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Achtung Falle.
Quotation 242

“Ach”, sagte die Maus, “die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.” – “Du mußt nur die Laufrichtung ändern”, sagte die Katze und fraß sie.

— Franz Kafka

Terrorismus führt zwangsläufig in eine Dilemma-Situation. Die Überreaktion des Provozierten gehört zum terroristischen Kalkül. Gleichzeitig ist ein Ignorieren des Aggressors aufgrund der Ungeheuerlichkeit der Tat nahezu unmöglich. Und würde man es doch schaffen, würde der Terrorist den Schockierungsgrad so lange steigern, bis schlussendlich doch die Überreaktion eintritt.

Der IS hat Letzteres mit seinem Pariser Anschlag offenbar bereits erreicht. Präsident Francois Holland sprach noch am selben Tag von “Krieg” und vom Papst abwärts ist vom “3. Weltkrieg” die Rede, (obgleich Franziskus das ganze noch am differenziertesten und metaphorischsten sieht). Das deutsche Handelsblatt titele gar “Weltkrieg III.” und dessen ehemaliger Chefedakteur Gabor Steingart schreibt: “Wer Terroranschlag sagt, will verharmlosen. Der Westen befindet sich in einem weltweit geführten Krieg mit radikalisierten Islamisten.” In Südtirol darf Joseph Zoderer in der Tageszeitung die Apokalypse verkünden:

Es ist kein Weltkrieg, wie man ihn seit dem Zweiten Weltkrieg kennt, weil es keine Fronten zwischen Ländern gibt. Aber was soll es anderes sein als Krieg, wenn man sich an keinem Ort der Welt mehr sicher fühlen kann? Das ist ein noch größerer Krieg als was wir uns bisher darunter vorgestellt haben. Die Welt steht in Flammen und insofern ist es ein Dritter Weltkrieg. Ein ganz teuflischer, weil es keine Fronten gibt. Wir sind überall von Angreifern umgeben.

Die Anschläge von Paris (Beirut, Sinai, Ankara, Yola  usw.) sind grauenvoll, begangen von gott-, hirn- und herzlosen Verbrechern, oder wie John Oliver es ausdrückte: “gigantic, fucking assholes, unconscionable, flaming assholes.” Und dennoch sind wohl das letzte, was wir jetzt brauchen, Panik, Angst und Rachegefühl. Genau das hieße, dass das terroristische Kalkül aufgeht. Der IS mag überdurchschnittlich brutal, vermögend und vernetzt sein. Aber im Endeffekt sind diese paar tausend Idioten eine hundsnormale Terrororganisation, wie es schon etliche vorher gab und die es bestimmt nicht schaffen (sollte), eine Gemeinschaft von 7 Milliarden Menschen zu destabilisieren und in einen globalen Krieg zu jagen. Terrorismusforscher Peter Waldmann schrieb 2002 ein kurzes Papier unter dem Titel “Das terroristische Kalkül und seine Erfolgsaussichten”, aus dem ich ein paar Absätze zitieren möchte, die dies belegen und die uns hoffentlich wieder zur Besinnung bringen.

Der Dreiersequenz bei Vollzug und Wirkung terroristischer Aktionen entsprechen drei Personengruppen, die in das Geschehen einbezogen sind. Das sind zum ersten die Gewaltakteure selbst, von denen der terroristische »Prozeß« seinen Ausgang nimmt, zweitens die Opfer der Gewaltanschläge und drittens die eigentlichen Zielgruppen, um deren emotionale Beeinflussung und entsprechende Verhaltensreaktionen es in erster Linie geht. Hier wiederum ist zu unterscheiden zwischen jenen, die als Angegriffene und potentielle Opfer weitere Verluste zu befürchten haben, und der Gegenseite anvisierter Sympathisanten, denen die Terroristen mit ihren Anschlägen Mut zu machen und die sie für ihren Kampf zu mobilisieren trachten.

Von einer allgemeineren Warte läßt sich Terrorismus als ein Spezialfall des Handlungsprinzips »Provokation« interpretieren, dem wir in zahlreichen Machtkonstellationen begegnen. Bezeichnend für eine Provokation ist im Regelfall die Herausforderung eines Starken durch einen Schwächeren.

Der Soziologe Rainer Paris [Anm.: der heißt wirklich so] hat sie definiert als »einen absichtlich herbeigeführten, überraschenden Normbruch, der den anderen in einen offenen Konflikt hineinziehen und zu einer Reaktion veranlassen soll, die ihn, zumal in den Augen Dritter, moralisch diskreditiert und entlarvt«.

Der Angriff muß, soll er seinen Provokationseffekt nicht verfehlen, überraschend, sozusagen aus heiterem Himmel, erfolgen. Dies entspricht genau den Momenten der Unberechenbarkeit, Unwägbarkeit und Willkür terroristischer Anschläge, durch die Verwirrung und Furcht gestiftet werden sollen.

Bezüglich der Verwendung des Wortes “Krieg” statt “Terror” schreibt Waldmann:

Man sollte sich bei der strukturellen Klärung der Frage nicht ohne weiteres von dem oft taktisch bedingten Gebrauch leiten lassen, den die am terroristischen »Prozeß« beteiligten Akteure selbst von der Kriegsformel machen.

Ob und inwieweit eine Gewaltbotschaft vernommen wird, hängt vom allgemeinen Gewaltpegel in einer Gesellschaft ab. Es liegt auf der Hand, daß in Ländern, in denen Guerillagruppen einen Teil des Territoriums besetzt halten oder bürgerkriegsähnliche Verhältnisse herrschen (aktuelles Beispiel: Kolumbien), terroristische Anschläge keinen sonderlichen Eindruck hinterlassen. Das ist es, was für Terroristen die gewaltfreien westlichen Demokratien als Operationsfeld so attraktiv erscheinen lassen, wo eine überraschende, brutale Gewalttat auf Anhieb großer allgemeiner Aufmerksamkeit sicher sein kann.

[Es bedarf] zweier zusätzlicher Handlungssequenzen, damit das terroristische Kalkül aufgeht: Erstens muß der angegriffene Staat überreagieren, das heißt die Fassade von Recht und Rechtsstaatlichkeit fallenlassen und sich als der wahre Angreifer entpuppen; und zweitens muß diese Überreaktion die Masse der lauen und stillen Sympathisanten der Terroristen aus ihrer Reserve locken, aus passivem Widerstand eine offene Rebellion werden lassen, die schließlich zum Sieg der Aufständischen führt.

Aus zwei Gründen sollte man den unmittelbaren Zerstörungs- und den mittelbaren Abschreckungseffekt, der von militärischen Exempeln ausgeht, wie soeben eines in Afghanistan statuiert wurde, nicht überschätzen. Zum einen bedarf es nur minimaler infrastruktureller Voraussetzungen, um ein oder mehrere Lager, wie sie in diesem Lande existierten, an anderer Stelle wieder zu errichten. Dies gilt zumindest für den islamischen Radikalismus, dem ein riesiger, von Nordafrika bis nach Zentralasien reichender geographischer Raum für die Anlage bzw. den Ausbau vergleichbarer Schutzlager zur Verfügung steht. Als Warnung und Abschreckung kann die Invasion Afghanistans zudem nur jenen islamischen Herrschern dienen, welche über die Mittel und Möglichkeiten verfügen, die Entstehung eines Oppositionszentrums radikaler Islamisten auf ihrem Territorium zu verhindern, die also das Gewaltmonopol innerhalb ihres Staates ausüben.

Es kann nicht genug betont werden, daß die Denkweise von Terroristen nur begrenzt den Gesetzen militärischer Logik folgt. Mag auch die von ihnen angestrebte umfassende Konfrontation, etwa der heilige Krieg (Djihad), nicht zustande kommen, so bedeutet das keineswegs, daß sie in ihrer Wut und Opferbereitschaft nachlassen werden. Im Falle Afghanistans dürfte sowohl die kriegerische Einmischung der USA in innerafghanische Angelegenheiten, also der neokoloniale Zug des militärischen Strafzugs, als auch die Tatsache, daß viele Kämpfer von Al Quaida dabei ihr Leben lassen mußten und somit den Märtyrertod starben, dazu beitragen, die Verbitterung und den Haß der Islamisten noch zusätzlich zu schüren. Terroristen sind von einem bestimmten Punkt des Engagements ab nicht mehr bereit, Niederlagen zu akzeptieren. Rückschläge wie auch Zugeständnisse, die ihnen gemacht werden, werden stets in positive Stimuli, ihre kämpferischen Anstrengungen zu verstärken, umgesetzt.

