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Südtiroler Deutsch.

Hunter hat mich — aus welchem Grund auch immer — auf diesen Wikipedia-Eintrag über die Südtiroler Varietät der deutschen Sprache aufmerksam gemacht. Ich will ihn hier wiedergeben und nur in den Kommentaren sagen, was ich davon halte. Mich würde natürlich auch die Meinung der Leserinnen interessieren.

Südtiroler Deutsch ist eine Varietät des Deutschen und durch Interferenzen aus dem Italienischen geprägt.

Typisch zweisprachige Aufschrift in Südtirol mit Grammatikfehler (Kohlern bei Bozen).

Entstehung des Landes Südtirol

Anders als z.B. im Falle der sog. nationalen Varietät Österreichisches Deutsch sind in Südtirol unstrittig sowohl die Voraussetzungen zur Herausbildung einer an geographisch-politischen Grenzen festzumachenden sprachlichen Sonderentwicklung als auch faktisch konstatierbare Südtirolerismen gegeben, die definitionsgemäß tatsächlich auf Südtirol beschränkt sind und in Südtirol heute vom Großteil der Sprecher als standardsprachlich angesehen werden.

Bis zum Ersten Weltkrieg war das Gebiet des heute so benannten Südtirol (italienischer Verwaltungsbegriff: Provincia Autonoma di Bolzano) Teil der Grafschaft Tirol, die auch große rein italienischsprachige Gebiete umfasste (sog. Welschtirol, z.B. Trentino) und seit dem Tod Margaretes von Maultasch durch Personalunion der neuen Tiroler Landesherren zum Habsburgerreich gehörte. Durch den Vertrag von Saint-Germain kam jedoch auch das überwiegend deutschsprachige Gebiet südlich des Alpenhauptkammes bis Salurn an Italien und wurde mit dem Trentino zu einer mehrheitlich italienischsprachigen Region vereint.

Unter Mussolini wurde der Versuch unternommen, Südtirol zu italianisieren bzw. an die italienische Kultur zu assimilieren, d.h. Orts- und Familiennamen wurden von Ettore Tolomei durch italienische, oft frei erfundene Namen ersetzt und die Zuwanderung von Italienern aus anderen Regionen gefördert. Dadurch entstand südlich von Bozen ein ausgedehntes Gewerbegebiet (Alu-Werke) und westlich der Talfer eine italienische Neustadt mit faschistischer Architektur (Siegesdenkmal, jetziger Corso della libertà ). Eine Enteignung oder Vertreibung der Tiroler Volksgruppe, die in Südtirol zahlenmäßig immer die Mehrheit stellte und wirtschaftlich durch die einträgliche Landwirtschaft abgesichert war, bzw. eine ethnische Säuberung wurde von den italienischen Faschisten dagegen nie betrieben oder geplant. Erst Hitler strebte eine Umsiedlung der Tiroler Volksgruppe an. Im Zuge der sog. Option mussten die Südtiroler 1939 zwischen einem Verbleib in einem italianisierten Südtirol oder der Aussiedlung in die später von den Nazis im Zweiten Weltkrieg besetzten Ostgebiete wählen.

Die überwältigende Mehrheit der Südtiroler stimmte zwar für das vermeintliche Deutschtum bzw. die Auswanderung, doch verließ wegen der Kriegswirren nur ein kleiner Teil tatsächlich Südtirol und wurde größtenteils in Südtiroler-Wohnsiedlungen in Österreich aufgefangen. Nach dem Weltkrieg kehrten viele der sog. Optanten dank des Gruber-De-Gasperi-Abkommens wieder nach Südtirol zurück, zumal sich Italien im Geiste der Aussöhnung verpflichtete, den Optanten wieder die italienische Staatsbürgerschaft zu verleihen.

Bis zum vollständigen Inkrafttreten des Autonomiestatutes prägten ethnische Spannungen und sichtbare Polizei- und Militärpräsenz weiterhin den Alltag in Südtirol, spätestens seit den Neunzigern ist aber von einer breiten Zustimmung der Südtiroler zur Zugehörigkeit zum Staat Italien auszugehen. Politische Bestrebungen, eine Eigenstaatlichkeit oder sog. Selbstbestimmung (Eva Klotz) anzustreben, sind auf kleinste Gruppierungen beschränkt und eine Rückkehr zur Schutzmacht Österreich, deren internationalem Engagement auch vor der UNO die Erlangung der Autonomie zu verdanken ist, wird von keiner politischen Partei gefordert. Auch die langjährige Regierungspartei SVP, eine ursprünglich rein ethnisch definierte Sammelpartei, strebt keine Änderung des Status Quo oder gar eine Volksabstimmung an, da mit einem breiten Bekenntnis zur Zugehörigkeit zum Staat Italien zu rechnen wäre und damit dem durch das Autonomie-Statut dem Land Südtirol eingeräumten Sonderstatus die Legitimation entzogen würde. De facto bewirkte das Autonomie-Statut eine Art Eigenstaatlichkeit Südtirols, übergeordnete (d.h. staatliche bzw. italienische) Kontrollinstanzen fehlen weitgehend und auch in jenen Bereichen, in denen keine Autonomie vorgesehen wäre (Oberschulen), werden staatliche Gesetze nur bedingt verwirklicht, zumal in der rechtspraxis oft Unklarheit herrscht, wieweit nationale, d.h. italienische Bestimmungen auf Südtiroler Verhältnisse zu übertragen wären.

Sprachliche Faktoren

Die Situation des Deutschen in Südtirol unterscheidet sich von jener der Nachbarländer und ähnelt in gewissem Sinne der Rolle der Mundart und dem Einfluss des Romanischen in der Schweiz:

