Das Land Südtirol hat bekanntlich eine neue Version des Bürgerinnennetzes veröffentlicht, dessen moderne und alles verändernde künstliche Intelligenz bei mir bislang hauptsächlich Fehlermeldungen produziert hat.
Um die KI soll es hier jedoch nicht gehen. Vielmehr fällt auf, dass auch mit dieser umfassenden Neugestaltung die Domain mit .it-Suffix (mycivis.civis.bz.it) beibehalten wurde, obschon die damals zuständige Landesrätin Waltraud Deeg (SVP) schon 2014 versprochen hatte, dass sich das bald ändern würde. So sicher war sie sich der Angelegenheit, dass sie aus diesem Grund einen entsprechenden Antrag im Landtag versenken ließ:
Wir sind also schon mitten im Geschehen drinnen. Ich würde sagen, dass dieser Beschlussantrag zu diesem Zeitpunkt ein bisschen verspätet kommt. Deshalb würde ich ihn auch ablehnen.
– Waltraud Deeg am 5. November 2014
Quelle: Wortprotokoll des Landtags
Wenn der Antrag vor über einem Jahrzehnt »verspätet« war und man angeblich schon mitten in der Umsetzung stand — wie viele Jahrzehnte müssen wir dann noch auf ein konkretes Ergebnis warten?
myCivis-Startseite (Ausschnitt)
Darüber hinaus ist mir aufgefallen, dass offenbar wieder einmal jemand mit einem gewissen Drang zur Italianisierung am Werk war. So wurde etwa das Logo des Gemeindenverbandes auf der Startseite des Bürgerinnennetzes so manipuliert, dass die Sprachreihung nun Italienisch-Deutsch ist.
myCivis-Startseite (Ausschnitt)
Zumindest am Gebäude, das den Gemeindenverbande beherbergt, ist das Logo außerdem dreisprachig Deutsch-Italienisch-Ladinisch, während es bei myCivis das einzige ist, bei dem Ladinisch fehlt. Die Logos des Gesundheitsbetriebs und des Landes berücksichtigen hingegen alle drei Landessprachen.
myCivis-Startseite (Seitenfuß)
Der Eindruck, dass hier lieblos und unmotiviert-sparsam aus dem Italienischen übersetzt wurde, setzt sich im gesamten Portal fort. Zum Beispiel im Abschnitt »Kontakte« im Seitenfuß: Dort ist statt einer St.-Nr. (Steuernummer) ein CF (Codice fiscale) angegeben, und anstatt der deutschen Adresse der Datenschutzbeauftragten (dsb@provinz.bz.it) erscheint nur die italienische Variante (rpd@provincia.bz.it).
Die neue Oberfläche wirkt deutlich moderner, die nationalstaatlichen Reflexe sind aber die alten.
Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07




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