Zu den eigentümlichen Zügen terroristischer Gruppen gehört ein der modernen Welt und insbesondere den modernen Demokratien fremder Zeitbegriff. Dies gilt sowohl für die Entstehung dieser Gruppen als auch für die Realisierung der von ihnen angestrebten Ziele. Sie sind nicht auf rasche, definitive Erfolge angewiesen, sondern denken und planen in längerfristigen, unter Umständen ganze Generationen umfassenden Zeitperioden. Darin liegt ein klarer Vorteil gegenüber für eine begrenzte Regierungszeit gewählten politischen Führern, die schnell spürbare und sichtbare Fortschritte bei der Bekämpfung der terroristischen Bedrohung vorweisen müssen.

Zwar gelingt es ihnen häufig, den öffentlichen Raum und das kollektive Denken mit spektakulären Anschlägen zu besetzen und nicht allein die Gegenseite zu heftigen militärischen Überreaktionen zu veranlassen, sondern die Wahrung der öffentlichen Sicherheit zu einem allgemeinen Trauma und Dauerthema werden zu lassen. Doch der entscheidende Erfolg im Sinne einer Eskalation der bewaffneten Auseinandersetzung sowie eines an ihrem Ende stehenden Machtumschwungs bleibt ihnen im Regelfall versagt.

Dem IS muss man kurz- und langfristig begegnen. Sich jetzt auf einen Luft- und eventuell einen Bodenkrieg zu konzentrieren ist aber die teuerste, ineffizienteste und zugleich am wenigsten erfolgversprechende Methode, da sie eben oben angesprochenes Kalkül bedient.

Beispielsweise hat der “War on Terror” seit 9/11 allein im Irak laut einer Berechnung der Brown University 370.000 unmittelbare Kriegstote gefordert und den USA 4,4 Billionen (4,000.000,000.000) Dollar gekostet. Wirklich beendet wurde das Terrorproblem dadurch nicht. Weder im Irak noch anderswo. Sogar aus den USA verortet man mittlerweile andere als die gewohnten Töne.

Ein paar Ideen, wie man 4,4 Billionen Dollar (4.400 Milliarden) eventuell besser einsetzen könnte und gleichzeitig ein paar Hunderttausend Leben schont.

  • Kriminalistische Verfolgung der Täter und Hinterleute im Rahmen unseres Rechtssystems.
  • Ausbau der EU-weiten polizeilichen Zusammenarbeit
  • Kommunikationswege des IS unterbinden (Internet, Mobilfunk usw.).
  • Verstärkte Investitionen in den Cyberwar. Das Internet ist das wichtigste Rekrutierungsinstrument des IS. Online-Kanäle (Youtube, Facebook usw.) kappen.
  • IS-Konten einfrieren.
  • Waffenexporte einstellen.
  • Diplomatische Bemühungen ausbauen.
  • Druck auf Unterstützer ausüben (anstatt ihnen Fußballweltmeisterschaften zuzuschanzen).
  • Materielle Versorgungswege des IS abschneiden.
  • IS Geschäfte (Öl- und Antiquitätenverkauf usw.) verunmöglichen.
  • Verzicht der Medien, IS-Propagandavideos öffentlich auszustrahlen. Konzentration auf den reinen Nachrichtenwert.
  • Massiver Ausbau von Streetwork-, Bildungs- und Infrastrukturprogrammen in den “Hotspots” europäischer Großstädte. (Für ein paar Milliarden Euro, die man jetzt locker und ohne mit der Wimper zu zucken in Kriegsgerät investiert, ginge da schon ein bisschen was).
  • Europäische Verpflichtung, Imame vor Ort auszubilden und Verbot außereuropäischer Finanzierung.
  • Schärfer gegen Paralleljustiz in Problemvierteln vorgehen.
  • usw.

Und wir müssen uns damit anfreunden, dass zumindest auf kurze bis mittlere Sicht einige von uns (immer noch verhältnismäßig sehr sehr wenige) in diesem Kampf für und um die Freiheit ihr Leben werden lassen müssen. Aber:

Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren.

— Benjamin Franklin

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121 replies on “Achtung Falle.
Quotation 242

Sehr gut. Und wichtige Differenzierung zwischen Recht und Ethik.

Auch das Ziel des Verbrechens wird benannt:

Wir können, ja müssen von den hier einwandernden Muslimen strikte Befolgung unserer Gesetze verlangen, aber nicht, dass sie ihrem Glauben abschwören, selbst wenn dieser nicht libertär-hedonistisch ist. Das nämlich wäre gegen unsere Werte. Diese überzeugen allein und am besten durch ihre Lebenstauglichkeit, als unsere äußerst attraktive Art zu leben.

Diese ganze ISIS-Organisation ist teilweise direkt und teilweise indirekt ein amerikanisches Produkt genauso wie es mit AlQaida der Fall gewesen ist. Das ist schon mehrmals bewiesen worden.

Warum hat es Attentäte in Frankreich gegeben und nicht in Deutschland oder Italien ? Ganz einfach: Frankreich ist historisch immer sehr kritisch gegenüber der NATO gewesen bzw. Frankreich ist immer sehr kritisch gegenüber der Außenpolitik der USA gewesen: also ist Frankreich heute im Westen der sicherste Verbündete Russlands. Und das ist auch so, denn jetzt sind Russland und Frankreich tatsächlich militärische Partner. Das stellt nicht nur die Existenz der NATO, sondern auch der EU in Frage. Wer ist der große Verlierer in einem solchen Szenario ? Die USA natürlich…

Die EU ist zwar nichts anderes als ein US-amerikanisches Besatzungskonstrukt um Europa besser zu kontrollieren.

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/1356047/Euro-federalists-financed-by-US-spy-chiefs.html

Es ist einfacher EINEN europäischen Superstaat zu kontrollieren als 10 oder 12 unabhängige Staaten einzeln (zum Beispiel im Bezug auf die Sanktionen gegen Russland und in vielen anderen Fällen).
Es ist auch klar, daß eine Erweiterung der EU in Osteuropa praktisch ein Synonym für “Erweiterung der NATO” ist: Ukraine docet.

Einige Anmerkungen die du machst kann ich teilen, aber das mit Frankreich nicht. Ich glaube, wenn es einen “Grund” dafür geben sollte, warum gerade Frankreich, dann genau im Gegenteil weil Frankreich mit Algerien, Marokko usw. islamisch geprägte Länder lange Zeit kolonialisiert hat und somit ein “alter” Feind für Islamisten sein könnte. Es war gerade Frankreich unter Sarkozy, das Gadaffi gestürzt und dann ganz Libyen (ganz nach dem Willen der USA) in ein nicht enden wollendes salafistisches Chaos gestürzt hat.

und Frankreich wird nun seine bisherige Position der Annäherung gegenüber Russland revidieren? Warum? Braucht Frankreich nicht auch Verbündete in seinem wie auch immer genannten Kampf?

Gut, aber nur wegen dem davon ausgehen, dass BEIDE Sachen eine False Flag Operation waren, halte ich für zweifelhaft. Bei Charlie Hebdo gebe ich zu, dass es etwas komische Umstände waren.
Aber diesmal sind die Täter doch offensichtlich auch die Täter (teils sogar selbst in die Luft gesprengt), und nicht irgendwelche Geheimdienste, wie du suggerierst z.B. USA.

Gut, aber nur wegen dem davon ausgehen, dass BEIDE Sachen eine False Flag Operation waren, halte ich für zweifelhaft. Bei Charlie Hebdo gebe ich zu, dass es etwas komische Umstände waren.
Aber diesmal sind die Täter doch offensichtlich auch die Täter (teils sogar selbst in die Luft gesprengt), und nicht irgendwelche Geheimdienste, wie du suggerierst z.B. USA.

Es stimmt, daß es im Fall von CharlieHebdo alles deutlicher war und dass dort ein Kommando mit modernster Militärausbildung agiert hat.

Allerdings gibt es in “false flag” Aktionen auch sehr oft gleichzeitig “echte” Terroristen neben exogene infiltrierte Einheiten die den Anschlag tatsächlich steuern.