  • fehlende Verstädterung: der Großteil der Südtiroler lebt in Dörfern und Kleinststädten, selbst in der einzigen Großstadt, d.h. Bozen, erreicht der Anteil der deutschen Bevölkerung gerade einmal die Ausmaße einer Kleinstadt.
  • Lebendigkeit des Dialekts: in vielen Bereichen des täglichen Lebens (selbst an höheren Schulen, für die gesetzlich der Gebrauch des Standarddeutschen vorgeschrieben wäre) dominiert die Mundart, eine überregionale Umgangssprache fehlt weitgehend und eine dialektfreie Standardsprache, wie sie in weiten Teilen Deutschlands vorherrscht, wird als fremd abgelehnt, weshalb auch nur bedingt von Diglossie gesprochen werden kann.
  • Distanz zur Schriftsprache: die deutsche Standardsprache wird oft als fremd empfunden und Defizite im sprachlichen Ausdruck sogar der Gymnasiasten wurden im Auftrag der Südtiroler Landesregierung u.a. durch die Studie DESI wissenschaftlich nachgewiesen.
  • fehlender Austausch mit sprachlich verwandten Regionen: anders als z.B. in Österreich, wo sich ein reger Bevölkerungsaustausch unter den einzelnen Dialekt(unter)gruppen nachweisen lässt, ruht Südtirol gewissermaßen in sich selbst. Mit der Errichtung universitärer Bildungseinrichtungen auch in Kleinststädten wie Brixen und Bruneck (Fachhochschulen wie die sog. Freie Universität Bozen oder die Europäische Akademie u.ä.) besteht für junge Südtiroler keine Notwendigkeit mehr, den Heimatort jemals zu verlassen. Das Südtiroler Schulamt weigerte sich sogar noch bis 2007 grundsätzlich, nämlich bis zum Unterliegen in vier Prozessen vor dem Verwaltungs- und Arbeitsgericht Bozen, österreichische Lehrer, deren Lehramt vom italienischen Unterrichtsministerium nach der EU-Richtlinie 89/48 anerkannt worden war, als reguläre Lehrer mit unbefristetem Dienstvertrag einzustellen, obwohl Südtiroler Lehrer auch ohne Lehramt solche Dauerstellen (insegnanti di ruolo / Stammrollenlehrer) erlangen konnten.
  • Isolation und latente Xenophobie bzw. Ethnozentrismus: Nach einer Verlautbarung der CARITAS vertreten 40% der Südtiroler bzw. laut ASTAT-Studie sogar zwei Drittel der Jugendlichen die Meinung, es gebe in Südtirol zu viele Ausländer, obwohl die Migrationsproblematik Südtirol erst sehr spät und bislang nur in kleinem Maßstab erfasste. Einwanderer-Kinder besuchen fast ausschließlich italienischsprachige Schulen: im Jahr 2007 betrug an deutschsprachigen Oberschulen (15- bis 19-Jährige) der Ausländeranteil nur 1,7%; lässt man jene Ausländer, die nur formal, d.h. wegen der Verheiratung eines ihrer Südtiroler Elternteile mit einem Österreicher oder Deutschen, als Ausländer zählen, außer Acht, sinkt der Ausländeranteil sogar auf 1,2% – an den italienischsprachigen Oberschulen in Südtirol beträgt er aber fast 9%. An den Grund- und Mittelschulen ist das Missverhältnis ähnlich: 2,6% zu 15,2% bzw. 2,4% zu 16,4%.
  • mangelnde Vertrautheit mit Fachsprachen und Verwaltungsterminologie: vielfach kennen Südtiroler Verwaltungsbedienstete zwar die italienischen termini technici, sind aber i.d.R. nicht mit den entsprechenden Ausdrücken und Wendungen in österreichischen oder deutschen Paralleltexten vertraut, weshalb Südtiroler fachsprachliche Texte für Nicht-Südtiroler oft wenig fachsprachlich und zuweilen auch unverständlich wirken.
  • Superstrat-Wirkung des Italienischen: in weiten Bereichen des Alltags müssen Verwaltungsbedienstete ohne Dolmetsch-/ Übersetzungsausbildung laufend rasch italienischsprachige Texte übersetzen, wodurch Interferenzen oft unvermeidbar sind. Viele der in aller Eile und ohne Sorgfalt geschaffenen Neologismen und Ausdrucksweisen werden mühelos in die Alltagssprache übernommen und gelten dank der Autorität der Behörde oft als richtig. Dies gilt für viele zweisprachige Aufschriften.

Interferenzen

Als typische Interferenzen aus dem Italienischen können gelten:

  • lexikalische Interferenzen: z.B. Identitätskarte (nach it. carta d’identità ) statt Personalausweis, Schulführungskraft (nach it. dirigente scolastico) statt Schulleiter (offizielle Bezeichnung in z.B. Österreich und Bayern) oder Direktor (Alltagswort für Schulleiter in Österreich und in deutschen Bundesländern), Neologismen wie Stammrollenlehrer (nach it. insegnante di ruolo = verbeamteter Lehrer, zumindest mit unbefristetem Dienstvertrag), wobei hier auch von einem Sachspezifikum gesprochen werden kann;
  • semantische Interferenzen: didaktische Tätigkeit(en) (nach it. attività  didattiche) statt dt. Unterricht in Wendungen wie: die Wiederholungsprüfungen müssen vor dem Beginn der didaktischen Tätigkeit abgeschlossen sein, die didaktische Tätigkeit endet Mitte Juni – die Interferenz liegt darin, dass didaktisch sich im Standarddeutschen immer auf die Didaktik, also die Wissenschaft vom Unterrichten, bezieht und nicht synonym mit Unterricht verwendet werden kann; Literat auch im Sinne von Latein-Deutschlehrer (nach it. materie letterarie).
  • syntaktische Interferenzen: häufig begegnen Genitivattribute oder auch lange Genitivattribut-Reihen anstelle von Komposita oder Präpositionalausdrücken nach dem Vorbild der italienischen di/della/…-Ausdrücke: z.B. die Vergabe der Stellen der Zweitsprachlehrer der Grundschule statt: die Stellenvergabe für Zweitsprachenlehrer (= Deutschlehrer an italienischsprachigen Schulen) an Grundschulen.
  • phraseologische/idiomatische Interferenzen: typisch Südtirolerisch ist die Verwendung der Präposition innerhalb auch mit Zeitpunkten, obwohl im Standarddeutschen innerhalb nur mit Zeitstrecken kombiniert werden kann (innerhalb zweier Tage, innerhalb von fünf Tagen), also z.B: das Gesuch (= Südtirolerisch fast immer statt sachlich richtigem: Antrag) muss innerhalb 31. Oktober eingereicht werden, wobei die italienische Konstruktion: entro il 31 ottobre falsch übertragen wurde; einen Gefallen machen steht für einen Gefallen tun (nach it. fare un piacere).
  • phonetische Interferenzen: z.B. die Aussprache des Digraphs <<qu>> als ku̯ wie im Italienischen statt kv wie im Standarddeutschen; Lanthaler vermutet, diese erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingetretene Entwicklung gehe auf Volksschullehrerinnen zurück, die den Schülern im Schreibunterricht einschärften, qu dürfe nicht kw geschrieben werden, wobei das Italienische nur indirekt diese Ausspracheveränderung bewirkt hätte.

Daneben treten im Südtiroler Deutsch Sprachformen auf, die nicht als Interferenz erklärbar sind, sich aber dennoch aus der besonderen Situation des Südtirolerischen erklären. So wird ähnlich wie in der Schweiz schriftlich als Relativpronomen meist das veraltete, im Mittelalter nach lateinischem Vorbild (qui/quae/quod) eingeführte und von Duden als papierenes Deutsch bezeichnete welcher/welche/welches benutzt, das aber im gesprochenen Deutsch in Südtirol kaum verwendet wird, also keineswegs der natürlichen Ausdrucksweise entspricht. Auch werden bestimmte, als politisch korrekt erfundene, Wörter wie z.B. das in der Schweiz gängige Lehrperson (statt Lehrkraft/Lehrkörper) benutzt. Oft ist eine für Mundartsprecher bezeichnende Unsicherheit der Grund für nicht-standardsprachliche Ausdrücke wie z.B. Einreichefrist mit unüblichem Fugen-e statt Abgabetermin o.ä. Andere Erscheinungen des Südtiroler Deutschen werden von Südtirolern selbst als mundartlich empfunden und sind in der Schriftsprache nicht anzutreffen, etwa das von vielen Nordtirolern als das Südtiroler Kennwort empfundene Pronomen: sell/semm bzw. verhaucht: hell (vermutlich aus der Amtssprache: < selbiger, selbigem) statt demonstrativem der/die/das, Beispiel: sell woas i nit für: «das weiß ich nicht».

