler Boden betreten hat, wahlberechtigt sein könnte, erschließt sich mir einfach nicht.

Wie viele Flüchtlinge hat der Gutmensch Dall’Ò in seinem Schlafzimmer aufgenommen?

Dieses Paradeargument darf natürlich nicht fehlen. Die Antwort von Armin Wolf.

Während also die Freiheitlichen noch einen langen Weg hin zur Mitte vor sich haben, marschiert die zweite große Oppositionspartei mit Freiheit im Namen stramm in die andere Richtung. Obschon die Süd-Tiroler Freiheit in sozialpolitischen Fragen wie der Gleichstellung homosexueller Paare im Gegensatz zu den Freiheitlichen wahrlich liberale Positionen vertritt, fährt man in Sachen Gesellschaftsverständnis einen zunehmend ethnozentrierten, tendenziell xenophoben bis deutschnationalen Kurs, den man so unter Eva Klotz nicht kannte.

In seltener Eintracht mit den Italofaschisten warnt zum Beispiel Landesleitungsmitglied Stefan Zelger ebenfalls vor dem Ius soli.

Die Ausländer in Süd-Tirol leben hauptsächlich in den Städten, und dementsprechend gehen ihre Kinder in die italienischen Schulen. Sie werden zu Italienern, und mit dem neuen Einbürgerungsgesetz noch schneller als zuvor. Diese Entwicklung wird sich negativ auf wichtige Bereiche der Autonomie, wie z.B. dem Proporz, auswirken. […] Das neue Einbürgerungsgesetz kann nicht im Interesse Süd-Tirols sein.

Hauptausschussmitglied und Strache-Fan, Matthias Hofer, wiederum geißelt Philipp Achammer und die SVP für ihre angebliche “Ausländerfreundlichkeit”. (Was ist eigentlich das Gegenteil von ausländerfreundlich?)

[S]pät aber doch [hat] auch der SVP-Parteiobmann erkannt […], dass Integration eine Bringschuld ist. Es stellt sich jedoch die Frage, warum der Landesrat gerade jetzt jahrelange Forderungen der Opposition kopiert. Gerade seine Partei hat diese Vorschläge bislang immer abgelehnt. Wahrscheinlich hat er erkannt, dass die Bevölkerung schon lange den ausländerfreundlichen Kurs der SVP nicht mehr mitträgt und so blieb ihm nichts anderes übrig, als die deutsche Opposition zu kopieren.

Und der Sprecher der Süd-Tiroler Freiheit, Cristian Kollmann, spricht sogar von einer drohenden “Entdeutschung” (!) und dekoriert das ganze mit Halbmond und Stern, eingebettet ins Südtirol-Logo.

Die EU ist nicht in Stein gemeißelt. Nur, was wird dann aus dem an Italien hängen gebliebenen Südtirol? Eine entdeutschte Provinz namens “Afro-Alto Adige”?

Interessant ist diese Entwicklung auch deshalb, weil die Süd-Tiroler Freiheit nach wie vor Mitglied der European Free Alliance (EFA) ist, die zusammen mit den Europäischen Grünen im Europaparlament eine Fraktion bildet.

Die EFA zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine konsequent inklusivistische und progressive Linie fährt. So wurde die Mitgliedschaft der Lega Nord 1994 suspendiert, da diese damals ein Bündnis mit der postfaschistischen Alleanza Nazionale einging. Zwei Jahre später schied die Lega freiwillig aus. Die Union für Südtirol (jetzt Bürgerunion) wurde gar rausgeworfen, da sie 2008 die Bilbao-Deklaration nicht mittragen wollte. Darin sprach sich die EFA entschieden gegen Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit und Islamfeindlichkeit aus und forderte verbesserte Einbürgerungsmöglichkeiten sowie Wahlrecht für Migranten.

Wie die oben dargelegten Positionen vor allem mit den beiden letzten Punkten kompatibel sind, ist schwer nachvollziehbar.

Siehe auch:

Discriminaziun Faschismen Kohäsion+Inklusion LGBTQIA Migraziun Nationalismus Politik Racism Recht | Zitać | Andreas Leiter-Reber Cristian Kollmann Heinz-Christian Strache Norbert Dall'Ò Philipp Achammer Ulli Mair | ff Social Media | Südtirol/o | BürgerUnion EU Freiheitliche Lega STF SVP Vërc | Deutsch