@Andrea Catalano
Natürlich kann man sich alles vorstellen, besonders seit Gladio, 9/11, Tonkin usw. Aber wenn man rein von der “Cui Bono” Frage ausgeht, dann war dieser Anschlag jedenfalls kurzfristig gesehen ganz “im Sinne” Russlands, aber nicht der USA. Jetzt ist Russland wieder im Spiel, auf dem G20 Gipfel wurde es fast umworben. Das war vor einem halben Jahr noch unvorstellbar. Natürlich kann es den USA und Hintermännern einer etwaigen “False Flag” um ganz andere langfristige Strategien gehen und um das totale Chaos bis hin zum Überwachungsstaat wie bei Orwell usw.
Aber was das Attentat auf keinen Fall war, im Sinne des Islam. Mittlerweile braucht man sich nur in den Foren umschauen, da kocht die Wut über und der übliche Rassismus kommt zum Vorschein. Da will man gleich alle Muslime in einen Topf werfen und wir waren immer die Heiligen, mit den Kreuzzügen angefangen. Ich schäme mich manchmal für manche Leute, die nicht einmal einen Satz vom neuen Testament zitieren können und sich jetzt als Oberchristen aufspielen, die im Kampf gegen den Islam sind. Was es braucht sind fixe Regeln, aber wir brauchen weder die Grünen im Elfenbeinturm mit ihrem radikalen Gutmenschentum und “lasst alles rein und alle willkommen”, noch brauchen wir die Radikalen, die jetzt “alle raus” und” alles überwachen” und “Krieg gegen dem Islam” rufen. Ich hoffe allgemein, dass wir in Europa wieder ein wenig in die Mitte kommen. Keinen radikalen westlichen Hedonismus wie wir in jetzt haben und keine radikalen religiösen Fundamentalismen wie sie mal waren. Einfach ein wenig die goldene Mitte,wäre das zuviel verlangt?

Französischer Journalist sagt in Paris, dass ISIS im Prinzip nicht existiert und eine Kreatur der USA ist:

das wird mir jetzt langsam zu blöd. besser, ich hätte diesen artikel nicht geschrieben.
wie war das noch mit der “goldenen mitte” – die sich übrigens auch in meinen texten findet, wie ich meine.

Auf was bezieht sich das hunter? Falls es sich auf den Youtube-Link bezieht, so hat die DIA 2012 doch zugeben müssen, dass der sog. IS (Daesh) schon vorher bekannt war und durch die USA indirekt oder direkt unterstützt wurde. So wie bei Al-Kaida (das Register des damaligen CIA-“Mitarbeiters” Bin Laden in Afghanistan gegen die Sowjets) ging es erstmal um ein Phantom das für die eigenen militärisch-politischen Ziele benutzt wurde, das dann außer Kontrolle geriet und jetzt wie beim Zauberlehrling von Goethe fast nicht mehr aufzuhalten ist.

Die ich rief, die Geister
Werd ich nun nicht los.

das mit goethe stimmt ja. aber das ganze interview – wie auch die diskussion – ist mir viel zu “esoterisch”.
das ist politische homöopathie, was da betrieben wird.

wie du richtig sagtest – wir müssen die mitte finden.

Na gut, wenn wir schon bei der Medizin sind, dann sollten wir uns metaphorisch gesprochen in der Politik in Europa auf die Komplementärmedizin (ganzheitlich, also die Mitte) einigen. Denn außerhalb Europas ist es für die Menschen ganz normal, über politische Verschwörungen zu sprechen. Vor allem, und das möchte ich in Richtung Libertè und anderen hier betonen, in den USA. Geostrategisches Denken ist dort in der Pflichtschule schon völlig normal. Du als Politologe und Journalist weißt doch ganz genau, zu was Menschen alles fähig sind und wie in der Geschichte der Menschheit Kriege angezettelt wurden. Mit Lügen bzw. False Flags, das kennen wir aus Nazi-Deutschland genauso wie bei Russland, USA und eigentlich allen anderen Ländern auch. Und die Möglichkeit, dass bei irgendwelchen Anschlägen in Europa und der Welt Geheimdienste von Staaten (natürlich nicht nur der USA, das können alle sein, v.a. auch islamisch geprägte Länder) daran irgendwie beteiligt sind, ist ziemlich groß. Dass man nun in einem Forum darüber offen spricht, finde ich jetzt nichts Besonderes und deswegen muss doch der Artikelschreiber (noch dazu wenn die Artikel so interessant sind) nicht meinen er hätte lieber nichts geschrieben. Das nennt man ja auch Pluralismus, wenn da über alles mögliche diskutiert wird. Also nochmal, genau wie in der Medizin sollte es überall normal sein, das Ganze zu sehen und eben in die Mitte zu kommen. Wir können nur an Zbigniew BrzeziÅ„ski oder Stratfor denken, solche Verschwörungspläne sind in Europa unvorstellbar, aber das heißt wie man sieht nicht dass es sie nicht gibt. Man kann sie aber so lange Esoterik nennen, bis sie wahr werden. Wie die Brutkastenlüge, die Nuklearwaffenlüge Tonkin, Gladio, der Überfall der Nazis auf den Sender Gleiwitz in Polen und weitere aufgedeckte Lügen werden in den nächsten Jahrzehnten folgen.

Schliesse mich der Meinung von boss an.
Daesh (Bezeichnung des ISIS durch die Gegner (z.B. Kurden) vor Ort, in dem sowohl “Islam”, als auch “Staat” ausgeklammert werden und so die oftmals verlangte Ebene besetzt wird) bekennt sich zu den Anschlägen. Diese haben bisher, obwohl natürlich NATO involviert ist, zu einer Koordination der Luftwaffe Frankreichs und Putins geführt. Frankreich bemüht zudem nicht Artikel 5 der NATO, sondern die EU (http://taz.de/!5248686/).

Abgesehen von der Kriegsgefahr ist eine gemeinsame Politik gegenüber Terror, in der zuletzt durch den unterschiedlichen Umgang mit Flüchtlingen die EU-Partner zu Renationalisierung tendierten, vielleicht eine Chance für ganz Europa. Dies kann der Übergang von einer vielgescholteten wirtschaftlichen Union hin zu einer politischen Union, unabhängig von USA, TTIP und NATO, sein.

Und noch etwas haben wir diese Woche gelernt: Dass es statt IS (Islamischer Staat) oder ISIS (Islamischer Staat in Irak und Syrien) künftig häufiger Daesh heißen könnte. Das ist die arabische Abkürzung für Islamischer Staat – aber gleichzeitig auch nahe an der Aussprache für “bigott”, “anderen seine Meinung aufzwingend” und “der, der Zwietracht sät”.http://dradiowissen.de/beitrag/daesh-abkuerzung-fuer-islamischer-staat
vie krautreporter.de

Schierhangl, das was du da sagst ist ein Hoffnungsschimmer, dass sich Europa endlich aus der USA/NATO Umklammerung lösen könnte. Denn wenn wir uns die Nato Strategie der Vergangenheit anschauen und das alte Feindbild Sowjetunion mit dem neuem Feindbild Islam austauschen, sind die Parallelen schon frappierend. Jedenfalls scheinen die EU-Staaten und auch Juncker selbst erkannt haben, dass die Zwietracht den die USA gegen
Russland sät, aufgebauscht und gekünstelt ist. Wie immer wenn es um eigene Interessen geht. Und da haben die USA mit ihrem weltweiten Netzwerk aus Think Thanks, NGOs, Medien, Militärbasen und Geheimdiensten einfach große Möglichkeiten.
Dass Eurasien mit Russland und v.a. China ihnen jetzt militärisch, wirtschaftlich und demographisch zusetzt, hätten sie in der Form wohl nicht erwartet. Jetzt wollen sie halt den Raum dazwischen, Brzeszinski nennt das in seinem Buch Intermarium, destabilisieren und Eurasien somit von Europa trennen. Intetessant ist halt immer, dass diese Sachen die in Überseee ausgedacht und sogar in Buchform erhältlich sind, bei unsimmer als Verschwörungstheorie oder neuerdings als Esoterik bezeichnet werden. Nun wundere ich mich aber, dass genau diese esoterische Agenda aus Übersee immer zur Wirklichkeit wird.