Oft überschätzt wurde die Übernahme italienischer Wörter (Sachspezifika oder praktische Kurzwörter wie targa für “Kennzeichen/KFZ-Nummerntafel”) und Interjektionen (Oschtia < it. ostia; magari usw.) in die Alltagssprache, die keine tiefergehende Beeinflussung des Sprachsystems an sich vermuten lassen und oft kurzlebig sind. In Stellenanzeigen fand sich etwa oft der Ausdruck militärfrei (für it. militesente), durch den der Bewerberkreis auf Männer mit abgeleistetem Militärdienst eingeschränkt wurde, der jedoch mit Abschaffung der Wehrpflicht ebenso schnell wieder verschwunden ist. Für Südtirol, obgleich nicht für das Deutsche in Südtirol, typisch ist auch die umgekehrte Beeinflussung. Italienische Aufschriften entsprechen häufig nicht den italienisch-standardsprachlichen, im eigentlichen Italien üblichen (vgl. attendere prego im Sinne des dt. Bitte warten! statt si prega di attendere oder un attimo). Da heute viele Italiener v.a. außerhalb der Großstadt Bozen einer starken Assimilierung an die (Süd-) Tiroler, d.h. deutschsprachige Kultur in Südtirol unterliegen und ihre Kinder vielfach in deutschsprachige Schulen schicken, um ihnen sozialen Anschluss und größere Arbeits-Chancen zu sichern, ist in bestimmten Bereichen mit dem Entstehen einer Interlanguage zu rechnen.

Auswahlbibliographie

  • AUFSCHNAITER, Werner von. Sprachkontaktbedingte Besonderheiten der deutschen Gesetzes- und Amtssprache in Südtirol. In: Germanistische Mitteilungen, 16 (1982), S. 83-8.
  • BAUER, Roland. Deutsch als Amtssprache in Südtirol. In: Terminologie et tradtition. Hg. W. Osterheld. S. 63-84. Luxembourg: Office des publications officielles des communautés europeénnes. 1994.
  • EGGER, Kurt. Die Vielfalt der sprachlichen Ausdrucksmittel in der Umgangssprache von Schülern in Bozen. In: Vielfalt des Deutschen. Festschrift für Werner Besch, S. 653-63. Frankfurt a.M., 1993.
  • KRAMER, Johannes. Deutsch und Italienisch in Südtirol. Heidelberg: Winter, 1981.
  • LANTHALER, Franz und Annemarie Saxalber. Die deutsche Standardsprache in Südtirol. In: Österreichisches Deutsch. Linguistische, sozialpsychologische und sprachpolitische Aspekte einer nationalen Variante des Deutschen. Hg. Rudolf Muhr, Richard Schrodt und Peter Wiesinger. S. 287-304. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky, 1995.
  • MOSER Hans und Oskar Putzer. Hg. Zur Situation des Deutschen in Südtirol. Sprachwissenschaftliche Beiträge zu den Fragen von Sprachnorm und Sprachkontakt. Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft – Germanistische Reihe, Band 13. Innsbruck, 1982.
  • PERNSTICH, Karin. Der italienische Einfluss auf die deutsche Sprache in Südtirol, dargestellt an der Südtiroler Presse. Schriften zur deutschen Sprache in Österreich, Band 11. Wien: Braumüller, 1984.
  • RIEDMANN, Gerhard. Die Besonderheiten der deutschen Schriftsprache in Südtirol. Duden Beiträge 39. Mannheim: Bibliographisches Institut, 1972.
  • RIEDMANN, Gerhard. Bemerkungen zur deutschen Gegenwartssprache in Südtirol. In: Standardsprache und Dialekt in mehrsprachigen Gebieten Europas. Hg. P. Sture Ureland. Linguistische Arbeiten, Band 82. Tübingen, 1979.

Anmerkungen

  1. DESI wurde zusammen mit der ersten regionalen Auswertung der PISA-Studie in Südtirol 2003 durchgeführt, allerdings so wie auch PISA irregulär: ein Drittel der (schlechten) Schüler wurden von vornherein von der Teilnahme ausgeschlossen und der gesamte Englisch-Testteil wurde wegen angeblicher Benachteiligung der Südtiroler Schüler, die als erste Fremdsprache Italienisch lernen, nicht durchgeführt. Das DESI-Südtirol-Ergebnis liest sich nüchtern: am Wortfeld Bahnhof scheiterten alle Schüler, kein einziger konnte beispielsweise ein Stellwerk als solches benennen. Die bundesdeutschen Testexperten sprachen mit Rücksicht auf ihre offiziellen Auftraggeber wohlwollend von item bias und ignorierten die signifikanten sprachlichen Defizite – Aufgaben, in denen Südtiroler Schüler grundsätzlich schlecht abschnitten, wurden kurzerhand vor der Auswertung ausgeschlossen. Trotz dieser schönenden Faktoren fiel das Ergebnis eindeutig aus: im Wortschatztest erreichten nur 14% der Südtiroler Gymnasiasten die höchste Leistungsgruppe, der in Deutschland fast die Hälfte (!) der Fünfzehnjährigen angehört, umgekehrt lag ein Viertel (!) der Südtiroler Gymnasiasten in der allerschlechtesten Gruppe, die in Deutschland trotz aller Migrationsprobleme nur 7% ausmacht. Siehe den Offiziellen Schlussbericht der deutschen DESI-Projektgruppe auf der Homepage des PI: http://www.schule.suedtirol.it/pi/publikation/Desi.htm. Ergebnis des Wortschatztests (22,6 gegenüber 7,6% unter schlechtester Gruppe A, 44,2 vs. 14,2% in bester Gruppe C): S. 36; Ausschluss der Berufsbildung (= 30%!!): S. 7; Item-Bias: «Brötchen» nicht gekannt, S. 12; DIF-Analysen (Differential Item Functioning), bei Wortfeld Bahnhof völlig versagt, S. 17.
  2. Siehe http://www.social.bz.it/pressarchive.php?art_id=67611. Abgerufen am 20. November 2010.

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42 replies on “Südtiroler Deutsch.”

Der erste Teil dieses Artikels über Geschichte und Selbstbestimmung entspricht wohl nicht ganz der Wahrheit…
Das Einigeln Südtirols gegenüber des deutschsprachigen Auslands aber ist für mich nachweisbar und zum großen Teil durch die SVP/Athesia Politik und Meinungsmache zu erklären.
Die Grammatikfehler auf Schildern und staatlichen Beschriftungen sind jedoch eher durch Übersetzungsfehler von Italienern zu erklären nicht durch die Unfähigkeit der Südtiroler bei der deutschen Schriftsprache. Traurig jedoch daß die Verantwortlichen in der Landesregierung diesen Umstand tollerieren.

“Uso dei giochi a proprio rischio” è un italiano molto avventuroso. In questo caso, anche se in modo non molto spiccio, bisognerebbe scrivere: “La direzione/l’amministrazione declina ogni responsabilità riguardo agli eventuali danni o incidenti derivanti da un non corretto o pericoloso uso dei giochi”.