13 replies on “Die Blutsbrüder.
Die Süd-Tiroler FreiheitLichen

Hunter–> Allora facciamo un ragionamento basato sulla realtàe non su teorie preconfezionate. Sappiamo che molti stranieri che vivono in Europa non si sentono e non vogliono sentirsi europei e questo riguarda persone anche alla seconda o perfino terza generazione. Ad esempio gli algerini in Francia o i turchi in Germania: questo succede perchè queste persone si rifiutano di assimilarsi in termini socio-culturali e come conseguenza si creano delle auto-ghettizzazioni per cui queste persone formano una societàdentro la società. Questo “non sentirsi francesi o tedeschi” ha portato le sinistre a sostenere il multiculturalismo finendo per creare enormi corpi estranei sociali e frammentazioni a mio modo di vedere molto distruttive. Al che ci si chiede perchè queste persone che non si sentono europee continuino a vivere in Europa. Tra l’altro, per fare un esempio più estremo, molti degli attentati terroristici avvenuti negli ultimi tempi sono stati commessi da stranieri giànati in Europa, il che conferma che la cosiddetta integrazione è in gran parte una utopia di fatto fallita.
Comunque veniamo allo ius soli. Un bambino turco o algerino che nasce in Europa che vive in un contesto socialmente frammentato costituito da persone che continuano a sentirsi stranieri e che da grande con alta probabilitàvuole continuare a sentirsi algerino o turco, gli viene automaticamente assegnata alla nascita la nazionalitàtedesca o francese che lui però molto probabilmente non vuole: in altre parole il fatto di avere ricevuto la nazionalitàfrancese o tedesca non modifica minimamente il fatto che questa persona continui a non sentirsi francese o tedesca. Quindi succede questo: viene data la possibilitàdi voto e quindi il potere di incidere sulla politica nazionale francese o tedesca, a una persona che non si sente e non vuole sentirsi francese o tedesca e che magari ha dei risentimenti nei confronti dei paese che lo sta ospitando. Le conseguenze mi sembrano abbastanza ovvie e distruttive: è come inserire un cavallo di Troia nei paesi europei. Assegnazione della cittadinanza che non è associata ad una accettazione socio-storico-culturale del paese in cui si vive. Infatti se uno vuole continuare a sentirsi algerino o turco perchè mai dovrebbe ricevere la cittadinanza francese o tedesca ? L’unica domanda legittima che in un caso del genere ci si può porre è: perchè questa persona continua a voler vivere in Francia o Germania se non vuole sentirsi francese o tedesca ?

ein interessanter aspekt ist, dass sich laut einschlägigen statistiken die integrationswilligkeit in manchen gesellschaften über die generationen verschlechtert. sprich, die dritte generation lebt isolierter als die erste. die frage ist, warum das so ist. nur die staatsbürgerschaft allein macht bestimmt nicht den unterschied, das ist wohl wahr.

die frage ist, warum das so ist.

Hunter–> E’ così perchè molti stranieri e discendenti di immigrati non vogliono ammettere che la società(occidentale) che li ha accolti è per molti aspetti superiore al loro modello socio-economico d’origine. Lo vivono come una umiliazione e quindi mettono in atto comportamenti di resistenza e opposizione. Però francamente è un problema loro…non trovi ? Se qualcuno è più bravo di te a fare qualcosa cosa fai, cerchi di imparare da lui o ti incazzi e vivi nel risentimento ?

Secondo te basta una manciata di terroristi per dimostrare/confermare che l’integrazione è in gran parte fallita?

Pervasion—> non esistono solo i terroristi veri e propri. Esiste una ampia area grigia di simpatizzanti e sostenitori che non sono direttamente collegati con organizzazioni terroristiche ma che certamente rappresentano un potenziale bacino di reclutamento e di fiancheggiatori.

Vielleicht weil es einfach in der Natur des Menschen liegt, dass man seine Identität nicht aufgibt.

Tra l’altro, per fare un esempio più estremo, molti degli attentati terroristici avvenuti negli ultimi tempi sono stati commessi da stranieri giànati in Europa, il che conferma che la cosiddetta integrazione è in gran parte una utopia di fatto fallita.

Secondo te basta una manciata di terroristi per dimostrare/confermare che l’integrazione è in gran parte fallita? Stupefacente.

gli viene automaticamente assegnata alla nascita la nazionalitàtedesca o francese che lui però molto probabilmente non vuole

Che io sappia nessuno viene costretto a farsi assegnare la cittadinanza contro la propria volontà, nemmeno con lo Ius Soli.

viene data la possibilitàdi voto e quindi il potere di incidere sulla politica nazionale francese o tedesca, a una persona che non si sente e non vuole sentirsi francese o tedesca e che magari ha dei risentimenti nei confronti dei paese che lo sta ospitando.

Questa è la democrazia e anzi secondo me sarebbe ideale che il diritto al voto fosse indipendente dalla cittadinanza. Una persona che vive qui da anni, lavora, paga le tasse, secondo me dovrebbe poter influire, democraticamente, sulla politica. Non penso che chi nutre risentimenti rappresenti la maggioranza e nemmeno una cospicua minoranza — e inoltre sono convinto che il diritto al voto e quindi a partecipare alla vita politica contribuirebbe a ridurre il senso d’impotenza e di frustrazione che alcune potrebbero avere.

Aufschlussreich, obige STF-Zitate im Lichte der Meraner Erklärung der EFAy zu lesen:

Given:

1. The worrying growth of far right movements and parties in many European countries,

2. The multiple forms that far right is adopting at political level, even defending stateless nations, regions or minorities,

3. The crisis of current liberal-democratic regimes, due to the limitation of democracy and the “austerity” measures promoted by almost all European countries,

4. The threat that the mentioned factors suppose for the civic, political and social rights that European citizens, especially women, LGBTIQP+ collectives, minorities and migrants, have achieved after years of struggle,

The European Free Alliance Youth:

1. Repudiates those parties that claim to defend minorities and stateless nations from far right positions based on a nationalism characterised by exclusion and ethnicity,

2. Stands for a civic nationalism that promotes an inclusive society

3. Welcomes refugees and migrants to our nations, regions and communities, and stands for a mutual understanding and cohabitation.

4. Defends a common foreign policy on the EU based on cooperation and pacemaking, fostering the economic and social development of its neighbouring countries.

5. Struggles for the deepening of our democracies through the defence of the right to decide. The defence of this right has to be followed by a claim for a more participative and direct democracy, overcoming the limitations of representation of the current liberal democracies.

6. Defends those social policies that promote equity and cohesive societies through the expansion of the welfare state.

7. Stands for the creation of alliances and networks with other parties, NGO’s and platforms for the defence of diversity and the struggle of far right.

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