Dem Artikel kann man nur zustimmen und den geposteten Links auch. Ich halte es für brandgefährlich, dauernd und immer wieder das Wort “Krieg” und “3. Weltkrieg” zu benutzen, und das viral über alle Medien. Denn wie es in einem alten jüdischen Sprichwort aus dem Talmud steht, dass man auf seine Gedanken und Worte achten soll, weil sie zu Handlungen werden können, so ist es tatsächlich. Man muss darauf achten sich jetzt nicht in eine Kriegsrethorik zu versteifen, weil das im wahrsten Sinne des Wortes böse enden kann.
Jedenfalls scheinen drei Schriftsteller mit ihren dystopischen Sachbüchern bzw. Romanen der Realiät so langsam ziemlich nahe zu kommen.

Samuel Huntington: Clash of Civilizations (Kampf der Kulturen)
George Orwell: 1984
Aldous Huxley: Brave new World (Schöne neue Welt)

Sie sind besser auf russischer Seite informiert, wie wird da der Konflikt in der Ostukraine und in Syrie genannt? Doch nicht etwa Krieg.

Man muss einmal mit einem Missverständnis aufräumen, ich bin KEIN Russland-Freak und muss nicht immer alles gutheißen, was Putin treibt. Auch wenn ich ihn persönlich aus der Sichtweise Russlands gesehen für einen sehr fähigen Politiker halte. Mir geht es v.a. um eine Sache, so wie Russland im Westen dargestellt und Putin zum neuen Hitler stilisiert wird, ist völlig daneben und geschieht nur auf Befehl des weißen Hauses! Das halte ich für gefährlich.

Es ist nicht die Frage ob die Situation in Russland erstrebenswert ist, sondern ob die Position der EU, die im Kielwasser des amerikanischen Exzeptionalismus schwimmt, nicht zum Überdenken/Reformieren/Evolutionieren ist.
Wir müssen lernen die eigenen Werte stets an der Wirklichkeit zu prüfen und zu messen.

Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob durch ein aggressives militärisches Eingreifen in Nahost wirklich das Problem in den Griff zu bekommen ist. Ein großer Anteil der IS-Anhänger stammt bekanntermaßen aus Europa, aus Paris, Deutschland, dem Balkan. Der Rest aus verbündeten Staaten und anderen Krisenregionen (z.B. dem Nordkaukasus). Der Nahe Osten hat sich nur als Projektionsfläche, also als Gebiet der realen Umsetzung einer islamistisch uminterpretierten Kalifatsidee entwickelt, auch dank des Machtvakuums, das die USA und der Arabische Frühling hinterlassen haben.
Meiner Meinung nach handelt es sich, wenn nun Frankreich nach Krieg lächzt und Bombardements ausführt, nur um eine interne Beschwichtigungsmaßnahme, um der Bevölkerung das Gefühl zu geben, dass nun gehandelt wird und dass sich die Regierung um die Sicherheit kümmert. Tatsächlich ist aber das Problem hausgemacht! Europa ist schon lange der Ort der Rekrutierung, der Planung und der Koordination, nicht Syrien, nicht der Irak, nicht ein arabischer Staat.
Will man den IS eindämmen, beginnt das zuallererst hier in Europa. Dann wird auch der Nachschub in Syrien und im Irak rasch versiegen.

Die zentrale Frage nach politischen Lösungen beantwortet aber auch das nicht. Ich weiß nicht ob den Leuten bewusst ist, dass die Hauptursache des jetzigen Chaos das “Divide et Impera”-Spiel des Westens (USA, GB und Frankreich v.a. seit dem 1. WK) ist, wobei Sunniten gegen Schiiten und umgekehrt gegeneinander aufgehetzt wurden bis zur Situation wie sie jetzt ist. D.h. man müsste wohl auf eine poltische und friedliche Lösung hinarbeiten, ohne den islamischen Ländern eine Demokratie überstülpen zu wollen, denn das funktioniert einfach nicht.
Erst durch politische Lösungen wo alle Seiten das Gesicht wahren können, werden die Leute weniger radikal und IS oder Daesh kann somit in den dortigen Ländern den Rückhalt verlieren. Je mehr Radikalismen auf allen Seiten, desto mehr Extremismus wird entstehen, das dürfte wohl klar sein. Aber wie gesagt, aus der jetzigen Situation nochmal rauskommen wird sehr sehr schwer. Hoffen wir das Beste.

Auch wenn man mittlerweile auch von Europa aus operiert, so ist das Machtzentrum dieses radikalen Salafsmus eindeutig Saudi-Arabien. Da ist die ganze Logistik, der Nachschub und die Finanzierung zu Hause, politisch geschützt von den USA. Der Islamische Staat ist ja eine Abbildung von Saudi-Arabien, das heißt man will zwischen Syrien und Irak (die beide säkulär waren bzw. sind) ein neues Saudi-Arabien installieren. Unterstützung bekommt man dabei vom anderen Nato- und USA-Partner, der Türkei. Nun fragt man sich wirklich, ob wir in Europa und besonders unsere Regierungen blind sind.
Der Schlüssel zum Ende von Daesh bzw. des sog. islamischen Staates (und des Terrors in Europa) ist es also, Saudi-Arabien und die Türkei zu isolieren, und uns endlich unseren Freunden an der neuen Seidenstraße (Russland und China ) zuzuwenden. Wenn man in Europa nicht selbstzerstörerisch agieren will, wird man das auch tun. Weg von den USA (Partnerschaft ok, aber keine Abhängigkeiten mehr) und ihren radikal-sunnistichen Partnern, hin zur Seidenstraße, die uns in jeder Hinsicht näher ist und sein sollte.

Da könnt ihr auch noch tausend Minus unter meinen Post machen, die Zukunft ist die Seidenstraße mit China und Russland und nicht die USA. Es lebe Eurasien.

Damit es auch der letzte mediengeblendete Mitbürger versteht. Daesh, die USA, Saudi-Arabien und die Türkei müssen wir abschütteln. Das sind die Länder die Zwietracht zwischen den Völkern säen. Europas Zukunft liegt in der alten und bewährten Seidenstraßenpartnerschaft mit China und Russland, damit wir auch morgen noch einen säkularen Staat mit Religionsfreiheit haben.

Ich seh auf beiden Seiten keine Helden der Freiheit… und auch Europa ist alles andere als fehlerlos. Russland und China sind (semi-)autoritäre Systeme, in denen Andersdenkende, Minderheiten, Homosexuelle, JournalistInnen, KünstlerInnen, religiöse Menschen, DissidentInnen, BürgerrechtlerInnen, Unbequeme mehr oder minder systematisch verfolgt, bestraft, weggesperrt, hingerichtet/ermordet werden. Um sie als goldene Alternative zur Westanbindung zu bezeichnen bedarf es schon einer gewissen Blindheit.

@Steffl

Mir ist völlig schleierhaft, warum du solche Hoffnung auf Russland setzt.

Russland ist ein souveräner Nationalstaat, der auf seine Staatsbürger schaut (wie es jeder normale Staat auch machen sollte).

Warum sollte Russland da irgendein anderes Land interessieren?

Wie gesagt, es ist g’ hupft wia gsprungen, alleine demographisch ist der Raum zwischen Russand, Indien und China die Zukunft. Wenn Europa weiterhin den Vasall von den USA spielen will, gehört es in der nächsten Zeit schon zu den großen Verlierern. Wer das nicht sieht, ist in Wirklichkeit blind. Und wieso soll ich jetzt hergehen und die Herrschaftsformen von Russand oder China kritisieren? Sie zwingen ihr System keinem außerhalb ihrer Staaten auf, anders als “wir” bzw. die USA. Das sollte man überdenken. Und wieder wird die Zukunft uns zeigen ob der Steffl blind ist oder ob etwa doch Eurasien die Zukunft ist. Warten wirs ab.

Russland ist ein souveräner Nationalstaat, der auf seine Staatsbürger schaut (wie es jeder normale Staat auch machen sollte).

Genau das ist doch der Punkt TirolaBua. Wenn unsere EU oder die europäischen Staaten auf unsere Interessen schauen würden, anstatt aus Übersee Befehle entgegenzunehmen, dann würden sie eben eine Partnerschaft mit Eurasien und den BRICS anstreben. Das wichstigste Element ist hierbei die Entkoppelung vom US-Dollar als Leitwährung. Genau das machen China und Russland gerade. Ab 2016 werden sie ihr Erdöl erstmals in Rubel und Yuan verkaufen, anstatt in US-Dollar. Es wird eine Zeitenwende geben und die Machtverhältnisse werden sich verschieben. Ein hundertjähriges Imperium wird zu Ende gehen, wenn das Europa verschlafen und die neuen Partnerschaften nicht nutzen will, dann aber nachher nicht beschweren dass es uns schlechter geht.