Ich kenne da auch einige lustige Beispiele: “Gsegn dass…” (von “visto che”), “gibsch mir a Hond” (von “dare una mano”), “effektiv” (von “effettivamente” – übrigens wohl das Lieblingsfüllwort eines jeden Südtirolers), “heit wia heit” (“oggi come oggi”), “i moch koane Nomen” (“non faccio nomi”), “i trink mir an Kaffee” (“mi bevo un café”)…die Liste ließe sich gut fortsetzen.

In meinen Ohren klingt das alles wirklich nicht besonders schön und mir stellt sich die (provokante) Frage, wie das hochsprachliche Niveau erst beim Immersionsunterricht ausschauen mag, wenn es schon jetzt so ungestalt daherkommt?

@ ko: “gegenüber” verlangt den Dativ :-)

intressanter Auszug. Ich möchte darum bitten den Wikipedia-Eintrag zu verlinken.

@ko
“Die Grammatikfehler auf Schildern und staatlichen Beschriftungen sind jedoch eher durch Übersetzungsfehler von Italienern zu erklären nicht durch die Unfähigkeit der Südtiroler bei der deutschen Schriftsprache.”

Du widersprichst dir lustigerweise selbst.

Was ich auch ziemlich erschreckend finde ist die Anmerkung, bzw. die Ergebnisse der DESI-Studie.

Ist aber andererseits auch keine wirkliche Überraschung, da die Schüler ja auch nur von Südtiroler Deutschlehrern unterrichtet werden, die selber meistens nicht wirklich einwandfreies und schon gar nicht akzentfreies Deutsch sprechen.

Sehr amüsant ist vor allem, wenn man anderen Südtirolern zuhören darf, wenn sie versuchen mit einem Bundesdeutschen Hochdeutsch zu sprechen. Grenzt meistens ans Komödiantische… ;)

Ich finder der/die Verfasser des Wikipedia Artikel sind nicht ganz neutral wenn es um die Geschichte und die Selbstbestimmung geht. Man erkennt dies an manchen Formulierungen. Stattdessen wäre ein Verweis auf bestehende neutrale Wikipedia Artikel zum Thema angebrachter.

Was die Fehler und seltsamen Formulierungen auf Schildern hierzulande angeht sind das, neben banalen menschlichen Fehlern die jeder macht, ein Armutszeugnis für manche Beamten.
Das sich Sprachen in Gebieten wie dem unsrigen gegenseitig beeinflussen ist natürlich. Dass das Italienische dabei uns etwas stärker beeinflusst ist ja wegen der staatlichen Zugehörigkeit zwangsläufig. Mir fehlen bei den Beispiele aber auch die zahlreichen vulgären Ausdrücke und Flüche die wir leider übernommen haben und einmalige Wortschöpfungen wie die berühmte “Kollaudierung” die man ausserhalb Süd-Tirols wohl nirgends verstehen wird.
Das Ganze aber als “Südtiroler Deutsch” zu bezeichnen ist wohl etwas übertrieben.

@Beppi
wo lebst du denn? Die Beispiele hab ich ja noch nie gehört.

Hat nicht die EURAC einen Leitfaden für gutes Südtiroler Beamten/Schriftdeutsch herausgegeben?
Die DESI-Studie bestätigt das, was mir vor kurzem eine Gymnasiallehrerin berichtet hatte: Das Sprachniveau nehme bei ihren Schülern Jahr für Jahr ab.
@ anonym: Diese “Südtirolismen” werden meiner Erfahrung nach vor allem von Leuten in den Städten verwendet, die beruflich oder privat einfach mehr Italienisch sprechen müssen und darüber hinaus wenig mit der deutschen Schriftsprache zu schaffen haben. Diese Personen sprechen dann tatsächlich auch besser Italienisch als Deutsch und fühlen sich in jener Sprache mehr “beheimatet” (sie kennen mehr Redewendungen, können in ihr besser fluchen, Witze reißen und sich insgesamt variantenreicher ausdrücken)

@Beppi
Da hast du Recht, aber im Eifer des Gefechts…;-)

Bei vielen Beschilderungen trifft es jedoch zu, daß sie irgendwo in Italien (oder sonstwo) angefertigt werden um dann hier aufgestellt zu werden. Das hat aber dann nichts mit unserer Sprache zu tun.

Mit Bundesdeutschen zu reden ist aber echt schwierig weil man meist in den Dialekt fällt oder der Gegenüber in seinem Dialekt daherredet. Aber das passiert nicht nur uns, das ist überall so.

Die “Kollaudierung” war in Altösterreich, das ja gegenüber dem Italienischen sehr aufgeschlossen war, durchaus üblich und wird auch heute noch in Österreich verstanden. Das Problem sind sicher nicht einzelne Fremdwörter, die als solche jederzeit erkannt werden und ebenso schnell wieder verschwinden können wie sie gekommen sind (“gettone” z. B. gibt es nicht mehr), sondern die Verarmung des deutschen Wortschatzes und die Verkümmerung des Sprachgefühls. Bei den Journalisten unserer deutschen Tageszeitungen – die eigentlich sprachbildend sein sollten – hat sich die Unsitte eingeschlichen, Wörter zu verwenden, deren Bedeutung man zwar nicht genau kennt, die aber in den Ohren der Journalisten gut klingen. Hauptgrund dieser unguten Entwicklung ist weniger der Einfluss der italienischen Sprache als vielmehr die “Mir-sein-mir-Mentalität”. Manche Südtiroler sind überzeugt, dass wir der Nabel der Welt sind und dass wir eh’ alles besser können als alle anderen. Manche scheinen geradezu stolz darauf zu sein, dass sie keine Hochsprache beherrschen (und sich damit von einer vernünftigen Kommunikation mit 100 Millionen Menschen selbst ausschließen).

Der erste Teil dieses Artikels über Geschichte und Selbstbestimmung entspricht wohl nicht ganz der Wahrheit…
Das Einigeln Südtirols gegenüber des deutschsprachigen Auslands aber ist für mich nachweisbar und zum großen Teil durch die SVP/Athesia Politik und Meinungsmache zu erklären.
Die Grammatikfehler auf Schildern und staatlichen Beschriftungen sind jedoch eher durch Übersetzungsfehler von Italienern zu erklären nicht durch die Unfähigkeit der Südtiroler bei der deutschen Schriftsprache. Traurig jedoch daß die Verantwortlichen in der Landesregierung diesen Umstand tollerieren.

“Uso dei giochi a proprio rischio” è un italiano molto avventuroso. In questo caso, anche se in modo non molto spiccio, bisognerebbe scrivere: “La direzione/l’amministrazione declina ogni responsabilità  riguardo agli eventuali danni o incidenti derivanti da un non corretto o pericoloso uso dei giochi”.

Ich kenne da auch einige lustige Beispiele: “Gsegn dass…” (von “visto che”), “gibsch mir a Hond” (von “dare una mano”), “effektiv” (von “effettivamente” – übrigens wohl das Lieblingsfüllwort eines jeden Südtirolers), “heit wia heit” (“oggi come oggi”), “i moch koane Nomen” (“non faccio nomi”), “i trink mir an Kaffee” (“mi bevo un café”)…die Liste ließe sich gut fortsetzen.

In meinen Ohren klingt das alles wirklich nicht besonders schön und mir stellt sich die (provokante) Frage, wie das hochsprachliche Niveau erst beim Immersionsunterricht ausschauen mag, wenn es schon jetzt so ungestalt daherkommt?

