Nach Roland Stauder (F), Marco Galateo (FdI) und dem Bozner Bürgermeister Claudio Corrarati hat sich nun auch LR Christian Bianchi (FI) zur Remigrationsdemo und zur erfolgreichen Gegenveranstaltung geäußert. In einem Beitrag für den heutigen A. Adige stellt er beide — also eine faschistische und eine antifaschistische Kundgebung — auf eine Stufe, womit auch in seinem Fall geklärt wäre, wo er sich positioniert.
Dass er die Teilnehmenden der Gegenkundgebung pauschal als »Linksradikale« und Populistinnen diffamiert, spricht ebenfalls Bände. Schließlich waren unter anderem auch »sein« Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) oder der Generalvikar der Diözese Bozen-Brixen, Eugen Runggaldier, unter den Demonstrierenden. Bianchis Etikettierung trifft auf sie — genauso wie auf viele andere Teilnehmende — ganz offensichtlich nicht zu.
Die Tageszeitung zitiert den Landesrat so:
Antifaschismus als pauschale Antwort auf jede Forderung nach mehr Kontrolle sei ebenso vereinfachend.
– Christian Bianchi
Auch dem Landesrat dürfte nicht entgangen sein, dass es hier nicht um »jede Forderung nach mehr Kontrolle«, sondern um einen Aufmarsch von Neonazis und Neofaschisten ging, deren gefährliches Remigrationskonzept letztendlich auf die Wiedereinführung des Ahnenpasses und ethnische Säuberungen hinausläuft. Dass nicht nur »irreguläre« Zuwanderer von den Ausschaffungen betroffen wären, hat CPI-Chef Luca Marsella in Bozen sogar öffentlich zu Protokoll gegeben.
Darauf ist Antifaschismus sehr wohl eine Antwort, wahrscheinlich sogar die einzig mögliche. Bianchis Positionierung lässt hingegen tief blicken. Sie ist eines Demokraten und Mitglieds der Südtiroler Landesregierung unwürdig.

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