Das ist mir alles viel zu manichäisch… entweder dies oder jenes. Es sind aber weder Russland und China, noch die USA und ihre »Vasallen« die endgültigen Heilsbringer. Dass Europa seine Interessen und Partnerschaften diversifizieren sollte, kann ich grundsätzlich unterschreiben, dass aber die einen die Zukunft und das Gute sein sollen, während die anderen alles falsch machen, ist eine Vereinfachung, die nichts anderes als ebenfalls ein »Vasallentum« (ich bleib mal bei deiner Wortwahl) fördert. Möglicherweise ist ja dann irgendwann der islami(sti)sche Staat »die Zukunft«, dann müssen wir uns vielleicht auch mit denen verbünden (wobei — die wollen den anderen ja auch was aufoktroyieren…).

Gemeint ist ja immer eine Partnerschaft mit beiden großen Machtblöcken (USA und Eurasien, aber mit Zukunft ist Eurasien meine ich immer dass dies der neue große Machtblock sein wird), die es in Zukunft geben wird. Und den IS den du erwähnst, ist durch die USA entstanden, eine Schreckensherrschaft und wohl nicht mit Staaten wie Russland und China zu vergleichen, auch wenn es in unseren demokratischen Augen dort Defizite gibt.
Wichtig ist, dass Europa nicht mehr Befehlsempfänger der USA sein wird und selbstständiger agieren kann. Natürlich auch nicht als “Vasall” vom irgendwem.

Übrigens pérvasion, manichäisch hin oder her, wo du hier NUR das “Gute” und dort NUR das “Schlechte” rausgelesen hast, bleibt ein Rätsel.
Aber ein Fakt bleibt halt, dass sich alles in die Richtung bewegt, die ich meine. Da könnt ihr noch so oft das Gegenteil behaupten und Minuspunkte setzen. Juncker will seit Neuestem die Sanktionen überdenken und eine starke Zusammenarbeit mit der Eurasischen Union. Hier der aktuelle Brief an Putin, der viele verwundert hat:

https://www.tagesschau.de/ausland/juncker-russland-101.html

Aber ein bisschen Sorgen über den Zustand von uns Europäern mach ich mir schon, wenn hier noch immer nicht klar und deutlich die Wahrheit ausgesprochen wird. Es ist sogar gerichtlich bestätigt, dass die USA direkt und indirekt den IS aufkommen haben lassen. Nebenbei sind sie die besten Verbündeten von Saudi-Arabien, Türkei und Katar, die mehr oder weniger offen Daesh unterstützen und finanzieren.
Die USA wiederum wollen uns Europäer Sachen wie TTIP und co. aufdrängen, während die Horden die sie gegen Assad eingesetzt haben, uns jetzt abknallen. Um es mal banal auszudrücken.
Jetzt frag ich mich wirklich, ob wir noch ganz bei Trost sind und nicht Konsequenzen daraus ziehen, v.a. was die öffentliche Meinung und neue Partnerschaften anbelangt. So sehr ich pérvasion sonst schätze, aber hier sitzt er wie die meisten Menschen hier in Europa den transatlantisch beeinflussten Massenmedien auf und schätzt das Problem das wir mit den USA, Saudi-Arabien, Türkei und NATO haben offensichtlich nicht richtig ein.

Ein Lichtblick ist hier etwa ein italienischsprachiger katholischer Geistlicher aus Südtirol, der die Lage in meinen Augen sehr richtig einschätzt:

„Es geht nicht nur um Bombardierung“

@stonerblues
Sehe das auch so, Zustimmung.
Wie können Länder im Sinne einer terroristischen Prävention stabilisiert werden (Libanon, Lybien, Yemen, Israel, Türkei….) und wie kann man den salafistischen Hasspredigern weltweit das Wasser abgraben?

Was Strache hier über den radikalen sunnitischen Islam sagt und mit den Ghettos bzw. Einwanderung dieser religiösen Fanatiker, die lange unterschätzt wurden, stimmt schon. Das ist leider so.

wobei man schon auch sagen muss, dass die fpö in der vergangenheit grundsätzlich so gegen ziemlich jede integrationsmaßnahme gestimmt hat. bringschuld gut und recht. aber integration kostet geld. sehr viel geld. und das wollen die fpö-ler nicht in die hand nehmen und regen sich auf, wenn zuwanderer irgendwelche leistungen bekommen. jetzt sich über die missglückte integration vieler menschen aufzuregen, ist schon heuchlerisch. von selber und ohne die entsprechende einstellung in der bereits hier lebenden bevölkerung geht das halt nicht. da hat die fpö immer alles in die gegenteilige richtung unternommen.

Sehr richtig, und ich denke auch die Gründe weshalb sie es machen möchten sind größtenteils völlig falsch!

Meine Sorge ist, und da gibt mir ev. sogar Liberte recht, dass es in Europa jetzt zu einem großen Rechtsruck kommt. Das würde bedeuten, dass die Fronten sich weiter verhärten und es zu einer Art Polizei- und Überwachungsstaat kommen könnte. Dann wären die libertären Ideale Europas erstmal dahin.

Versucht niemals einem Libertären Libertarismus zu erklären! :D
Und abgesehen davon sind, wenn hier schon Links rumgepostet werden, Duden und Langenscheidts Fremdwörterbuch meiner Meinung: http://www.duden.de/rechtschreibung/libertaer
http://de.langenscheidt.com/fremdwoerterbuch/libert%C3%A4r, zur Sprachpraxis vgl. auch Fenster “Die Zeit” in Sabinas Link rechts unten.
Tut mir leid für mein Besserwisser-Getue, aber wenn ich zuschaue, in welche Richtung sich die Diskussion hier auf bbd entwickelt …

Sage niemals einem Menschen den du nicht kennst was er weiß oder nicht weiß. Denn du weißt es nicht.

Ich meinte damit die Willensfreiheit und die freiheitlichen Ideale, es stimmt aber dass der Begriff auch anders verwendet wird.

Strache ist ein Hetzer, der auf dem Holzweg ist. Traurig ist natürlch, dass ihm die sorgenvolle Entwicklung im Moment scheinbar recht gibt. Es ist aber ein Trugschluss zu glauben, dass er recht hat, denn seine Politik ist klar eine Politik der Ausgrenzung und der Trennung. Und Ausgrenzung schafft immer Extremismus. Wenn ich (ohne schlaumeierisch sein zu wollen) allen Mitlesern für den persönlichen Alltag einen Ratschlag geben kann, wie sie die Welt im Kleinen verbessern können und auch präventiv gegen Extremismus vorgehen, dann ist das jeden Menschen (geich welcher Hautfarbe, Nation oder Sprache) dem man begegnet mit Respekt und freundlich zu behandeln. Wenn das alle machen würden, dann würde jedes extremistische System in sich zusammenbrechen. Denn die Menschen sind überall gleich “gut” oder “schlecht”, es kommt immer nur darauf an, in welchem System sie gerade leben. Vor 70 Jahren gab es auch hier in Südtirol genug Leute (Nazis), die andere Leute (Juden und andere Minderheiten) nur wegen ihres Glaubens oder Herkunft ausgegrenzt und verfolgt haben. Das ist nicht lange her, und wenn ich die rassistischen Kommentare auf SüdtirolNews und co.anschaue, dann sollte man das diesen Leuten sagen, bevor wir zum Königreich der Scheinheiligkeit werden. Auch hier in Europa können Phänomene wie der Nationalsozialismus oder andere diktatorische Regime wieder auftreten, das kann schneller gehen wie man meint. Man muss da aufpassen.

》freiheitlich《 kann alles bedeuten.

Italien ist zum Beispiel ein freiheitlicher Staat, wo sich Politiker einfach über Gesetze hinwegsetzen.

“Strache ist ein Hetzer”, so Steffl. Dem kann man nur zustimmen.
Gut, dass es besonnene Quellen gibt:
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/juergen-todenhoefer-ueber-den-islamischen-staat-100.html

und:
http://www.spiegel.de/kultur/tv/guenther-jauch-zum-terror-der-traum-des-is-ist-es-gegen-die-usa-am-boden-zu-kaempfen-a-1064045.html

Tödenhöfer ist zudem ein gutes Beispiel für eine selbstbewusste europäische Sichtweise.

