Am Mittwoch hat Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) im Landtag der Darstellung widersprochen, dass es um die Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst immer schlechter bestellt sei. In der offiziellen Pressemitteilung heißt es dazu:
[D]as Narrativ, es würde seit 1972 immer schlechter gehen und man sei nun am Tiefpunkt, stimme nicht. Es habe immer wieder Vorfälle gegeben, die zögen sich in etwa demselben Ausmaß durch.
– Pressemitteilung des Landtags
Wie es 1972 war, kann ich nicht sagen, dazu gibt es meines Wissens auch gar keine Daten. Dass sich jedoch die »Vorfälle« stets »in demselben Ausmaß« durchziehen, ist eindeutig irreführend und sachlich falsch. Davon kann keine Rede sein. Allein zwischen 2004 und 2014 hatte das ASTAT beim Recht auf Gebrauch der Muttersprache in öffentlichen Ämtern eine sehr deutliche Verschlechterung konstatiert — im aktuellen Sprachbarometer sind dazu leider gar keine Daten mehr enthalten.
Außerdem wurden für die Zweisprachigkeitspflicht im öffentlichen Gesundheitsdienst und bei Staatsämtern während der letzten Jahre immer wieder Ausnahmen genehmigt.
Noch mehr als die negative Entwicklung in vielen Bereichen — etwa auch bei der Sprachgruppenerhebung und bei den Schülerinnenzahlen — beunruhigt mich das nahezu inexistente Problembewusstsein der zuständigen Landespolitikerinnen.

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