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Zweisprachige Bildung: València als Vorbild?

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Nachdem in der letzten ff (Nr. 2/2026) erneut ein Beitrag zu mehrsprachigen Kindergärten und Schulen erschienen war, wurde in der aktuellen Ausgabe (Nr. 3/2026) ein Leserbrief von Georg Lezuo abgedruckt, der ausgerechnet die Region València als Positivbeispiel für zweisprachigen Unterricht anführt. Im País Valencià hat seit dem Ende des Franquismus überwiegend die spanisch-nationalistische Volkspartei (PP) regiert, die auch derzeit wieder an der Macht ist.

Im Vergleich zu italienisch-nationalistischen Parteien in Südtirol ist der PP zwar noch vergleichsweise milde im Umgang mit der Minderheitensprache, doch der País Valencià gilt als Hort unwissenschaftlichen sprachlichen Sezessionismus, wo die spanischen Rechten mit allen Mitteln versuchen, die unhaltbare Behauptung durchzusetzen, Valencianisch sei nicht eine Variante des Katalanischen, sondern eine ganz andere, eigenständige Sprache. Die Hauptstadt València ist gerade dabei, ihren offiziellen Namen in Valéncia abzuändern, nur um mit dieser kleinen Fälschung im Akzent weniger katalanisch auszusehen. Noch gravierender ist jedoch, dass sich die Provinzhauptstadt Alacant im Jahr 2025 mit den Stimmen von PP und Vox von einer zweisprachigen zu einer rein kastilischsprachigen Gemeinde erklärt hat, was Auswirkungen auf die Amts- und Unterrichtssprachen hätte.

Die Regierung der Generalitat Valenciana ließ 2025 zudem eine Abstimmung durchführen, um die Schulsprache in den einzelnen Gebieten des País Valencià neu festzulegen. Dass dieses Verfahren darauf abzielte, die katalanische Sprache als Unterrichtssprache weiter zurückzudrängen, gilt als offenes Geheimnis. Ironischerweise ging dieses Vorhaben jedoch teilweise nach hinten los: Entgegen den Erwartungen der Regierung sprachen sich selbst in vielen überwiegend kastilischsprachigen Gemeinden Eltern mehrheitlich für Unterricht auf Valencianisch (also Katalanisch) aus.

Unabhängig davon zeigen offizielle Daten eine dramatische Entwicklung: In den traditionell valencianischsprachigen Teilen des País Valencià stieg der Gebrauch der kastilischen Sprache seit dem Ende der franquistischen Ära von 40 auf 56,6 Prozent im Jahr 2021. Im selben Zeitraum (1981-2021) sank der Anteil der Bevölkerung, die hauptsächlich Valencianisch verwendet, von 60 Prozent auf nur noch 28,5 Prozent.

Dass in den Schulen der Region València in der Praxis Unterricht häufig auf Spanisch statt wie vorgesehen auf Valencianisch stattfindet, ist ein bekanntes und strukturelles Problem, das vielen valencianischsprachigen Kindern den Unterricht in ihrer Sprache verwehrt.

Das Expertinnenkomitee des Europarats zur Umsetzung der Charta der Regional- oder Minderheitensprachen — die Spanien anders als Italien ratifiziert hat — empfahl dem País Valencià 2021 ausdrücklich die Einrichtung von Schulen mit valencianischer Unterrichtssprache. Ein von der valencianischen Generalitat ins Auge gefasstes paritätisches Modell mit je mindestens 25 Prozent Valencianisch, 25 Prozent Spanisch und 15 Prozent Englisch wiesen die Expertinnen hingegen klar zurück.

In Galicien übrigens wurde im Rahmen der Evaluation mehrsprachiger Schulen festgestellt, dass diese zur Assimilierung der Minderheit führen.

Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 | 07 || 01



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