@ ko: “gegenüber” verlangt den Dativ :-)

Interessant, in welche Richtung sich die Diskussion entwickelt hat. Ich meinerseits empfinde den Artikel — insbesondere für ein Nachschlagewerk — eine Frechheit und insgesamt an Unwissenschaftlichkeit kaum zu überbieten. Dies, obschon ich die Sprachdefizite der Südtiroler keineswegs unterschätze. Ich kopiere einfach hierher, was ich (in drei Etappen) in die Diskussionsseite bei Wikipedia geschrieben habe:

Ich finde den Artikel — obwohl in weiten Teilen korrekt — überzogen, tendenziös und eben auch teilweise falsch:

• Wie kann sich eine Varietät durch Grammatikfehler auszeichnen? Entweder es handelt sich um Eigenheiten der Varietät, dann sind es keine Fehler, sondern Merkmale — oder aber die Fehler haben nichts mit der Varietät zu tun (oder werden durch sie höchstens induziert), dann sind und bleiben es Fehler.

• Was bitte soll die angebliche latente Xenophobie (??) mit der Sprache zu tun haben? Mit welchen konkreten Auswirkungen? Ich selbst bin dezidiert »xenophil« eingestellt und glaube trotzdem nicht, dass eine stärkere Zuwanderung die Deutschkenntnisse der Südtiroler verbessern würde.

• Der Begriff »Superstrat« trifft auf die Auswirkungen der italienischen Sprache nicht zu — jedenfalls wenn die Wikipedia-Definition von »Superstrat« stimmt.

Verzeiht bitte mein schlechtes Südtiroler Deutsch. Ich hoffe, man kann etwas verstehen.

///

“De facto bewirkte das Autonomie-Statut eine Art Eigenstaatlichkeit Südtirols, übergeordnete (d.h. staatliche bzw. italienische) Kontrollinstanzen fehlen weitgehend und auch in jenen Bereichen, in denen keine Autonomie vorgesehen wäre (Oberschulen), werden staatliche Gesetze nur bedingt verwirklicht, zumal in der rechtspraxis oft Unklarheit herrscht, wieweit nationale, d.h. italienische Bestimmungen auf Südtiroler Verhältnisse zu übertragen wären.”

Diese Passage ist ziemlich realitätsfremd, von (einer Art) Eigenstaatlichkeit kann im Falle Südtirols nicht die Rede sein, übergeordnete Kontrollinstanzen sind sehr wohl vorhanden, Südtirol hat selbst in Bereichen, für welche es laut Statut zuständig wäre, bei weitem keine uneingeschränkte Gesetzgebungs- und Gestaltungskompetenz, sondern muss sich staatlichen Rahmengesetzen und Reformen unterordnen. Inwiefern sich die (angebliche) Abwesenheit staatlicher Kontrollinstanzen auf die Sprache auswirkt, ist ebenfalls unklar. Hier sind m.E. dringend Belege, Quellennachweise etc. nötig.

///

Für folgende Aussagen sind wohl ebenfalls dringend Einzelnachweise erforderlich:

• “Eine Enteignung oder Vertreibung der Tiroler Volksgruppe, die in Südtirol zahlenmäßig immer die Mehrheit stellte und wirtschaftlich durch die einträgliche Landwirtschaft abgesichert war, bzw. eine ethnische Säuberung wurde von den italienischen Faschisten dagegen nie betrieben oder geplant.”

• “[…] und eine Rückkehr zur Schutzmacht Österreich, deren internationalem Engagement auch vor der UNO die Erlangung der Autonomie zu verdanken ist, wird von keiner politischen Partei gefordert.”

• “[…] eine dialektfreie Standardsprache, wie sie in weiten Teilen Deutschlands vorherrscht, wird als fremd abgelehnt […]”

• “anders als z.B. in Österreich, wo sich ein reger Bevölkerungsaustausch unter den einzelnen Dialekt(unter)gruppen nachweisen lässt, ruht Südtirol gewissermaßen in sich selbst.”

• “Mit der Errichtung universitärer Bildungseinrichtungen auch in Kleinststädten wie Brixen und Bruneck (Fachhochschulen wie die sog. Freie Universität Bozen oder die Europäische Akademie u.ä.) besteht für junge Südtiroler keine Notwendigkeit mehr, den Heimatort jemals zu verlassen.” Wieviele Studienrichtungen gibt es an der FUB? Inwiefern besteht keine Notwendigkeit mehr, den Heimatort jemals zu verlassen?

• “vielfach kennen Südtiroler Verwaltungsbedienstete zwar die italienischen termini technici [sic], sind aber i.d.R. nicht mit den entsprechenden Ausdrücken und Wendungen in österreichischen oder deutschen Paralleltexten vertraut”

intressanter Auszug. Ich möchte darum bitten den Wikipedia-Eintrag zu verlinken.

@ko
“Die Grammatikfehler auf Schildern und staatlichen Beschriftungen sind jedoch eher durch Übersetzungsfehler von Italienern zu erklären nicht durch die Unfähigkeit der Südtiroler bei der deutschen Schriftsprache.”

Du widersprichst dir lustigerweise selbst.

Was ich auch ziemlich erschreckend finde ist die Anmerkung, bzw. die Ergebnisse der DESI-Studie.

Ist aber andererseits auch keine wirkliche Überraschung, da die Schüler ja auch nur von Südtiroler Deutschlehrern unterrichtet werden, die selber meistens nicht wirklich einwandfreies und schon gar nicht akzentfreies Deutsch sprechen.

Sehr amüsant ist vor allem, wenn man anderen Südtirolern zuhören darf, wenn sie versuchen mit einem Bundesdeutschen Hochdeutsch zu sprechen. Grenzt meistens ans Komödiantische… ;)

Ich finder der/die Verfasser des Wikipedia Artikel sind nicht ganz neutral wenn es um die Geschichte und die Selbstbestimmung geht. Man erkennt dies an manchen Formulierungen. Stattdessen wäre ein Verweis auf bestehende neutrale Wikipedia Artikel zum Thema angebrachter.

Was die Fehler und seltsamen Formulierungen auf Schildern hierzulande angeht sind das, neben banalen menschlichen Fehlern die jeder macht, ein Armutszeugnis für manche Beamten.
Das sich Sprachen in Gebieten wie dem unsrigen gegenseitig beeinflussen ist natürlich. Dass das Italienische dabei uns etwas stärker beeinflusst ist ja wegen der staatlichen Zugehörigkeit zwangsläufig. Mir fehlen bei den Beispiele aber auch die zahlreichen vulgären Ausdrücke und Flüche die wir leider übernommen haben und einmalige Wortschöpfungen wie die berühmte “Kollaudierung” die man ausserhalb Süd-Tirols wohl nirgends verstehen wird.
Das Ganze aber als “Südtiroler Deutsch” zu bezeichnen ist wohl etwas übertrieben.

@Beppi
wo lebst du denn? Die Beispiele hab ich ja noch nie gehört.

