Zwölf KandidatInnen. Und einer zuviel.

Am heutigen Abend ist in der Sparkassen-Academy der Landeshauptstadt eine öffentliche Diskussion mit zwölf von sage und schreibe 13 Bozner BürgermeisterkandidatInnen über die Bühne gegangen. Durch den von den Dolomiten organisierten Abend führten Chefredakteur Toni Ebner und Redakteur Michael Fink. Auf Südtirol Online konnte man die Debatte im Liveticker verfolgen.

Zwölf von 13 KandidatInnen — weil Angelo Gennaccaro nicht dabei sein konnte. Damit ist auch schon die ganze Misere dieses Abends benannt: Das heißt nämlich, dass Maurizio Puglisi Ghizzi dabei war, der Bürgermeisterkandidat von CasaPound. Ein Faschist neben den anderen, den demokratischen Kandidaten (wobei diesbezüglich auch bei Tagnin und Holzmann Zweifel angebracht wären).

Maurizio Puglisi Ghizzi (Casapound) sagte, dass man ihn zum Bürgermeister von Bozen wählen sollte, da er ein Programm hat, das alle Themenbereiche – von der Einwanderung, über die Sicherheit und den Sport – abdecke. “Wir bieten zudem eine sozialere Politik, als das bisher der Fall gewesen ist.”

— Südtirol Online

Davon, dass CasaPound eine faschistische Partei ist, steht kein Wort im Protokoll von Südtirol Online. Auch nicht, dass er von Toni Ebner auf die squadristischen Methoden seiner Parteifreunde angesprochen worden wäre. Oder, dass eine/r der anderen KandidatInnen sich geweigert hätte, mit einem erklärten Faschisten und Feind der demokratischen Grundordnung auf demselben Podium zu sitzen.

In Deutschland wäre eine derartige Legitimierung und Verharmlosung von Rechtsextremisten wohl kaum möglich. Wenn wir nicht eine weitere Expansion der Faschisten in unseren Institutionen wollen, wäre es wohl an der Zeit, uns auch in Südtirol über den Begriff der »wehrhaften Demokratie« Gedanken zu machen.

Kürzlich organisierte übrigens das Demokratische Forum [sic] im Bozner Kolpinghaus eine ähnliche Veranstaltung. Auch dort war Puglisi Ghizzi selbstverständlich dabei.

Siehe auch: [1] [2] [3] [4] [5] [6]

(Visited 18 times, 1 visits today)

2 Pingbacks/Trackbacks

  • Pingback: «Neo fascisti mai. È una parola da fighetti.» – Brennerbasisdemokratie.()

  • Vorstellungsvideo von Puglisi Ghizzi bei Stol: http://www.stol.it/Media/Videos/Intern/Maurizio-Puglisi-Ghizzi

  • hunter

    vier von acht italienischsprachigen bürgermeisterkandidaten in bozen schaffen es auf stol, ein kurzes, 50 sekündiges statement auf deutsch abzugeben: Angelo Gennaccaro (mittelmäßig), Mario Tagnin (gut bis sehr gut), Vanja Zappetti (gut bis sehr gut) und Renzo Caramaschi (mittelmäßig).

    vier kandidaten schaffen oder wollen das nicht: Giorgio Holzmann, Caterina Pifano, Franco Murano und Maurizio Puglisi Ghizzi.

    • G.P.

      Da stellt sich mir die Frage, würde ein italienischsprachiges Medium ein Statement in deutscher Sprache veröffentlichen?

      • zogglerino

        @G.P.
        Ja, es würde. Im AA christian kollman… Link

      • hunter

        eigenartig. auf video33 gibt er das interview auf italienisch, welches er gut beherrscht.

      • Sigmund Kripp

        Wobei sein Deutsch weder Tirolerisch noch Österreichisch klingt… Schon eher Luxemburgerisch bzw. Letzeburgisch….

      • genau. das ist mir auch schon aufgefallen. sprachlich steht er nicht zu tirol 🙂 und bemüht sich um eine undefinierbare lautfärbung. man kann auch mit tiroler lautfärbung hochdeutsch sprechen.

  • Pingback: »Faschistischer Gipfel« in Albanien. – Brennerbasisdemokratie.()