Ja lieber Schierhangl, ich hab gestern natürlich auch “Günther Jauch” geschaut, weil dort auch Jürgen Todenhöfer im Studio war. Bekanntlich hab ich mich ja schon lange als Todenhöfer-Fan geoutet. Und natürlich hab ich mir das Buch “Inside IS” unlängst besorgt. Man muss ja wissen, dass Todenhöfer ein Wahlsüdtiroler (hat eine Hütte in Sulden) ist und erst kürzlich in den Medien zu seinem 75. Geburtstag meinte, er hat den höchsten Berg Tirols bestiegen. Gemeint hat er den Ortler. Todenhöfer hat auf seiner Webseite auch den Bericht der DIA veröffentlicht, wo der gerichtliche Beweis geliefert wird, dass die USA Daesh gewähren ließen und anfangs unterstützt haben, bevor er ihnen entgleist ist.

US-GEHEIMDIENST DECKT AUF: DER WESTEN WOLLTE EINEN ISLAMISTISCHEN TERRORSTAAT

https://de-de.facebook.com/JuergenTodenhoefer/photos/a.10152271626075838.1073741827.12084075837/10153284266385838/

Wer sich den Artikel von Todenhöfer und die Auszüge aus dem DIA-Bericht durchliest, soll mir ehrlich sagen ob ihm international gesehen die säkularen Staaten Russland und China lieber sind oder die USA/Saudi-Arabien mit den radikalen Salafisten, die hierher kommen und in Europa und weltweit Terror verbreiten.

Libertè, weißt du eigentlich was säkular ist? Ich glaube nicht, denn in Russland wird Staat und Kirche getrennt, genauso wie in China, oder sind das Gottesstaaten wie Saudi-Arabien, zum Teil die Türkei oder der sog. IS? Bitte auf Begriffe achten.

@Schierhangl
Es ist schon interessant, dass sogar der eingefleischte Transatlantiker Kleber nun im Fernsehen solche Sachen bringen muss. Und es wird weiter und weiter gehen. Russland hat mit seinem Eingreifen in Syrien wie ich schon sagte den Anfang vom Ende der US-Hegemonie eingeläutet, weil nun mehrere Dinge ans Tageslicht treten. Man merkt es überall, Putin, Russland und China werden seither nicht mehr so extrem verteufelt und die USA-Politik nicht mehr immer und überall kritiklos hingenommen.
Weils grad so gut passt:

PUTIN IST NICHT UNSER FEIND

Wann beginnst du eigentlich einmal normal zu diskutieren? Jeder weiß, dass Russland ein säkularer Staat ist, was soll deine Trollerei bewirken? Nochmal für dich eine Zusammenfassung. Die USA und ihre Verbündeten unterstützen mehrere Rebellengruppen, FSA, Al Nusra, Ahrar al-Scham und Al-Kaida in Syrien, um Bashar al Assad (Brutaler Diktator, säkular) zu stürzen. Diese wollen wie Daesh einen Gottesstaat ausrufen. Russland (säkular) und China (säkular) unterstützen Assad, um dies zu verhindern. Mit ihnen sind der schiitische Iran, der größte Widersacher von diesem ist widerum das radikal wahabitisch-sunnitische Saudi-Arabien, die besten Verbündeten der USA und der Türkei / Nato (Gladio 2.0, das wir gerade vielleicht erleben). Nun kannst du es dir aussuchen.

So Libertè, die Luftwaffe des IS/USA/Türkei/Saudi-Arabien/NATO hat zugeschlagen und provoziert einen großen Krieg:

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4872992/Turkei-schiesst-russisches-Flugzeug-ab

Und verdient auch noch Geld damit, die Börsen sind im Hoch und freuen sich über die vielen Menschen die sterben. Nebenbei werden auch die Sponsoren des IS genannt. Zum Kotzen:

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2015/11/24/krieg-gegen-is-der-rubel-rollt-auch-in-italien.html#.VlQ5OGxdHcI

@Liberte
Was die wollen:
Logik der Terroristen:
1) Anschlag 2) Muslime werden pauschal diskriminiert 3) Muslime werden leichter radikalisierbar 4) Mehr Anschläge

Warum man sich nicht mit Frankreich anlegen sollte:

Libertè, der DIA Bericht (glaubs du nicht mal einem us-amerikansichem Gericht?) ist klar wie er klarer nicht sein könnte. Die USA und ihre Verbündeten Türkei und Saudi-Arabien haben den islamischen Staat gewähren lassen und unterstützt, weil sie glaubten dadurch Assad zu stürzen. Die Opposition in Syrien, die die USA unterstützt, besteht u.a. aus FSA, Al-Nusra, Ahrahr al Sham und Al-Kaida. Und diese Opposition will genauso wie der IS einen islamischen Gottesstaat in Syrien errichten. Deshalb wollen sie Assad weg haben.
Übrigens ist der heutige Kriegsakt der Türkei (NATO-Mitglied und EU-Antrittskandidat) gegen Russland brandgefährlich. Putin spricht heute dazu Klartext und nennt die Türkei einen Helfershelfer der Terroristen. Hoffentlich eskaliert die Lage nicht, denn in der NATO gibt es genug Kriegstreiber die nur darauf warten, einen Krieg mit Russland vom Zaun zu brechen.

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7667596/tuerken-sind–helfershelfer-von-terroristen-.html

glaubs du nicht mal einem us-amerikansichem Gericht

really?
Ich hab den “Beweis” schon einmal “zerlegt” aber ich probiere es gerne noch einmal:

Die USA und ihre Verbündeten Türkei und Saudi-Arabien haben den islamischen Staat gewähren lassen

P.S erster hieß es noch sie hätten ihn kreiert und unterstützt…
!=

Wenn die Situation sich wie beschrieben entwickelt, entsteht die Möglichkeit der ETABLIERUNG EINES ERKLÄRTEN ODER NICHT ERKLÄRTEN SALAFISTEN-HOHEITSGEBIETS IN OST-SYRIEN. DAS IST GENAU DAS, WAS DIE MÄCHTE, DIE DIE OPPOSITION UNTERSTÜTZEN, WOLLEN

Wollen ist nicht machen, ich will auch vieles, mache ich es? Sie, und auch ein Herr Todenhöfer, wissen es nicht!

Todenhöfer hat auf seiner Webseite auch den Bericht der DIA veröffentlicht, wo der gerichtliche Beweis geliefert wird, dass die USA Daesh gewähren ließen und anfangs unterstützt haben, bevor er ihnen entgleist ist.

Ich stelle auch einen Bericht auf meine Website, glauben Sie ihm? Sie sollten Ihre Medienkompetenz schulen.

@Liberte
Der Grund für den Abschuss war nicht die Verletzung des Hoheitsgebiets, sondern Rächung für die russischen Angriffe auf Turkmenen in Syrien.

Wie sagte doch Michael Lüders:
“Alles hängt mit allem zusammen.”

Libertè stellt sich über Nahostexperten (Todenhöfer, Scholl-Latour, Lüders – die allesamt den USA die Schuld am enstehen von IS geben), ja selbst über den us-amerikanischen Geheimdienst DIA…ohne Worte.

Ich stelle auch einen Bericht auf meine Website, glauben Sie ihm? Sie sollten Ihre Medienkompetenz schulen.

Mann oh mann, er hat doch nur den Bericht von Judical Watch online gestellt, der auf der Seite des PENTAGON jederzeit abrufbar ist.

Was die Südtiroler wollen und nicht lässt sich also aus Nachrichtenportalen ablesen? Interessant!
Des weiteren ist es komplett egal was die Südtiroler wollen oder nicht!

Lieber Libertè, lass dich nicht von der NATO-Propaganda blenden. Im Jahre 2014 ist die Türkei genau 1.017 Mal (!!!) in Luftraum Griechenlands eingedrungen. Wenn jetzt Russland für ein paar Sekunden (was noch nicht mal bewiesen ist) eindringt, dann die Maschine gleich abzuschießen, ist eine Kriegserklärung. Dass Putin so gemäßigt reagiert, ist ihm hoch anzurechnen. Das hätte wohl kaum ein anderer Staatschef geschafft.