Hat nicht die EURAC einen Leitfaden für gutes Südtiroler Beamten/Schriftdeutsch herausgegeben?
Die DESI-Studie bestätigt das, was mir vor kurzem eine Gymnasiallehrerin berichtet hatte: Das Sprachniveau nehme bei ihren Schülern Jahr für Jahr ab.
@ anonym: Diese “Südtirolismen” werden meiner Erfahrung nach vor allem von Leuten in den Städten verwendet, die beruflich oder privat einfach mehr Italienisch sprechen müssen und darüber hinaus wenig mit der deutschen Schriftsprache zu schaffen haben. Diese Personen sprechen dann tatsächlich auch besser Italienisch als Deutsch und fühlen sich in jener Sprache mehr “beheimatet” (sie kennen mehr Redewendungen, können in ihr besser fluchen, Witze reißen und sich insgesamt variantenreicher ausdrücken)

@Beppi
Da hast du Recht, aber im Eifer des Gefechts…;-)

Bei vielen Beschilderungen trifft es jedoch zu, daß sie irgendwo in Italien (oder sonstwo) angefertigt werden um dann hier aufgestellt zu werden. Das hat aber dann nichts mit unserer Sprache zu tun.

Mit Bundesdeutschen zu reden ist aber echt schwierig weil man meist in den Dialekt fällt oder der Gegenüber in seinem Dialekt daherredet. Aber das passiert nicht nur uns, das ist überall so.

Die “Kollaudierung” war in Altösterreich, das ja gegenüber dem Italienischen sehr aufgeschlossen war, durchaus üblich und wird auch heute noch in Österreich verstanden. Das Problem sind sicher nicht einzelne Fremdwörter, die als solche jederzeit erkannt werden und ebenso schnell wieder verschwinden können wie sie gekommen sind (“gettone” z. B. gibt es nicht mehr), sondern die Verarmung des deutschen Wortschatzes und die Verkümmerung des Sprachgefühls. Bei den Journalisten unserer deutschen Tageszeitungen – die eigentlich sprachbildend sein sollten – hat sich die Unsitte eingeschlichen, Wörter zu verwenden, deren Bedeutung man zwar nicht genau kennt, die aber in den Ohren der Journalisten gut klingen. Hauptgrund dieser unguten Entwicklung ist weniger der Einfluss der italienischen Sprache als vielmehr die “Mir-sein-mir-Mentalität”. Manche Südtiroler sind überzeugt, dass wir der Nabel der Welt sind und dass wir eh’ alles besser können als alle anderen. Manche scheinen geradezu stolz darauf zu sein, dass sie keine Hochsprache beherrschen (und sich damit von einer vernünftigen Kommunikation mit 100 Millionen Menschen selbst ausschließen).

Interessant, in welche Richtung sich die Diskussion entwickelt hat. Ich meinerseits empfinde den Artikel — insbesondere für ein Nachschlagewerk — eine Frechheit und insgesamt an Unwissenschaftlichkeit kaum zu überbieten. Dies, obschon ich die Sprachdefizite der Südtiroler keineswegs unterschätze. Ich kopiere einfach hierher, was ich (in drei Etappen) in die Diskussionsseite bei Wikipedia geschrieben habe:

Ich finde den Artikel — obwohl in weiten Teilen korrekt — überzogen, tendenziös und eben auch teilweise falsch:

• Wie kann sich eine Varietät durch Grammatikfehler auszeichnen? Entweder es handelt sich um Eigenheiten der Varietät, dann sind es keine Fehler, sondern Merkmale — oder aber die Fehler haben nichts mit der Varietät zu tun (oder werden durch sie höchstens induziert), dann sind und bleiben es Fehler.

• Was bitte soll die angebliche latente Xenophobie (??) mit der Sprache zu tun haben? Mit welchen konkreten Auswirkungen? Ich selbst bin dezidiert »xenophil« eingestellt und glaube trotzdem nicht, dass eine stärkere Zuwanderung die Deutschkenntnisse der Südtiroler verbessern würde.

• Der Begriff »Superstrat« trifft auf die Auswirkungen der italienischen Sprache nicht zu — jedenfalls wenn die Wikipedia-Definition von »Superstrat« stimmt.

Verzeiht bitte mein schlechtes Südtiroler Deutsch. Ich hoffe, man kann etwas verstehen.

///

“De facto bewirkte das Autonomie-Statut eine Art Eigenstaatlichkeit Südtirols, übergeordnete (d.h. staatliche bzw. italienische) Kontrollinstanzen fehlen weitgehend und auch in jenen Bereichen, in denen keine Autonomie vorgesehen wäre (Oberschulen), werden staatliche Gesetze nur bedingt verwirklicht, zumal in der rechtspraxis oft Unklarheit herrscht, wieweit nationale, d.h. italienische Bestimmungen auf Südtiroler Verhältnisse zu übertragen wären.”

Diese Passage ist ziemlich realitätsfremd, von (einer Art) Eigenstaatlichkeit kann im Falle Südtirols nicht die Rede sein, übergeordnete Kontrollinstanzen sind sehr wohl vorhanden, Südtirol hat selbst in Bereichen, für welche es laut Statut zuständig wäre, bei weitem keine uneingeschränkte Gesetzgebungs- und Gestaltungskompetenz, sondern muss sich staatlichen Rahmengesetzen und Reformen unterordnen. Inwiefern sich die (angebliche) Abwesenheit staatlicher Kontrollinstanzen auf die Sprache auswirkt, ist ebenfalls unklar. Hier sind m.E. dringend Belege, Quellennachweise etc. nötig.

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Für folgende Aussagen sind wohl ebenfalls dringend Einzelnachweise erforderlich:

• “Eine Enteignung oder Vertreibung der Tiroler Volksgruppe, die in Südtirol zahlenmäßig immer die Mehrheit stellte und wirtschaftlich durch die einträgliche Landwirtschaft abgesichert war, bzw. eine ethnische Säuberung wurde von den italienischen Faschisten dagegen nie betrieben oder geplant.”

• “[…] und eine Rückkehr zur Schutzmacht Österreich, deren internationalem Engagement auch vor der UNO die Erlangung der Autonomie zu verdanken ist, wird von keiner politischen Partei gefordert.”

• “[…] eine dialektfreie Standardsprache, wie sie in weiten Teilen Deutschlands vorherrscht, wird als fremd abgelehnt […]”

• “anders als z.B. in Österreich, wo sich ein reger Bevölkerungsaustausch unter den einzelnen Dialekt(unter)gruppen nachweisen lässt, ruht Südtirol gewissermaßen in sich selbst.”

• “Mit der Errichtung universitärer Bildungseinrichtungen auch in Kleinststädten wie Brixen und Bruneck (Fachhochschulen wie die sog. Freie Universität Bozen oder die Europäische Akademie u.ä.) besteht für junge Südtiroler keine Notwendigkeit mehr, den Heimatort jemals zu verlassen.” Wieviele Studienrichtungen gibt es an der FUB? Inwiefern besteht keine Notwendigkeit mehr, den Heimatort jemals zu verlassen?

• “vielfach kennen Südtiroler Verwaltungsbedienstete zwar die italienischen termini technici [sic], sind aber i.d.R. nicht mit den entsprechenden Ausdrücken und Wendungen in österreichischen oder deutschen Paralleltexten vertraut”

Der Autor des Textes ist eben kein Wissenschaftler, sondern ein Ideologe – wir werden damit in der tagtäglichen Diskussion und Debatte ja häufig mit ähnlichen Meinungen konfrontiert, die aber leider selten kritisch hinterfragt werden. Schlimm wird die Sache, wenn persönliche Meinungen und Ideologien als Wissenschaft deklariert werden.

