Zeller: Mehr Autonomie für Katalonien.

Für ein Gebiet mit einer deutlich weiterreichenden Autonomie als Südtirol fordert der Südtiroler Senator Karl Zeller (SVP) laut TAZ die Gewährung einer weitreichenden Autonomie. Damit solle die Besonderheit Kataloniens geschützt werden. Zeller kritisiert, dass die dortige Autonomie seit 2010 immer weiter eingeschränkt worden sei (wie jene Südtirols).

Zur Erinnerung: Katalonien hat zum Beispiel eine Landespolizei; die katalanische Sprache ist als Landessprache definiert und kann als solche im Sinne der Gleichstellung (im Unterschied zu Deutsch und Ladinisch in Südtirol) asymmetrisch — also auch zu Lasten der Staatssprache — gefördert werden; die Ortsnamen sind ausschließlich in ihrer katalanischen Form offiziell; das Land hat ein eigenes Zivilgesetzbuch, ist für Schule, Gesundheit, Berufskammern und Verbraucherinnenschutz zuständig; es gibt eigene Gesetze, die die katalanische Sprache im privaten Sektor (Handel, Kinos, Banken, Versicherungen…) vorschreiben. Hier gehts zu einem umfassenderen Vergleich.

Zeller, der die katalanische Autonomie für unzureichend hält, während er die Südtirolautonomie gewöhnlich in hohem Tone lobt, bezeichnet schließlich Sezession als Ultima Ratio — besonders innerhalb der EU. Er wagt es also (als politischer Vertreter einer nach mehr Unabhängigkeit strebenden Region) nicht, die Europäische Union als Zusammenschluss starrer Nationalstaaten zu hinterfragen.

Könnte nicht gerade und besonders die EU den geeigneten Rahmen für die Definition von Innengrenzen nach anderen als nationalen Kriterien bieten?

Siehe auch: [1] [2] [3]

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