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7674764/russland-laedt-ankara-zum-gemeinsamen-anti-is-kommando.html

Geretteter Pilot: keine Warnungen der Türkei:

http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=320061

Griechenland und die Türkei sind Erzfeinde, die schon oft am Rande des Krieges standen, Stichwort Zypern. Übrigens waren es 2.244 Mal, dass die Türkei 2014 in den griechischen Luftraum eindrang, die andere Zahl war das erste Quartal.
Folgendes bringen die Medien in den Nato-Staaten nicht, Reuters hats ja nicht veröffentlicht:

http://de.sputniknews.com/politik/20151125/305916692/su-24-abschuss-athen-moskau-solidarisch.html

Und hier nochmal die Luftraumübertretung:

http://dailycaller.com/2015/11/24/turkey-violated-greek-airspace-2244-times-last-year-fires-at-russia-for-doing-it-once/

Chomsky zu Medien, TTIP, ISIS, NATO, cold war

Betreibt Amerika eine Alice im Wunderland Politik?

Danke für die Links Schierhangl, ab Minute 5:00 wirds so richtig interessant bei Prof. Chomsky, dem man übrigens – wie fast immer – nur zustimmen kann. Chomsky wortwörtlich übersetzt: Die Obama-Regierung bekämmpft irgendwie den IS, während sie alle, die den IS auch schon bekämpfen, auch bekämpft.
Wobei dieses Interview schon eine Weile her ist und wir natürlich heute wieder neue Entwicklungen haben, die die Absichten der USA/NATO ein Stück weit demaskieren (Stichwort Russland-Eingreifen in Syrien und Gladio 2.0). Dazu empfehle ich nochmal wirklich den “Geolitico”-Artikel:

http://www.geolitico.de/2015/11/26/das-westliche-imperium-wankt/

Es ist falsch zu glauben, dass Integration nur mit Geld, viel Geld gelingen kann. Natürlich braucht es Starthilfen, Sprachkurse usw. Das ist aber nur die eine Seite und hilft alles nichts, wenn es in den Köpfen nicht ankommt. Wer hierherkommt muss den UNBEDINGTEN Willen mitbringen, hier Fuß zu fassen, es sozusagen “zu schaffen”. Dazu muss er ein vollständiges Mitglied unserer Gesellschaft werden, nicht nur was bestimmte Bereiche betrifft, sondern gänzlich. Er muss sich assimilieren, das heißt er muss so werden wie wir. Er muss unsere Grundwerte, nicht nur kennenlernen, er muss sie sich zu eigen machen und von deren Richtigkeit und Wichtigkeit überzeugt sein. Sonst bleibt alles nur halbherzig. Das bedeutet aber schon einmal eine positive Grundausrichtung unseren Werten gegenüber und dann vor allem harte Arbeit. Aber die Chance besteht, wo wenn nicht hier bei uns. Die Wirklichkeit schaut leider anders aus. Die Zuwanderer lernen die Sprache oft nur halbherzig, Mädchen werden oft nur wenig unterstützt, man lässt sich nirgendwo sehen, außer wenn man nicht anders kann. Kurz gesagt, man lebt in einer Parallelwelt, die mit der unseren nichts gemein hat, weil man den Willen mit uns zu leben nicht aufbringen kann. Da helfen auch gelegentlich organisierte Feste usw. nichts. Vor allem Frauen haben keine Chance sich unserer Lebenswelt anzunähern, sie stehen unter der Fuchtel der männlich geprägten community. Solange Einwanderer glauben nur ihr Weltbild sei das richtige und kann überall auf der Welt ausgelebt werden, sehe ich keine Chance für ein Hineinwachsen in unsere Gesellschaft und in reelle Zukunftschancen. Wenn solche Menschen dann den Rand unserer Gesellschaft nicht verlassen können, und aus Frust sich radikalisieren, sind nicht die mangelnden Möglichkeiten, sondern der mangelnde Wille und das mangelnde Durchhaltevermögen die Ursache. Dies wird sich auch mit viel Geld nicht ändern lassen, vielleicht ist viel Geld auch kontraproduktiv. Es fehlen bei uns die klaren Vorgaben der klassischen Einwanderungsländer, die bestimmte Eigenschaften zur Voraussetzung machen. Wer in ein neues Leben aufbrechen will, muss zuerst mit dem Kopf schon dort ankommen.
Deshalb sehe ich keine Hoffnung auf gelingende Eingliederung der großen Menge von Menschen aus muslimisch patriarchalisch geprägten Ländern hier in Europa. Wie gesagt es braucht Assimilation, dafür gibt es genügend Beispiele, einer von vielen ist Cem Özdemir.

Wichtiges Thema:
Allerdings ist Terrorismus Propaganda der Tat. Wer die Flüchtlingssituation mit dem Terrorismus in Verbindung bringt, geht den Terroristen auf den “Leim”: genau diese Paralellwelt ist das Reservoir für Täter.
Europa muss Möglichkeiten zur Schaffung von Identität, von Identifikation mit den Werten der Aufkärung schaffen.
Sind auch wir bereit uns an diese Werte zu assimilieren?

Tja Libertè, die Lokalpolitik geht derweil nicht in deine “eurasien-feindliche” Richtung, sie verstehen dass Russland unserer natürlicher Kontinentalpartner ist und wir harmonisieren müssen. Die “Divide-et-Impera”-Taktik der USA müssen wir nicht mittragen, dafür muss uns der Frieden auf unserem Kontinent wichtiger sein. Das verstehen auch unsere Lokalpolitiker jeglicher Coleur:

Russen beim LH

http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2015/11/26/freiheitliche-bekraeftigen-tuerkei-fehl-am-platz-in-europa.html

Hieß es nicht, wir ändern unseren Lebensstil nicht? Jetzt sind wir schon bald auf dem Niveau der Terroristen.

Die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Nahen Osten will Frankreich ja auch pauschal stoppen — in der gesamten EU.

Bevors noch jemand verpasst, bitte nochmal schnell die Bücher “Schöne neue Welt”, “1984” und “Kampf der Kulturen” lesen und die Entwicklung abwarten.
Dann noch “The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives” lesen und über esoterische Verschwörungstheorien sinnieren (und wenn möglich diskreditieren), bis sie wahr geworden sind ;). Schönen Tag allen Mitlesern.

Auszug aus der Inhaltsangabe zu Huxleys “Schöne neue Welt”:

Allen Kasten gemeinsam ist die Konditionierung auf eine permanente Befriedigung durch Konsum, Sex und die Droge Soma, die den Mitgliedern dieser Gesellschaft das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen ihrer Weltordnung nimmt. Die Regierung jener Welt bilden Kontrolleure, Alpha-Plus-Menschen, die von der Bevölkerung wie Idole verehrt werden.

Ich zitiere einmal Wikipedia zu Ihrem Buch das die “Entwicklung” aufzeigt:

Mittels physischer Manipulationen der Embryonen und Föten sowie der anschließenden mentalen Indoktrinierung der Kleinkinder werden die Menschen gemäß den jeweiligen gesellschaftlichen Kasten geprägt, denen sie angehören sollen

Weniger Romane und mehr Sachbücher (nein Bücher aus dem Kopp Verlag sind keinen Sachbücher) würden Ihnen zur Einschätzung der Wirklichkeit mehr helfen.

Und wer sind denn diese Alpha-Menschen? Bringen Sie es doch einmal zur Sprache wer alles Kontrollieren soll? Und wie genau wird das gemacht? Gibt es ein jährliches Treffen? Wer bestimmt wer kontrollieren darf? Gibt es einen “Weltchef”? Sind Wahlen nur “fake”? Weshalb soll Putin kein Teil dieser “Regierung” sein? Auch ich habe Fragen über Fragen.

Ein sehr guter Artikel, so manch einer hat in diesen Zeiten Probleme mit der “Freund-Feind” Erkennung.

Danke für den Link, sehr guter Artikel! Besonders der letzte Absatz ist der Schlüssel zum Frieden und Toleranz. Auf die jetzige Situation übertragen sicher eine Aufforderung, jeden so zu respektieren wie er ist und eine multipolare Weltordnung zuzulassen, wo man partnerschaftlich zusammenarbeitet. Vor allem eine Aufforderung an Mächte wie den Polizeistaat USA (500 rassistische Erschießungen im letzten Jahr und insg. 6600 Drohnenmorde), weniger in Kriegsgerät zu investieren, weil das die anderen Weltmächte dazu bewegt, dasselbe zu tun. Aber wie gesagt, jeder einzelne kann privat gegen Rassismus und Ausgrenzung auftreten, indem er jedem Menschen unabhängig seiner Herkunft respektvoll behandelt und ihm zuhört. Das gilt auch für größere Einheiten wie Staaten, um Kriege zu vermeiden.