Die meisten von pérvasion aufgelisteten Passagen halten einer wissenschaftlichen Analyse nicht stand.

Die meisten hier scheinen immer noch nicht verstanden zu haben, was die Wikipedia ist und wie die Artikel dort entstehen (ich empfehle aus aktuellem Anlass: http://www.zeit.de/themen/digital/wikipedia/index).
Wenn in einem Artikel etwas nicht korrekt ist, kann man dies ganz einfach selbst ausbessern und natürlich belegen.
Nichtsdestotrotz sind, wie hier richtig angemerkt, viele Sachen (haarsträubend) falsch in diesem Artikel. Wenn man die Versionsgeschichte anschaut, sieht man, dass der gesamte Artikel von einem Nutzer (martinp1) an einem Abend eingespielt wurde. Ein paar Tage später gabs ein paar Korrekturen von einem anderen (oder vielleicht auch demselben) Nutzer. Und das wars. (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=S%C3%BCdtiroler_Deutsch&action=history)

Der Autor des Textes ist eben kein Wissenschaftler, sondern ein Ideologe – wir werden damit in der tagtäglichen Diskussion und Debatte ja häufig mit ähnlichen Meinungen konfrontiert, die aber leider selten kritisch hinterfragt werden. Schlimm wird die Sache, wenn persönliche Meinungen und Ideologien als Wissenschaft deklariert werden.

Die meisten von pérvasion aufgelisteten Passagen halten einer wissenschaftlichen Analyse nicht stand.

Die meisten hier scheinen immer noch nicht verstanden zu haben, was die Wikipedia ist und wie die Artikel dort entstehen (ich empfehle aus aktuellem Anlass: http://www.zeit.de/themen/digital/wikipedia/index).
Wenn in einem Artikel etwas nicht korrekt ist, kann man dies ganz einfach selbst ausbessern und natürlich belegen.
Nichtsdestotrotz sind, wie hier richtig angemerkt, viele Sachen (haarsträubend) falsch in diesem Artikel. Wenn man die Versionsgeschichte anschaut, sieht man, dass der gesamte Artikel von einem Nutzer (martinp1) an einem Abend eingespielt wurde. Ein paar Tage später gabs ein paar Korrekturen von einem anderen (oder vielleicht auch demselben) Nutzer. Und das wars. (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=S%C3%BCdtiroler_Deutsch&action=history)

@ vega:
ich glaube sehr wohl, dass all hier wissen, wie wikipedia funktioniert. ja ich weiß aus sicherer quelle, dass sogar wikipedia-autoren unter den kommentatoren hier sind :-).

ich glaube pérvasion wollte einfach eine diskussion über die sprachliche südtiroler eigenart sowie deren rezeption anzetteln. wie er das auch zu beginn schreibt.

@ vega:
ich glaube sehr wohl, dass all hier wissen, wie wikipedia funktioniert. ja ich weiß aus sicherer quelle, dass sogar wikipedia-autoren unter den kommentatoren hier sind :-).

ich glaube pérvasion wollte einfach eine diskussion über die sprachliche südtiroler eigenart sowie deren rezeption anzetteln. wie er das auch zu beginn schreibt.

Obwohl Wikipedia ein Laien-Lexikon ist, kommt dieser Artikel dermaßen unprofessionell daher, dass man meinen könnte er sei mit Absicht so manipulativ ins Netz gestellt worden.
Das und andere in letzter Zeit zu Tage tretende Medienmanipulationen in Südtirol erinnern fast mehr an einen anderen Artikel in Wikipedia über einen utopischen Roman von Georg Orwell:

http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)

Obwohl Wikipedia ein Laien-Lexikon ist, kommt dieser Artikel dermaßen unprofessionell daher, dass man meinen könnte er sei mit Absicht so manipulativ ins Netz gestellt worden.
Das und andere in letzter Zeit zu Tage tretende Medienmanipulationen in Südtirol erinnern fast mehr an einen anderen Artikel in Wikipedia über einen utopischen Roman von Georg Orwell:

http://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)

frappierend und erschreckend wenn man die definitionen der orwellschen “newspeak”-konzepte (blackwhite, crimestop und doublethink) auf die heutige zeit überträgt. mir kommt immer wieder die gänsehaut, wenn ich das lese. von wegen utopie!!!

Oceanic society rests ultimately on the belief that Big Brother is omnipotent and that the Party is infallible. But since in reality Big Brother is not omnipotent and the Party is not infallible, there is need for an unwearying, moment-to-moment flexibility in the treatment of facts. The key-word here is BLACKWHITE. Like so many Newspeak words, this word has two mutually contradictory meanings. Applied to an opponent, it means the habit of impudently claiming that black is white in contradiction of the plain facts. Applied to a Party member, it means a loyal willingness to say that black is white when Party discipline demands this.

CRIMESTOP means the faculty of stopping short, as though by instinct, at the threshold of any dangerous thought. It includes the power of not grasping analogies, of failing to perceive logical errors, of misunderstanding the simplest argument if they are inimical to Ingsoc, and of being bored or repelled by any train of thought which is capable of leading in a heretical direction. Crimestop, in short, means protective stupidity.

In our society, those who have the best knowledge of what is happening are also those who are furthest from seeing the world as it is. […] The Ministry of Peace concerns itself with war, the Ministry of Truth with lies, the Ministry of Love with torture and the Ministry of Plenty with starvation. These contradictions are not accidental, nor do they result from ordinary hypocrisy: they are deliberate exercises in DOUBLETHINK.

WAR IS PEACE
FREEDOM IS SLAVERY
IGNORANCE IS STRENGTH

frappierend und erschreckend wenn man die definitionen der orwellschen “newspeak”-konzepte (blackwhite, crimestop und doublethink) auf die heutige zeit überträgt. mir kommt immer wieder die gänsehaut, wenn ich das lese. von wegen utopie!!!

Oceanic society rests ultimately on the belief that Big Brother is omnipotent and that the Party is infallible. But since in reality Big Brother is not omnipotent and the Party is not infallible, there is need for an unwearying, moment-to-moment flexibility in the treatment of facts. The key-word here is BLACKWHITE. Like so many Newspeak words, this word has two mutually contradictory meanings. Applied to an opponent, it means the habit of impudently claiming that black is white in contradiction of the plain facts. Applied to a Party member, it means a loyal willingness to say that black is white when Party discipline demands this.

CRIMESTOP means the faculty of stopping short, as though by instinct, at the threshold of any dangerous thought. It includes the power of not grasping analogies, of failing to perceive logical errors, of misunderstanding the simplest argument if they are inimical to Ingsoc, and of being bored or repelled by any train of thought which is capable of leading in a heretical direction. Crimestop, in short, means protective stupidity.

In our society, those who have the best knowledge of what is happening are also those who are furthest from seeing the world as it is. […] The Ministry of Peace concerns itself with war, the Ministry of Truth with lies, the Ministry of Love with torture and the Ministry of Plenty with starvation. These contradictions are not accidental, nor do they result from ordinary hypocrisy: they are deliberate exercises in DOUBLETHINK.