Ein passendes Bid zum Artikel:

https://www.pinterest.com/pin/4433299608928014/

Natürlich soll das nicht heißen, dass man von Flüchtlingen und Asylbewerbern keine Regeln mehr einfordern darf, aber man sollte allgemein differenzieren. Ich erinnere daran, wie wir Kattholiken und Protestanten uns bekämpft und abgeschlachtet haben, das erinnert doch auch ein wenig an den jetzigen Hass zwischen Sunniten und Schiiten. Und der jetzige Hass zwischen diesen Strömungen führte auch zum entstehen von Daesh, der doch auch zu einem großen Teil der trennenden westlichen Politik geschuldet ist.

Aufforderung an Mächte wie den Polizeistaat USA

Während die Polizeigewalt in den USA vom Präsidenten bekämpft und von Gerichten untersucht wird:
Polizeistaat USA:

Polizeigewalt ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Regimes Putins. Seine Stützen – Polizisten, Militärs und Staatsanwälte – werden auch “Gewaltorgane” genannt. Sie müssen gewalttätig und brutal sein, denn der Kreml will gefürchtet werden.

Polizeistaat USA:

Im menschenleeren Park treten schwarzuniformierte Polizisten einen Mann mit ihren Springerstiefeln. “Bitte nicht”, schreit der Mann, “ich erzähl’ alles!” Er wälzt sich am Boden, seine Hände sind hinter dem Rücken gefesselt. Dann presst ein Stiefel sein Gesicht ins Laub, während ein anderer Polizist seinen Fuß auf ein Bein des Mannes stellt.
Das ist ein offizielles Video der russischen Polizei. Es wurde von den größten Staatssendern ausgestrahlt, als Beispiel vorbildhafter Polizeiarbeit.

Gesendet in einem ÖR-Sender.

Folter und Misshandlungen gehen unter Ausschluss der russischen und der Weltöffentlichkeit weiter.

Sobald Bürger in Russland in Kontakt mit Ordnungshütern kommen, warten mehrere Stationen staatlicher Gewalt auf sie. Die Gewalt geht schon bei der Festnahme los, sie setzt sich mit den Quälereien in Untersuchungshaft und später sogar vor Gericht fort, wo Angeklagte unter menschenunwürdigen Bedingungen ihrem Prozess beiwohnen: Unterernährt und wie Tiere in Käfige gesteckt. Im Falle einer Verurteilung werden sie jahrelang in Straflagern misshandelt, in denen viele Traditionen des Gulags weiterleben. Auf jeder dieser Etappen kommen Menschen gewaltsam zu Tode.

Als alles vorbei war, habe ich 70 Wunden an seinem Körper gezählt, so stand es auch im Autopsiebericht. Man hat mehrere Minuten lang auf meinen Sohn mit Schlagstöcken eingeprügelt.

(500 rassistische Erschießungen im letzten Jahr und insg. 6600 Drohnenmorde [anm. die im Ausland in Kriegsregionen stattfinden…]

Nach offizieller Statistik sind 2012 fast viertausend Menschen in überfüllten russischen Gefängnissen gestorben, viele infolge von Misshandlungen.

Nur vier Prozent der russischen Bürger glauben, dass die Polizei sie schützen kann.

Aus: http://www.deutschlandfunk.de/eskalation-polizeigewalt-in russland.724.de.html?dram:article_id=278129

Das ist absolut mind. genauso zu verurteilen wie die unrechtmäßigen Sachen auf der anderen Seite, gar keine Frage Liberte. Das ist auch nicht zu besteiten.

Der berühmte us-amerikanische Prof. Noam Chomsky über Putin. Seine Ansicht teile ich, nämlich: Putin ist beileibe kein Heiliger, aber seine Politik (zumindest international gesehen) ist verständlich:

Aber dass man von Leuten wie Liberte nie ein kritisches Wort gegen die Gegner Russlands, etwa die ukrainischen Neonazis (Maidan, Brand Odessa) und die türkischen Grauen Wölfe (Abschuss Kampfflugzeug in Syrien) hört, ist kein gutes Zeichen.

Sehr traurig die Entwicklung

Ja, aber ich finde es genauso traurig, dass sehr vieles bei der derzetigen Entwicklung unklar ist. Woher kommt Daesh, von wem wurde es direkt und indirekt aufgebaut? Sollen jetzt die Moslems die “Bösen” sein, nachdem man mit der Sowjetunion sein Feindbild verlor? Was ist mit Gladio, gibt es noch irgendwelche ähnlichen Strukturen innerhalb der NATO die in diese Richtung zeigen? Warum diese Strategie der Spannung gerade jetzt? Hat etwa Putin mit seinem Eingreifen in Syrien schlafende Hunde geweckt und durfte nicht rauskommen, wen die USA und ihre Verbündetetn im nahen und mittleren Osten dort wirklich “gezüchtet” haben? Welchen Ländern “nützt” der sog. islamische Staat und wem nicht? Fragen über Fragen.

Bitte was Sie hier andeuten entzieht sich doch jeder vernünftigen Interpretation der Wirklichkeit.
Putin handelt in Syrien aus purem Eigeninteresse, wenn Sie dies nicht erkennen weiß ich auch nicht mehr. Woher Daesh kommt ist eindeutig bekannt, lesen bildet.

Nirgends steht irgendwo geschrieben, dass Putin nicht im Eigeninteresse handelt, das tut er immer (also nach seinem Gutdünken im Interesse Russlands). Das machen leider alle aktuellen Staatschefs weltweit, und bedrohen damit auch sich selbst, denn auf der Erde hängt alles zusammen. Ich schreibe ja nur, dass durch sein Eingreifen in Syrien bestimmte Dinge zum Vorschein kommen, etwa die Rolle der USA und der Türkei. Sie haben ja anfänglich mitgeholfen, wenn es darum ging die Sunniten aus allen politischen Fragen des Landes auszuschließen, bis sie es sich dann anders überlegt haben, Assad stürzen wollten, die Blase aber geplatzt ist und zum Voschein gekommen ist Daesh. Typisch “divide et impera”, aber es sind dadurch weit über 1 Million Menschen gestorben. Deshalb lieber Liberté, auch an dich den guten Rat, Menschen wennmöglich nie komplett auszuschließen, denn das endet in unserer (polaren) Welt immer im Gegenteil (Extremismus).
Was du sonst noch über mich schreibtst, kannst du gerne schreiben und glauben, nur korreliert es nicht mit der Wahrheit.

Woher Daesh kommt ist eindeutig bekannt, lesen bildet.

Dann bitte ich um Aufklärung, dass solch ungebildete und unbelesene Leute wie ich auch in den Genuss deiner lehrmeisterlichen Ausführungen kommen.

Der Ex-Springer- und Mainstreamjournalist (Chefreporter bei “Welt”, “Deutschlandradio”) Günther Lachmann hat auf seiner Internetplattform “Geolitico” jetzt einen Artikel über das Ende des derzeitigen Imperiums verfasst, der durchaus lesenswert ist. Für ihn sind Daesh, Al-Kaida, Gladio usw. alles von der CIA geschaffene Gebilde. Mit dieser Einschätzung ist der bekannte Journalist sicher nicht alleine. Mir ist er sonst allerdings zu konservativ und islamophob. Seine Ansichten über die Machtverschiebungen nach Eurasien usw. teile ich aber:

http://www.geolitico.de/2015/11/26/das-westliche-imperium-wankt/

@Schierhangl und alle Interessierten
Es gibt einen Artikel in der FAZ, der Proteste auf sich zog, weil er der Wahrheit entspricht und es vielen hohen Tieren nicht angenehm war, diese Wahrheit in einem Mainstreammedium abgedruckt zu sehen. Man musste den Artikel trotz Protesten online stehen lassen. Aber seht selbst und staunt, besonders weil er schon im Jahr 2012 online gestellt wurde und wohl u.a. als prophetisch betrachtet werden muss wenn man die heutige Situation sieht:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

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