WAR IS PEACE
FREEDOM IS SLAVERY
IGNORANCE IS STRENGTH

Dolomiten, Leserbrief am 15. Dezember 2012

KLEINE SPRACHNÖRGELEI
“Italienisches Deutsch”
von Gebhard Kirchler,
Bruneck

Wenn der Abgeordnete Karl Zeller sagt, “es geht mir gut”, dann meint er nicht, dass er gesund ist, sondern dass er mit einem Plan einverstanden ist. Der Abgeordnete Josef Noggler will erst in einem “zweiten Moment” ins Detail gehen,
wenn er “zu einem späteren Zeitpunkt” meint. Der Primar Manfred Brandstätter
empfiehlt, in Notfällen immer die Nummer 118 “zu machen”, anstatt diese zu wählen. Der Herausgeber Arnold Tribus vergisst im Satz “Roland Riz kleidet wie sie” das “sich”. Der Schriftsteller Joseph Zoderer hat den Herrn Rosenberger
vor einer Woche “gehört”, er hat wohl mit ihm telefoniert. Der Abgeordnete Pius Leitner “macht” ein Beispiel, statt ein solches zu nennen. Der Bozner Kaufmann Thomas Rizzolli spricht sich gegen eine Öffnung der Geschäfte an “sieben Tagen auf sieben” aus, statt an sieben Tage in der Woche. Der Journalist Gerhard Mumelter sagt: “Was in Italien schon ,seit immer’ fehlt …” statt “seit jeher” oder “schon immer”. Der Senator Peterlini wehrt sich gegen die Besteuerung des
“ersten Hauses” (sprich “Erstwohnung”) und spricht sich gegen Regierungskrisen “im Dunkeln” (?) aus. Und so fort.

Dolomiten, Leserbrief am 15. Dezember 2012

KLEINE SPRACHNÖRGELEI
“Italienisches Deutsch”
von Gebhard Kirchler,
Bruneck

Wenn der Abgeordnete Karl Zeller sagt, “es geht mir gut”, dann meint er nicht, dass er gesund ist, sondern dass er mit einem Plan einverstanden ist. Der Abgeordnete Josef Noggler will erst in einem “zweiten Moment” ins Detail gehen,
wenn er “zu einem späteren Zeitpunkt” meint. Der Primar Manfred Brandstätter
empfiehlt, in Notfällen immer die Nummer 118 “zu machen”, anstatt diese zu wählen. Der Herausgeber Arnold Tribus vergisst im Satz “Roland Riz kleidet wie sie” das “sich”. Der Schriftsteller Joseph Zoderer hat den Herrn Rosenberger
vor einer Woche “gehört”, er hat wohl mit ihm telefoniert. Der Abgeordnete Pius Leitner “macht” ein Beispiel, statt ein solches zu nennen. Der Bozner Kaufmann Thomas Rizzolli spricht sich gegen eine Öffnung der Geschäfte an “sieben Tagen auf sieben” aus, statt an sieben Tage in der Woche. Der Journalist Gerhard Mumelter sagt: “Was in Italien schon ,seit immer’ fehlt …” statt “seit jeher” oder “schon immer”. Der Senator Peterlini wehrt sich gegen die Besteuerung des
“ersten Hauses” (sprich “Erstwohnung”) und spricht sich gegen Regierungskrisen “im Dunkeln” (?) aus. Und so fort.

Mah, la cosa è curiosa. Ma io non mi ci fascerei la testa: espressioni locali, che deviano dalla grammatica standard sono rintracciabili in tutto il mondo. Dalla east coast, che col British english ha poco a che spartire, alle espressioni regionali italiane. Intendiamoci: non parlo di dialetti, ma semplicemente di modi di dire locali, che non trovano riscontro nella lingua ufficiale.
Il fatto che questi modi di dire locali derivino sintatticamente dall’italiano, non mi stupisce affatto. E’ normale che uno provi a riproporre nella sua lingua espressioni che funzionano bene in un’altra lingua che conosce.
A me capita molto spesso, quando sto lavorando su testi inglesi o tedeschi, di tentare di tradurre alcune espressioni in italiano quando parlo; e viceversa mi capita molto più spesso del solito usare espressioni italiane tradotte quando parlo tedesco, se sto avendo a che fare con testi italiani. Spesso se rifletto un’attimo l’espressione corretta mi viene in mente, ma la prima cosa che viene in mente è l’espressione tradotta.
Certo nella lingua scritta sarebbe consigliabile non usare questo genere di espressioni, a meno che non siano strettamente necessarie o rispondano a precisi criteri stilistici.
Personalmente, ma è una questione di gusto, quel che mi fa rivoltare lo stomaco è il mischiare a ruota libera (e senza alcuna necessità) frasi e parole in italiano e tedesco, come fanno molti giovani in città, credendo di essere “cool”. (Es: “Ciao! Tu, weisch, alla fine ieri isch nix gewesn!”). Ma, ripeto è una questione di gusto e nient’altro.

Mah, la cosa è curiosa. Ma io non mi ci fascerei la testa: espressioni locali, che deviano dalla grammatica standard sono rintracciabili in tutto il mondo. Dalla east coast, che col British english ha poco a che spartire, alle espressioni regionali italiane. Intendiamoci: non parlo di dialetti, ma semplicemente di modi di dire locali, che non trovano riscontro nella lingua ufficiale.
Il fatto che questi modi di dire locali derivino sintatticamente dall’italiano, non mi stupisce affatto. E’ normale che uno provi a riproporre nella sua lingua espressioni che funzionano bene in un’altra lingua che conosce.
A me capita molto spesso, quando sto lavorando su testi inglesi o tedeschi, di tentare di tradurre alcune espressioni in italiano quando parlo; e viceversa mi capita molto più spesso del solito usare espressioni italiane tradotte quando parlo tedesco, se sto avendo a che fare con testi italiani. Spesso se rifletto un’attimo l’espressione corretta mi viene in mente, ma la prima cosa che viene in mente è l’espressione tradotta.
Certo nella lingua scritta sarebbe consigliabile non usare questo genere di espressioni, a meno che non siano strettamente necessarie o rispondano a precisi criteri stilistici.
Personalmente, ma è una questione di gusto, quel che mi fa rivoltare lo stomaco è il mischiare a ruota libera (e senza alcuna necessità ) frasi e parole in italiano e tedesco, come fanno molti giovani in città , credendo di essere “cool”. (Es: “Ciao! Tu, weisch, alla fine ieri isch nix gewesn!”). Ma, ripeto è una questione di gusto e nient’altro.

Deutsche Sprache, schwere Sprache – oder eben nicht. Sprachwissenschaftler haben 1500 Aufsätze, verfasst von Südtirolern, Nordtirolern und Thüringern der 4. Oberschulklasse, genau unter die Lupe genommen. Die Erkenntnisse: Die Südtiroler schneiden gut ab. Überraschend gut sogar.

Südtirol Online.

Deutsche Sprache, schwere Sprache – oder eben nicht. Sprachwissenschaftler haben 1500 Aufsätze, verfasst von Südtirolern, Nordtirolern und Thüringern der 4. Oberschulklasse, genau unter die Lupe genommen. Die Erkenntnisse: Die Südtiroler schneiden gut ab. Überraschend gut sogar.

Südtirol Online.

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